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Tales of Myth, Legend & Faith

von Perun Mountain

Perun Mountain ist ein Pseudonym, oder der Name einer Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, gegen das Vergessen alter Slavischer Mythologie zu arbeiten. Sie sichten, übersetzen und beschäftigen sich mit alten Texten und machen sie anderen zugänglich, wie eben auch mit diesem Buch. In diesem Falle sind die beiden ausführenden Autoren als Philip und Paul genannt.

Das Buch hat mehrere Teile, eine allgemeine Einführung in Slawische Folklore und Volksglauben, einen mit Kreaturen/Wesenheiten dieser Folklore, und einen, in dem es um Rituale und Umgang im Alltag geht. Alle drei sind mit Sicherheit gut gemeint und ich möchte auch keinem der Autoren unterstellen, dass sie sich in ihrer Materie nicht auskennen. Umso mehr ist es schade, dass die Informationen sehr spärlich sind.

Vor allem erfahren wir, dass die Slawen in der vorchristlichen Zeit einen sehr komplexen Naturglauben hatten, der vom Respekt zwischen zivilisierter und wilder Welt geprägt war, sich durch ein Bewusstsein für die Konsequenzen des eigenen Handeln auszeichnete und dem Wissen, dass alles immer zusammenhängt und in Balance gehalten muss, zwischen Menschen, Natur, materieller und spiritueller Welt. Das erfahren wir mehrfach in der Einführung. Dann erfahren wir es noch einmal bei jeder Wesenheit, ergänzt um den Hinweis, dass die duale Persona der Wesenheit davon zeugt, dass die Slawen sich bewusst waren, dass die Welt nicht in gut und böse unterteilt ist, sondern alles immer mehrere Aspekte hat. Dann erfahren wir es noch einmal im dritten Teil, ergänzt um den Hinweis, dass es sich nicht um Aberglauben handelt, sondern um wichtige Strukturierung des Alltags, des Zusammenlebens der Gemeinschaft untereinander und mit der Natur. Und zwischendurch auch noch ein paar Mal.
Wenn nur halb so oft darauf hingewiesen würde, dann wäre das Buch sicher gut zwanzig Seiten kürzer.

Auch fand ich es sehr schade, dass es keine einzige Legende gibt, die nacherzählt wird. Es wird unter dem Eintrag Baba Yaga auf die Geschichte von der Schönen Vassilia verwiesen, und darauf, dass Baba Yaga ihr quasi versehentlich hilft und die Puppe sie beschützt, aber die eigentliche Handlung muss man dann woanders nachschlagen, wenn sie einen interessiert. Es wird erwähnt, dass diverse Wesenheiten Menschen strafen oder helfen, und dass das von Charakter und/oder Verhalten abhängt, aber es wird kein einzigen konkretes Beispiel einer Geschichte genannt oder erzählt. Und es werden diverse Rituale genannt, und dass man dabei Feuer zum Darüberspringen anzündet oder Blütenkränze ins Wasser legt, aber schon, warum Honig und Eier als Gaben symbolisch sind, wird nicht mehr erklärt.

Im Ganzen wirkt es leider oberflächlich, blutleer und auch repetitiv. Als Übersicht, damit man mal ein paar Namen von Wesenheiten hat, ist es gut zu brauchen, also für Einsteiger durchaus interessant. Leider ist die Bibliographie am Ende zu über der Hälfte in kyrillischen Buchstaben - für mich schade, da ich keine Sprache spreche, die in diesem Alphabet schreibt. Auch ein Grund, warum ich wenig über Slawische Mythologie weiß und mir ein bisschen mehr Konkretes erhofft hatte.

Aber ein paar interessante Dinge waren drin. Man müsste sie halt nur weiter verfolgen.
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