Athanasius der Große
Oct. 23rd, 2017 06:11 pmvon Manfred Clauss
Sachbuch, dass das Leben (ca 300 bis 373) und Wirken des Patriarchen von Alexandria darstellt. Seine Hauptgegner sah er in den Arianern, für die Christus ebenso wie der Rest der Schöpfung von Gott erschaffen wurde und damit nicht ebenso göttlich wie Gott sein kann. Später hat er das Wort Arianer aber auch für alle anderen Gruppierungen verwendet, deren Glaubensbekenntnis von seinem abwich, so dass man nicht immer genau weiß, gegen wen Athanasius in seinen Schriften gerade wettert.
Außerdem ist Athanasius ein Kirchenvater. (Definition Wikipedia: "christlicher Autor der ersten acht Jahrhunderte, der entscheidend zur Lehre und zum Selbstverständnis des Christentums beigetragen hat und dessen Leben als heiligmäßig gilt")
Athanasius' großer Beitrag scheint darin zu bestehen, dass er zeitlebens immer auf das Glaubensbekenntnis von Nicäa beharrt hat, das besagte, dass Gott-Vater, Gott-Sohn und der Heilige Geist wesenseins sind. Wobei natürlich gar nicht so einfach zu erklären ist, was dieses "wesenseins" bedeuten soll. Aber das Christentum ist ja eine monotheistische Religion, also kann es nur einen Gott geben, und diesen dann halt in Trinität.
Darüber hinaus wird ihm das Athanasische Glaubensbekenntnis zugeschrieben, und er war der Erste, der die 27 kanonischen Bücher des Neuen Testaments als einzige "offiziell gültige" festlegte.
Aber das ist nicht das Thema des Buches, denn es ist keine religiöse Abhandlung, sondern eine spannend geschriebene Biographie, die versucht, Einblicke in die Gedankenwelt eines Mannes zu geben, der mehrfach ins Exil geschickt und sogar exkommuniziert wurde, als politischer Spielball benutzt wurde, andere aus politischen und religiösen Motiven benutzt hat, und seine religiösen Ansichten mit viel Leidenschaft (und Beschimpfungen) an die Gläubigen gebracht hat.
Außerdem ist es eine Darstellung einer Zeit, in der die Gläubigen sich noch über die Frage, wer denn nun der echte Bischof einer Stadt ist, auf der Straße und sogar in den Kirchen geprügelt haben, und die Frage, ob Gott-Vater und Gott-Sohn nur eins und beide ewig sind oder nicht, Stadtgespräch war. Beides ist heute sehr schwer vorstellbar - man möchte schon irgendwie sagen, zum Glück, denn was religiöser Fanatismus so anrichtet, ist und war immer erschreckend.
Es ist schon ein bisschen anstrengend, weil tausende Leute vorkommen und Massen von Synoden abgehalten werden, die man irgendwann durcheinanderwirft, aber das tut der Gesamtansicht keinen Abbruch. Spannend, interessant und gut gemacht.
Sachbuch, dass das Leben (ca 300 bis 373) und Wirken des Patriarchen von Alexandria darstellt. Seine Hauptgegner sah er in den Arianern, für die Christus ebenso wie der Rest der Schöpfung von Gott erschaffen wurde und damit nicht ebenso göttlich wie Gott sein kann. Später hat er das Wort Arianer aber auch für alle anderen Gruppierungen verwendet, deren Glaubensbekenntnis von seinem abwich, so dass man nicht immer genau weiß, gegen wen Athanasius in seinen Schriften gerade wettert.
Außerdem ist Athanasius ein Kirchenvater. (Definition Wikipedia: "christlicher Autor der ersten acht Jahrhunderte, der entscheidend zur Lehre und zum Selbstverständnis des Christentums beigetragen hat und dessen Leben als heiligmäßig gilt")
Athanasius' großer Beitrag scheint darin zu bestehen, dass er zeitlebens immer auf das Glaubensbekenntnis von Nicäa beharrt hat, das besagte, dass Gott-Vater, Gott-Sohn und der Heilige Geist wesenseins sind. Wobei natürlich gar nicht so einfach zu erklären ist, was dieses "wesenseins" bedeuten soll. Aber das Christentum ist ja eine monotheistische Religion, also kann es nur einen Gott geben, und diesen dann halt in Trinität.
Darüber hinaus wird ihm das Athanasische Glaubensbekenntnis zugeschrieben, und er war der Erste, der die 27 kanonischen Bücher des Neuen Testaments als einzige "offiziell gültige" festlegte.
Aber das ist nicht das Thema des Buches, denn es ist keine religiöse Abhandlung, sondern eine spannend geschriebene Biographie, die versucht, Einblicke in die Gedankenwelt eines Mannes zu geben, der mehrfach ins Exil geschickt und sogar exkommuniziert wurde, als politischer Spielball benutzt wurde, andere aus politischen und religiösen Motiven benutzt hat, und seine religiösen Ansichten mit viel Leidenschaft (und Beschimpfungen) an die Gläubigen gebracht hat.
Außerdem ist es eine Darstellung einer Zeit, in der die Gläubigen sich noch über die Frage, wer denn nun der echte Bischof einer Stadt ist, auf der Straße und sogar in den Kirchen geprügelt haben, und die Frage, ob Gott-Vater und Gott-Sohn nur eins und beide ewig sind oder nicht, Stadtgespräch war. Beides ist heute sehr schwer vorstellbar - man möchte schon irgendwie sagen, zum Glück, denn was religiöser Fanatismus so anrichtet, ist und war immer erschreckend.
Es ist schon ein bisschen anstrengend, weil tausende Leute vorkommen und Massen von Synoden abgehalten werden, die man irgendwann durcheinanderwirft, aber das tut der Gesamtansicht keinen Abbruch. Spannend, interessant und gut gemacht.