Castle in the Sky
May. 30th, 2024 12:39 pmFilm von Ghibli (hat nichts mit "Castle in the Sky" von Diana Wynne Jones zu tun, ist also kein Sequel von "Howl's Moving Castle" und auch vor dem erschienen)
( Spoiler )
( Spoiler )
Everything Everywhere All at Once
Apr. 8th, 2023 10:08 pmhochgelobter Rekord-Oscargewinner 2023, der zudem noch Schlagzeilen gemacht hat, weil mit Michelle Yeoh und Ke Huy Quan auch nicht-weiße Darsteller Oscars gewonnen haben
Laut Wikipedia handelt es sich um eine Science-Fiction-Komödie. Ansonsten hört man als Meinung vor allem "toller Film, aber verstanden habe ich ihn nicht". Ich war also gewarnt.
( Spoiler )
Laut Wikipedia handelt es sich um eine Science-Fiction-Komödie. Ansonsten hört man als Meinung vor allem "toller Film, aber verstanden habe ich ihn nicht". Ich war also gewarnt.
( Spoiler )
arte
Ich gucke immer gerne Dokus über Wales, schon alleine wegen der schönen Bilder. Und vielleicht findet sich ja auch noch mal ein lohnendes Ziel, oder interessante Informationen über schon bekannte Ziele. Außerdem spiele ich immer gerne "Erkenne die Burg, bevor sie ihren Namen sagen." Da die meisten Dokus immer dieselbe Handvoll Burgen zeigt, auch wenn Wales Massen davon hat, bin ich darin meistens recht gut.
Auch diese Doku enttäuscht nicht, was schöne Bilder angeht. Snowdonia ist schön, und es ist leicht, da tolle Bilder zu bekommen. Das ständige hinunterzoomen auf Wales aus dem Weltraum nervt ein bisschen, denn schon nach dem ersten Mal haben wir gesehen, wo Snowdonia eigentlich liegt. Dafür gabs ein paar tolle Einstellungen von Tre'r Ceiri, die ich so noch nie gesehen habe, und die mir Hoffnung machen, dass sich das tatsächlich finden lässt, wenn man denn mal gutes Wetter hat und in der Gegend ist. Da will ich auf jeden Fall irgendwann mal hin.
Wobei das eigentlich schon ein Minuspunkt der Doku ist: Nichts von dem, was sie zeigen, erweckt den Eindruck, dass man sich das selbst ansehen könnte. Außer Mount Snowdon, denn da zeigen sie den Dampfzug, der auf den Gipfel fährt, und der ist voller fotographierender Touristen. Alles andere, selbst Castell Harlech, wirkt abgelegen und schwierig zu erreichen, kurz, schreckt jeden, der nicht gerne nach Sehenswürdigkeiten sucht, total ab. In Snowdonia selbst wird das dadurch verstärkt, dass der hier interviewte lokale Bergführer (oder Bergsteiger?) mehrfach betont, wie schwierig das Gelände ist und wie geübt man sein muss. Okay, er spricht vor allem über den Tryfan, aber der Eindruck dehnt sich doch auf die gesamte Umgebung aus.
Auch ich werde sehr genau recherchieren, ob ich es wirklich wagen würde, in Cwm Idwal zu wandern, aber der Weg sah gut markiert aus und wenn man im Tal bleibt, könnte es machbar sein... Da ich hoffe, dann auch wieder in The Ferns zu wohnen, könnte ich sicher Marc fragen, ob das wirklich geht. Träumen kann man ja mal.
Coed Felinrhyd und die Aberfalls kannte ich nicht, werde ich mir also mal notieren, und auch dieser Aussichtspunkt auf Electric Mountain sah interessant aus. Da sollte man sogar hinkommen, denn da gabs einen Picknick-Platz mit Bänken und Tischen. Wie gesagt, recherchieren.
Was ich erstaunlich fand, ist, dass die deutsche Stimme sich offenbar große Mühe gegeben hat, die walisischen Ortsnamen korrekt auszusprechen - so sehr, dass das bei Ynys Enlli super geklappt hat - und dann an Harlech gescheitert ist. Dabei ist Harlech viel leichter auszuprechen als Ynys Enlli... Dass nicht immer das übersetzt wurde, was die lokalen Experten gesagt haben, ist normal. Wenigstens ging das, was ich mitbekommen habe, immer in die gleiche Richtung. Ist ja auch nicht einfach, wenn jemand auf deutsch über das englische Original drüberspricht. (und Morfa heißt nicht Sandwüste)
Wirklich überrascht hat mich aber, dass sie tatsächlich gesagt haben, dass Coed Felinrhyd einer der letzten Urwälder Englands ist. Ich meine, die Doku heißt "Snowdonia in Wales" und es ist eine deutsche Synchronisation, und Deutschland ist ein föderalistisches Land. Selbst alle Unabhänigkeitsfragen außer Acht lassend, das ist in etwa, als würde eine britische Doku sagen, dass Stuttgart in Bayern liegt...
Aber sonst war's nett. Wie gesagt, Snowdonia ist schön. Sehr schön.
Ich gucke immer gerne Dokus über Wales, schon alleine wegen der schönen Bilder. Und vielleicht findet sich ja auch noch mal ein lohnendes Ziel, oder interessante Informationen über schon bekannte Ziele. Außerdem spiele ich immer gerne "Erkenne die Burg, bevor sie ihren Namen sagen." Da die meisten Dokus immer dieselbe Handvoll Burgen zeigt, auch wenn Wales Massen davon hat, bin ich darin meistens recht gut.
Auch diese Doku enttäuscht nicht, was schöne Bilder angeht. Snowdonia ist schön, und es ist leicht, da tolle Bilder zu bekommen. Das ständige hinunterzoomen auf Wales aus dem Weltraum nervt ein bisschen, denn schon nach dem ersten Mal haben wir gesehen, wo Snowdonia eigentlich liegt. Dafür gabs ein paar tolle Einstellungen von Tre'r Ceiri, die ich so noch nie gesehen habe, und die mir Hoffnung machen, dass sich das tatsächlich finden lässt, wenn man denn mal gutes Wetter hat und in der Gegend ist. Da will ich auf jeden Fall irgendwann mal hin.
Wobei das eigentlich schon ein Minuspunkt der Doku ist: Nichts von dem, was sie zeigen, erweckt den Eindruck, dass man sich das selbst ansehen könnte. Außer Mount Snowdon, denn da zeigen sie den Dampfzug, der auf den Gipfel fährt, und der ist voller fotographierender Touristen. Alles andere, selbst Castell Harlech, wirkt abgelegen und schwierig zu erreichen, kurz, schreckt jeden, der nicht gerne nach Sehenswürdigkeiten sucht, total ab. In Snowdonia selbst wird das dadurch verstärkt, dass der hier interviewte lokale Bergführer (oder Bergsteiger?) mehrfach betont, wie schwierig das Gelände ist und wie geübt man sein muss. Okay, er spricht vor allem über den Tryfan, aber der Eindruck dehnt sich doch auf die gesamte Umgebung aus.
Auch ich werde sehr genau recherchieren, ob ich es wirklich wagen würde, in Cwm Idwal zu wandern, aber der Weg sah gut markiert aus und wenn man im Tal bleibt, könnte es machbar sein... Da ich hoffe, dann auch wieder in The Ferns zu wohnen, könnte ich sicher Marc fragen, ob das wirklich geht. Träumen kann man ja mal.
Coed Felinrhyd und die Aberfalls kannte ich nicht, werde ich mir also mal notieren, und auch dieser Aussichtspunkt auf Electric Mountain sah interessant aus. Da sollte man sogar hinkommen, denn da gabs einen Picknick-Platz mit Bänken und Tischen. Wie gesagt, recherchieren.
Was ich erstaunlich fand, ist, dass die deutsche Stimme sich offenbar große Mühe gegeben hat, die walisischen Ortsnamen korrekt auszusprechen - so sehr, dass das bei Ynys Enlli super geklappt hat - und dann an Harlech gescheitert ist. Dabei ist Harlech viel leichter auszuprechen als Ynys Enlli... Dass nicht immer das übersetzt wurde, was die lokalen Experten gesagt haben, ist normal. Wenigstens ging das, was ich mitbekommen habe, immer in die gleiche Richtung. Ist ja auch nicht einfach, wenn jemand auf deutsch über das englische Original drüberspricht. (und Morfa heißt nicht Sandwüste)
Wirklich überrascht hat mich aber, dass sie tatsächlich gesagt haben, dass Coed Felinrhyd einer der letzten Urwälder Englands ist. Ich meine, die Doku heißt "Snowdonia in Wales" und es ist eine deutsche Synchronisation, und Deutschland ist ein föderalistisches Land. Selbst alle Unabhänigkeitsfragen außer Acht lassend, das ist in etwa, als würde eine britische Doku sagen, dass Stuttgart in Bayern liegt...
Aber sonst war's nett. Wie gesagt, Snowdonia ist schön. Sehr schön.
Wonderful Wales
May. 8th, 2022 09:04 pmmit Michael Ball (ich glaube, Channel 5...)
Michael Ball ist ein sehr bekannter Musicaldarsteller, Sänger, TV-Host und Entertainer. Er hat eine Menge großer Musicalrollen gespielt, Konzerte gegeben, Platten aufgenommen und er hat eine sehr große Fangemeinde. Ich habe ihn meines Wissens nur einmal Live gesehen, in "Les Misérables in Concert", als Javert, für den ich ihn nicht unbedingt für die Idealbesetzung halte, aber Mr. Ball ist ein großartiger Sänger, also hat es mir trotz allem schon gefallen.
Darüber hinaus ist er charmant und kann sich glaubwürdig für alles mögliche begeistern. Das ist für britische Dokumentationen, die von einem Prominenten präsentiert werden, ja auch immer essentiell.
Wie der Name schon erwarten lässt, geht es um Wales. Mr. Ball besucht diverse Orte und Touristenattraktionen. Dabei dürfen natürlich Klassiker wie Castell Harlech, Portmeirion, St. David's Cathedral oder Tenby nicht fehlen, aber es gibt auch ebenso viel schöne Landschaft und Orte, die man als Tourist weniger auf dem Schirm hat. Zwischendurch fährt Mr. Ball in einem Auto scenic single track roads entlang, erzählt uns, wie wunderbar er das alles findet und wie großartig Wales ist. Oder er isst in einem Sternerestaurant (mir war neu, dass Wales welche hat), oder einfach am Hafen Fish and Chips. Und jede Folge ruft er seine Mutter an und erzählt ihr, wo er war. Denn, das wusste ich auch nicht, seine Mutter ist Waliserin.
Darum hat das Ganze auch tatsächlich sowas wie eine persönliche Komponente. Die erste Station in der ersten Folge ist die Straße, in der Mr. Balls Großmutter gelebt hat. Sie können nur bis vor das Haus, denn da wohnt jetzt natürlich jemand anders drin, der wahrscheinlich kein Fernsehteam in seinem Wohnzimmer haben wollte, aber es gibt Fotos, und dann besucht Mr. Ball die Schwester seiner Mutter, um mit ihr über die Großmutter zu sprechen. Immerhin verdankt er es dieser Großmutter, dass er Sänger geworden ist. Wales ist das Land der Lieder.
Um weitere persönliche Verbindungen aufzubauen, besucht Mr. Ball als nächstes eine ehemalige Kohlemine, in der sein Onkel noch gearbeitet hat, und die heute ein Museum ist. Wie sich herausstellt hat der Mann, der ihn durch dieses Museum führt, mit seinem Onkel zusammen gearbeitet. Kurz, nach der Hälfte der ersten Folge sind wir überzeugt, dass Mr. Ball tatsächlich eine persönliche Verbindung zu Wales hat und sehr dankbar ist, dass das Fernsehn ihm diese Reise bezahlt, damit er das endlich mal ausleben und all das ansehen kann, was er schon immer mal ansehen wollte.
Verstärkt wird das dann noch davon, dass wir lernen, dass sein ersten Engagement "Godspell" in Aberystwyth war, dass er bei der Eröffnung von Millenium Stadium und Millenium Center gesungen hat, und dass er im Millenium Center einen Stuhl gesponsort hat, der jetzt den Namen seiner Großmutter trägt. Bester Platz natürlich, auch wenn sie ihn nie dort hat auftreten sehen können.
In den vier Folgen geht es nach Südwales, in die Valleys und nach Cardiff, also die Gegend, aus der Mr. Balls Familie stammt; nach Westwales, Pembrokeshire, wo er noch nie zuvor gewesen ist, aber wer kann sich nicht für den Coast Path begeistern?; an die Westküste mit Aberystwyth und Harlech; und dann in den Norden, nach Snowdonia und Ynys Môn. Mr. Ball sammelt Cockles und angelt einen Hai, isst zum ersten Mal in seinem Leben Laverbread, wird bei mehreren Coastal-Adventure-Bootstouren klatschnass und quetscht sich durch die Gänge der Kupferminen von Orme's Head. Er besucht eine Farm, spricht mit dem Vorsitzen von Cadw, steigt auf Dinas Bran und fährt ein Boot über das Pontcysyllte Aquädukt. Und wie wir alle lernen, wenn es gigantisch und viktorianisch ist, dann ist es von Thomas Telford. Eben dieses Aquädukt, oder die Menai Suspension Bridge.
Jede Einstellung der Folgen ist absolut großartig, egal ob Sonnenuntergang in den Carneddau, die Künste von Pembrokeshire, Cardiff Bay, Llangollen oder die Llyfgell Genedlaethol Cymru. Die Sendung hat mich davon überzeugt, dass ich mir Tenby doch mal ansehen sollte, denn das scheint sehr viel mehr zu bieten zu haben als nur bunte Häuser am Hafen. Auch Llandudno präsentiert sich in seinem gesamtem viktorianischen Glanz, und St. David's Cathedral wird von ihrer Bischöfin (die erste weibliche in Wales) so gekonnt-bescheiden beworben, dass ich da ganz sicher auch nochmal hinwill. Sogar die Slate Mines in Blaenau Ffestiniog sehen so spektakulär aus, dass ich mir das auch mal überlegen könnte, auch wenn ich für sowas sonst nicht viel übrig habe. Und Dinge wie Pentre Ifan kann man gar nicht so filmen, dass sie nicht toll und beeindruckend aussehen.
Natürlich wird auch gesungen, am Ende jeder Folge ein Lied, immer gemeinsam mit einem lokalen Chor. Zwei sind traditionelle Männerchöre, einer ist ein Frauenchor und einer ein gemischter. Jedesmal an einer weiteren spektakuären Lokalität, wenn auch nicht immer bekanntes walisisches Liedgut. Dafür wird ein weiteres Mal bewiesen, dass man "Calon Lan" auf jede erdenkliche Melodie singen kann, und ein Lied ist sogar aus einem Musical, "Anthem", aus Chess. Ja, es geht dabei um Russland, aber der Name des Landes fällt nicht, also...
Tolles Programm. Charmant, unterhaltsam, und ich habe auch ein bisschen was Neues gelernt und gesehen. Mr. Ball spricht nur sehr wenige Wörter Walisisch, aber die sind korrekt, und er kann auch alle Ortsnamen korrekt aussprechen. Er macht sich sogar die Mühe und sagt "Castell Harlech" und nicht "Harlech Castle".
Wer Inspiration braucht, um ein Ziel zu finden, was er in Wales besichtigen kann, das ist die ideale Reihe dafür. Für jeden Geschmack was dabei, und alles ist gleichermaßen atemberaubend und großartig.
Michael Ball ist ein sehr bekannter Musicaldarsteller, Sänger, TV-Host und Entertainer. Er hat eine Menge großer Musicalrollen gespielt, Konzerte gegeben, Platten aufgenommen und er hat eine sehr große Fangemeinde. Ich habe ihn meines Wissens nur einmal Live gesehen, in "Les Misérables in Concert", als Javert, für den ich ihn nicht unbedingt für die Idealbesetzung halte, aber Mr. Ball ist ein großartiger Sänger, also hat es mir trotz allem schon gefallen.
Darüber hinaus ist er charmant und kann sich glaubwürdig für alles mögliche begeistern. Das ist für britische Dokumentationen, die von einem Prominenten präsentiert werden, ja auch immer essentiell.
Wie der Name schon erwarten lässt, geht es um Wales. Mr. Ball besucht diverse Orte und Touristenattraktionen. Dabei dürfen natürlich Klassiker wie Castell Harlech, Portmeirion, St. David's Cathedral oder Tenby nicht fehlen, aber es gibt auch ebenso viel schöne Landschaft und Orte, die man als Tourist weniger auf dem Schirm hat. Zwischendurch fährt Mr. Ball in einem Auto scenic single track roads entlang, erzählt uns, wie wunderbar er das alles findet und wie großartig Wales ist. Oder er isst in einem Sternerestaurant (mir war neu, dass Wales welche hat), oder einfach am Hafen Fish and Chips. Und jede Folge ruft er seine Mutter an und erzählt ihr, wo er war. Denn, das wusste ich auch nicht, seine Mutter ist Waliserin.
Darum hat das Ganze auch tatsächlich sowas wie eine persönliche Komponente. Die erste Station in der ersten Folge ist die Straße, in der Mr. Balls Großmutter gelebt hat. Sie können nur bis vor das Haus, denn da wohnt jetzt natürlich jemand anders drin, der wahrscheinlich kein Fernsehteam in seinem Wohnzimmer haben wollte, aber es gibt Fotos, und dann besucht Mr. Ball die Schwester seiner Mutter, um mit ihr über die Großmutter zu sprechen. Immerhin verdankt er es dieser Großmutter, dass er Sänger geworden ist. Wales ist das Land der Lieder.
Um weitere persönliche Verbindungen aufzubauen, besucht Mr. Ball als nächstes eine ehemalige Kohlemine, in der sein Onkel noch gearbeitet hat, und die heute ein Museum ist. Wie sich herausstellt hat der Mann, der ihn durch dieses Museum führt, mit seinem Onkel zusammen gearbeitet. Kurz, nach der Hälfte der ersten Folge sind wir überzeugt, dass Mr. Ball tatsächlich eine persönliche Verbindung zu Wales hat und sehr dankbar ist, dass das Fernsehn ihm diese Reise bezahlt, damit er das endlich mal ausleben und all das ansehen kann, was er schon immer mal ansehen wollte.
Verstärkt wird das dann noch davon, dass wir lernen, dass sein ersten Engagement "Godspell" in Aberystwyth war, dass er bei der Eröffnung von Millenium Stadium und Millenium Center gesungen hat, und dass er im Millenium Center einen Stuhl gesponsort hat, der jetzt den Namen seiner Großmutter trägt. Bester Platz natürlich, auch wenn sie ihn nie dort hat auftreten sehen können.
In den vier Folgen geht es nach Südwales, in die Valleys und nach Cardiff, also die Gegend, aus der Mr. Balls Familie stammt; nach Westwales, Pembrokeshire, wo er noch nie zuvor gewesen ist, aber wer kann sich nicht für den Coast Path begeistern?; an die Westküste mit Aberystwyth und Harlech; und dann in den Norden, nach Snowdonia und Ynys Môn. Mr. Ball sammelt Cockles und angelt einen Hai, isst zum ersten Mal in seinem Leben Laverbread, wird bei mehreren Coastal-Adventure-Bootstouren klatschnass und quetscht sich durch die Gänge der Kupferminen von Orme's Head. Er besucht eine Farm, spricht mit dem Vorsitzen von Cadw, steigt auf Dinas Bran und fährt ein Boot über das Pontcysyllte Aquädukt. Und wie wir alle lernen, wenn es gigantisch und viktorianisch ist, dann ist es von Thomas Telford. Eben dieses Aquädukt, oder die Menai Suspension Bridge.
Jede Einstellung der Folgen ist absolut großartig, egal ob Sonnenuntergang in den Carneddau, die Künste von Pembrokeshire, Cardiff Bay, Llangollen oder die Llyfgell Genedlaethol Cymru. Die Sendung hat mich davon überzeugt, dass ich mir Tenby doch mal ansehen sollte, denn das scheint sehr viel mehr zu bieten zu haben als nur bunte Häuser am Hafen. Auch Llandudno präsentiert sich in seinem gesamtem viktorianischen Glanz, und St. David's Cathedral wird von ihrer Bischöfin (die erste weibliche in Wales) so gekonnt-bescheiden beworben, dass ich da ganz sicher auch nochmal hinwill. Sogar die Slate Mines in Blaenau Ffestiniog sehen so spektakulär aus, dass ich mir das auch mal überlegen könnte, auch wenn ich für sowas sonst nicht viel übrig habe. Und Dinge wie Pentre Ifan kann man gar nicht so filmen, dass sie nicht toll und beeindruckend aussehen.
Natürlich wird auch gesungen, am Ende jeder Folge ein Lied, immer gemeinsam mit einem lokalen Chor. Zwei sind traditionelle Männerchöre, einer ist ein Frauenchor und einer ein gemischter. Jedesmal an einer weiteren spektakuären Lokalität, wenn auch nicht immer bekanntes walisisches Liedgut. Dafür wird ein weiteres Mal bewiesen, dass man "Calon Lan" auf jede erdenkliche Melodie singen kann, und ein Lied ist sogar aus einem Musical, "Anthem", aus Chess. Ja, es geht dabei um Russland, aber der Name des Landes fällt nicht, also...
Tolles Programm. Charmant, unterhaltsam, und ich habe auch ein bisschen was Neues gelernt und gesehen. Mr. Ball spricht nur sehr wenige Wörter Walisisch, aber die sind korrekt, und er kann auch alle Ortsnamen korrekt aussprechen. Er macht sich sogar die Mühe und sagt "Castell Harlech" und nicht "Harlech Castle".
Wer Inspiration braucht, um ein Ziel zu finden, was er in Wales besichtigen kann, das ist die ideale Reihe dafür. Für jeden Geschmack was dabei, und alles ist gleichermaßen atemberaubend und großartig.
Ja, die deutsche Version. Kann also sein, dass Dinge der Übersetzung geschuldet sind.
( Massive Spoiler und es wird lang )
( Massive Spoiler und es wird lang )
Walking Hadrian's Wall
Apr. 4th, 2022 07:30 pmProgramm von Channel 5
Es gibt zwei Nationen auf der Welt, die ständig überall hin wandern müssen. Die einen sind die Deutschen, die anderen sind die Briten. Das zieht nach sich, dass in diversen Fernsehsendungen diverse Moderator:innen irgendwo hinwandern, um dem Publikum zu zeigen, wie schön es da ist und wie toll man da wandern kann.
In diesem Fall heißt der Vor-Wanderer Robson Green, der eine britischen TV-Persönlichkeit zu sein scheint, denn er wird unterwegs immer wieder erkannt und auf irgendetwas, was er gemacht hat, angesprochen. Ich kannte ihn nicht, aber das macht nichts, denn er ist sympatisch und tut überzeugend unbedarft, und seine Begeisterung wirkt ehrlich und authenisch. Außerdem stammt er, wenn ich es richtig verstanden habe, aus Hexham, ist also aus der Gegend, und wohnt auch heute noch da.
Wie der Titel schon sagt, geht es den Hadrianswall entlang. Dafür gibt es den Hadrian's Wall Path, der die volle Länge des Walls entlangführt, von einer Küste bis zur anderen, etwa 135 km und laut Plan des Fernwanderweges kann man das in 6 Tagen schaffen (und natürlich mit entsprechenden Stempeln in einem Wanderpass beweisen). Mr. Green wandert, radelt, fährt und fliegt von Ost nach West, was den Vorteil hat, dass die tollen Sonnenuntergänge immer in Wanderrichtung sind. Er hat auch ein Zelt dabei - ich habe keine Ahnung, ob wildes Campen in Großbritannien erlaubt ist, aber das spielt auch keine Rolle. Ich bin ziemlich sicher, dass er nicht jede Nacht im Zelt übernachtet hat, aber darum geht es nicht.
Es geht um die großartige Landschaft, um den Wall selbst, um seine Geschichte, und um Menschen, die heute in der Gegend leben, forschen oder aus aller Welt vorbeikommen, eben um den Wall zu sehen. Mr. Green spricht mit diversen Experten in diversen römischen Forts ebenso wie mit Touristen, lokalen Gastwirten, Handwerkern, Kräutersammlern, GPS-Wanderern und Nationalpark-Rangern (es heißt nicht signpost, es heißt fingerpost). Es gibt interessante Einstellungen von den Resten des Walls und seiner Forts und von den bekanntesten Stellen des Walls wie dem Sycamore Gap. Natürlich regnet es häufig und oft genug auch quer. Und es gibt in der Nähe des Walls einen kleinen Ort, dessen Häuser des Ortes vollständig aus Steinen bestehen, die vom Hadrianswall stammen, und der darum "Wall" heißt.
Im Ganzen gesehen bleibt der Informationsgehalt übersichtlich, aber auch darum geht es nicht. Es geht darum, jeden Zuschauer davon zu überzeugen, dass dieser Wanderweg großartig und einzigartig in seiner Mischung aus Historie und atemberaubender Landschaft ist und unbedingt von jedem gewandert werden muss. Und davon ist man schon nach zehn Minuten der ersten Folge vollkommen überzeugt, ganz egal wie viel es regnet und wie viele Stiles auf dem Weg überwunden werden müssen.
Großartiges Programm. Den Weg müsste man wirklich mal wandern, das lohnt sich sicher. (Wie jede Menge andere Wege natürlich auch.)
Es gibt zwei Nationen auf der Welt, die ständig überall hin wandern müssen. Die einen sind die Deutschen, die anderen sind die Briten. Das zieht nach sich, dass in diversen Fernsehsendungen diverse Moderator:innen irgendwo hinwandern, um dem Publikum zu zeigen, wie schön es da ist und wie toll man da wandern kann.
In diesem Fall heißt der Vor-Wanderer Robson Green, der eine britischen TV-Persönlichkeit zu sein scheint, denn er wird unterwegs immer wieder erkannt und auf irgendetwas, was er gemacht hat, angesprochen. Ich kannte ihn nicht, aber das macht nichts, denn er ist sympatisch und tut überzeugend unbedarft, und seine Begeisterung wirkt ehrlich und authenisch. Außerdem stammt er, wenn ich es richtig verstanden habe, aus Hexham, ist also aus der Gegend, und wohnt auch heute noch da.
Wie der Titel schon sagt, geht es den Hadrianswall entlang. Dafür gibt es den Hadrian's Wall Path, der die volle Länge des Walls entlangführt, von einer Küste bis zur anderen, etwa 135 km und laut Plan des Fernwanderweges kann man das in 6 Tagen schaffen (und natürlich mit entsprechenden Stempeln in einem Wanderpass beweisen). Mr. Green wandert, radelt, fährt und fliegt von Ost nach West, was den Vorteil hat, dass die tollen Sonnenuntergänge immer in Wanderrichtung sind. Er hat auch ein Zelt dabei - ich habe keine Ahnung, ob wildes Campen in Großbritannien erlaubt ist, aber das spielt auch keine Rolle. Ich bin ziemlich sicher, dass er nicht jede Nacht im Zelt übernachtet hat, aber darum geht es nicht.
Es geht um die großartige Landschaft, um den Wall selbst, um seine Geschichte, und um Menschen, die heute in der Gegend leben, forschen oder aus aller Welt vorbeikommen, eben um den Wall zu sehen. Mr. Green spricht mit diversen Experten in diversen römischen Forts ebenso wie mit Touristen, lokalen Gastwirten, Handwerkern, Kräutersammlern, GPS-Wanderern und Nationalpark-Rangern (es heißt nicht signpost, es heißt fingerpost). Es gibt interessante Einstellungen von den Resten des Walls und seiner Forts und von den bekanntesten Stellen des Walls wie dem Sycamore Gap. Natürlich regnet es häufig und oft genug auch quer. Und es gibt in der Nähe des Walls einen kleinen Ort, dessen Häuser des Ortes vollständig aus Steinen bestehen, die vom Hadrianswall stammen, und der darum "Wall" heißt.
Im Ganzen gesehen bleibt der Informationsgehalt übersichtlich, aber auch darum geht es nicht. Es geht darum, jeden Zuschauer davon zu überzeugen, dass dieser Wanderweg großartig und einzigartig in seiner Mischung aus Historie und atemberaubender Landschaft ist und unbedingt von jedem gewandert werden muss. Und davon ist man schon nach zehn Minuten der ersten Folge vollkommen überzeugt, ganz egal wie viel es regnet und wie viele Stiles auf dem Weg überwunden werden müssen.
Großartiges Programm. Den Weg müsste man wirklich mal wandern, das lohnt sich sicher. (Wie jede Menge andere Wege natürlich auch.)