blauerfalke: (geschichten)
[personal profile] blauerfalke
von Neil Gaiman

Shadow läßt sich als Bodygard für einen seltsamen Typen namens Wednesday anheuern und gerät damit mitten in einen Krieg zwischen übernatürlichen Wesenheiten. Am Ende ist er endgültig Witwer und geht auf Reisen.

Ich glaube, so kann man die Handlung ganz gut zusammenfassen. Im Vorfeld wußte ich quasi die Hälfte davon schon, wobei alle Texte Wednesday immer als "magician" bezeichnen - ich glaube, ich hätte ihn lieber als Zauberer gehabt. Ich war ziemlich enttäuscht, als klar wurde, wer er wirklich ist. Aber gut, man kann halt nicht alles haben. Und mit diesem Wissen macht auch die Shadow-Kurzgeschichte, die ich kenne, mehr Sinn. Auch wenn ich es auch lieber gehabt hätte, wenn Shadow ein normaler Mensch gewesen wäre, denke ich. Aber dann wär halt die Logik weg.

Wie immer bietet Mr.Gaiman eine Menge sehr guter Einfälle und eine Menge Liebe zum Detail. Ich muß zugeben, für mich macht das auch den größten Reiz des Buches aus, die vielen nebenbei-Informationen über kleine Städte im Mittwesten(?) der USA. So weit weg von allem wie da kann man in Deutschland gar nicht sein, weil Deutschland viel kleiner ist, darum ist das schon eine irgendwie besondere Erfahrung. Das ständige Herumfahren zwischen Staaten, von denen ich keine Ahnung habe, wo sie liegen, ist für mich eher verwirrend, aber das liegt halt an mangelnder Bildung. Dafür fand ich die Beschreibung der Roadside Attractions großartig. Ich glaube, die würde ich mir gerne mal ansehen.
Auch wie immer führt einem Mr.Gaiman die eigenen Grenzen in Kenntnis von Mythologie vor Augen. Für mich liegen die eindeutig in der Mythologie der Native Americans. Zum Donnervogel reichts noch, aber der Rest... eben weil mir das fremd ist, fand ich das auch sehr viel spannender als die Personen aus nordischer, ägyptischer oder japanischer Mythologie. Da habe ich schon sehr viel gelesen, da findet sich nicht so schnell etwas Neues. Obwohl ich zugeben muß, dass ich auch von Goldmünzen, die Tote erwecken, noch nichts gehört hatte, und das scheint keltisch zu sein. Immerhin kam ein Leprechaun vor.

Geschrieben ist das Buch natürlich flüssig und sehr unterhaltsam, oft auch lustig. Ich habe die Begründung mit dem Kobold und den Kindern nicht verstanden, aber gut, das habe ich vielleicht überlesen. Kurz vor der Finalschlacht kommt es zu einem sehr geschickten Twist im Plot, mit dem ich nicht gerechnet hatte, der aber im Nachhinein vollkommen logisch ist und dem ganzen erst überhaupt einen Sinn gibt. Finalschlacht ist übrigens realtiv, danach kommt noch ziemlich viel. ;)

War schön zu lesen, aber ich würde es nicht für Mr.Gaimans bestes Werk halten. Er ist ein toller Geschichtenerzähler, aber im Ganzen fand ich, fiel es doch ein bißchen auseinander, auch wenn sich am Ende alle Einschübe zusammenfügten und Sinn machten.

Amerika ist ein schlechtes Land für Götter. Aber wenn Einwanderer kommen, bringen sie ihre Götter eben mit, was will man da machen?

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