Bahn fahren im November
Nov. 19th, 2019 09:23 pmHeute fahren wir mal nach Würzburg.
Samstags fährt die Rurtalbahn nur stündlich. Und im November ist es kalt. Darum hat sich die Bahn-Homepage gedacht, dass es doch praktischer ist, zweimal kürzer zu warten als einmal länger, da kann man sich zwischendurch im Zug aufwärmen. Außerdem könnte man den langsameren Zug nehmen, dann ist man länger im Warmen. Darum schlug mir meine Fahrkarte vor, von Düren nach Köln-Deutz die S-Bahn zu nehmen. An sich ja sehr lobenswert.
Aber ich bin der "Immer so schnell so weit fahren wies geht"-Typ, darum nehme ich doch den Regionalexpress. Wenn auch erstmal nur bis Köln Hbf, denn da ist mehr Infrastruktur, und jetzt bin ich ja 30 Minuten früher in Köln als geplant. Aber von Hbf nach Deutz fährt ja alle 10 Minuten was, und zur Not würde es auch noch locker reichen, um über die Brücke hinzulaufen. Der Umstieg ist also gar kein Problem.
Die Bahn möchte uns aber wieder unterhalten, darum teilen uns die Lautsprecher in Deutz regelmäßig mit, dass die automatischen Durchsagen kaputt sind. Und dass der Zug heute falschherum im Gleis stehen wird. Wir ordnen uns also alle brav um - nur um dann festzustellen, dass der Zug doch richtigrum einfährt. Naja, gibt Schlimmeres. Ich bin ja wieder recht gut zu Fuß, und schweres Gepäck habe ich auch nicht. Der Zug ist zwar lang, aber auch als wir alle eingestiegen sind, ist er noch immer pünktlich.
Meine Zughälfte heißt Recklinghausen, der Zug selbst heißt Wesenfelser Land, und die andere Zughälfte heißt Forach-Lorraine. Mit dem bin ich schonmal gefahren - ich frage mich immer, ob die Namen auf den Zügen nur einmal vergeben werden, oder ob sie mehrere davon haben. Und immer, wenn sie im ICE "Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an" sagen, spiele ich mit dem Gedanken, das wirklich mal zu fragen. Vielleicht könnten sie das ja tatsächlich beantworten...
Ich vergesse immer, wie viele Tunnel die rechtsreinische Rheinstrecke so hat... Gefühlt alle 10 Minuten einer.
Das Wetter wird immer diesiger und nebliger, je weiter es nach Süden geht, aber das macht einem ICE ja nichts aus. Wir kommen pünktlich in Würzburg an.
Zurück dann das Ganze umgekehrt. Diesmal weiß ich nur, dass meine Zughälfte Konstanz heißt. Auch wird wieder verkündet, dass die Zughälften falschherum stehen, und diesmal stimmt die Information. Der Zug ist recht leer, wir sind pünktlich - bis Frankfurt Hbf. Dort haben sie kein freies Gleis für uns, und wir müssen 5 Minuten vor dem Bahnhof warten. Dann hält auch noch ein Herr die Abfahrt auf, indem er verhindert, dass sich die Tür schließen kann. Warum? Er muss mit einem potentiellen Mitfahrer per Handy darum streiten, welcher Zug sinnvoller ist. Der, in dem wir alle sind, oder der Sprinter, der kurz nach uns von einem anderen Gleis fahren wird. Beide Parteien sind der Meinung, dass ihre Wahl besser ist, und dass der Andere darum umsteigen sollte.
In unserem Zug schreitet schließlich die Zugbegleiterin ein, die Tür wird geschlossen, also muss der eine Herr bei uns mitfahren und der andere wird dann wohl den Sprinter genommen haben.
Wir haben jetzt auf jeden Fall sieben Minuten Verspätung. Das ist schlecht, denn ich habe nur zehn Minuten zum Umsteigen. Unsere Zugbegleiter fragen an, ob der RE9 warten wird, aber der lehnt ab. Ironischerweise verspätet der sich dann aber selbst - unsere Zugbegleiter informieren uns kurz vor Deutz, dass wir fünf Minuten zu spät sind, der RE9 aber sieben, so dass der Anschluss erreichbar ist.
Ist er. Wenn denn mal das Gleis frei wäre. Zuerst steht da der Sprinter von Frankfurt nach Amsterdam drauf, der da gar nicht hingehört. Dann schlagen sie den RE nach Kall an, der da planmäßig hingehört, aber die Lautsprecher kündigen den Zug nach Aachen an. Der kommt dann auch, zumindest steht auf dem Zug "RE9 Aachen", während die Bahnsteigschilder noch immer den Zug nach Kall anzeigen. Aber die Lautsprecher verkünden mehrfach und eindeutig live, dass das der Zug nach Aachen ist, also steige ich ein.
Sieben Minuten Verspätung heißt, dass ich die Rurtalbahn verpassen werde. Wenn der RE9 pünktlich ist, habe ich genau sieben Minuten zum Umsteigen - die Frage ist, ob ich in die eine Richtung rennen soll, in der Hoffnung, dass die Rurtalbahn ein paar Minuten wartet, oder ob ich in die andere Richtung rennen soll, um zu versuchen, den Bus fünf Minuten später zu kriegen...
Die Bahn hilft mir bei der Entscheidung: Der RE9 tritt aufs Gas und wir sind mit nur drei Minuten Verspätung in Düren. Die Rurtalbahn zu kriegen ist also gar kein Problem, zumal die um diese Uhrzeit auch nur noch stündlich fährt und darum weniger unter Druck ist, rechtzeitig an den Passierbahnhöfen zu sein, um die Gegenbahn durchzulassen. Das heißt, sie wartet ein paar Minuten, zumal auch der RE1 nach Hamm Verspätung hat, da kommen die Leute auch noch mit.
Ich bin also planmäßig zuhause. Problemlose Tour und auch richtig günstig. Knapp 20 Euro pro Strecke, das schaffe ich nicht mit dem Auto. Und schon gar nicht in dreieinhalb Stunden.
Samstags fährt die Rurtalbahn nur stündlich. Und im November ist es kalt. Darum hat sich die Bahn-Homepage gedacht, dass es doch praktischer ist, zweimal kürzer zu warten als einmal länger, da kann man sich zwischendurch im Zug aufwärmen. Außerdem könnte man den langsameren Zug nehmen, dann ist man länger im Warmen. Darum schlug mir meine Fahrkarte vor, von Düren nach Köln-Deutz die S-Bahn zu nehmen. An sich ja sehr lobenswert.
Aber ich bin der "Immer so schnell so weit fahren wies geht"-Typ, darum nehme ich doch den Regionalexpress. Wenn auch erstmal nur bis Köln Hbf, denn da ist mehr Infrastruktur, und jetzt bin ich ja 30 Minuten früher in Köln als geplant. Aber von Hbf nach Deutz fährt ja alle 10 Minuten was, und zur Not würde es auch noch locker reichen, um über die Brücke hinzulaufen. Der Umstieg ist also gar kein Problem.
Die Bahn möchte uns aber wieder unterhalten, darum teilen uns die Lautsprecher in Deutz regelmäßig mit, dass die automatischen Durchsagen kaputt sind. Und dass der Zug heute falschherum im Gleis stehen wird. Wir ordnen uns also alle brav um - nur um dann festzustellen, dass der Zug doch richtigrum einfährt. Naja, gibt Schlimmeres. Ich bin ja wieder recht gut zu Fuß, und schweres Gepäck habe ich auch nicht. Der Zug ist zwar lang, aber auch als wir alle eingestiegen sind, ist er noch immer pünktlich.
Meine Zughälfte heißt Recklinghausen, der Zug selbst heißt Wesenfelser Land, und die andere Zughälfte heißt Forach-Lorraine. Mit dem bin ich schonmal gefahren - ich frage mich immer, ob die Namen auf den Zügen nur einmal vergeben werden, oder ob sie mehrere davon haben. Und immer, wenn sie im ICE "Wenn Sie Fragen haben, sprechen Sie uns an" sagen, spiele ich mit dem Gedanken, das wirklich mal zu fragen. Vielleicht könnten sie das ja tatsächlich beantworten...
Ich vergesse immer, wie viele Tunnel die rechtsreinische Rheinstrecke so hat... Gefühlt alle 10 Minuten einer.
Das Wetter wird immer diesiger und nebliger, je weiter es nach Süden geht, aber das macht einem ICE ja nichts aus. Wir kommen pünktlich in Würzburg an.
Zurück dann das Ganze umgekehrt. Diesmal weiß ich nur, dass meine Zughälfte Konstanz heißt. Auch wird wieder verkündet, dass die Zughälften falschherum stehen, und diesmal stimmt die Information. Der Zug ist recht leer, wir sind pünktlich - bis Frankfurt Hbf. Dort haben sie kein freies Gleis für uns, und wir müssen 5 Minuten vor dem Bahnhof warten. Dann hält auch noch ein Herr die Abfahrt auf, indem er verhindert, dass sich die Tür schließen kann. Warum? Er muss mit einem potentiellen Mitfahrer per Handy darum streiten, welcher Zug sinnvoller ist. Der, in dem wir alle sind, oder der Sprinter, der kurz nach uns von einem anderen Gleis fahren wird. Beide Parteien sind der Meinung, dass ihre Wahl besser ist, und dass der Andere darum umsteigen sollte.
In unserem Zug schreitet schließlich die Zugbegleiterin ein, die Tür wird geschlossen, also muss der eine Herr bei uns mitfahren und der andere wird dann wohl den Sprinter genommen haben.
Wir haben jetzt auf jeden Fall sieben Minuten Verspätung. Das ist schlecht, denn ich habe nur zehn Minuten zum Umsteigen. Unsere Zugbegleiter fragen an, ob der RE9 warten wird, aber der lehnt ab. Ironischerweise verspätet der sich dann aber selbst - unsere Zugbegleiter informieren uns kurz vor Deutz, dass wir fünf Minuten zu spät sind, der RE9 aber sieben, so dass der Anschluss erreichbar ist.
Ist er. Wenn denn mal das Gleis frei wäre. Zuerst steht da der Sprinter von Frankfurt nach Amsterdam drauf, der da gar nicht hingehört. Dann schlagen sie den RE nach Kall an, der da planmäßig hingehört, aber die Lautsprecher kündigen den Zug nach Aachen an. Der kommt dann auch, zumindest steht auf dem Zug "RE9 Aachen", während die Bahnsteigschilder noch immer den Zug nach Kall anzeigen. Aber die Lautsprecher verkünden mehrfach und eindeutig live, dass das der Zug nach Aachen ist, also steige ich ein.
Sieben Minuten Verspätung heißt, dass ich die Rurtalbahn verpassen werde. Wenn der RE9 pünktlich ist, habe ich genau sieben Minuten zum Umsteigen - die Frage ist, ob ich in die eine Richtung rennen soll, in der Hoffnung, dass die Rurtalbahn ein paar Minuten wartet, oder ob ich in die andere Richtung rennen soll, um zu versuchen, den Bus fünf Minuten später zu kriegen...
Die Bahn hilft mir bei der Entscheidung: Der RE9 tritt aufs Gas und wir sind mit nur drei Minuten Verspätung in Düren. Die Rurtalbahn zu kriegen ist also gar kein Problem, zumal die um diese Uhrzeit auch nur noch stündlich fährt und darum weniger unter Druck ist, rechtzeitig an den Passierbahnhöfen zu sein, um die Gegenbahn durchzulassen. Das heißt, sie wartet ein paar Minuten, zumal auch der RE1 nach Hamm Verspätung hat, da kommen die Leute auch noch mit.
Ich bin also planmäßig zuhause. Problemlose Tour und auch richtig günstig. Knapp 20 Euro pro Strecke, das schaffe ich nicht mit dem Auto. Und schon gar nicht in dreieinhalb Stunden.