von Neil Gaiman
Es gibt viele Welten. Es gibt viele sterbliche Wesen, Götter inklusive. Und es gibt die sieben Endless, Personifikationen von Prinzipien und Ideen. Sie waren da, bevor die Welten enstanden, und sie werden da sein, solange es Wesen gibt, die wahnsinnig werden, begehren, verzweifeln, zerstören, oder träumen. Solange es eine Zukunft gibt. Und am Ende wird Death es sein, die die Tür hinter dem Universum schließt und das Licht ausmacht.
Auch die Endless sind nicht unsterblich, doch werden sie getötet, nimmt einfach nur ein anderer Aspekt ihrer den Platz des Vorgängers ein.
Darum gebeten, in weniger als 25 Worten zu erklären, worum es in "Sandman" geht, hat Neil Gaiman geantwortet: "The Lord of Dreams learns that one must change or die and makes his decision."
Natürlich läßt das eine Menge außen vor, aber ich denke, das trifft es ganz gut - sollte es auch, immerhin sollte der Autor wissen, um was es geht.
"Sandman" ist ein Comicwerk in 75 Bänden plus ein paar Extrabände, und umfaßt über 2000 Seiten. Eine Buchserie mit 75 Bänden würde ich nicht anfassen, denn da wird man ja nie fertig, und auch so habe ich etwa drei volle Tage zum Lesen gebraucht. Bei so langen Werken muß ich am Stück lesen, weil ich sonst die Lust verliere, es zur Seite lege und nie zuende bringe. Es ist also schon für den Leser eine nicht zu unterschätzende Aufgabe.
Was für eine Aufgabe es für Gaiman gewesen ist, will ich mir lieber nicht vorstellen. Die 75 Bände bilden im Ganzen eine Einheit. Es gibt einzelne Bände, mit losgelösten Geschichten oder mit Geschichten in Geschichten, und es gibt Handlungsstränge, die sich über 10 Bände erstrecken, und alle haben Querverweise auf andere Bände oder erklären Dinge, die passiert sind oder noch passieren werden. Denn chronologisch sind die Bände und Zyklen auch nicht. Man muß schon sehr genau lesen oder man fragt sich irgendwann bei jeder neuen Figur "Sollte ich die kennen und wenn ja, wer ist das?"
"Sandman" ist mehr oder weniger monatlich erschienen, über Jahre hinweg, und wurde während dieser Erscheinungsphase auch geschrieben. Das merkt man. Tauchen anfangs noch immer wieder andere Comichelden auf - von Batman bis Constantine - nehmen die mythologischen Charaktere immer mehr überhand, je weiter die Serie fortschreitet. Gaiman besitzt ein detailliertes Wissen in Mythologie. Seine Interpretationen von Göttern und Helden sind eigen, manchmal extrem und manchmal schräg, aber sie bleiben den Vorbildern immer treu. Alleine das macht einen gewissen Reiz aus. Und bei Gaiman kann man eigentlich immer sicher sein, daß er sich bei seinen kleinen Scherzen und Verweisen etwas gedacht hat. Ich verstehe sicher nicht alles, aber das macht ja nichts, es ist spaßig.
Nicht zu vergessen gibt es nette Details wie die Person, die ein Ort ist, die erste alle Geschichten (Genesis), in der sich noch heute Cain und Abel streiten, Luzifer, der die Hölle einfach mal zumacht und den Schlüssel dazu verschenkt, und einen Gott der Ordnung "here incarnated for our enjoyment in the shape of a cardbord box".
Wie bei jeder Reihe schwankt die Qualität der Geschichten selbst - einige fand ich sehr gut, andere eher langweilig - und weil es eine Comicreihe mit mehreren Zeichnern ist, gibt es auch sehr verschiedene Kunststile. Nicht alle mag ich, einige sind brilliant, alleine schon von dem künstlerischen Können, was dahintersteckt.
Es gibt eine Fülle von immer wieder auftretenden Figuren, auch neben den zentralen sieben Endless - Destiny, Death, Dream, Destruction, Desire, Despair und Delirium (ehemals Delight). Ja, Gamain hat eine bessere Erklärung dafür parat, warum es ausgerechnet diese sieben sind, als die Tatsache, daß sie alle mit "D" anfangen. ;)
Dream - der titelgebende Sandman - ist logischerweise die Hauptperson, und auch der Menschlichste von allen sieben (sieht man man von Destruction ab, aber der hat ja gekündigt). Er ist eine eher melancholische, einsame und tragische Figur, deren größter Motor erstaunlicherweise Verantwortung ist. Hätte ich in einem Comic nicht erwartet... Delirium finde ich eher nervig (aber das hat mich nicht überrascht), Desire ist ein wenig stereotyp, aber gut gemacht, und Despair erstaunlicherweise ein sehr interessanter Charakter. Über Destiny und Death erfährt man nicht viel, aber gerade darum mag ich die beiden vielleicht auch.
Am Ende hat es Höhen und Tiefen, Bände, die ausgezeichnet gelungen sind, Bände, die ich eher überflüssig fand - und Neil Gaiman ist einfach ein großartiger Geschichtenerzähler.
Es gibt viele Welten. Es gibt viele sterbliche Wesen, Götter inklusive. Und es gibt die sieben Endless, Personifikationen von Prinzipien und Ideen. Sie waren da, bevor die Welten enstanden, und sie werden da sein, solange es Wesen gibt, die wahnsinnig werden, begehren, verzweifeln, zerstören, oder träumen. Solange es eine Zukunft gibt. Und am Ende wird Death es sein, die die Tür hinter dem Universum schließt und das Licht ausmacht.
Auch die Endless sind nicht unsterblich, doch werden sie getötet, nimmt einfach nur ein anderer Aspekt ihrer den Platz des Vorgängers ein.
Darum gebeten, in weniger als 25 Worten zu erklären, worum es in "Sandman" geht, hat Neil Gaiman geantwortet: "The Lord of Dreams learns that one must change or die and makes his decision."
Natürlich läßt das eine Menge außen vor, aber ich denke, das trifft es ganz gut - sollte es auch, immerhin sollte der Autor wissen, um was es geht.
"Sandman" ist ein Comicwerk in 75 Bänden plus ein paar Extrabände, und umfaßt über 2000 Seiten. Eine Buchserie mit 75 Bänden würde ich nicht anfassen, denn da wird man ja nie fertig, und auch so habe ich etwa drei volle Tage zum Lesen gebraucht. Bei so langen Werken muß ich am Stück lesen, weil ich sonst die Lust verliere, es zur Seite lege und nie zuende bringe. Es ist also schon für den Leser eine nicht zu unterschätzende Aufgabe.
Was für eine Aufgabe es für Gaiman gewesen ist, will ich mir lieber nicht vorstellen. Die 75 Bände bilden im Ganzen eine Einheit. Es gibt einzelne Bände, mit losgelösten Geschichten oder mit Geschichten in Geschichten, und es gibt Handlungsstränge, die sich über 10 Bände erstrecken, und alle haben Querverweise auf andere Bände oder erklären Dinge, die passiert sind oder noch passieren werden. Denn chronologisch sind die Bände und Zyklen auch nicht. Man muß schon sehr genau lesen oder man fragt sich irgendwann bei jeder neuen Figur "Sollte ich die kennen und wenn ja, wer ist das?"
"Sandman" ist mehr oder weniger monatlich erschienen, über Jahre hinweg, und wurde während dieser Erscheinungsphase auch geschrieben. Das merkt man. Tauchen anfangs noch immer wieder andere Comichelden auf - von Batman bis Constantine - nehmen die mythologischen Charaktere immer mehr überhand, je weiter die Serie fortschreitet. Gaiman besitzt ein detailliertes Wissen in Mythologie. Seine Interpretationen von Göttern und Helden sind eigen, manchmal extrem und manchmal schräg, aber sie bleiben den Vorbildern immer treu. Alleine das macht einen gewissen Reiz aus. Und bei Gaiman kann man eigentlich immer sicher sein, daß er sich bei seinen kleinen Scherzen und Verweisen etwas gedacht hat. Ich verstehe sicher nicht alles, aber das macht ja nichts, es ist spaßig.
Nicht zu vergessen gibt es nette Details wie die Person, die ein Ort ist, die erste alle Geschichten (Genesis), in der sich noch heute Cain und Abel streiten, Luzifer, der die Hölle einfach mal zumacht und den Schlüssel dazu verschenkt, und einen Gott der Ordnung "here incarnated for our enjoyment in the shape of a cardbord box".
Wie bei jeder Reihe schwankt die Qualität der Geschichten selbst - einige fand ich sehr gut, andere eher langweilig - und weil es eine Comicreihe mit mehreren Zeichnern ist, gibt es auch sehr verschiedene Kunststile. Nicht alle mag ich, einige sind brilliant, alleine schon von dem künstlerischen Können, was dahintersteckt.
Es gibt eine Fülle von immer wieder auftretenden Figuren, auch neben den zentralen sieben Endless - Destiny, Death, Dream, Destruction, Desire, Despair und Delirium (ehemals Delight). Ja, Gamain hat eine bessere Erklärung dafür parat, warum es ausgerechnet diese sieben sind, als die Tatsache, daß sie alle mit "D" anfangen. ;)
Dream - der titelgebende Sandman - ist logischerweise die Hauptperson, und auch der Menschlichste von allen sieben (sieht man man von Destruction ab, aber der hat ja gekündigt). Er ist eine eher melancholische, einsame und tragische Figur, deren größter Motor erstaunlicherweise Verantwortung ist. Hätte ich in einem Comic nicht erwartet... Delirium finde ich eher nervig (aber das hat mich nicht überrascht), Desire ist ein wenig stereotyp, aber gut gemacht, und Despair erstaunlicherweise ein sehr interessanter Charakter. Über Destiny und Death erfährt man nicht viel, aber gerade darum mag ich die beiden vielleicht auch.
Am Ende hat es Höhen und Tiefen, Bände, die ausgezeichnet gelungen sind, Bände, die ich eher überflüssig fand - und Neil Gaiman ist einfach ein großartiger Geschichtenerzähler.