Die seltsamen Abenteuer des Parzival
Jun. 14th, 2015 02:59 pmvon Werner Heiduczek
Es handelt sich um den Text von Wolfram von Eschenbach, und zwar nicht nacherzählt, sondern neu erzählt. Das ist ein Unterschied. Eine Neuerzählung hat Raum für eigene Interpretation.
Die Handlung folgt Wolframs, Abweichungen sind so klein, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Einige Dinge passieren in anderer Reihenfolge, weil Herr Heiduczek sie so positioniert, wie sie am besten verstanden werden. Wolfram war da doch manchmal ein bisschen unübersichtlich. Auch wenn ich auch hier nicht verstanden habe, mit wem sich Gawan eigentlich duellieren sollte, weil er irgendwen umgebracht haben soll... naja, macht nichts.
Der Stil ist locker, gut zu lesen und unterhaltsam. Manchmal wird er sarkastisch, aber der Grundton ist eher heiter. An vielen Stellen wird Wolframs bunt beschreibende Sprache sogar übernommen oder in abgeschwächter Form verwendet, einige Zitate sind sogar beinahe wortgetreu. So darf Keie noch immer erwähnen, dass man die Hunde nicht schonen darf, wenn man den Kopf des Ebers will. (Das, was Kühne mit Schinken und Würsten übersetzt hatte...)
War also sehr gut und angenehm zu lesen.
Parzival kommt im großen und ganzen gut weg. Er ist schön, unglaublich schön, und das wird gerade im Mittelteil gerne und oft erwähnt, hat aber weniger Konsequenzen als bei Wolfram. Sprich, es halten ihn nicht alle automatisch deswegen für einen guten Menschen. Alle Frauen wollen mit ihm ins Bett, aber das wollen sie mit anderen Leuten auch, da ist das nichts Besonderes.
Was Parzival für sehr lange Strecken des Buches fehlt, ist sein gutes Herz. Er ist naiv, ungebildet und dumm, aber im Gegensatz zu Wolframs Charakter ist er nicht hilfsbereit oder weichherzig. Im Gegenteil, er ist ein Egoist, der nicht über seine eigene Nasenspitze sehen kann, außer in dem Moment, in dem er Kondwiramur hilft, und selbst da wirkt es oberflächlich. Dann wird er auch noch arrogant und hochmütig - er ist der Meinung, dass Anfortas niemand besseren hätte finden können, ihm sein Schwert zu schenken, als ihn - und dann kommt auch noch der Klassiker dazu: es sind immer die anderen Schuld. Er schwankt von einem Extrem ins Nächste, von Ruhmsucht zur Verbitterung, von Weltlichkeit zur Einsiedelei und nichts davon ist ihm genug. Erst am Ende ist er plötzlich gut und großmütig und weise (wenn auch noch immer fehlerhaft). Das kann man gut machen, da sich die zweite Hälfte des Textes vor allem mit Gawan beschäftigt und Parzival nur sporadisch auftritt. Wir wissen also nicht, was er in den letzten Jahren so erlebt hat zwischen seinen kurzen, meist eher grausamen Auftritten, in denen er Menschen Hilfe versagt, den König unterstützt, der im Unrecht ist, oder wie besessen nach dem Gral sucht.
Auch fehlt über weite Strecken die Schlussfolgerung, dass er zu Kondwiramur zurück will. Klar, er sehnt sich nach ihr, aber davon, sie wiedersehen zu wollen, ist nicht die Rede. Und er geht auch ständig mit irgendwelchen anderen Frauen ins Bett. Falls ihm nicht grade doch die Suche nach dem Gral wichtiger ist und er nicht über Nacht bleiben kann.
Artus kommt sehr schlecht weg. Er ist ein alternder, greiser König, der vor allem davon lebt, dass er einen Ruf hat, der über jeden Zweifel erhaben ist und darum alle Leute das, was er sagt, für weise halten, auch wenn es noch so töricht ist. Sein Leben wird von Prunk bestimmt und davon, dass alle Leute um ihn herum ständig irgendwas wollen, so dass er gar nicht weise regieren könnte, selbst wenn er das versuchen würde. Außerdem ist er weder selbstlos, noch setzt er das Wohl seines Landes als höchstes Gut an. Wenigstens darf er am Ende verhindern, dass Gawan und sein Schwager-in-Spe sich gegenseitig totschlagen, aber auch das wird nur als Erinnerung daran genutzt, dass er auch dumme Dinge sagen könnte und keiner würde es merken.
Mit einem so ideal-losen Mann als ihrem Iniitiator ist natürlich auch die Tafelrunde nichts weiter als eine Ansammlung von Rowdys und Gesindel, die zu viel auf Ruhm und Ehre geben, aber keine Ahnung von wahren Werten haben, also ihre Zeit damit verbringen, herumzuprunken, sich zu prügeln und Frauen zu verführen. Kurz, an der ganzen Artus-und-Tafelrunde-Idee wird kein gutes Haar gelassen. Ich verstehe, dass Herr Heiduczek als DDR-Autor keine aristokratische Idee gut heißen kann, darum wundert es mich umso mehr, dass er Parzivals spirituelle Herrschaft als wertvoller und wichtiger darstellt... wahrscheinlich war das das kleine Übel.
Auch Ginover kommt schlecht weg. Zänkisch, launisch, prunksüchtig, anfällig für Schmeicheleien und ohne jeden Sinn für die Verantwortung einer Königin. Ganz übel. Zudem wird ihr öfter angekreidet, dass auch sie schon älter ist, so als wäre "alterndes Weib" eine Charaktereingenschaft, an der sie hätte arbeiten müssen.
Keie hat erwartungsgemäß auch keine Gnade beim Auto gefunden, auch wenn Herr Heiduczek für ihn noch einige wenige gute Worte findet. Keie ist noch jemand mit Idealen, der letzte Ritter des alten Schlags, der bemüht ist, aus der Tafelrunde etwas zu machen, was eine Bedeutung hat. Leider ist er dabei noch mehr auf den Ruf seines Königs bedacht als Artus selbst (dem eigentlich quasi alles irgendwie egal ist), und er ist gerne grausam. Trotzdem bemüht er sich immerhin noch, und er ist loyal. Für Artus würde er ohne zu zögern sterben.
Außerdem hat er offenbar eine Vertrauensstellung beim König, die so sicher ist, dass er vollkommen normal mit ihm sprechen kann, und nicht nur unter großem Publikum Gehör findet. Immerhin etwas.
Kunneware steht übrigens auf Parzival, als er wieder auftaucht und Sagramore und Keie vom Pferd sticht, und er (obwohl verheiratet) ist ihr zugeneigt, aber es wird nichts draus, weil Kundrie auftaucht, um Parzival zu verfluchen.
Das meiste Glück hat noch Gawan. Ein fröhlicher, lustiger, in den Tag hinein lebender Geselle, der das Leben nimmt, wie es kommt, sich von einem Abenteuer zum nächsten treiben lässt und von einer Frau zur nächsten, ohne selbst jemals die Initiative zu übernehmen. Er reagiert auf das, was passiert, dann aber meist adäquat. Soll heißen, er ist freundlich, hilfsbereit und geduldig, weiß aber auch, seinen Mann zu stehen. Er ist schlagfertig, hält aber nichts davon, weit zu denken oder zu planen. Kurz, er ist extrem naiv, dafür aber auch nicht nachtragend oder besonders arrogant. Angeberisch, das schon, und er hat die seltsame Angewohnheit seiner Familie übernommen, mit all seinen Verwandten Versteck zu spielen und seinen Namen zu verschweigen.
Herr Heiduczek scheint den Charakter ehrlich zu mögen, kann aber nicht umhin, sich ein bisschen über ihn lustig zu machen, indem er uns mehrfach wissen lässt, dass Gawan recht klein geraten ist und darum auf große Frauen steht, als könne das dieses Manko wieder wettmachen.
Treu seinem Bild als Frauenheld geht Gawan quasi mit jeder Frau ins Bett, der er begegnet, aber es wird deutlich klargestellt, dass er Vergewaltigung entschieden missbilligt, und dass er auch die Schönheit einer Frau da für keine Ausrede hält.
Und am schlechtesten weg kommt Orilus. Alleine der Autor bezeichnet ihn schon mehrfach als Dummkopf, als würden wir nicht schon durch seine albernen Aktionen merken, dass er einer ist. Parzival muss auf einen heiligen Schrein schwören, dass er nicht mit Jeschute geschlafen hat, damit Orilus' Stolz befriedigt ist und er sie wieder lieben kann.
Wenigsten lässt diese Wiederbegegnung von Parzival und Jeschute unseren Helden endlich einsehen, dass er an seinen Aktionen selbst die Schuld trägt und damit an den Konsequenzen.
Was die restliche Frauenseite angeht - Belakane und Konduiramur sind vor allem naiv. Kunneware hat noch einen gewissen Touch ihrer scharfen Zunge. (Als Orilus sich ihr zu Füßen wirft, sagt sie "Was soll's? Du bist mein Bruder.") Jeschute ist treu, ehrlich und resolut, hat aber keine Chance in ihrer Liebe zu dem Dummkopf Orilus. Herzeleide ist klug, geschickt, schlagfertig und willensstark, hat aber wohl einen Knacks bekommen, als Gahmuret stirbt, denn später wird sie genau die seltsame Übermutter, die wir kennen. Orgeluse ist grausam und spöttisch, wie die Handlung es verlangt, wird aber durch Erklärungen ihrer Vergangenheit hinreichend entschuldigt. Gerade mit ihr hat der Autor auffallend Mitleid.
Und keine der erwähnten Frauen hat jemals Sex, ohne damit einverstanden gewesen zu sein oder sogar die treibende Kraft gewesen zu sein. Nur einmal wird eine Vergewaltigung erwähnt, die in der Vergangenheit liegt, und der Täter wird von Orgeluse, die eigens dafür einen Ritter anheuert, bestraft, obwohl sie nicht das Opfer war.
Leider weiß ich noch immer nicht, was pansieren bedeuten. Das Wort hat Herr Heiduczek nicht benutzt, was aber auch nicht verwunderlich ist, denn ich glaube, es stand im Original nicht drin.
Es handelt sich um den Text von Wolfram von Eschenbach, und zwar nicht nacherzählt, sondern neu erzählt. Das ist ein Unterschied. Eine Neuerzählung hat Raum für eigene Interpretation.
Die Handlung folgt Wolframs, Abweichungen sind so klein, dass sie nicht ins Gewicht fallen. Einige Dinge passieren in anderer Reihenfolge, weil Herr Heiduczek sie so positioniert, wie sie am besten verstanden werden. Wolfram war da doch manchmal ein bisschen unübersichtlich. Auch wenn ich auch hier nicht verstanden habe, mit wem sich Gawan eigentlich duellieren sollte, weil er irgendwen umgebracht haben soll... naja, macht nichts.
Der Stil ist locker, gut zu lesen und unterhaltsam. Manchmal wird er sarkastisch, aber der Grundton ist eher heiter. An vielen Stellen wird Wolframs bunt beschreibende Sprache sogar übernommen oder in abgeschwächter Form verwendet, einige Zitate sind sogar beinahe wortgetreu. So darf Keie noch immer erwähnen, dass man die Hunde nicht schonen darf, wenn man den Kopf des Ebers will. (Das, was Kühne mit Schinken und Würsten übersetzt hatte...)
War also sehr gut und angenehm zu lesen.
Parzival kommt im großen und ganzen gut weg. Er ist schön, unglaublich schön, und das wird gerade im Mittelteil gerne und oft erwähnt, hat aber weniger Konsequenzen als bei Wolfram. Sprich, es halten ihn nicht alle automatisch deswegen für einen guten Menschen. Alle Frauen wollen mit ihm ins Bett, aber das wollen sie mit anderen Leuten auch, da ist das nichts Besonderes.
Was Parzival für sehr lange Strecken des Buches fehlt, ist sein gutes Herz. Er ist naiv, ungebildet und dumm, aber im Gegensatz zu Wolframs Charakter ist er nicht hilfsbereit oder weichherzig. Im Gegenteil, er ist ein Egoist, der nicht über seine eigene Nasenspitze sehen kann, außer in dem Moment, in dem er Kondwiramur hilft, und selbst da wirkt es oberflächlich. Dann wird er auch noch arrogant und hochmütig - er ist der Meinung, dass Anfortas niemand besseren hätte finden können, ihm sein Schwert zu schenken, als ihn - und dann kommt auch noch der Klassiker dazu: es sind immer die anderen Schuld. Er schwankt von einem Extrem ins Nächste, von Ruhmsucht zur Verbitterung, von Weltlichkeit zur Einsiedelei und nichts davon ist ihm genug. Erst am Ende ist er plötzlich gut und großmütig und weise (wenn auch noch immer fehlerhaft). Das kann man gut machen, da sich die zweite Hälfte des Textes vor allem mit Gawan beschäftigt und Parzival nur sporadisch auftritt. Wir wissen also nicht, was er in den letzten Jahren so erlebt hat zwischen seinen kurzen, meist eher grausamen Auftritten, in denen er Menschen Hilfe versagt, den König unterstützt, der im Unrecht ist, oder wie besessen nach dem Gral sucht.
Auch fehlt über weite Strecken die Schlussfolgerung, dass er zu Kondwiramur zurück will. Klar, er sehnt sich nach ihr, aber davon, sie wiedersehen zu wollen, ist nicht die Rede. Und er geht auch ständig mit irgendwelchen anderen Frauen ins Bett. Falls ihm nicht grade doch die Suche nach dem Gral wichtiger ist und er nicht über Nacht bleiben kann.
Artus kommt sehr schlecht weg. Er ist ein alternder, greiser König, der vor allem davon lebt, dass er einen Ruf hat, der über jeden Zweifel erhaben ist und darum alle Leute das, was er sagt, für weise halten, auch wenn es noch so töricht ist. Sein Leben wird von Prunk bestimmt und davon, dass alle Leute um ihn herum ständig irgendwas wollen, so dass er gar nicht weise regieren könnte, selbst wenn er das versuchen würde. Außerdem ist er weder selbstlos, noch setzt er das Wohl seines Landes als höchstes Gut an. Wenigstens darf er am Ende verhindern, dass Gawan und sein Schwager-in-Spe sich gegenseitig totschlagen, aber auch das wird nur als Erinnerung daran genutzt, dass er auch dumme Dinge sagen könnte und keiner würde es merken.
Mit einem so ideal-losen Mann als ihrem Iniitiator ist natürlich auch die Tafelrunde nichts weiter als eine Ansammlung von Rowdys und Gesindel, die zu viel auf Ruhm und Ehre geben, aber keine Ahnung von wahren Werten haben, also ihre Zeit damit verbringen, herumzuprunken, sich zu prügeln und Frauen zu verführen. Kurz, an der ganzen Artus-und-Tafelrunde-Idee wird kein gutes Haar gelassen. Ich verstehe, dass Herr Heiduczek als DDR-Autor keine aristokratische Idee gut heißen kann, darum wundert es mich umso mehr, dass er Parzivals spirituelle Herrschaft als wertvoller und wichtiger darstellt... wahrscheinlich war das das kleine Übel.
Auch Ginover kommt schlecht weg. Zänkisch, launisch, prunksüchtig, anfällig für Schmeicheleien und ohne jeden Sinn für die Verantwortung einer Königin. Ganz übel. Zudem wird ihr öfter angekreidet, dass auch sie schon älter ist, so als wäre "alterndes Weib" eine Charaktereingenschaft, an der sie hätte arbeiten müssen.
Keie hat erwartungsgemäß auch keine Gnade beim Auto gefunden, auch wenn Herr Heiduczek für ihn noch einige wenige gute Worte findet. Keie ist noch jemand mit Idealen, der letzte Ritter des alten Schlags, der bemüht ist, aus der Tafelrunde etwas zu machen, was eine Bedeutung hat. Leider ist er dabei noch mehr auf den Ruf seines Königs bedacht als Artus selbst (dem eigentlich quasi alles irgendwie egal ist), und er ist gerne grausam. Trotzdem bemüht er sich immerhin noch, und er ist loyal. Für Artus würde er ohne zu zögern sterben.
Außerdem hat er offenbar eine Vertrauensstellung beim König, die so sicher ist, dass er vollkommen normal mit ihm sprechen kann, und nicht nur unter großem Publikum Gehör findet. Immerhin etwas.
Kunneware steht übrigens auf Parzival, als er wieder auftaucht und Sagramore und Keie vom Pferd sticht, und er (obwohl verheiratet) ist ihr zugeneigt, aber es wird nichts draus, weil Kundrie auftaucht, um Parzival zu verfluchen.
Das meiste Glück hat noch Gawan. Ein fröhlicher, lustiger, in den Tag hinein lebender Geselle, der das Leben nimmt, wie es kommt, sich von einem Abenteuer zum nächsten treiben lässt und von einer Frau zur nächsten, ohne selbst jemals die Initiative zu übernehmen. Er reagiert auf das, was passiert, dann aber meist adäquat. Soll heißen, er ist freundlich, hilfsbereit und geduldig, weiß aber auch, seinen Mann zu stehen. Er ist schlagfertig, hält aber nichts davon, weit zu denken oder zu planen. Kurz, er ist extrem naiv, dafür aber auch nicht nachtragend oder besonders arrogant. Angeberisch, das schon, und er hat die seltsame Angewohnheit seiner Familie übernommen, mit all seinen Verwandten Versteck zu spielen und seinen Namen zu verschweigen.
Herr Heiduczek scheint den Charakter ehrlich zu mögen, kann aber nicht umhin, sich ein bisschen über ihn lustig zu machen, indem er uns mehrfach wissen lässt, dass Gawan recht klein geraten ist und darum auf große Frauen steht, als könne das dieses Manko wieder wettmachen.
Treu seinem Bild als Frauenheld geht Gawan quasi mit jeder Frau ins Bett, der er begegnet, aber es wird deutlich klargestellt, dass er Vergewaltigung entschieden missbilligt, und dass er auch die Schönheit einer Frau da für keine Ausrede hält.
Und am schlechtesten weg kommt Orilus. Alleine der Autor bezeichnet ihn schon mehrfach als Dummkopf, als würden wir nicht schon durch seine albernen Aktionen merken, dass er einer ist. Parzival muss auf einen heiligen Schrein schwören, dass er nicht mit Jeschute geschlafen hat, damit Orilus' Stolz befriedigt ist und er sie wieder lieben kann.
Wenigsten lässt diese Wiederbegegnung von Parzival und Jeschute unseren Helden endlich einsehen, dass er an seinen Aktionen selbst die Schuld trägt und damit an den Konsequenzen.
Was die restliche Frauenseite angeht - Belakane und Konduiramur sind vor allem naiv. Kunneware hat noch einen gewissen Touch ihrer scharfen Zunge. (Als Orilus sich ihr zu Füßen wirft, sagt sie "Was soll's? Du bist mein Bruder.") Jeschute ist treu, ehrlich und resolut, hat aber keine Chance in ihrer Liebe zu dem Dummkopf Orilus. Herzeleide ist klug, geschickt, schlagfertig und willensstark, hat aber wohl einen Knacks bekommen, als Gahmuret stirbt, denn später wird sie genau die seltsame Übermutter, die wir kennen. Orgeluse ist grausam und spöttisch, wie die Handlung es verlangt, wird aber durch Erklärungen ihrer Vergangenheit hinreichend entschuldigt. Gerade mit ihr hat der Autor auffallend Mitleid.
Und keine der erwähnten Frauen hat jemals Sex, ohne damit einverstanden gewesen zu sein oder sogar die treibende Kraft gewesen zu sein. Nur einmal wird eine Vergewaltigung erwähnt, die in der Vergangenheit liegt, und der Täter wird von Orgeluse, die eigens dafür einen Ritter anheuert, bestraft, obwohl sie nicht das Opfer war.
Leider weiß ich noch immer nicht, was pansieren bedeuten. Das Wort hat Herr Heiduczek nicht benutzt, was aber auch nicht verwunderlich ist, denn ich glaube, es stand im Original nicht drin.