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von L.Frank Baum

Der Film ist ja bald schon Allgemeinbildung, aber zum Buch hab ichs erst jetzt gebracht. Und wie so meist, alles ist ganz anders als gedacht. Daß es silberne Schuhe waren und keine roten ist ja nichts Neues mehr, und es kommen auch nicht alle wichtigen Personen der Handlung in der Rahmenhandlung vor. Und die blöde Mrs. mit dem Fahrrad, die Toto umbringen will, schonmal gar nicht.

Aber zuerst aus dem Vorwort des Autors:
"The story of 'The Wounderful Wizard of Oz' was written solely to please children of today."
Über Moral und Gleichnisse hat er nichts gesagt. Aber dafür gibts ja dann "Wicked" ;)


Kansas ist grau. Und flach. Und man kann kilometerweit sehen. Und niemand lebt auf der ganzen überschaubaren Ebene außer Autie Em, Uncle Henry, Dorothy und Toto. Der ist schwarz.
Und das Zitat aus Tintenherz, mit dem Toto herausgelesen wird, scheint übereinzustimmen, sofern ich das mit deutscher Synchronisation und englichem Buch erkennen kann. Hätte mich aber auch gewundert, wenn nicht. Immerhin ist es ein amerikanischer Film, und die kennen ihren Wizard auswendig.

Der Sturmkeller ist nicht neben dem Haus, sondern darunter. Was aber mit Aunt Em passiert, als das Haus und damit das Dach des Kellers wegfliegt, wird nicht weiter verfolgt. Uncle Henry ist nicht drin, sondern im Stall.

Munchkins leben im Osten von Oz und ihre Lieblingsfarbe ist blau. Ihre Hüte sind spitz, sie haben Glöckchen am Rand.

Die gute Hexe des Nordens ist nicht so mächtig wie die Wicked Witch of the East war, und sie trägt weiß und ist schon ziemlich runzlig. Um zu entscheiden, was Dorothy jetzt tun soll, nimmt sie ihre Kappe und balanciert sie mit der Spitze nach unten auf ihrer Nase. Oder ich habe das einfach falsch verstanden.
Auf jeden Fall verwandelt sich der Hut auf drei in eine Schieferplatte, auf der in großen Lettern geschrieben steht "Let Dorothy go to the city of Emerald". Praktisch.

Die Wicked Witch of the West tritt weder auf noch verlangt sie die Schuhe. Wir erfahren nur, daß die Schuhe magisch sind. Dafür gibt die gute Hexe des Nordens Dorothy einen Kuß auf die Stirn, der silbern leuchtet, so daß niemand ihr ein Leid tun wird.

Boq kommt vor. Ihm gehört die Farm, in der Dorothy die erste Nacht verbringt.

Nachdem Dorothy Scarecrow, Tin Man und Cowardly Lion getroffen hat, überqueren sie die Schlucht und den Fluß, die beide im Film nicht vorkommen, dafür kommen die Äpfel vom Film im Buch nicht vor. Scarecrow bleibt im Fluß stecken und ein Storch muß ihn retten. Danach kommt eine zweite Schlucht und die Attacke der Kalidhas. Und anschließend das Dealdy Poppy Field. Die Wicked Witch of the West ist noch immer nicht in Erscheinung getreten und gerettet werden unsere Freunde von Mäusen, nachdem der Tin Man der Mäusekönigin das Leben gerettet hat.

Vor dem Betreten von Emerald City müssen alle grüne Brillen anlegen, die mit einem Schloß festgemacht werden, zu dem nur der Türhüter den Schlüssel hat. Die Stadt ist weiß, aber durch die Brillen sieht man das nicht - schade, daß sie das im Musical nicht gemacht haben. Wäre hübsch gewesen.

Oz empfängt die vier einzeln, als großer Kopf, als wunderschöne Frau, als wildes Tier und als Feuerball und verlangt die bekannte Gegenleistung für seine Gefallen.

Die Freunde reisen also nach Westen, ins Land der Winkies, deren Lieblingsfarbe gelb ist und die von der Wicked Witch of the West mit Hilfe der geflügelten Affen versklavt worden sind. Weil die Hexe keine Eindringlinge mag, schickt sie ihre Wölfe aus, aber Tin Man erschlägt alle vierzig. Daraufhin schickt sie ihre Krähen, aber Scarecrow dreht allen vierzig den Hals um. Danach schickt sie ihre schwarzen Bienen, aber Lion, Toto und Dorothy verstecken sich unter dem Stroh von Scarecrow und die Bienen stechen sich an Tin Man die Stachel kaputt. Und ohne Stachel kann eine Biene bekanntlich nicht leben.

Also ruft die Wicked Witch of the West die geflügelten Affen. Sie hat gezögert, weil das ihr letztes Kommando über die Affen ist - sie kann sie nur dreimal rufen. Beim ersten Mal hat sie die Winkies versklavt, beim zweiten Mal den Wonderful Wizard of Oz aus ihrem Land getrieben. Man muß seltsame Worte sagen, um die Affen zu rufen, und dabei abwechslend auf einem Bein stehen.
Die Affen werfen Tin Man in eine Schlucht, leeren Scarecrow und packen seine Kleider oben in einen Baum und bringen Dorothy und Lion zur Hexe. Sie will den Löwen nämlich vor ihren Wagen spannen. Dorothy anzurühren wagt sie nicht - wie gesagt, Kuß auf die Stirn.

Um an die Schuhe zu kommen, legt sie eine Eisenstange mitten in die Küche und macht sie unsichtbar - endlich ein Zeichen wahrer Magie - so daß Dorothy darüber fällt. Dabei verliert sie einen Schuh. Die Hexe nimmt den Schuh an sich, die beiden geraten in Streit und aus Wut kippt Dorothy der Hexe ihr Putzwasser ins Gesicht.
Altbekanntes Resultat, aber von wegen sie wollte die brennende Hexe retten oder die brennende Vogelscheuche. Wie banal.

Statt des Besens nimmt Dorothy die goldene Kappe mit und mit Hilfe der Affen schaffen sie es alle zurück zur Smaragdstadt.

Nachdem der Wizard versehendlich ohne Dorothy abgeflogen ist, ruft sie die Affen zum zweiten Mal, aber die können sie nicht über die Wüste tragen, die Oz auf allen Seiten umgibt. Also entscheiden die Freude, die Hexe des Südens um Rat zu fragen, Glinda the Good. Im Süden leben die Quadlings, deren Lieblingsfarbe rot ist, und Glinda regiert über sie.

Zuerst muß auf dem Weg nach Süden das Dainty China Country durchquert werden, wo alles aus Porzellan ist, danach tötet Lion eine gigantische Spinne und verdient sich so einen Königsthron und um über den Hügel der Hammer Heads zu kommen, benötigen sie nocheinmal die Hilfe der Affen, so daß ihre drei Befehle aufgebraucht sind.
Warum die Hammer Heads sie nicht über den Hügel lassen wollen... Bosheit wahrscheinlich.

Nicht überraschend verlangt Glinda the Good die Goldene Kappe von Dorothy. Die gibt sie bereitwillig her und Glinda nutzt ihre drei Befehle um Tin Man zurück zu den Winkies, Scarecrow zurück in die Smaragdstadt und Lion zurück zu den wilden Tieren zu bringen, damit sie dort alle ihre Funktionen als Herrscher ausüben können. Danach gibt sie die Kappe dem Anführer der Affen zurück.

Dorothy nutzt mit Glindas Anleitung die silbernen Schuhe, muß aber selbst gehen, statt nur die Hacken zusammenzukschlagen, und der Spruch heißt auch nicht "There's no place like home" sondern "Take me home to Aunt Em". Die Schuhe bringen nämlich jeden mit drei Schritten an sein Ziel und dazu muß man ihnen das natürlich nennen.

Zuhause angekommen stellt Dorothy fest, das Uncle Henry an der Stelle des alten Hauses ein neues gebaut hat und Aunt Em giest gerade die Kürbisse. Der letzte Satz ist wieder nicht "There's no place like home." sondern "I'm so glad to be home again." Ja, so schafft man Filmlegenden ;)

Die goldene Kappe wurde übrigens von einer Prinzessin im Norden erschaffen, die auch eine Hexe war und Gaylette hieß. Die Affen hatten es gewagt ihren Liebsten, Quelala, in einen Fluß zu werfen. Der konnte zum Glück schwimmen, aber um die Affen zu strafen, gab sie ihnen die Wahl, selbst zu ertrinken oder dem Besitzer der Kappe dreimal zu gehorchen. Die Kappe hat sie Quelala zur Hochzeit geschenkt, und weil der wußte, daß seine Liebste den Anblick der Affen nicht mehr ertragen konnte, hat er als ersten und einzigen Befehl gegeben, daß sie ihr nicht mehr unter die Augen kommen sollen.
Ob diese Gaylette die Hexe vom Anfang ist, weiß aber leider nicht.

Es ist süß gemacht, schön märchenhaft und charmant. Und weil jetzt das bekannte Territorium aufhört, bin ich gespannt, was die nächsten 14 Bände bringen.
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