Film von Disney
Positives:
Er ist bunt. Sehr bunt, sehr hübsch gemacht, viel Charme. Viele nette Details, gerade in Bezug auf das lebendige Haus. Schöne Landschaft.
Die meisten Figuren sind weiblich. Sie sehen nicht alle gleich aus. Natürlich ist die Progatonistin Mirabel trotz Brille und deutlicher "nicht ausnehmend schön"-Darstellung noch immer hübsch, mit großen Augen und rundem Gesicht, aber sie sind endlich von diesem "änder die Haare und es ist jemand anders" weg. Isabella sieht aus wie die 3d-Version von Pocahontas, Luisa hat deutliche Parellelen an Herkules und Abuela erinnert mich an die böse Stiefmutter aus "Cinderella". Ob das gut ist oder schlecht, weiß ich nicht, aber es ist spaßig. Auch Mirables Mutter erinnert mich an irgendwen, aber ich weiß nicht an wen.
Mirabels Storyline geht nicht darum, dass sie einen Love Interest hat. Auch ihre Schwester will den angeblichen Love Interest nicht heiraten. Sogar die Schwester, die ihn liebt, sagt auf seinen Hochzeitsvorschlag: "Wir wollen doch mal nicht gleich übertrieben."
Sie halten wie immer die Werte von Familie und Zusammenhalt hoch, die Großfamilie ist offenbar wirklich gerne zusammen und mag einander, und jeder wird angehört und respektiert. Auch die eingeheirateten Männer, die keine Gaben haben, werden nicht als minderwertig dargestellt, auch Mirabels Vater nicht, der mir nicht besonders intelligent erscheint. Die Ehen sind deutlich glücklich und alle arbeiten gemeinsam daran, dass das Zusammenleben funktioniert. Mehr noch, offenbar funktioniert es und die Familie ist eingespielt.
Allgemeines:
Die weiblichen Charaktere sind besser ausgeformt und skizziert als die männlichen. Das ist nicht wirklich etwas Neues, denn das ist bei Disney nicht unbedingt selten. Aber bei der Masse von Charakteren ist das erwähnenswert. Eben weil da die meisten nur Schablonen sind und die Frauen die deutlicheren Schablonen sind.
Diversity. Muss sein, ist für den amerikanischen Markt, kann aber sicher nicht schaden.
Die Gaben der weiblichen Familienmitglieder sind deutlicher in den Vordergrund gestellt als die der männlichen. Das lässt den Anschein aufkommen, dass sie praktischer sind und die die der Männer nur Spielerei. Genau betrachtet kann man darüber streiten, denn Gestaltwechseln können oder mit Tieren sprechen kann ebenso praktisch oder unpraktisch sein wie alles hören oder ständig Wetter zu produzieren, dass die eigene Stimmung spiegelt.
Es gibt keinen Song, der die Handlung irgendwie weiterbringt. Jeder von ihnen ist beschreibend, stoppt den Film und ist eine große Shownummer, die auch gerne mal surrealistisch losggelöst inszeniert wird. Einzige Ausnahme ist der "wir stellen die Familie vor"-Song zu Beginn, der spielt im Dorf.
Negatives:
Der Film hat keinerlei Plot. Er ist am Ende genau da, wo er zu Beginn war und man hat keine Ahnung, warum. Es gab keine neuen Informationen, keine neuen Erkenntnisse, keine neuen Errungenschaften oder Änderungen in der Konstellation. Wenn man sehr genau hinsieht, dann könnte man sagen, das Abuela erkannt hat, dass sie die Ansprüche an ihre Familie zu hoch geschraubt hat und dass die sie darum ein bisschen fürchten. Aber mehr als ein bisschen kann es nicht sein, weil den Großteil des Films über die Familie eben glücklich ist. Okay, ein bisschen mehr Kommunikation darüber, was von wem warum erwartet wird oder wer was will... aber auch diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu und zu wenig, um sie als Entwicklung oder gar Handlung gelten zu lassen.
Und warum Mirabel der Schlüssel dazu war, dass das Haus und Magie wieder da sind, wurde auch nicht klar.
Ebenso wenig wurde klar, warum Bruno die Familie verlassen hat und warum die Familie nicht mehr über Bruno spricht. Seine Visionen sind genauso eine Gabe wie jede andere auch und er hat keinen Einfluss darauf, was er sieht. Wenn die Vision also unverständlich ist, wäre es sehr viel sinnvoller, gemeinsam daran zu arbeiten, sie zu verstehen, als ihn für irgendwas verantwortlich zu machen. Was ja anscheinend auch niemand getan hat. Ich weiß nichtmal, ob er von selbst gegangen ist oder ob ihn jemand weggeschickt hat... und, wie gesagt, warum. Da er offensichtlich die Visionen aktiv herbeirufen muss, würde es einfach reichen, das zu unterlassen, dann hätte er keine mehr, niemand würde sich über die Vorhersagen aufregen oder fürchten und alle könnten glücklich zusammenleben. Und Bruno heißt er wahrscheinlich auch nur für die Textzeile "We don't talk about Bruno, no, no no".
Kurz, das ganze hat enormen Schauwert, ist charmant und sehr unterhaltsam. Hin und wieder wird es auch ein bisschen emotional und am Ende kann man den Fernseher zufrieden ausschalten, denn alles ist wieder gut. Ein guter, nicht anstrengender Film, wenn man mal was gucken will, auf das man sich nicht unbedingt konzentrieren muss. Er hat eine Masse Charaktere, gut skizziert und verschieden genug, sie zu erkennen, und vage genug, dass jeder eine Menge dazuerfinden oder hineininterpretieren kann, so dass er das Potential für ausgedehnte Diskussionen darüber bietet. Beste Voraussetzungen also, ein Klassiker zu werden - wenn man damit leben kann, dass es keinerlei sinnvolle Handlung gibt. Ich kann das problemlos.
Positives:
Er ist bunt. Sehr bunt, sehr hübsch gemacht, viel Charme. Viele nette Details, gerade in Bezug auf das lebendige Haus. Schöne Landschaft.
Die meisten Figuren sind weiblich. Sie sehen nicht alle gleich aus. Natürlich ist die Progatonistin Mirabel trotz Brille und deutlicher "nicht ausnehmend schön"-Darstellung noch immer hübsch, mit großen Augen und rundem Gesicht, aber sie sind endlich von diesem "änder die Haare und es ist jemand anders" weg. Isabella sieht aus wie die 3d-Version von Pocahontas, Luisa hat deutliche Parellelen an Herkules und Abuela erinnert mich an die böse Stiefmutter aus "Cinderella". Ob das gut ist oder schlecht, weiß ich nicht, aber es ist spaßig. Auch Mirables Mutter erinnert mich an irgendwen, aber ich weiß nicht an wen.
Mirabels Storyline geht nicht darum, dass sie einen Love Interest hat. Auch ihre Schwester will den angeblichen Love Interest nicht heiraten. Sogar die Schwester, die ihn liebt, sagt auf seinen Hochzeitsvorschlag: "Wir wollen doch mal nicht gleich übertrieben."
Sie halten wie immer die Werte von Familie und Zusammenhalt hoch, die Großfamilie ist offenbar wirklich gerne zusammen und mag einander, und jeder wird angehört und respektiert. Auch die eingeheirateten Männer, die keine Gaben haben, werden nicht als minderwertig dargestellt, auch Mirabels Vater nicht, der mir nicht besonders intelligent erscheint. Die Ehen sind deutlich glücklich und alle arbeiten gemeinsam daran, dass das Zusammenleben funktioniert. Mehr noch, offenbar funktioniert es und die Familie ist eingespielt.
Allgemeines:
Die weiblichen Charaktere sind besser ausgeformt und skizziert als die männlichen. Das ist nicht wirklich etwas Neues, denn das ist bei Disney nicht unbedingt selten. Aber bei der Masse von Charakteren ist das erwähnenswert. Eben weil da die meisten nur Schablonen sind und die Frauen die deutlicheren Schablonen sind.
Diversity. Muss sein, ist für den amerikanischen Markt, kann aber sicher nicht schaden.
Die Gaben der weiblichen Familienmitglieder sind deutlicher in den Vordergrund gestellt als die der männlichen. Das lässt den Anschein aufkommen, dass sie praktischer sind und die die der Männer nur Spielerei. Genau betrachtet kann man darüber streiten, denn Gestaltwechseln können oder mit Tieren sprechen kann ebenso praktisch oder unpraktisch sein wie alles hören oder ständig Wetter zu produzieren, dass die eigene Stimmung spiegelt.
Es gibt keinen Song, der die Handlung irgendwie weiterbringt. Jeder von ihnen ist beschreibend, stoppt den Film und ist eine große Shownummer, die auch gerne mal surrealistisch losggelöst inszeniert wird. Einzige Ausnahme ist der "wir stellen die Familie vor"-Song zu Beginn, der spielt im Dorf.
Negatives:
Der Film hat keinerlei Plot. Er ist am Ende genau da, wo er zu Beginn war und man hat keine Ahnung, warum. Es gab keine neuen Informationen, keine neuen Erkenntnisse, keine neuen Errungenschaften oder Änderungen in der Konstellation. Wenn man sehr genau hinsieht, dann könnte man sagen, das Abuela erkannt hat, dass sie die Ansprüche an ihre Familie zu hoch geschraubt hat und dass die sie darum ein bisschen fürchten. Aber mehr als ein bisschen kann es nicht sein, weil den Großteil des Films über die Familie eben glücklich ist. Okay, ein bisschen mehr Kommunikation darüber, was von wem warum erwartet wird oder wer was will... aber auch diese Erkenntnis ist nicht wirklich neu und zu wenig, um sie als Entwicklung oder gar Handlung gelten zu lassen.
Und warum Mirabel der Schlüssel dazu war, dass das Haus und Magie wieder da sind, wurde auch nicht klar.
Ebenso wenig wurde klar, warum Bruno die Familie verlassen hat und warum die Familie nicht mehr über Bruno spricht. Seine Visionen sind genauso eine Gabe wie jede andere auch und er hat keinen Einfluss darauf, was er sieht. Wenn die Vision also unverständlich ist, wäre es sehr viel sinnvoller, gemeinsam daran zu arbeiten, sie zu verstehen, als ihn für irgendwas verantwortlich zu machen. Was ja anscheinend auch niemand getan hat. Ich weiß nichtmal, ob er von selbst gegangen ist oder ob ihn jemand weggeschickt hat... und, wie gesagt, warum. Da er offensichtlich die Visionen aktiv herbeirufen muss, würde es einfach reichen, das zu unterlassen, dann hätte er keine mehr, niemand würde sich über die Vorhersagen aufregen oder fürchten und alle könnten glücklich zusammenleben. Und Bruno heißt er wahrscheinlich auch nur für die Textzeile "We don't talk about Bruno, no, no no".
Kurz, das ganze hat enormen Schauwert, ist charmant und sehr unterhaltsam. Hin und wieder wird es auch ein bisschen emotional und am Ende kann man den Fernseher zufrieden ausschalten, denn alles ist wieder gut. Ein guter, nicht anstrengender Film, wenn man mal was gucken will, auf das man sich nicht unbedingt konzentrieren muss. Er hat eine Masse Charaktere, gut skizziert und verschieden genug, sie zu erkennen, und vage genug, dass jeder eine Menge dazuerfinden oder hineininterpretieren kann, so dass er das Potential für ausgedehnte Diskussionen darüber bietet. Beste Voraussetzungen also, ein Klassiker zu werden - wenn man damit leben kann, dass es keinerlei sinnvolle Handlung gibt. Ich kann das problemlos.