The Graveyard Book
Jan. 12th, 2009 08:19 pmvon Neil Gaiman
Eine Familie wird ermordet. Nein, keine ganze Familie, denn das Baby überlebt. Es findet Zuflucht auf einem alten Friedhof und wird von einem dort wohnenden Ehepaar adoptiert. Was macht es da, daß Mrs. und Mr.Owens schon recht lange tot sind? Zusammen mit den anderen Geistern aus allen Epochen und der Hilfe des mysteriösen Silas ziehen sie den Jungen groß. Nobody - kurz Bod - Owens wächst beinahe auf wie jeder normale andere Junge, der davor geschützt werden muß, daß der Mörder seiner Familie wiederkommt. Denn der hat noch lange nicht aufgegeben und will sein Werk vollenden.
Das Buch beginnt mit dem Mord und endet damit, daß der erwachsene Bod den Friedhof verläßt, um sein Leben zu leben. Dazwischen liegen verschiedene Stationen seines Lebens, jede ein paar Jahr nach der davor und schließlich auch das Ende der Jagd. Alles ist liebevoll erzählt, voll von skurilen Charakteren und netten kleinen Details, die nicht selten einen augenzwinkernden Humor haben. Kurz, es lohnt sich, und ich weiß nicht, wie sehr die wenigen Anmerkungen, die ich habe, damit zu tun haben, daß ich das Buch nicht gelesen sondern über mehrere Abende hinweg als audiostream gehört habe.
Ich mag keine Audiobooks. Es dauert sehr viel länger, sich ein Buch anzuhören als es zu lesen, und ich finde, die Interpretation des Vorlesers macht es schwerer, sich den Charakteren anzunähern. Auch das Vorlesen des Graveyard Books dauert über sieben Stunden, und das schafft man kaum an einem Stück, die Handlung wird also zwangsweise in Häppchen unterteilt und unterbrochen. Vielleicht ist das der Grund, aus dem sie mir episodenhaft und auseinanderfallend erschien.
Auch am Ende, als Tempo aufgenommen wurde und die Fäden wieder zusammenliefen, hatten sie lose Enden oder boten nur Teilerklärungen an, ohne ein vollständiges Bild zu liefern. Das kann daran liegen, daß Neil Gaiman hauptsächlich aus Bods Sicht erzählt, aber einige wenige Male gibt er uns auch die Sichtweise eines anderen und da hätte durchaus mehr Information gegeben werden können. So bleibt für mich das Gefühl übrig, daß etwas fehlt.
Mit Andeutungen spielt Neil Gaiman gerade zu virtuos, jemand, der keine Ahnung von Mythologie oder Fantasy hat, dürfte einige nicht verstehen (aber warum sollte der das Buch lesen wollen?), und einige hätte ich sicher verstanden, wenn ich mich besser in britischen Kinderreimen und Idiomen auskennen würde. Ein oder zwei habe ich tatsächlich gegoogled, weil ich sicher war, daß etwas dahintersteckt, und wurde prompt belohnt. Es wäre kein gutes Gaiman-Buch, wenn nicht irgendwo ein kleiner Twist oder ein versteckter Scherz zu finden wäre.
Darüberhinaus ist Neil Gaiman nicht nur ein guter Autor, sondern auch ein guter Vorleser. Ich habe nicht das offizielle Audiobook gehört sondern den Mitschnitt-Stream von der Vorlesetour, und der ist unbereinigt live, inklusive aller Nebengeräusche.
Für mich selbst ist dabei auch ein bißchen der Stolz, daß ich einem mir unbekannten Text in einer Fremdsprache einfach so folgen kann, auch wenn ich natürlich nicht jedes Wort verstanden habe. Der größte Hörfehler war übrigens Silas, von dem ich überzeugt war, daß er Cyrus heißt, und erst nach dem zweiten Kapitel durch Nachlesen erkannte, daß ich falsch liege.
Eine Familie wird ermordet. Nein, keine ganze Familie, denn das Baby überlebt. Es findet Zuflucht auf einem alten Friedhof und wird von einem dort wohnenden Ehepaar adoptiert. Was macht es da, daß Mrs. und Mr.Owens schon recht lange tot sind? Zusammen mit den anderen Geistern aus allen Epochen und der Hilfe des mysteriösen Silas ziehen sie den Jungen groß. Nobody - kurz Bod - Owens wächst beinahe auf wie jeder normale andere Junge, der davor geschützt werden muß, daß der Mörder seiner Familie wiederkommt. Denn der hat noch lange nicht aufgegeben und will sein Werk vollenden.
Das Buch beginnt mit dem Mord und endet damit, daß der erwachsene Bod den Friedhof verläßt, um sein Leben zu leben. Dazwischen liegen verschiedene Stationen seines Lebens, jede ein paar Jahr nach der davor und schließlich auch das Ende der Jagd. Alles ist liebevoll erzählt, voll von skurilen Charakteren und netten kleinen Details, die nicht selten einen augenzwinkernden Humor haben. Kurz, es lohnt sich, und ich weiß nicht, wie sehr die wenigen Anmerkungen, die ich habe, damit zu tun haben, daß ich das Buch nicht gelesen sondern über mehrere Abende hinweg als audiostream gehört habe.
Ich mag keine Audiobooks. Es dauert sehr viel länger, sich ein Buch anzuhören als es zu lesen, und ich finde, die Interpretation des Vorlesers macht es schwerer, sich den Charakteren anzunähern. Auch das Vorlesen des Graveyard Books dauert über sieben Stunden, und das schafft man kaum an einem Stück, die Handlung wird also zwangsweise in Häppchen unterteilt und unterbrochen. Vielleicht ist das der Grund, aus dem sie mir episodenhaft und auseinanderfallend erschien.
Auch am Ende, als Tempo aufgenommen wurde und die Fäden wieder zusammenliefen, hatten sie lose Enden oder boten nur Teilerklärungen an, ohne ein vollständiges Bild zu liefern. Das kann daran liegen, daß Neil Gaiman hauptsächlich aus Bods Sicht erzählt, aber einige wenige Male gibt er uns auch die Sichtweise eines anderen und da hätte durchaus mehr Information gegeben werden können. So bleibt für mich das Gefühl übrig, daß etwas fehlt.
Mit Andeutungen spielt Neil Gaiman gerade zu virtuos, jemand, der keine Ahnung von Mythologie oder Fantasy hat, dürfte einige nicht verstehen (aber warum sollte der das Buch lesen wollen?), und einige hätte ich sicher verstanden, wenn ich mich besser in britischen Kinderreimen und Idiomen auskennen würde. Ein oder zwei habe ich tatsächlich gegoogled, weil ich sicher war, daß etwas dahintersteckt, und wurde prompt belohnt. Es wäre kein gutes Gaiman-Buch, wenn nicht irgendwo ein kleiner Twist oder ein versteckter Scherz zu finden wäre.
Darüberhinaus ist Neil Gaiman nicht nur ein guter Autor, sondern auch ein guter Vorleser. Ich habe nicht das offizielle Audiobook gehört sondern den Mitschnitt-Stream von der Vorlesetour, und der ist unbereinigt live, inklusive aller Nebengeräusche.
Für mich selbst ist dabei auch ein bißchen der Stolz, daß ich einem mir unbekannten Text in einer Fremdsprache einfach so folgen kann, auch wenn ich natürlich nicht jedes Wort verstanden habe. Der größte Hörfehler war übrigens Silas, von dem ich überzeugt war, daß er Cyrus heißt, und erst nach dem zweiten Kapitel durch Nachlesen erkannte, daß ich falsch liege.