blauerfalke: (erzählen)
Nachdem ich die letzten Jahre nicht geguckt habe, dieses Jahr dann mal wieder. Große Kontroverse im Vorfeld, ob Israel teilnehmen darf/soll/wasauchimmer. Noch mehr Kontroverse, ob man darum boykottieren sollte/muss/wasauchimmer. In der Woche vorher große Kontroverse über das Verhalten/Äußerungen der Israelischen und der Irischen Delegation. Am Tag selbst noch mehr Kontroverse wegen kurzfristiger Disqualifizierung der Niederlande wegen angeblicher Handgreiflichkeiten ihres Vertreters gegenüber einer Kamerafrau und daraus resultierende Polizeiermittlung/Pfeifkonzerte/Boykott der niederländischen TV-Anstalt... Welcome to the Show!

Ich habe alleine geguckt, also konnte ich nach der Show ins Bett gehen, ohne mir den Voting-Marathon anzutun, bei dem ich mich immer furchtbar langweile. Wer gewonnen hat, ist ja nicht so besonders schwer rauszufinden. Darum habe ich auch keine Ahnung, wie das Voting aktuell abläuft, abgesehen davon, dass jedes Land eine Jury hat, und dass man jetzt während der gesamten Show schon anrufen kann. "Europe start Voting" ertönt also schon vor dem ersten Song.

Insgesamt war es sehr bunt, auch in den Kostümen ist endlich wieder Farbe da und nicht mehr nur alles schwarz und weiß. Und erstaunlich viele Teilnehmer haben in Landessprache gesungen, das finde ich persönlich auch immer schön.

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blauerfalke: (erzählen)
Sie sind wieder da. Mit Corona-Regeln, nur 3500 Zuschauern in der Halle, eigenem Testzentrum, und alle Beteiligten dürfen nicht raus, nur Hotel, Bus, Halle. Dazu medizinische Überwachung, vielleicht lernen wir also auch noch was über spreading dabei.

Ich habe den Großteil beider Halbfinales gesehen, 16 Bewerber waren im ersten, 17 waren im zweiten, je 10 ins Finale, plus Big Five und Gastgeberland, macht 26 fürs Finale. Das habe ich nicht gesehen, weil ich erst zum Intervall Act zuhause war. Aber gut, dafür gibt's ja websites mit stream.
Das erste Halbfinale war interessanter als das Zweite, aber das Final-Lineup war trotzdem abwechslungsreich. Viele Sängerinnen, wenige Sänger, und der Großteil war laut oder schnell oder beides. Balladen waren dieses Jahr eher Mangelware.

Der schrägste Beitrag kam aus Deutschland - der Song gewinnt massiv, wenn man den Sänger und seine "Fünf ist Trümpf"-Hand-Tänzerin dabei nicht sehen muss. Australien hat es zum ersten Mal nicht ins Finale geschafft, war aber wegen Corona auch gar nicht erst angereist (finde ich gut), darum konnten sie nur eine Aufzeichnung zeigen. Dass das nicht unfair sein muss, zeigt das Beispiel Island, die vor dem Halbfinale positiv getestet wurden, und darum nicht live antreten konnten. Aber jeder Teilnehmer musste vorab ein Video des Auftritts auf der Bühne einreichen, das haben sie gezeigt und damit sind sie ins Finale gekommen.

Der Green Room ist dieses Jahr übrigens vor der Bühne, sozusagen auf den besten Plätzen. Das zwingt jeden Teilnehmer dazu, alle Konkurrenten zu bejubeln, und trägt damit auf jedem Fall zum ESC-Gedanken bei.
An dieser Stelle möchte ich gerne anmerken, dass ich es blöd finde, wenn Teilnehmer die ganze Zeit so tun, als würde sie alles total langweilen.

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blauerfalke: (Default)
Film von und mit Will Ferrell, der auch als einziger Mitwirkender selbst singen darf, produziert von Netflix

Spoiler )
blauerfalke: (Default)
Ich habe das zweite Halbfinale sowas wie gesehen, das war eher langweilig. Nichtmal Moldawien war schräg. Rumänien hatte immerhin ein paar Vampire mitgebracht, es damit aber leider nicht ins Finale geschafft. 41 Teilnehmer, da die Ukraine zurückgezogen hat, davon 26 im Finale.

Insgesamt gab es recht viele einzelne Männer mit diversen Bärten, dafür aber nur eine von einer Platinblondine vorgetragene Powerballade und erstaunlich wenig Windmaschine. Dafür aber besonders viele Projektionen. Israel hat immerhin die größte Projektionsleinwand der Fernsehgeschichte aufgefahren. Konzipiert von einem Deutschen natürlich.
Vieles klang sehr betroffen, auch wenn es doch ein Liebeslied war. Kann man ja nicht immer feststellen, egal ob sie in Landesprache oder Englisch singen. Aber ich lese ja immer gerne die Texte nach.

Und ich mag es nicht, wenn die Fernsehübertragung Effekte zufügt. Haben sie dieses Jahr exzessiv getan, von harmlosen Dingen wie Australien so zu filmen, dass es auch wirklich wie fliegen aussieht, bis hin zu Kästchen bei Tschechien oder Verzerrungen bei Island. Finde ich unfair den Anderen gegenüber.

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blauerfalke: (Falke)
Dieses Jahr habe ich nur das zweite Halbfinale vorab gesehen. Also nur die Hälfte aller Bewerber. Schlecht informiert also. ;) Aber im Ganzen war es unterhaltsam und abwechslungsreich, nicht die befürchteten 43 Balladen, die von einzelnen, leicht verschreckt wirkenden Herren auf einer leeren Bühne gesungen werden. Obwohl ich zugeben muss, dass die Siegerballade von letztem Jahr doch ganz hübsch war. Vor allem, wenn man sie im Radio hört.

Sie wurde natürlich auch dieses Jahr wieder gesungen, so ist das beim ESC Brauch, allerdings nicht zum Eingang des Abends, sondern während des Votings im Showblock. Macht aber auch nichts, denn Portugal hat es geschafft, einen Showeinstieg und einen Showteil zu zeigen, die beide gleichermaßen langweilig waren. Kein Wunder, dass sie so lange gebraucht haben, um den ESC mal zu gewinnen.
Auch kommt es mir noch immer so vor, als wäre eine 11 000-Plätze-Halle irgendwie was klein für ein solches Ereignis. Aber das ist nur ein Gefühl und beruht nicht auf irgendwelchen Fakten. Um im Gegensatz zu den letzten Jahren gab es keine Projektionsleinwand. Was dann dazu führte, dass diverse Länder (darunter auch Deutschland) einfach eine kleine, persönliche mitgebracht haben. Estland hat ihre sogar angezogen.

Ein paar Länder haben wie immer lobenswerterweise in ihrer Muttersprache gesungen. Italien und Moldavien haben es damit sogar unter die ersten zehn geschafft. Estland auch, aber Estland hat Italienisch gesungen. Ja, das geht auch. Eine ganz andere Sprache singen, nicht nur die eigene oder Englisch. Es gab ja auch schonmal ein Lied auf Esperanto.
Und wir haben mal wieder gesehen, wie weit die Meinungen von Jury und Publikum so auseinanderliegen. Hätte Dänemark von den Jurys irgendwas gekriegt, hätten die unter Umständen sogar gewonnen.

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blauerfalke: (erzählen)
Ich habe anderthalb Vorausscheide gesehen, also wusste ich immerhin, dass es bunt wird. Das ist ja schonmal sehr viel wert, denn nach der vierten Platinblondine mit Powerballade verliert man schonmal die Übersicht, oder nach dem fünften dunkelhaarigen 17jährigen. Aber so war's bunt und unterhaltsam und für jeden was dabei. Das merke ich schon daran, dass mir eine Menge Dinge zum Abend einfallen und ich außer den üblichen Namensverwechslungen einzelner Länder doch immer recht genau wusste, wer wer war.
Außerdem haben sie alle gut gesungen.

Wie immer wurde nur von wenigen nicht-Englisch gesungen. Frankreich (zum Teil) natürlich, Italien, Portugal, Ungarn, Weissrussland... das sind die, die mir spontan einfallen. Kein Anspruch auf Vollständigkeit. Der Rest sang Englisch. Egal, ob das Muttersprache war oder nicht.

Motto des Abends: Celebrate Diversity

Sieger: Portugal

Persönlicher Favorit: Moldawien. Außerdem Kroatien, Rumänien und ja, Portugal. Singen konnte er ja und das Lied hat mir auch gut gefallen. Man durfte halt nur nicht hinsehen dabei. Darum wundert mich noch immer, dass er gewonnen hat.

Modetrend des Jahres: Farbe ist immer noch alle. Jeder, der was Anderes als weiß oder schwarz trug, verdient eine gesonderte Erwähnung. Außerdem müssen Socken in der Ukraine echt teuer sein, es hatte nämlich kaum einer welche an.

Least Dressed Award: Ruslana im Showteil. Endlich ein der Eurovision würdiges Minikleid. Aus Kettenringen. Kettenhemd-Minikleid. Aber was wirklich zählt, ist ja die Länge. Rumänien und Frankreich haben sich bemüht, aber da wäre mehr gegangen.

Sinnlosestes Gimmick: Rumänien. Sie bringen zwei überlebensgroße Kanonen mit und feuern sie nicht ab.

Bestes Gesamtkunstwerk: Aserbaidschan. Sie hat eine Mini-Bühne aus Schultafeln dabei, die mit random Wörtern aus ihrem Songtext beschrieben sind, außerdem eine Leiter und einen Typen auf der Leider, der einen Plastikpferdekopf über den Kopf gestülpt hat. Dann malt sie mit Kreide Kreuze auf die Rücken der Mäntel ihrer Backgroundsänger, woraufhin die diese Mäntel dann ausziehen. Ich glaube, es geht darum, dass sie sich in den falschen Typen verknallt hat... ich hatte was gegen Krieg erwartet, das ist jetzt verwirrend...

Beste Idee: Kroatien. Er singt ein Duett mit sich selbst. Und kann dabei mühelos zwischen Opern- und Popstimme wechseln. Hut ab.

Fröhlichster Auftritt: Weißrussland. Fröhliches, begeistertes Duett in Landessprache auf einem Schiff.

Symbolischster Auftritt: Griechenland. Eine Sängerin und im Hintergrund machen zwei Tänzer Ausdruckstanz in mit Schwanensee-Anleihen in einem flachen Wasserbasin. Am Ende sehen sie einander intensiv in die Augen und formen mit ihrem Armen ein Herz.

Overkill-Award Disziplin Symbolik Italien. Der Song ging darum, dass der westliche Mensch sich bei Versatzstücken asiatischer Religionen und Lebensweisheiten bedient, als das sei das Fastfood. Dazu trug der Sänger einen dunklen Anzug mit Regenbogenstreifen längs auf den Armen, um die gleichgeschlechtliche Ehe zu feiern, sein Hintergrund symbolisierte einen Regenbogen als Zeichen der Diversität (leider hatte er nicht genug Leute, so dass nicht alle Farben vorkamen und sie darum ein bisschen aussahen wie die Crew der Enterprise Classic), und er hatte einen Tänzer im Gorilla-Kostüm mit einer Fliege, um zu verdeutlichen, dass der Mensch nicht mehr ist als ein Affe, der sich ziemlich wichtig nimmt. Nicht zu vergessen noch die bekannte Evolutionsreihe Affe-Mensch als Projektion, um das auch wirklich jedem nahezubringen.

Größte Unverschämtheit: Norwegen. Wie Georgien und Spanien letztes Mal gab das Fernsehen ihnen besondere Einblend-Effekte. Unfair. Aber wenigstens waren die nicht so anstrengend wie die letztes Jahr bei Georgien.

Nervigste Projektionen: Australien. Das Gesicht des Sängers dreimal gestaffelt in Überlebensgröße und er steht direkt davor. Wie oft kann man denselben Mann auf einem Fernsehschirm gleichzeitig zeigen?
Ehrenvoller Zweiter Platz: Frankreich. Wildes Umkreisen des nächtlichen Eifelturms. Da konnte einem schon schwindelig werden.

Schönste Projektionen: Polen. Die Sternbilder waren sehr poetisch.

Anstrengendster Auftritt: Portugal. Man konnte einfach nicht hinsehen bei dessen Bewegungen. Was hat der Mann geraucht?

Ehrlichster Auftritt: Österreich. Er hatte es selbst geschrieben und das merkte man sehr deutlich. Ein Lied, das ihm persönlich am Herzen lag. War ein Lovesong.

Schönstes Kostüm: Australien. Schöner Mantel.

Bestes Kostüm-Gimmick: Der DJ von Norwegen. Er trug eine Maske mit LED-Leuchten. Kylo Ren? Death Eater? Deadpool?

Schlechtestes Kostüm: Portugal. Der Anzug hat ihm nichtmal gepasst.

Bestes Gesamtkonzept: Moldawien. Das Lied hatte alles. Es war flott, es war lustig, es hatte ein markantes Saxophon-Riff, eine spaßige Choroegraphie und Trickkleider. Das ist Eurovision. Was will man mehr?

Beste Choreographie: Armenien. Hand-Arm-Ausduckstanz. Im Ganzen wurde mir zu wenig getanzt dieses Jahr.

Schlechteste Absprache: Australien und Schweden. Beide treten mit Laufbändern an. Aber Australien läuft einfach nur stundenlang geradeaus, Schweden hat vier Backgroundleute und alle fünf machen Mode-Laufsteg-Bewegungen auf ihren Laufbändern.

Seltsamste Idee: Schweden. Er beginnt den Song backstage, während er sich noch anzieht. Darum muss dann auch jemand sein Mikro für ihn festhalten, bis er das Jackett geschlossen hat. Was sollte das darstellen? Unpünktlichkeit?

Beste Textzeile: Norwegen. "So when it's all or nothing, I put my nerves in the coffin."

Bester Nachahmer: Zypern. Sein Song hat genau das gleiche Rhythmusriff wie "Only Human" von "Rag'n Bone Man".

Mutigstes Kostüm: Spanien. Sie trugen Hawaii-Hemden. Mehr Farbe!

Anhängende Skandale: Spanien - Er war in ihrem Landesvorausscheid wohl punktgleich mit jemand anders und durfte dann fahren, weil er Beziehungen hatte. War klar, dass es dann keine Jury wagt, ihm Punkte zu geben. Nicht zu vergessen, dass es mir unbegreiflich ist, dass es für so einen Fall keine andere Regelung gibt - und Kroatien - der Sänger hat mehr als einmal von irgendeiner Gesellschaft den eher zweifelhaften Preis "Homophobste Person des Jahres" bekommen.

Spaßigster Skandal während der Show: Weißrussland. Nach Ende des Songs küssen Sänger und Sängerin einander auf offener Bühne. Und soweit das zu bestimmen war, handelte es sich um einen Mann und eine Frau! Wie kann das passieren? Beim Grand Prix! Das hat doch gar keine Message!

Unspaßigster Skandal während der Show: Israel sagt zur Punktevergabe, dass das wahrscheinliche ihre letzte Teilnahme war, weil ihr Fernsehsender geschlossen wird. Haben die keinen zweiten, der das übernehmen kann/will/soll/muss?

Coolstes Intrument: Ungarn. Er trommelt auf einer metallenen Milchkanne. Die Trommeltöne erklingen auch noch weiter, nachdem er damit aufhört.

Wichtigstes Instrument: Geigen. Immer wieder Geigen. Sie haben alle letztes Jahr gut zugehört: "Nothing says Eurovision like a Violin."

Lerneffekt: Wenn man für Schweden die Eurovision gewinnt, kann man da echt Karriere machen und ein großes Publikum erreichen. Wie sagte das T-Shirt eines australischen Fans so schön: "Eurovision-Fans: There's 200 Million of us."

Und es hat auch wieder wer im Publikum eine walisische Fahne geschwenkt. Dieses Jahr mit Sinn, die Sängerin für Großbritannien war Waliserin.
blauerfalke: (erzählen)
Australien durfte wieder mitmachen, weil... weil eben. Weil sie jetzt Mitglied der European Broadcast Union sind. Oder so. Sie glauben auch noch immer, dass der Sieg bei der Eurovision mit Qualität zu erreichen ist.
Außerdem haben die USA und China dieses Jahr erstmalig zugesehen. Darum durfte im Finale Justin Timberlake als Showblock auftreten, was in etwa genau so blöd war wie damals in Deutschland dieser Sänger. Wie in Deutschland war der Showblock im zweiten Halbfinale sehr viel besser - aber Schweden hatte immerhin noch einen lustigen "That's Eurovision"-Song mit dem schönen Titel "Love Love Peace Peace", in dem es darum ging, wie man die Eurovision gewinnt. Sehr guter Nachfolger von ihrem "Das ist Schweden"-Song beim letzten Mal. Es war auch dieselbe Moderatorin, unterstützt vom ESC-Gewinner vom letzten Jahr. Der damit mehr als bewiesen hat, dass er nicht nur Sänger, sondern auch ein guter Entertainer ist. Gelungene Show.

Die Bühne setzte mal wieder neue Maßstäbe in Punkt Projektionen und light show, und der Green Room war wieder hinten im Publikum. Scheint also Mode zu werden. Der kurze Laufsteg und die kleine Vorbühne waren allerdings ziemlich überflüssig.
Und es gab ein neues Bewertungsssystem - jedes Land vergibt jetzt alle Punkte zweimal, einmal durch eine Jury und einmal durch die Anrufe. Was dann gleich deutlich gezeigt hat, dass Jury und Publikum nicht der gleichen Meinung sind, und dass ein Sieg bei einer Wertung nicht den Sieg in der Gesamtwertung bedeutet. Aber wie immer waren die Trends deutlich. Nur waren es halt jetzt zwei Trends aus denen sie sich einen gemeinsamen Sieger zusammenbasteln mussten.

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blauerfalke: (erzählen)
Dieses Jahr habe ich immerhin den ersten Vorentscheid gesehen. Beim zweiten hatte ich keinen Fernseher mit passendem Sender. Also nur einen Teil der Teilnehmer schonmal gesehen... insgesamt fand ich es stark balladenlastig. Vielleicht kam's mir auch nur so vor, weil nur bei sehr wenigen Leuten etwas auf der Bühne passierte. Ihre Projektionen waren toll, gar keine Frage, aber letztes Jahr als eine einzeln auftretenden Frau gewonnen, die eine Powerballade gesungen hat. Also hatten wir dieses Jahr sehr viele einzeln auftretende Frauen, die Powerballaden sangen. Überhaupt fand ich's erstaunlich, wie viele Leute alleine auftraten. Früher gab's doch immer wenigstens einen oder zwei Backgroundsänger.

Auch sangen nur Frankreich, Spanien, Italien, Montenegro und Rumänien (und natürlich Großbritannien und Australien) in ihrer Muttersprache. Und Tänzer sind leider auch out.

Dafür gab es einen echten Krimi bei der Punktevergabe. Gut, es waren fast immer dieselben drei, die die hohen Punkte bekamen - wie immer war sich Europa (und Australien) erstaunlich einig - aber Russland und Schweden haben sich lange Zeit ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.

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blauerfalke: (erzählen)
Diesmal war ich vollkommen unvorbereitet. Ein Foto von Österreich, einmal den deutschen Beitrag gehört, das wars. Also viele Überraschungen.
Insgesamt war es abwechslunsgreich und alle haben gut gesungen (auch wenn Norwegen eine Weile gebraucht hat, seine Stimme zu finden). Vieles war nett, aber einfach nur nett ist immer ein bisschen wenig. Wenig gabs dieses Jahr auch an Tänzern, dafür wurde mehr geturnt. Die Special Effects waren gigantisch, schon bei der Eingangsnummer, und sie haben die ganze Show über mit Projektionen, Feuer und Wasser um sich geworfen, was die Bühne hergab. Dänemark hat es nicht geschafft, einen zusammenhängenden Showblock zu liefern für während des Votings, den China-Scherz habe ich nicht verstanden und die Albernheiten mit dem Essen für Großbritannien und Frankreich hätten sie sich auch sparen können. Natürlich hat wieder der Favorit gewonnen, aber da er/sie gut gesungen hat und das Lied auch nett war, geht das schon in Ordnung. Außerdem verstehe ich das Trara um das Kleid nicht. Er/sie hat doch die Figur dafür, warum sollte er/sie es dann nicht tragen?

Wo meine persönlichen Favoriten gelandet sind - Schweiz (auch wenn ich nicht glaube, dass er live gepfiffen oder auch nur gegeigt hat) und Dänemark - weiß ich nichtmal. Macht auch nichts.

Least Dressed Award: Italien. Die einzige, die überhaupt richtig eurovisionstauglich angezogen war. Das Kleid war zwar zu hochgeschlossen, aber nachdem der Mini dann mal hochgerutscht war, hatte er immerhin die richtige Länge.

Bestes Requisit: Rumänien. Er hatte eine kreisförmige Tastatur. Zwischendurch hat er drauf rumgeklimpert, aber das Klavier war durchgängig zu hören. Es wäre also unter Umständen effektvoller gewesen, das Ding die ganze Zeit von selbst spielen zu lassen und dabei random Tasten zu beleuchten.

Deutlichster Trend: Wir wiederholen die Titelzeile des Songs, bis auch der Letzte im Publikum verstanden hat, wie der Song heißt. Erfolgreichste Teilnehmer dabei Armenien - "Not alone" - und San Marino - "Maybe". Dabei total durchgefallen: Schweiz. Der Song hieß "Hunter of Stars" und das, was er gesungen hat, was am nächsten dran war, war "hunting for stars".

Modetrend des Jahres: Tatoos auf den Unterarmen. Meistens auf dem rechten, aber auch mal auf dem linken.

Sound-Alike Contest: Schweden. Klang teilweise fast so wie Dänemarks Siegersong vom letzten Jahr.

Verwirrendster Auftritt: Großbritannien. Sie sieht aus wie ein Hippie und sinkt elektronischen Pop?

Beste Deko: San Marino. Eine große Muschel. Oder sowas. Deko war aber eh rar gesät. Russland hatte noch eine Wippe mit aufklappbarem Sichtschutz, und Griechenland ein Podest-oh-nein-das-ist-ein-Trampolin.

Bestes Instrument: Malta. Ich weiß nichtmal, wie man das Ding, was der Sänger da hatte, nennt.

Buntester Auftritt: Island.

Beste Choreographie: Es gab nur zwei, die überhaupt Tänzer dabeihatten. Das eine war Ungarn mit seinem Ausdruckstanz-Pas de deux, das andere die enthusiastischen Anzugträger aus Dänemark. In Ermangelung eines verdienten Preisträgers gibts also ein Sportabzeichen in Gold für den Dauerläufer aus der Ukraine in seinem Hamsterrad.

Botschaft des Jahres: Toleranz. Island rief dazu auf und natürlich Österreich. Ungarn und sein Lied gegen Gewalt gegen Kinder war natürlich auch sehr lobenswert.

Beste Textzeile: Schwer zu entscheiden. Weißrussland "I told this story/But I'm so sorry/I lost my train of thought/When you called me, "My sweet Cheesecake"". Oder doch Italien "I hate high heels/Which I absent-minded wedge/Into this city's intrusive manholes" (offizielle Übersetzung der Homepage, denn sie sang Italienisch)?

Persönlicher Tiefpunkt: Polen. Nerviges Rap-Lied (wenn auch immerhin in Muttersprache), tiefe Ausschnitte und Wäsche waschen und Butter machen wie aus einem Softporno.

Sympatischster Auftritt: Montenegro. Eine Ballade über das Vermissen mit Schlittschuhläuferin auf Blades im Hintergrund, aber der Mann war einfach sympatisch.

Beste Imitation: Laut den Leuten, die die Originale kennen, ein Unentschieden zwischen Finnland (Coldplay) und Dänemark (Bruno Mars).

Interessantester Effekt: Spanien. Sie hatte nasse Haare, also keine wie auch immer erkennbare Frisur. Das muss man sich erstmal trauen, auch wenn man über Regen singt.

Bestes Gesamtkunstwerk: Österreich. Weil da schon alles ein Konzept war und sie ohne das sicher weniger erfolgreich gewesen wären.

Entspanntester Auftritt: Niederlande. Zwei Leute spielen Gitarre, singen und stehen sich dabei gegenüber. Und weil die Mikros fest montiert sind, sind sie auch gezwungen, dem Publikum die ganze Zeit das Profil zuzuwenden dabei.

Persönliches Erfolgserleibnis: Die Sängerin für Weissrussland von 2013 hat die Punkte verlesen. Und ich habe sie sofort daran erkannt, dass sie zwei Handbewegungen ihrer unglaublich repetitiven Refrainchoreographie aus 2013 gemacht hat.
blauerfalke: (erzählen)
Es gab ganz klare Trends dieses Jahr: blonde Sängerinnen, Balladen und Trommeln. In den Halbfinales hatte man das Gefühl, dass jeder dritte Trommeln dabeihatte und jeder zweite Song eine Ballade war. Von den Trommeln sind erstmal drei Viertel ausgeschieden, von den Balladen nicht ganz so viele, aber am Ende im Finale nahm es sich dann doch erstaunlich abwechslungsreich aus. Ich hatte es mir langweiliger vorgestellt, aber im Ganzen war es eine schöne Mischung. Überhaupt war es ein netter Abend, einzig Schweden war schief, und dass das Gastgeberland - auch Schweden - für seine Bühne nur 15 Millionen ausgegeben hat statt 50 Millionen, ist auch nicht aufgefallen. Sie hatten viel Feuerwerk und mehr als ausreichend Hintergrundprojektionen, kein Grund zum Meckern also. Nur wer da in der Regie gesessen hat... im Finale war es nicht mehr so schlimm wie im Halbfinale, aber es gab noch immer ausreichend unscharfe close-ups, deren Sinn sich mir leider nicht erschlossen hat. Dafür hatte Schweden aber auch den besten Showblock aller Zeiten. Ein langes Lied über schwedische Eigenschaften, Errungenschaften und Klischees, das wirklich alles hatte. Gleichberechtigung und gleichgeschlechtliche Ehen, Elche und Volkstanz, Pippi Langstrumpf, heiße blonde Schwedinnen und tanzende Fleischbällchen mit Heidelbeer-Deko. Ich finde, sowas sollte Pflicht werden für das Gastgeberland.

Auch das Intro zum zweiten Halbfinale war super. Ein getanztes Orchester. Ganz große Klasse.

Mal wieder hat der Favorit gewonnen. Finde ich nicht in Ordnung, das Lied war belanglos. Dafür war der Großteil der Top 10 meiner Meinung nach verdient, das ist ja auch schon was. Und mein persönlicher Favorit ist immerhin Zweiter geworden. Ich glaube, alle meine Favoriten waren unter den ersten zehn, das ist mir auch noch nie passiert...

Zum eigentlichen Wettbewerb. )
blauerfalke: (erzählen)
Insgesamt schöne Show, mit der Bühne von letztem Jahr - oder zumindest Teilen von ihr, die von deutschen Technikern aufgebaut und bedient wurden - also wieder Massen von beeindruckenden Hintergrundprojektionen, diesmal zusätzlich mit Massen von Feuerwerk. Die Qualität der Darbietungen war gut, es war ein bißchen balladenlastig, aber ingesamt unterhaltend. Einzig Russland war schief und so unsychron, dass nichtmal alle Teilnehmerinnen gleichzeitig die gleichen Wörter sangen, aber gut, das gehört zur Masche. Sie sind Zweite geworden, was ich unverdient finde, aber das sage ich besser nicht zu laut, sonst wird mir gleich wieder vorgeworfen, dass ich arme alte Omas diskriminiere.

Vielleicht hilft es als Gegenbeweis, dass ich finde, dass Engelbert seinen vorletzten Platz nicht verdient hat. Er hat ausgezeichnet gesungen und der Song war wunderschön. Ein bißchen schmalzig vielleicht, aber es war ein Walzer, und jeder, der einen romantischen Hochzeitswalzer sucht, hat damit das perfekte Stück gefunden. Es war gut präsentiert, das Pas de Deux im Hintergrund paßte großartig rein. Warum es trotzdem so schlecht abgeschnitten hat... vielleicht war es zu altmodisch. Vielleicht ist aber auch nur die gesamte Wertung schon vorher abgesprochen. Immerhin hat mal wieder der Buchmacher-Favorit gewonnen und der vorhergesagte zweite Platz stimmte auch. Das wiederum ist gut für die vorhersagende Agentur und räumt ihr mehr Macht ein für weitere Vorhersagen aller Art. In einer Zeit, in der sowas quasi bares Geld ist, wollen wir auch mal nicht zu naiv sein.
Also - Großbritannien war sehr viel besser als das! Die Wertung war absolut unverdient.

Nachdem wir damit die Grundsätze geklärt haben )
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Man kann noch organisierter werden. Dieses Jahr hatten die Listen, die unser Gastgeber vorbereitet hatte, nicht nur Namen der Interpreten mit Land und Liedtitel in der richtigen Reihenfolge, sondern auch ein Bild des Interpreten und Felder für eine Punktewertung. Hab ich aber nicht genutzt, den ganzen Abend rechnen ist mir zu blöd. Außerdem war ich vorbereitet und hatte vor dem Finale alles zumindest schonmal teilweise gehört. Hat sich dann als überflüssig herausgestellt, denn es war sehr viel leiser auf der Party als letztes Mal und man konnte was hören, aber besser so als andersrum.

Die Show selbst war gut, das deutsche Fernsehn hat erstaunlich wenige seltsame Schnitte gezeigt und ab und an gabs auch was von den Chroeographien zu sehen. Die Bühne war beeindruchend, die LED-Wand funktionierte und hatte teilweise echt großartige Projektionen, und am Ende konnten sie sie aufmachen. Das fand ich am Unglaublichsten. Hut ab. Die Moderatoren sprachen sowohl englisch als auch französisch frei, wirkten locker und als hätten sie Spaß, und bestritten auch die Eröffnungsnummer. Die war richtig gut, schöner Auftakt. Ingesamt hatte alles eine fröhliche, begeisterte Athmosphäre, es war abwechslungsreich, hat mir gefallen.
Das peinlichste war der Showblock - hatten wir nichts Besseres als diesen Typen? Ich meine, im Zweiten Halbfinale hatten sie diese großartige Breakdancegruppe, und im Finale... sowas? Einen nichtssagenden, bedeutungslosen Popsänger? Ganz Europa guckt zu und es ihnen nichts Besseres eingefallen als den da zwei belanglose Lieder singen zu lassen, von denen ich zum Glück nichtmal verstanden habe, ob er englisch oder deutsch singt. Will ich auch gar nicht wissen, denn mit dem albern herumhüpfenden Damenchor im Vordergrund war der Text wahrscheinlich eh sexistisch. Peinliche Vorstellung, grade wenn man bedenkt, was andere Länder in ihren Showblocks da so machen. Das sah nach verunglücktem deutschen Grand Prix-Beitrag aus, so daß man schon fast "Bitte nicht anrufen, das ist nicht Teil des Wettbewerbes!" hätte drunter schreiben müssen.

Aber okay, ommen wir zu denen, dies waren. )
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Dieses Jahr war der Gastgeber unserer Party noch organisierter als sonst: es gab Vordrucke mit Künstlern und Songnamen in der richtigen Reihenfolge. *g*

Was die Show selbst anging, so war die unbedingt zwingende, mindestens zweimal pro Song stattfinden müssende Kamerafahrt die zwischen zwei in der Halle aufgehängten Bildschirmen hindurch, die dann auch elegant auseinanderglitten, damit es keine Kollision gab.
Außerdem waren "Puppen" im Hintergrund in, außer Spanien und Moldawien hatte die auch mindestens noch das im Semifinale ausgeschiedene Holland.

Und Schulkinder. )
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