blauerfalke: (geschichten)
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The Secret Journals of Sherlock Holmes von June Thomson


Ein Buch mit Kurzgeschichten, dass Teil einer Reihe zu sein scheint. Ich glaube, es ist Teil 3, aber bei Kurzgeschichten ist das ja eigentlich egal. Es beruft sich auf einen Verweis, den John Watson in einer von Conan Doyles Geschichten gemacht hat, auf eine Box mit Notizen zu Fällen, die zu brisant oder intim sind, um sie zu veröffentlichen, und die darum in einem Bankschließfach liegen. Jahre nach dem Tod aller Beteiligten werden diese Notizen von einem weiteren John Watson - aber John F. Watson, nicht John H. Watson - gefunden, aufbereitet und veröffentlicht. Nette Prämisse.

Die Geschichten sind gut geschrieben und folgen sprachlich und im Aufbau dem klassischen Canon. John ist der Erzähler, jeder Geschichte behandelt einen Fall. Die Athmosphäre stimmt, die Chemie stimmt, lässt sich gut lesen. Die Fälle und Hinweis stehen im Mittelpunkt, und das ist gut so, denn Ms Thomsons Sympathien liegen eindeutig bei Holmes, darum kommt Watson in den wenigen persönlichen Anklängen eher schlecht weg. Aber da es wie gesagt wenige sind, kann ich damit leben.
Ein wenig nervig finde ich die ständigen Fußnoten, die bei Erwähnungen von anderen Fällen darauf verweisen, wo genau im Canon die entsprechende Information zu finden ist. Dem Laien ist das eher egal, würde ich meinen, der echte Fachmensch weiß das eh. Also ist es nicht weiter als der Beweis, wie gut die Autorin ihren Stoff kennt - hätte ich nicht gebraucht. Aber ich bin ja Laie.


Tales from the Stranger's Room von David Ruffle (Hsg.)


Noch mehr Kurzgeschichten, diesmal von verschiedenen Autoren. Drei sind vom Herausgeber selbst, die sind knapp, eher humorig und enden alle mit einem Pun auf "Elementary, my dear Watson.". Ein echter Fan also.
Der Stranger's Room ist übrigens der einzige Raum in Mycrofts (Sherlocks Bruder) Club, in dem man sprechen darf, weshalb die Mitglieder da ihre Gäste empfangen.

Wenn ich es richtig verstanden habe, ist das Buch - Band 1 einer Reihe - als Sammlung von Fanfictions eines Forums einer Sherlock-Holmes-Community entstanden, die Autoren scheinen also keine Profis zu sein, was aber im Grunde nichts zur Sache tut. Wir bei allen Anthologien schwanken Qualität, Focus und Thematiken gewaltig, wir kriegen also alles, von perfekten Conan Doyle-Kopien über Crossovers mit anderen Dingen - My Fair Lady, anyone? - bis hin zu eher plotlosen Kindheitserlebnissen. Einige Dinge mag ich, andere mag ich nicht... wie das eben so ist. Im Gedächtnis geblieben ist mir vor allem der Nachruf auf einen Freund, der stilistisch sehr gut war, und der gekonnt damit gespielt hat, den Leser rätseln zu lassen, wer von beiden tot ist und wer schreibt. Mir war nach dem ersten Absatz klar, wie die Lösung heißen musste, denn der Stil war zu gut, um etwas Anderes zuzulassen, aber das ist persönliche Intuition.

Im Ganzen war's unterhaltsam, aber von der Reihe brauche ich kein weiteres Buch.
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