Was Populisten wollen
Apr. 25th, 2025 09:09 pmWie sie die Gesellschaft herausfordern - und wie man ihnen begegnen sollte
von Marcel Lewandowsky
Klar geschriebenes, gut strukturiertes Sachbuch, dass eben durch seinen angenehm zu lesenen Stil deutlich weniger anstrengend und depremierend zu lesen ist, als es vom Titel zu befürchten ist. Auch wenn es natürlich keine neue Botschaft zu bieten hat - wir wissen alle, dass wir in eine Katastrophe unterwegs sind, und das zu verhindern, wird sehr, sehr schwer. Erstmalig sagt auch ein Buch unverblühmt, dass es wahrscheinlich nichts wird mit dem Verhindern. Weder Parteien noch Medien noch social media sind dazu ausgerüstet oder darauf vorbereitet. Und wirkungsvolle Strategien gibt es auch kaum. Weil es eben immer einfacher ist, mit Parolen Stimmen zu fangen als mit vernüftigem Dialog.
Wobei der vernüftige Dialog ja auch mal wieder eine schöne Sache wäre - das Buch ist von 2024, und es ist erschreckend, was sich seitdem bereits im Tonfall von Politikern zum Schlechten verändert hat.
Die größte Stärke des Buches liegt also nicht in Ratschlägen, sondern in Grundlagen, und das macht es wirklich ausgezeichnet. Es geht darum, was Populismus eigentlich ist, was ihn ausmacht, wie er in der Gesellschaft und auf einzelne Personen wirkt und warum das so ist. Es gibt eine Menge Beispiele aus der älteren und jüngeren Geschichte, nicht nur aus Deutschland, und auch Analysen von Reaktionen von Medien, Parteien und social media, die massiv schiefgelaufen sind.
Gerade diese Fallbeispiele sind sehr interessant, aber auch die Mechanismen - wie Populisten es ausnutzen, dass sie als kompetent wahrgenommen werden und mit einem klaren Profil, weil sie sich nur auf einen Themenkomplex konzentrieren, und dass dieser Themenkomplex dann so aufgebauscht wird, dass es scheint, als gäbe es keine anderen Probleme mehr. Anderen ihre Themen aufzwingen, das haben wir ja gerade erst erlebt.
Sehr aktuelles, lebensnahes Buch. Es erklärt auch, warum ein AfD-Verbotsverfahren tatsächlich eher problematisch wäre. Und es erinnert daran, dass Populisten nicht zwangsweise politisch rechts sein müssen. Das vergisst man ja heutzutage auch gerne immer mal wieder. Das macht es nicht besser, aber es hilft beim Verständnis des Problems.
von Marcel Lewandowsky
Klar geschriebenes, gut strukturiertes Sachbuch, dass eben durch seinen angenehm zu lesenen Stil deutlich weniger anstrengend und depremierend zu lesen ist, als es vom Titel zu befürchten ist. Auch wenn es natürlich keine neue Botschaft zu bieten hat - wir wissen alle, dass wir in eine Katastrophe unterwegs sind, und das zu verhindern, wird sehr, sehr schwer. Erstmalig sagt auch ein Buch unverblühmt, dass es wahrscheinlich nichts wird mit dem Verhindern. Weder Parteien noch Medien noch social media sind dazu ausgerüstet oder darauf vorbereitet. Und wirkungsvolle Strategien gibt es auch kaum. Weil es eben immer einfacher ist, mit Parolen Stimmen zu fangen als mit vernüftigem Dialog.
Wobei der vernüftige Dialog ja auch mal wieder eine schöne Sache wäre - das Buch ist von 2024, und es ist erschreckend, was sich seitdem bereits im Tonfall von Politikern zum Schlechten verändert hat.
Die größte Stärke des Buches liegt also nicht in Ratschlägen, sondern in Grundlagen, und das macht es wirklich ausgezeichnet. Es geht darum, was Populismus eigentlich ist, was ihn ausmacht, wie er in der Gesellschaft und auf einzelne Personen wirkt und warum das so ist. Es gibt eine Menge Beispiele aus der älteren und jüngeren Geschichte, nicht nur aus Deutschland, und auch Analysen von Reaktionen von Medien, Parteien und social media, die massiv schiefgelaufen sind.
Gerade diese Fallbeispiele sind sehr interessant, aber auch die Mechanismen - wie Populisten es ausnutzen, dass sie als kompetent wahrgenommen werden und mit einem klaren Profil, weil sie sich nur auf einen Themenkomplex konzentrieren, und dass dieser Themenkomplex dann so aufgebauscht wird, dass es scheint, als gäbe es keine anderen Probleme mehr. Anderen ihre Themen aufzwingen, das haben wir ja gerade erst erlebt.
Sehr aktuelles, lebensnahes Buch. Es erklärt auch, warum ein AfD-Verbotsverfahren tatsächlich eher problematisch wäre. Und es erinnert daran, dass Populisten nicht zwangsweise politisch rechts sein müssen. Das vergisst man ja heutzutage auch gerne immer mal wieder. Das macht es nicht besser, aber es hilft beim Verständnis des Problems.