blauerfalke: (geschichten)
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Ich habe vor etwa vier Jahren mal einen Film gesehen, der hieß "Stormriders". Die Protagonisten hießen Cloud und Wind, und es ging darum, daß ein Fürst die beiden als Brüder aufgezogen hat, sie dann aber gegeneinander ausspielt, indem er dem einen seine Tochter zur Frau gibt - am Ende tötet er seine eigene Tochter und die beiden Jungs verbünden sich und töten ihn. Das ist zumindest das, was ich vom Plot noch weiß, und daß mir der Film insgesamt ganz gut gefallen hat. Jetzt bin ich beim Einkaufen an "Storm Warriors" geraten, er war günstig, also, warum nicht?


Es ist nicht wirklich ein zweiter Teil. Wind und Cloud spielen wieder die Hauptrollen und ein Haufen Leute kommt vor, von dem wohl erwartet wird, daß ich die schon kenne - leider kann ich mich an keinen davon erinnern. Ist wohl doch etwas lange her mit dem ersten Teil... egal. Ein japanischer Warlord will China erobern. Dazu schaltet er erstmal alle Kampfkunstmeister aus, und Cloud und Wind sollen ihn jetzt aufhalten. Da man sich aber so schnell nicht in der Kampfkunst perfektionieren kann, wird entschieden, daß einer von ihnen den Pfad des Bösen einschlagen soll, um mächtig genug zu werden, China zu retten. Cloud meldet sich freiwillig, aber der entsprechende Lehrmeister hält ihn für zu ungestüm und wählt Wind. Wind bittet Cloud darum, daß der ihn töten soll, wenn sich herausstellt, daß er nicht stark genug ist, dem Bösen am Ende zu widerstehen.
Während Wind in einem Pool mit schwarzem Wasser sitzt, kehrt Cloud zu ihrem alten Lehrmeister Nameless zurück, um sich dort zu vervollommnen. Unter Nameless' Anleitung erfindet er über 20 neue Schwerttechniken und seinen eigenen Kampfstil, dann wird er dem bösen Warlord hinterhergeschickt, der grade dabei ist, in die Drachengruft einzudringen, um dort einen Knochen (der sich als ganzes Rückgrat herausstellt) zu stehlen, von dem abhängt, ob China untergeht oder nicht.
Es kommt zum Duell, es sieht schlecht aus für Cloud, da taucht plötzlich Wind auf - und greift Cloud an. Während die beiden kämpfen, kann der Warlord den Knochen stehlen, was Wind dann doch dazu bringt, den Warlord anzugreifen - die folgende Kampfszene ist absolut großartig und jeder kämpft gegen jeden. Am Ende gelingt es Wind und Cloud, den Warlord zu töten, aber Wind entkommt mit dem Knochen.
Bei der nun folgenden Jagd ergreift das Böse immer mehr Besitz von Wind, und im finalen Duell mit Cloud verletzt er seine eigene Geliebte. Cloud bringt es nicht fertig, Wind zu töten, erst als der Clouds Geliebte tötet, findet er die Kraft zum finalen Angriff.

Ich habe mir vor dem Film die Extras angesehen, weil ich gehofft habe, etwas über die Charaktere und die Handlung zu erfahren dabei. Die Infos waren dürftig, aber es gab immerhin ein paar, und den Hinweis, daß es in der Geschichte vor allem um Opferbereitschaft geht (da ich es wußte, finde ich, das das auch deutlich zu erkennen ist - keine Ahnung, wies gewesen wäre, wenn ich das nicht gewußt hätte). Außerdem betonen alle Beteiligten, wie großartig ihre Special Effects und Kampfszenen sind, und daß der Film zu 70% daraus besteht. Aber daß er natürlich trotzdem episch ist. Okay.

Zunächst zu diesem herausgestellten Teil: ihre Special Effects sind super. Ihre Kampfszenen sind super. Die gesamte Bildkomposition ist gewaltig. Ihre Hintergrundbilder sind atemberaubend, die Kulissen großartig. Die Kamerawinkel und Zeitlupen sind mit maximaler Wirkung eingesetzt. Stil ist das wichtigste Mittel dieses Films, und das haben sie dermaßen ausgenutzt, daß die volle Lauflänge von etwas über 100 Minuten damit so voll ist, daß sie eigentlich gar keine Handlung mehr bräuchten, um einen in Atem zu halten.
Ihre Handlung ist immerhin einigermaßen verständlich (ob nur, weil ich vorher die Interviews gesehen habe...). Auch sie ist stilisiert und hat große Lücken und Logikfehler. Der größte davon ist der Verbleib des Sohnes des Warlords, der mit einem kaiserlichen Soldaten um den Knochen kämpft, ihn dabei zerbricht und danach nie wieder auftritt. Genau wie der Knochen übrigens. Darüber hinaus kommen sicher sehr viele Symbole vor, die ich einfach nicht verstehe, weil ich mich mit chinesischer Kultur nicht gut genug auskenne. Der kehrende Mann zum Beispiel.

Die sympatischste Figur ist Nameless. Cloud könnte ich sympatisch finden, wenn er seine Geliebte nicht so schlecht behandeln würde - warum er das tut, ist mir auch nicht klar. Da das Ganze auf einem Manga basiert, kann es natürlich sein, daß solche Dinge in den Heften erklärt werden, darum jedem Kinogänger geläufig sind und um Film nicht vorkommen müssen. Wie bei anderen Buchverfilmungen eben auch.
Beziehungen zwischen den Figuren bleiben oberflächlich und nur skizziert, aber ich denke, das ist ein Stilmittel. Oder bei chinesischen Filmen einfach so üblich. Ich erinnere mich daran, "Der Fluch der Goldenen Blume" gar nicht verstanden zu haben, aber auch der war toll fotographiert - ich tendiere dazu, zu sagen, daß "Storm Warriors" sogar noch toller fotographiert ist. Auch wenns natürlich ein ganz anderer Film ist.

Was mich auch beeindruckt ist, daß sie dieselben Hauptdarsteller haben wie bei "Stormriders", und das zehn Jahre nach dem ersten Teil. Ganz ehrlich, Hut ab.
Außerdem haben sie Nicholas Tse als Sohn vom Warlord, der seine Rolle im Interview treffend mit "Ich bin der Sohn des Warlords und ich bringe die Familie des Emperors um." zusammenfasst - genau so ist es. Daß er ein großartige Schwertkämpfer ist, darf er nicht zeigen, ich glaube, er zieht nichtmal ein Schwert, auch die Familie tötet er mit bloßen Händen. Dafür sieht er stylisch aus und ist cool.

Was mich nicht beeindruckt hat, war die Synchronisation. Ich spreche kein Kantonesisch, darum habe ich keine Ahnung, wie nah sie dran waren, aber da sie schon bei den Extras Unsinn übersetzt haben... Die Untertitel bezeichnen Winds Augen abwechselnd als grün und rot, dabei sind sie deutlich zu sehen gelb. Wie ein Vampir halt, und seine Haut wird auch blaß - nein, er glitzert nicht, aber er sieht sehr viel stylischer aus als alles, was ich von Edward gesehen habe.
Andere Erklärungen wie "Wenn sich das Böse mit Wasser gefüllt hat, ist deine Ausbildung beendet." sind auch eher unverständlich... es handelt sich bei "das Böse" um das entsprechende Kanji, das mit dem Pool des Bösen in Verbindung steht, aber das erfährt man erst später.
Es kann also durchaus sein, daß nicht nur ein typischer Filmstil, sondern auch eine unglückliche Übersetzung dazu beiträgt, daß die Story Lücken zu haben scheint. Kann ich nicht beurteilen.
Und natürlich heißen die Leute in chinesischen Filmen Cloud, Wind, Heart, Godless, Wicked, Nameless, Second Dream und Ghosttiger. Kennt man ja. ;)

Sie halten also, was sie versprechen: einen toll fotographierten, epischen Film mit großartigen Kampfszenen. Und Nicholas Tse. *g* Nein, auch Aaron Kwok (Cloud) und Ekin Cheng (Wind) machen ihre Sache toll. Ich denke, irgendwann schaff ich mir Teil eins auch noch an. Schon alleine, um zu gucken, ob die Figuren da wirklich alle drin vorkamen, oder ob das villeicht doch nicht der Fall ist.
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