Musical von Toby Marlow und Lucy Moss
Arts Theatre, London
Everyone knows there were six wives... Alles klar? Genau. Henry VIII. hatte sechs Ehefrauen. Katherina von Aragon, Anne Boleyn, Jane Seymour, Anna von Kleve, Katherine Howard und Katherine Parr. Divorced, beheaded, died, divorced, behaeded, survived.
Oder, wie das Plakat des Musicals sagt: "Divorced, beheaded, live in concert."
Denn das ist die Show vor allem, ein Konzert. 75 Minuten, keine Pause. Sechs Darstellerinnen in sexy modern-vintage-Glitzer-Kostümen, eine vier-Frau-Band, moderne Rock/Pop-Powersongs.
Handlung: Henrys sechs (Ex-)Frauen streiten darüber, wessen Leben das furchtbarste war, und um das zu beurteilen, vergleichen sie das Einzige, was sie gemeinsam haben, eben ihre Ehen mit dem bekanntesten König von England. Dazu singt jede einen Song, es gibt einen Einstiegs-Song, einen über Porträts von Hohlbein und einen End-Song, und vor dem erfahren wir, dass der Wettbewerb nicht echt war (was das Publikum bestimmt immer sehr erleichtert, denn dann braucht man nicht abstimmen) und es doch besser ist, wenn man zusammenhält. Darum machen sie dann als Zugabe noch einen Schnelldurchlauf mit allen Songs der Show. Party!
Das klingt jetzt als Prämisse ziemlich mager, um nicht zu sagen albern, und ob das wirklich wen dazu bringt ins Theater zu gehen...
Antwort: Ja. Sie spielen zwar nur im Arts, das ist nicht so groß, aber es ist voll. Jeden Tag. Achtmal die Woche. Seit Dezember 2017 und der Vorverkauf läuft bis Herbst 2020.
Und, noch erstaunlicher: Es ist zu Recht voll. Nein, es hat keine tiefgreifende Handlung. Nein, die meisten der Königinnen sind nicht sympatisch, und Charakterentwicklung oder große Emotionen gibt es auch nicht. Oder große Kulissen, Kostüme, was auch immer. Sie haben nur ein Set, jede hat nur ein Kostüm, und wie gesagt, es ist vor allem ein Konzert. Staging mit etwas Choreographie, die aber dafür durchgängig, wie sich das auf einem großen Konzert gehört.
Und das Ganze funktioniert und macht in jeder Sekunde richtig Spaß. Egal, ob Anne Boleyn "Sorry not sorry" für alles ist oder ob Anna von Kleve verkündet "I'm the Queen of the Castle". Oder ob Jane Seymour in einer großen Ballade ihre ewige Liebe zu Henry herausbeltet. Sechs vollkommen unterschiedliche Frauen, sechs vollkommen unterschiedliche Standpunkte. Keine Geschichtsstunde, aber unterhaltsam und in jeder Sekunde eine wirklich gut funktionierende Show.
Dazu kommt, dass alle sechs Protagonistinnen grandiose Stimmen haben und auch reichlich Gelegenheit, das zu zeigen. Von Girl Power möchte man nicht sprechen, und auch feministisch würde ich das Ganze nicht nennen, aber es ist schon etwas ungewöhnlich, eine ganze Show lang nur Songs zu hören, die für weibliche Stimmen geschrieben wurden, in einem rein weiblich besetzten Stück, in dem jeder Charakter der kurzen Zeit geschuldet zwar schablonenhaft, aber deutlich erkennbar ist. Es steckt einfach spürbar was drin. Kraft, Emotion, Begeisterung.
Lohnt sich sehr.
Arts Theatre, London
Everyone knows there were six wives... Alles klar? Genau. Henry VIII. hatte sechs Ehefrauen. Katherina von Aragon, Anne Boleyn, Jane Seymour, Anna von Kleve, Katherine Howard und Katherine Parr. Divorced, beheaded, died, divorced, behaeded, survived.
Oder, wie das Plakat des Musicals sagt: "Divorced, beheaded, live in concert."
Denn das ist die Show vor allem, ein Konzert. 75 Minuten, keine Pause. Sechs Darstellerinnen in sexy modern-vintage-Glitzer-Kostümen, eine vier-Frau-Band, moderne Rock/Pop-Powersongs.
Handlung: Henrys sechs (Ex-)Frauen streiten darüber, wessen Leben das furchtbarste war, und um das zu beurteilen, vergleichen sie das Einzige, was sie gemeinsam haben, eben ihre Ehen mit dem bekanntesten König von England. Dazu singt jede einen Song, es gibt einen Einstiegs-Song, einen über Porträts von Hohlbein und einen End-Song, und vor dem erfahren wir, dass der Wettbewerb nicht echt war (was das Publikum bestimmt immer sehr erleichtert, denn dann braucht man nicht abstimmen) und es doch besser ist, wenn man zusammenhält. Darum machen sie dann als Zugabe noch einen Schnelldurchlauf mit allen Songs der Show. Party!
Das klingt jetzt als Prämisse ziemlich mager, um nicht zu sagen albern, und ob das wirklich wen dazu bringt ins Theater zu gehen...
Antwort: Ja. Sie spielen zwar nur im Arts, das ist nicht so groß, aber es ist voll. Jeden Tag. Achtmal die Woche. Seit Dezember 2017 und der Vorverkauf läuft bis Herbst 2020.
Und, noch erstaunlicher: Es ist zu Recht voll. Nein, es hat keine tiefgreifende Handlung. Nein, die meisten der Königinnen sind nicht sympatisch, und Charakterentwicklung oder große Emotionen gibt es auch nicht. Oder große Kulissen, Kostüme, was auch immer. Sie haben nur ein Set, jede hat nur ein Kostüm, und wie gesagt, es ist vor allem ein Konzert. Staging mit etwas Choreographie, die aber dafür durchgängig, wie sich das auf einem großen Konzert gehört.
Und das Ganze funktioniert und macht in jeder Sekunde richtig Spaß. Egal, ob Anne Boleyn "Sorry not sorry" für alles ist oder ob Anna von Kleve verkündet "I'm the Queen of the Castle". Oder ob Jane Seymour in einer großen Ballade ihre ewige Liebe zu Henry herausbeltet. Sechs vollkommen unterschiedliche Frauen, sechs vollkommen unterschiedliche Standpunkte. Keine Geschichtsstunde, aber unterhaltsam und in jeder Sekunde eine wirklich gut funktionierende Show.
Dazu kommt, dass alle sechs Protagonistinnen grandiose Stimmen haben und auch reichlich Gelegenheit, das zu zeigen. Von Girl Power möchte man nicht sprechen, und auch feministisch würde ich das Ganze nicht nennen, aber es ist schon etwas ungewöhnlich, eine ganze Show lang nur Songs zu hören, die für weibliche Stimmen geschrieben wurden, in einem rein weiblich besetzten Stück, in dem jeder Charakter der kurzen Zeit geschuldet zwar schablonenhaft, aber deutlich erkennbar ist. Es steckt einfach spürbar was drin. Kraft, Emotion, Begeisterung.
Lohnt sich sehr.