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Rundreise durch Deutschland


Erstmal nach Eberswalde. Um dahin zu kommen, muss ich wie immer über Düren und Köln. Zwischen Aachen und Düren herrscht Schienenersatzverkehr, daher steht der RE9 in Düren herum und wartet darauf, wieder nach Siegen fahren zu dürfen. Man kann sich also in Ruhe einen Platz suchen. Mit Gepäck und einer 12jähigen Cousine als Begleitung, die auch Gepäck hat, ist das tatsächlich ein Vorteil. Der klassische RE-Doppelstockwagen hat ja keine brauchbaren Gepäckablagen.
Aber es sind auch noch Herbstferien, also ist genug Platz und es stört niemanden, dass wir zu zweit einen Vierer blockieren müssen mit all unserem Kram.

In Köln haben wir Glück, unser ICE fährt vom selben Bahnsteig ab. Das bedeutet, wir müssen nicht die Treppe runter und uns durch die morgendliche Menge im Berufsverkehr schieben. Der ICE heißt Uelzen und kommt schon zwanzig Minuten vor Abfahrt - er fährt von Köln nach Berlin Gesundbrunnen, wir fahren also die volle Strecke mit.
In Hamm warten wir auf einen zweiten Zugteil. Dann stellt sich heraus, dass der Zug überladen ist, dass also die Leute, die keine Reservierungen haben, aussteigen müssen. Der nächste Zug nach Berlin kommt in einer Stunde, also denkt man, dass das keine so große Sache sein sollte... Fehlanzeige. Die Bahn muss mit 30-Gutscheinen bestechen und mehrfach sagen, dass der Zug so auf keinen Fall weiterfahren wird, und trotzdem dauert es noch gute 20 Minuten, bis wir wieder in Bewegung sind.
Ich weiß, ich bin ein Sicherheitsmensch, auch auf übertriebene Art und Weise. Ich würde nie Langstrecke ohne Reservierung fahren, einmal habe ich deswegen sogar die deutlich teurere Erste Klasse gebucht. Das wäre mir viel zu stressig... Und die Bahn-Homepage und -App sagt einem bei der Buchung deutlich, wenn es Zug voll oder gar ausgebucht ist und rät dann dringend, einen anderen zu buchen, weil man sonst wieder rausfliegen könnte. Und trotzdem tun die Leute, als hätten sie davon noch nie gehört...

Bis Berlin sind es dann 30 Minuten Verspätung, und da wir nur 25 Minuten zum Umsteigen hatten, ist damit unser Anschluss weg. Naja, das war ein RE und da kommt eine Stunde später der nächste. Passt schon.

Zurück geht es von Eberswalde nach Osnabrück, mit Umstieg in Hannover. Was auch immer in Hannover passiert ist - später erfahre ich, dass es nördlich von Hannover Probleme wegen Sturm gab - dort herrscht das totale Chaos. Quasi alles ist verspätet, überall stehen Massen von Menschen... Mein IC ist mit 45 Minuten Verspätung angeschlagen. Die App sagt "Verspätung aus vorheriger Fahrt" aber auch, dass der Zug die letzten Bahnhöfe pünktlich verlassen hat. Sehr rätselhaft... Ich entscheide mal, am Gleis zu bleiben, und tatsächlich kündigen sie den Zug pünktlich an. Dann kommt er. Pünktlich. Und sie lassen uns rein. Das ist kein Wunder, schließlich fährt der Zug schon eine Weile und es sind schon andere Leute drin.
Dann des Rätsels Lösung: Wir haben jetzt keinen Lokführer mehr. Ich schätze, der, der den Zug bis Hannover gefahren hat, hatte Schichtende, und der Ersatz ist noch im Zug von Hamburg nach Hannover unterwegs. Ob er den fährt oder einfach als Passagier drinsitzt, sagen sie uns nicht, aber ich habe immerhin den schönen Ausdruck "planmäßiger Lokführer" gelernt.
Außerdem ist die Bahn bemüht, wir werden auf einen RE hingewiesen, der bis Rheine fährt, und darum die nächsten drei Haltebahnhöfe unseres Zugs mit abdeckt, der pünktlich fahren wird, und auf einen nachfolgenden ICE, der aber später sein wird, wenn der Zug aus Hamburg wie geplant kommt und wir dann loskönnen. An Alternativen also kein Mangel.
30 Minuten nach ursprünglicher Abfahrtszeit sind wir unterwegs. Zehn Minuten eher als veranschlagt.

Dann noch von Osnabrück nach Hause, uns hier geht die Bahn in die Vollen: Der Zug hat 5 Minuten Verspätung. Außerdem fährt er an einem anderen Gleis ab als geplant, wenn auch noch immer am selben Bahnsteig. So weit, so gut, was sie uns aber verschweigen ist, dass er verkehrt herum steht. Großes Chaos, alles rennt rum, und damit haben wir 10 Minuten Verspätung, als wir loskommen.
Mit ungefähr 10 Minuten Verspätung kommen wir auch in Köln an, aber das macht eh nichts, weil in Köln-Lövenich das Stellwerk ausgefallen ist und alle Züge in diese Richtung nur noch bis Ehrenfeld fahren. Die Bahn sagt eine Alternative durch, die mit Straßenbahnen und Bussen zu tun hat und Umstiegen in Köln-Weiden, und die dank des Halls und des Lärms in Köln Hbf nicht ordentlich zu verstehen ist. Außerdem habe ich keine Lust, mich in die Feinheiten des KVB zu vertiefen, um nach Hause zu kommen.
Es bleibt mir also nur zu warten, bis das Stellwerk wieder funktioniert, oder ich bleibe in Köln und sehe am nächsten Morgen weiter.

Ich entscheide mich für Letzteres. Ich nehme mir ein Zimmer im a&o, das ist nur drei Minuten vom Bahnhof entfernt. Die App sagt, dass ab 22 Uhr zumindest die S-Bahnen wieder fahren, aber da die REs weiter beide in Ehrenfeld enden, bin ich mir nicht sicher, ob das so richtig war... In jedem Fall es für mich die richtige Entscheidung, sehr viel stressfreier so. Und morgens bin ich dann auch locker heimgekommen, denn um die Uhrzeit wollen ja alle nach Köln rein und nicht aus Köln raus.

Jetzt werde ich das Hotel und die Fahrkarte vom nächsten Morgen mal einreichen, mal sehen, ob die Bahn mir was erstattet.

Das ging auch schonmal besser.
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