Station 5a: Glastonbury
Jun. 25th, 2009 10:17 pmEs gibt unzählige Orte auf der Welt, die behaupten, Avalon zu sein. Glastonbury ist nur einer davon, aber dafür einer der berühmtesten. Wenn nicht gar der berühmteste. Auch Malory unterstützt Glastonburys Recht, ganz zu schweigen von ganzen Heerscharen von Artus- und/oder Fantasyautoren, Gralsforschern und Esoterikern. Darum hat Glastonbury in jedem Fall einen endlosen Strom von Touristen - und sehr viele dazu passende Läden in der Innenstadt.
Aber erstmal zur Grundfrage: was ist Avalon eigentlich?
Avalon ist ein keltischer Mythos, eine Insel, ein Feenland, es liegt in der Anderswelt und doch in der realen Welt oder zumindest so dicht daran, daß nur eine Nebelwand die beiden Welten trennt. Schon Geoffrey von Monmouth erwähnt es als den Ort, wo Caliburn gefertigt wurde, und als den Ort, an den Artus nach der letzten Schlacht gebracht wird. Er nennt Avalon die Insel der Äpfel und erwähnt, daß sie von allem im Überfluß hat. Avalon wird von neun Schwestern/Frauen/Königinnen regiert, von denen eine Morgan Le Fay ist.
Mit Avalon wird immer eine Insel assoziiert. Glastonbury liegt in erreichbarer Nähe zum Meer - vom Tor aus kann man es sogar sehen - aber unbestreitbar auf dem Festland, und einen größeren See hat es auch nicht. Dafür war die Gegend früher ein Sumpf, was fast genausogut ist. Wo ein Sumpf ist, ist Nebel, und aus dem Nebel ragte dann Glastonbury Tor empor - heute gibts Postkarten mit dieser Ansicht zu kaufen und es sieht in der Tat spektakulär aus.
Als wir da waren, nebelte es nicht, aber das Bild ist trotzdem schön.

Glastonbury Tor wird als Pforte in die Anderswelt angesehen und ebenso wird gerne angenommen, daß er hohl ist. Er hat eine seltsam gleichmäßige Form und vor allem hat er spiralförmige Terrassen, von denen behauptet wird, daß sie nicht natürlichen Ursprungs seien. Oder daß der ganze Tor nicht natürlichen Ursprungs ist.
Der Glastonbury Tor ist der Berg, der Turm oben drauf ist der St.Michael's Tower, das einzige, was von einem Kloster übriggeblieben ist, das da mal stand. Denn das ist Glastonbury auch noch: ein wichtiges christliches Zentrum. Wer jetzt glaubt, das würde einen Widerspruch zu Avalon ergeben, der irrt. Tut es nicht. Auf Avalon soll es tatsächlich ein Mönchskloster gegeben haben. Auf seiner höchsten Erhebung, um genau zu sein. Und das liegt an Joseph von Arithmathäa, denn der hat es gegründet.
Besagter Joseph ist vor allem dadurch bekannt, daß er genug Geld hatte, sich schon zu Lebzeiten ein Grab in Fels schlagen zu lassen. Dieses Grab hat er dann Jesus von Nazareth geliehen, der übrigens sein Neffe war. Später gelangte Joseph in den Besitz des Abendmahlskelches und der Lanze, mit der der römische Soldat die Seite von Jesus aufgebrochen hat, um festzustellen, ob er schon tot war. Seitdem tropft von dieser Lanzenspitze Blut.
Joseph nahm also die Lanze, den Gral und einige fromme Männer und flüchtete aus Jerusalem quer durch Europa, bis er nach Avalon kam. Dort gründete er ein Kloster, in dem die kostbaren Reliquien bewacht und verehrt wurden.
An Land gegangen sind Joseph und seine Gefährten nicht am Tor, sondern an Weary All Hill. Dort hat Joseph seinen Wanderstab in den Boden gerammt, der sofort Wurzeln schlug und austrieb. Es handelte sich dabei um einen Dornbusch, der heute noch jedes Jahr zu Weihnachten blüht, wie auch alle seine über Glastonbury und sonstige Orte verteilten Ableger. Interessant daran ist, daß es sich bei dem Dornbusch um eine syrische Variante handelt.

Die Lanze und der Gral tauchen in arthurianischen Texten in verschiedenen Geschichten immer gerne mal wieder auf. Nicht nur, daß Leute sich gegenseitig mit der Lanze verwunden - die Gralsqueste ist eine der bekanntesten Geschichten überhaupt. Auch wenn da nicht in Avalon gesucht wird, sondern nach einer mysteriösen, immer wieder verschwindenden Gralsburg.
Aber erstmal zur Grundfrage: was ist Avalon eigentlich?
Avalon ist ein keltischer Mythos, eine Insel, ein Feenland, es liegt in der Anderswelt und doch in der realen Welt oder zumindest so dicht daran, daß nur eine Nebelwand die beiden Welten trennt. Schon Geoffrey von Monmouth erwähnt es als den Ort, wo Caliburn gefertigt wurde, und als den Ort, an den Artus nach der letzten Schlacht gebracht wird. Er nennt Avalon die Insel der Äpfel und erwähnt, daß sie von allem im Überfluß hat. Avalon wird von neun Schwestern/Frauen/Königinnen regiert, von denen eine Morgan Le Fay ist.
Mit Avalon wird immer eine Insel assoziiert. Glastonbury liegt in erreichbarer Nähe zum Meer - vom Tor aus kann man es sogar sehen - aber unbestreitbar auf dem Festland, und einen größeren See hat es auch nicht. Dafür war die Gegend früher ein Sumpf, was fast genausogut ist. Wo ein Sumpf ist, ist Nebel, und aus dem Nebel ragte dann Glastonbury Tor empor - heute gibts Postkarten mit dieser Ansicht zu kaufen und es sieht in der Tat spektakulär aus.
Als wir da waren, nebelte es nicht, aber das Bild ist trotzdem schön.

Glastonbury Tor wird als Pforte in die Anderswelt angesehen und ebenso wird gerne angenommen, daß er hohl ist. Er hat eine seltsam gleichmäßige Form und vor allem hat er spiralförmige Terrassen, von denen behauptet wird, daß sie nicht natürlichen Ursprungs seien. Oder daß der ganze Tor nicht natürlichen Ursprungs ist.
Der Glastonbury Tor ist der Berg, der Turm oben drauf ist der St.Michael's Tower, das einzige, was von einem Kloster übriggeblieben ist, das da mal stand. Denn das ist Glastonbury auch noch: ein wichtiges christliches Zentrum. Wer jetzt glaubt, das würde einen Widerspruch zu Avalon ergeben, der irrt. Tut es nicht. Auf Avalon soll es tatsächlich ein Mönchskloster gegeben haben. Auf seiner höchsten Erhebung, um genau zu sein. Und das liegt an Joseph von Arithmathäa, denn der hat es gegründet.
Besagter Joseph ist vor allem dadurch bekannt, daß er genug Geld hatte, sich schon zu Lebzeiten ein Grab in Fels schlagen zu lassen. Dieses Grab hat er dann Jesus von Nazareth geliehen, der übrigens sein Neffe war. Später gelangte Joseph in den Besitz des Abendmahlskelches und der Lanze, mit der der römische Soldat die Seite von Jesus aufgebrochen hat, um festzustellen, ob er schon tot war. Seitdem tropft von dieser Lanzenspitze Blut.
Joseph nahm also die Lanze, den Gral und einige fromme Männer und flüchtete aus Jerusalem quer durch Europa, bis er nach Avalon kam. Dort gründete er ein Kloster, in dem die kostbaren Reliquien bewacht und verehrt wurden.
An Land gegangen sind Joseph und seine Gefährten nicht am Tor, sondern an Weary All Hill. Dort hat Joseph seinen Wanderstab in den Boden gerammt, der sofort Wurzeln schlug und austrieb. Es handelte sich dabei um einen Dornbusch, der heute noch jedes Jahr zu Weihnachten blüht, wie auch alle seine über Glastonbury und sonstige Orte verteilten Ableger. Interessant daran ist, daß es sich bei dem Dornbusch um eine syrische Variante handelt.

Die Lanze und der Gral tauchen in arthurianischen Texten in verschiedenen Geschichten immer gerne mal wieder auf. Nicht nur, daß Leute sich gegenseitig mit der Lanze verwunden - die Gralsqueste ist eine der bekanntesten Geschichten überhaupt. Auch wenn da nicht in Avalon gesucht wird, sondern nach einer mysteriösen, immer wieder verschwindenden Gralsburg.