blauerfalke: (Falke)
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#15: Pellinore und irgendwer

1.Findest du das gut?
Es ist eine interessante Abwechslung von der ganzen Minne und der ewigen Reinheit und Klarheit und Absolutheit der Liebe. Auch von dem ganzen Gesterbe oder Ins-Kloster-Geherei aus unerwiderter Liebe. Pellinore ist ein sehr außergewöhnlicher Charakter und ich habe über seine ganzen Ehefrauen und Affären keine echte Übersicht, aber die ganze Sache ist auf jeden Fall sehr menschlich. Er ist fehlbar, alle seine Liasons sind es auch... es ist bunt. Und es hat einen gewissen Charme. Wunderlichen, altmodischen, Abenteuergeschichten-Charme.

2.Ist das deine einzig wahre Beziehung für die beiden?
Die bekannteste Beziehung ist sicher Pellinores letzte Ehe, seine Frau Herzeloyde. Denn die ist die Mutter von Parzival, und der hat im Artus-Universum ja eine gewisse Berühmtheit erlangt. Ich finde, diese Beziehung hat gewaltige Logiklücken, und wenn ich die jemals näher beleuchte, muß ich mir da einen guten Grund einfallen lassen, warum Pellinore keine Ahnung hat, wo sein Land ist, aber seine erwachsenen Söhne Lamorack und Aglovale beide Ritter der Tafelrunde sind und zumindest die wissen sollten, wo es ist. Es sei denn, die geographische Verwirrung ist erblich... Ich weiß auch nicht, ob die beiden wirklich von Herzeloyde sind, habe aber auch keine Ahnung, von wem sie sonst sein sollten. Mit Belacane hat Pellinore ja nur Fairfils (der damit der Älteste sein sollte), und wie alt Dornar und die diversen Schwestern sind... Tors Alter tut in der Berechnung nichts zu Sache, der ist ja unehelich.
Ich glaube, dass Herzeloyde und Pellinore sehr glücklich waren, solange sie zusammengelebt haben. Genauso, wie Belacane und Pellinore auch sehr glücklich waren, solage sie zusammengelebt haben. Allerdings scheint es eine schlechte Idee zu sein, seinen Ehemann aus den Augen zu verlieren, wenn man mit Pellinore verheiratet ist. Es könnte sein, dass der sich dann verläuft und nicht mehr wiederkommt, weil er den Weg zurück einfach nicht mehr findet.
Um jetzt die etwas unpassende Frage zu beantworten: alle Beziehungen oder Ehen, die Pellinore hat, sind immer die einzig Wahre. Immer eine einzig Wahre nach der anderen. Pellinore ist kein Mensch, der halb lieben kann.

3.Warum magst du diese Beziehung (nicht)?
Ich mag Pellinore. Ich mag die Widersprüche, die er darstellt, und die andere dazu bringen, ihn falsch einzuschätzen. Dass so viele Leute Probleme mit ihm haben, während er sich nicht einmal vorstellen kann, mit irgendwem ein Problem zu haben. Pellinore kommt mit allen Menschen gut aus. Selbst die, die ihn nicht ernst nehmen, tun das mit einem gewissen Amüsement. Selbst Lamorack, dem sein Vater in gewisser Weise peinlich ist, liebt ihn aufrichtig. Auch Aglovale, der sehr wenig Geduld mit Pellinore hat, würde ihn das nie deutlich merken lassen, weil er weiß, dass ihm das wehtun würde und er ihn nicht enttäuschen will. Auch die versehendlich verlassenen Frauen haben nie Pellinore persönlich einen Vorwurf gemacht, Tors Mutter hat er sogar auf gewisse Weise Gewalt angetan und sie nimmt es ihm nicht übel... Pellinore muss ein sehr charmanter Mensch sein. Vielleicht sogar ein sehr gutaussehender Mann. Aber auf jeden Fall jemand, mit dem Menschen gerne zusammensind, den sie mögen, mit dem sie gerne umgehen. Und den sie vermissen, wenn er weg ist. Ein aufmerksamer, liebender, gütiger Ehemann, und mit Sicherheit ein sehr gut Vater, dem man maximal vorwerfen kann, seine Kinder zu sehr zu lieben und sie darum zu verwöhnen. Pellinore ist ein Familienmensch, der sich ehrlich für die Belange, Freuden und Sorgen seiner Lieben interessiert. Auch sein König ist für ihn so etwas wie ein Familienmitglied. Pellinore würde sich niemals gegen den rechtmäßigen Hochkönig stellen, das ist für ihn absolut undenkbar. Eher würde er sich in sein eigenes Schwert stürzen, und das will etwas heißen. Pellinore ist nämlich auch noch ein gläubiger Christ und Selbstmord eine schwere Sünde. Aber Hochverrat wäre eben noch schlimmer.
Für mich ist Pellinore außerdem ein sehr ehrlicher Mensch mit großem Ehrgefühl. Nicht zu vergessen ist er ein brillanter Kämpfer. Es braucht einen mächtigen Krieger, um Lot im Zweikampf zu besiegen. Pellinore ist jemand, mit dem man rechnen muss und den zu unterschätzen ein schwerer Fehler ist. Die meisten anderen Ritter vergessen das nur gerne, weil Pellinore sich so sorglos verhält und sich nicht an die Regeln von Ernsthaftigkeit, Auftreten in glänzender Rüstung und das generelle Benhemen eines Ritters oder gar Königs hält. Oder besser, halten kann.

4.Hast du noch was Positives/Negatives darüber zu sagen?
Ich will nicht sagen, dass Pellinore verrückt ist. Das ist er nicht. Es gibt Dinge, die er sehr klar sieht und auch niemals vergißt. Es gibt Momente, in denen er sich vollkommen "normal" verhält und denkt. Er hat den Bezug zur Wirklichkeit nicht verloren, er sieht sie nur anders als andere Menschen. Und auch das wie gesagt nicht immer.
Er hat ein paar fixe Vorstellungen, die andere nicht nachvollziehen können. Wie die Jagd nach dem Bellenden Biest, an das keiner außer ihm auch nur glaubt, die er sich zur Lebensaufgabe gemacht hat. Wie die Tatsache, dass er sein Land nicht mehr finden kann (und ihm offenbar auch keiner sagen kann, wo es liegt... ich glaube, sie wagen es einfach nicht, ihm zu sagen, dass jemand anders es an sich gerissen hat...). Wie die Überzeugung, dass Gawain ihn töten wird und sein Entschluss daraus, ihm das vorab schonmal zu vergeben. Ich stelle mir das in etwa in einem Wortlaut von "aber das macht nichts, Junge" vor. Das wäre typisch.
Von Pellinores Warte aus sieht er die Welt sogar sehr klar. Und er findet es wichtig, anderen mitzuteilen, wie er die Welt sieht, damit sie noch besser werden kann. Er ist ein sehr emotionaler Mensch, aber er ist dabei unbedingt ehrlich. Jemand, der keine Angst hat, für das, was er ist, verurteilt oder geringschätzt zu werden. Der über solchen Albernheiten steht. Ja, ich denke wirklich, Pellinore ist ein Mann, dem sich eine Frau nur schwer entziehen kann. Eben durch seine offene Ehrlichkeit. Man kann ihm nur schwer böse sein, denn er meint es ja nicht böse. Er ist ein grundguter Mensch in der reinsten menschlichen Bedeutung, das ist sehr außergewöhnlich. Wahrscheinlich kann man das nur sein, wenn man leicht verwirrt ist. Manchmal. ;)

Date: 2013-02-22 12:52 pm (UTC)
From: [identity profile] rabensturm.livejournal.com
Ich finde Feirefiz ist die hübschere Schreibweise ;)

Date: 2013-02-22 12:58 pm (UTC)
From: [identity profile] blauerfalke.livejournal.com
Ich habs notiert. Noch kann ich mich ja umentscheiden, noch ist er nicht aufgetreten ;)

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