The Legend of the King
Sep. 11th, 2010 04:04 pmvon Gerald Morris
Es ist das letzte Buch der "Squire's Tales"-Reihe, Band 10. Seit dem letzten ist nur ein Jahr vergangen, Morris muß also im Akkord geschrieben haben, und darum ist es schon ein bißchen seltsam, davon zu sprechen, daß ich darauf gewartet habe. Auf andere Bücher von ihm habe ich länger gewartet, weil er länger gebraucht hat, sie zu schreiben. Aber ich habe drauf gewartet. Weil ich wissen wollte, wie ers zuende bringt. Nachdem er es so lange wie möglich hinausgezögert hat, wie er selbst sagt. Aber irgendwann ist es zuende, und, auch wie er selbst sagt, es gibt eigentlich nur eine Möglickeit, es zuende zu bringen. Auch wenn er es auf seine Weise tut, mit dem ihm eigenen Respekt für die Charaktere.
Schon auf Seite 15 wußte ich, es wird ein gutes Buch, und da hatte die eigentliche Handlung noch gar nicht begonnen. Es ist unverkennbar Morris, und Morris ist in Bestform, auch wenn es natürlich dusterer ist als die Vorgänger. Das Thema ist nunmal nicht zu ändern.
Das Buch hat soetwas wie eine "Klammer" - Rahmenhandlung wäre zu weit gegriffen. Wie wir uns erinnern, ist Dinadan am Ende vom letzten Band im Orient unterwegs, und da Band 10 nur drei Wochen nach dem Ende von "Squire's Quest" beginnt, ist er noch immer da. Er macht sich sofort zurück auf den Weg nach England, als er hört, daß Artus'Tage gezählt sind, aber solche Reisen dauern. Darum begegnen wir ihm auch erst am Ende des Buches wieder, als alles schon vorbei ist, die letzte Schlacht geschlagen, und er endlich englischen Boden erreicht. Durch ihn sehen wir das Ausmaß der Zerstörung, die Größe und Schwere des Verlusts - wenn jemand wie Dinadan sagt, daß er keine Lieder mehr hat... am Ende läßt er sich doch überreden zu singen, von Guinglain, Rhience, Luneta, Palomides und Adelbert. Von der Hoffnung, von dem, was war, damit es nicht vergessen wird.
"Well, blast it, if we're going to have church, we ought to have a psalm. Wait here." Rising, he (Dinadan) retrieved his rebec, tuned it swiftly, then said, "A hymn, a sacred chant. Let's see... how about the holy tale of Sir Gawain and the Green Knight?"
Mir gefällt natürlich vor allem, daß die erste Legende, die gesungen wird, ausgerechnet die von Gawain und dem Grünen Ritter ist *g* Könnte Absicht sein, schließlich gilt genau dieses Werk als eins der größten der englischen Literatur - und es ist von einem unbekannten Autor. Nie vergessen, Morris kennt seinen Stoff. ;)
Das Ende ist wie gewohnt Mordred zu verdanken - oder, weniger gewohnt, Morgause, die Mordred und Agravaine dafür benutzt. Agravaine ist ziemlich schnell tot, und zu meiner persönlichen Freunde wird sein Verhältnis zu Morgause in etwa genauso dargestellt, wie ich das auch sehe. Um ihn habe ich nicht geweint.
Morris hat eine absolut plausible (und ebenso geniale) Erklärung, warum das Gerücht über Guinevere und Lancelot ausgerechnet jetzt wieder hochkommt, auch wenn die seit Jahren keine Affäre mehr haben. Eine Idee, auf die ich nicht gekommen wäre *g* Er hat auch eine plausible Erklärung, warum Lancelot Guinevere rettet, obwohl sie nicht auf dem Scheiterhaufen steht - nebenbei gibts eine morristypische Gerichtsszene, wie immer große Klasse - wobei dann Gareth stirbt. Auch um den habe ich nicht geweint.
Überrascht hat er mich mit dem "two to kill on sight"-Befehl von Morgause. Der eine ist Terence, keine Überraschung, aber der andere ist Gaheris. Mordred in seiner Mutter Auftrag unternimmt große Anstrengungen, den Bruder zu töten, auch wenn Gaheris schlauer ist (oder doch Gawain? *g*). Der Trick hat mich nicht überrascht, der Hinweis war eindeutig. Aber ich habe noch bestimmt 100 Seiten gerätselt, warum sie unbedingt Gaheris töten will... nein, auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Aber es ist eine gute Idee. Plus, und davon bin ich noch beeindruckter, kriegt Morris so auch noch die weniger bekannte Geschichte darüber unter, daß Gaheris die eigene Mutter köpft. Er wird diesmal dafür von Lamorak erschlagen, der wiederum von Gawain erschlagen wird... um Gaheris habe ich geweint. Und um Lynet. Und ich wußte sofort, an was sie ihr Leben binden würde. Gab keine andere Möglichkeit. Großartige Szenenfolge.
Damit wird Gaheris also nicht von Lancelot erschlagen und es gibt keinen Grund, daß Gawain ausrasten, Lancelot nach Frankreich jagen und zum Zweikampf fordern müßte. Was er dann folgerichtig auch nicht tut. Der Zweikampf findet trotzdem statt, Gawain ist die Vertretung von Artus, gegen den Lancelot nicht kämpfen will, und ist ein Kampf zweier Männer, die ihn nicht wollen, sich nichts davon versprechen, nichts davon gewinnen werden, aber am Ende keinen anderen Ausweg sehen. Morris erspart es mir nicht nur, Gawain tagelang vor einer Mauer stehen und "Verräter" brüllen zu sehen wie Achill vor Troja (auch wenn Kai dann zwei Seiten später sagt, daß Lancelot und Gawain kämpfen wie Achill und Hektor - ich mußte trotz allem lachen), er liefert für beide eine überzeugende Motivation für diesen Zweikampf, ohne den Charakteren untreu zu werden, die er über all die Bücher aufgebaut hat, und er inszeniert ihn nicht als Spektakel. Am ersten Tag hat Artus den Beginn auf 9 Uhr gesetzt, was Gawain in Vorteil bringt, der Lancelot dann kurz nach Mittag tatsächlich besiegt - aber schont, angeblich, weil er keinen Hilflosen erschlagen will. Gawain selbst setzt die Fortsetzung des Kampfes am nächsten Tag für mittags an, um keinen Vorteil mehr zu haben - nach einigen weiteren Stunden gewinnt Lancelot. Gawain weigert sich, sich zu ergeben, Lancelot weigert sich, ihn zu erschlagen und dann müssen alle sehen, wie sie aus diesem Dilemma eines fehlenden Siegers wieder herauskommen. Und mir persönlich gefällt, daß es Morris wieder gelungen ist, die Aussage zu umgehen, wer von beiden besser ist, Gawain oder Lancelot. Selbst wenn es Lancelot wäre... na und? Sie sind beide großartig und sie haben beide Schwächen. Es ist die beste Version der Zweikampfszene, die ich jemals gelesen habe.
Logischerweise leben sowohl Gawain als auch Lancelot anschließend noch, und beide sind in der Schlacht von Camlann dabei. Bei Morris ist Camlann an der Ostküste, etwa 10 Meilen landeinwärts von Dover (danke für die genaue Ortsangabe, Kai, auch wenn dus laufen mußtest *g*). Auch in der Malory-Tradition findet eine Schlacht bei Dover statt, aber Camlann ist auf den Salisbury Plains... aber Gawain stirbt bei Dover. Vielleicht war das wichtig ;)
Gawain ist auch eigentlich zu verletzt, um an Camlann teilzunehmen, wie Terence sagt "Everyone else would be dead already.", aber er tuts natürlich trotzdem. Der letzte große epische Moment der Schlacht ist seiner - und Lancelots. Noch eine Verbeugung vor den beiden größten Rittern der Tafelrunde.
Lancelot überlebt die Schlacht übrigens. Jean le Forestier wird Einsiedler, wenn auch nicht in Glastonbury... glaub ich. Da habe ich die geographische Angabe nicht so genau mitbekommen, aber da gibts ja schon ein Kloster und in das tritt er definitiv nicht ein. Aber vielleicht in die Nähe... Ich habe seit dem Beginn von Camlann geheult, da muß ich mich nacher erstmal beruhigen. ;)
Wenns in der Nähe von Dover ist, dann wäre das auf jeden Fall interessant für die nächste England-Tour. Mehr Heldengräber.
Erstaunt war ich darüber, daß Camelot fällt, noch vor Camlann, und daß Mordred es bis auf die Grundmauern schleift. Und daß Orkney als Erstes fällt. Wie gesagt, "two to kill at sight"...
Excalibur wird nicht geworfen, sondern Nimue in die Hände übergeben, und es ist Bedivere, der das tut. Ja, der ist schon in "Squire's Quest" gestorben. Macht nichts. Es gibt immer mehr als eine Welt, auch wenn die Tore weniger und die Übergänge schwerer werden.
Einzig, daß Kunneware in der Szene nicht erwähnt wird, stört mich. Vielleicht lebt sie noch, denn auch Guinevere hat den Fall von Camelot überlebt, aber wenn ich dran denke, sollte ich Morris das auf jeden Fall fragen. Aber das wäre jetzt wirklich Haarspalterei, ihm das anzukreiden. Bei Morris war sie ja nie ein wirklich wichtiger Charakter.
Artus wird in diesem Buch menschlicher dargestellt als jemals zuvor - außer vielleicht bei dem Moment auf der Mauer in "The Squire, his knight and his lady" - gealtert, erschöpft, beinahe gebrochen, aber noch immer bereit, alles für sein Land und sein Volk zu tun. Es macht den Respekt für diesen König noch viel größer, und daß keiner seiner Ritter bereit ist, ihn im Angesicht der drohenden Vernichtung alleine zu lassen, erscheint als verdiente Treue.
Neben Kai kriegt auch Parzival eine prominentere Rolle, Ywain kriegt einen guten Auftritt, und Tor wird wenigstens erwähnt. Griflet wird sogar noch zum Helden.
"As for Dinadan, he and Palomides rode the longth and breaths of England - and every other nation - singing the tales of Arthur and his knights to everyone who would listen, in every language they could learn, for as long as they both lived."
Ich schätze, darum heißt das Buch "The Legend of the King" - es ist der Anfang aller Legenden. Der letzte Satz, unterhalb dem gerade zitierten, ist "Incipit liber Arturi". Wenn mich mein Latein nicht sehr trügt, dann sollte das in etwa "Das Buch Artus' beginnt." heißen.
Mr. Morris - Kompliment. Ein großartiger letzter Band. Danke.
Es ist das letzte Buch der "Squire's Tales"-Reihe, Band 10. Seit dem letzten ist nur ein Jahr vergangen, Morris muß also im Akkord geschrieben haben, und darum ist es schon ein bißchen seltsam, davon zu sprechen, daß ich darauf gewartet habe. Auf andere Bücher von ihm habe ich länger gewartet, weil er länger gebraucht hat, sie zu schreiben. Aber ich habe drauf gewartet. Weil ich wissen wollte, wie ers zuende bringt. Nachdem er es so lange wie möglich hinausgezögert hat, wie er selbst sagt. Aber irgendwann ist es zuende, und, auch wie er selbst sagt, es gibt eigentlich nur eine Möglickeit, es zuende zu bringen. Auch wenn er es auf seine Weise tut, mit dem ihm eigenen Respekt für die Charaktere.
Schon auf Seite 15 wußte ich, es wird ein gutes Buch, und da hatte die eigentliche Handlung noch gar nicht begonnen. Es ist unverkennbar Morris, und Morris ist in Bestform, auch wenn es natürlich dusterer ist als die Vorgänger. Das Thema ist nunmal nicht zu ändern.
Das Buch hat soetwas wie eine "Klammer" - Rahmenhandlung wäre zu weit gegriffen. Wie wir uns erinnern, ist Dinadan am Ende vom letzten Band im Orient unterwegs, und da Band 10 nur drei Wochen nach dem Ende von "Squire's Quest" beginnt, ist er noch immer da. Er macht sich sofort zurück auf den Weg nach England, als er hört, daß Artus'Tage gezählt sind, aber solche Reisen dauern. Darum begegnen wir ihm auch erst am Ende des Buches wieder, als alles schon vorbei ist, die letzte Schlacht geschlagen, und er endlich englischen Boden erreicht. Durch ihn sehen wir das Ausmaß der Zerstörung, die Größe und Schwere des Verlusts - wenn jemand wie Dinadan sagt, daß er keine Lieder mehr hat... am Ende läßt er sich doch überreden zu singen, von Guinglain, Rhience, Luneta, Palomides und Adelbert. Von der Hoffnung, von dem, was war, damit es nicht vergessen wird.
"Well, blast it, if we're going to have church, we ought to have a psalm. Wait here." Rising, he (Dinadan) retrieved his rebec, tuned it swiftly, then said, "A hymn, a sacred chant. Let's see... how about the holy tale of Sir Gawain and the Green Knight?"
Mir gefällt natürlich vor allem, daß die erste Legende, die gesungen wird, ausgerechnet die von Gawain und dem Grünen Ritter ist *g* Könnte Absicht sein, schließlich gilt genau dieses Werk als eins der größten der englischen Literatur - und es ist von einem unbekannten Autor. Nie vergessen, Morris kennt seinen Stoff. ;)
Das Ende ist wie gewohnt Mordred zu verdanken - oder, weniger gewohnt, Morgause, die Mordred und Agravaine dafür benutzt. Agravaine ist ziemlich schnell tot, und zu meiner persönlichen Freunde wird sein Verhältnis zu Morgause in etwa genauso dargestellt, wie ich das auch sehe. Um ihn habe ich nicht geweint.
Morris hat eine absolut plausible (und ebenso geniale) Erklärung, warum das Gerücht über Guinevere und Lancelot ausgerechnet jetzt wieder hochkommt, auch wenn die seit Jahren keine Affäre mehr haben. Eine Idee, auf die ich nicht gekommen wäre *g* Er hat auch eine plausible Erklärung, warum Lancelot Guinevere rettet, obwohl sie nicht auf dem Scheiterhaufen steht - nebenbei gibts eine morristypische Gerichtsszene, wie immer große Klasse - wobei dann Gareth stirbt. Auch um den habe ich nicht geweint.
Überrascht hat er mich mit dem "two to kill on sight"-Befehl von Morgause. Der eine ist Terence, keine Überraschung, aber der andere ist Gaheris. Mordred in seiner Mutter Auftrag unternimmt große Anstrengungen, den Bruder zu töten, auch wenn Gaheris schlauer ist (oder doch Gawain? *g*). Der Trick hat mich nicht überrascht, der Hinweis war eindeutig. Aber ich habe noch bestimmt 100 Seiten gerätselt, warum sie unbedingt Gaheris töten will... nein, auf die Idee wäre ich nicht gekommen. Aber es ist eine gute Idee. Plus, und davon bin ich noch beeindruckter, kriegt Morris so auch noch die weniger bekannte Geschichte darüber unter, daß Gaheris die eigene Mutter köpft. Er wird diesmal dafür von Lamorak erschlagen, der wiederum von Gawain erschlagen wird... um Gaheris habe ich geweint. Und um Lynet. Und ich wußte sofort, an was sie ihr Leben binden würde. Gab keine andere Möglichkeit. Großartige Szenenfolge.
Damit wird Gaheris also nicht von Lancelot erschlagen und es gibt keinen Grund, daß Gawain ausrasten, Lancelot nach Frankreich jagen und zum Zweikampf fordern müßte. Was er dann folgerichtig auch nicht tut. Der Zweikampf findet trotzdem statt, Gawain ist die Vertretung von Artus, gegen den Lancelot nicht kämpfen will, und ist ein Kampf zweier Männer, die ihn nicht wollen, sich nichts davon versprechen, nichts davon gewinnen werden, aber am Ende keinen anderen Ausweg sehen. Morris erspart es mir nicht nur, Gawain tagelang vor einer Mauer stehen und "Verräter" brüllen zu sehen wie Achill vor Troja (auch wenn Kai dann zwei Seiten später sagt, daß Lancelot und Gawain kämpfen wie Achill und Hektor - ich mußte trotz allem lachen), er liefert für beide eine überzeugende Motivation für diesen Zweikampf, ohne den Charakteren untreu zu werden, die er über all die Bücher aufgebaut hat, und er inszeniert ihn nicht als Spektakel. Am ersten Tag hat Artus den Beginn auf 9 Uhr gesetzt, was Gawain in Vorteil bringt, der Lancelot dann kurz nach Mittag tatsächlich besiegt - aber schont, angeblich, weil er keinen Hilflosen erschlagen will. Gawain selbst setzt die Fortsetzung des Kampfes am nächsten Tag für mittags an, um keinen Vorteil mehr zu haben - nach einigen weiteren Stunden gewinnt Lancelot. Gawain weigert sich, sich zu ergeben, Lancelot weigert sich, ihn zu erschlagen und dann müssen alle sehen, wie sie aus diesem Dilemma eines fehlenden Siegers wieder herauskommen. Und mir persönlich gefällt, daß es Morris wieder gelungen ist, die Aussage zu umgehen, wer von beiden besser ist, Gawain oder Lancelot. Selbst wenn es Lancelot wäre... na und? Sie sind beide großartig und sie haben beide Schwächen. Es ist die beste Version der Zweikampfszene, die ich jemals gelesen habe.
Logischerweise leben sowohl Gawain als auch Lancelot anschließend noch, und beide sind in der Schlacht von Camlann dabei. Bei Morris ist Camlann an der Ostküste, etwa 10 Meilen landeinwärts von Dover (danke für die genaue Ortsangabe, Kai, auch wenn dus laufen mußtest *g*). Auch in der Malory-Tradition findet eine Schlacht bei Dover statt, aber Camlann ist auf den Salisbury Plains... aber Gawain stirbt bei Dover. Vielleicht war das wichtig ;)
Gawain ist auch eigentlich zu verletzt, um an Camlann teilzunehmen, wie Terence sagt "Everyone else would be dead already.", aber er tuts natürlich trotzdem. Der letzte große epische Moment der Schlacht ist seiner - und Lancelots. Noch eine Verbeugung vor den beiden größten Rittern der Tafelrunde.
Lancelot überlebt die Schlacht übrigens. Jean le Forestier wird Einsiedler, wenn auch nicht in Glastonbury... glaub ich. Da habe ich die geographische Angabe nicht so genau mitbekommen, aber da gibts ja schon ein Kloster und in das tritt er definitiv nicht ein. Aber vielleicht in die Nähe... Ich habe seit dem Beginn von Camlann geheult, da muß ich mich nacher erstmal beruhigen. ;)
Wenns in der Nähe von Dover ist, dann wäre das auf jeden Fall interessant für die nächste England-Tour. Mehr Heldengräber.
Erstaunt war ich darüber, daß Camelot fällt, noch vor Camlann, und daß Mordred es bis auf die Grundmauern schleift. Und daß Orkney als Erstes fällt. Wie gesagt, "two to kill at sight"...
Excalibur wird nicht geworfen, sondern Nimue in die Hände übergeben, und es ist Bedivere, der das tut. Ja, der ist schon in "Squire's Quest" gestorben. Macht nichts. Es gibt immer mehr als eine Welt, auch wenn die Tore weniger und die Übergänge schwerer werden.
Einzig, daß Kunneware in der Szene nicht erwähnt wird, stört mich. Vielleicht lebt sie noch, denn auch Guinevere hat den Fall von Camelot überlebt, aber wenn ich dran denke, sollte ich Morris das auf jeden Fall fragen. Aber das wäre jetzt wirklich Haarspalterei, ihm das anzukreiden. Bei Morris war sie ja nie ein wirklich wichtiger Charakter.
Artus wird in diesem Buch menschlicher dargestellt als jemals zuvor - außer vielleicht bei dem Moment auf der Mauer in "The Squire, his knight and his lady" - gealtert, erschöpft, beinahe gebrochen, aber noch immer bereit, alles für sein Land und sein Volk zu tun. Es macht den Respekt für diesen König noch viel größer, und daß keiner seiner Ritter bereit ist, ihn im Angesicht der drohenden Vernichtung alleine zu lassen, erscheint als verdiente Treue.
Neben Kai kriegt auch Parzival eine prominentere Rolle, Ywain kriegt einen guten Auftritt, und Tor wird wenigstens erwähnt. Griflet wird sogar noch zum Helden.
"As for Dinadan, he and Palomides rode the longth and breaths of England - and every other nation - singing the tales of Arthur and his knights to everyone who would listen, in every language they could learn, for as long as they both lived."
Ich schätze, darum heißt das Buch "The Legend of the King" - es ist der Anfang aller Legenden. Der letzte Satz, unterhalb dem gerade zitierten, ist "Incipit liber Arturi". Wenn mich mein Latein nicht sehr trügt, dann sollte das in etwa "Das Buch Artus' beginnt." heißen.
Mr. Morris - Kompliment. Ein großartiger letzter Band. Danke.