Avalon High
Sep. 27th, 2015 04:47 pmvon Meg Cabot
Artus-Reinkarnantions-Jungendbuch. Die Zielgruppe ist sehr offensichtlich weiblich.
Unsere Heldin heiß Elaine und ist benannt nach Elaine von Astolat, besser bekannt als die Lady von Shalott. Ihre Eltern sind beide Professoren und "Die Lady von Shalott" ist das Lieblingsgedicht ihrer Mutter. Daher schreibt besagte Mutter auch gerade ein Buch darüber. Warum sie das erst tut, wenn ihre Tochter fünfzehn ist, bleibt unklar. Egal.
Die Familie ist gerade umgezogen, in ein Haus mit Pool, auf dem Elaine gerne auf einem Aufblas-Floß herumtreibt. So wie die Lady von Shalott in ihrer Barke nach Camelot getrieben ist.
Außerdem geht mit dem Umzug eine neue Schule einher, die titelgebende Avalon High. Fun Fact: der Schlachtruf der Schule bei Sport etc. ist "Excalibur".
Elaine lernt umgehend Will kennen, den beliebtesten Jungen von Avalon High. Er ist der Star-Quarterback des Footballteams, schreibt nur Einser, hat einen herausragenden Sinn für Gerechtigkeit, ist zu allen nett, setzt sich für die Schwachen ein, ist humorvoll, charmant und unglaublich gutaussehend. Natürlich hat er auch einen besten Freund, der heißt Lance. Wills Freundin ist der Star der Cheerleader und heißt Jennifer. Sie und Lance fangen hinter Wills Rücken etwas miteinander an.
Für jeden, der es jetzt noch immer nicht verstanden hat, rekapituliert Elaine auf Seite 110 die Parallelen aller Beteiligten zur Artussage. Natürlich betont sie dabei, dass sie nicht die Lady von Shalott ist - wer ist auch heute noch so blöd, wegen verschmähter Liebe einfach so zu sterben? Abgesehen davon hat sie sich in Will verknallt und nicht in Lance, und ein gutes Drittel des Buches handelt davon, wie toll, süß und gutaussehend sie ihn findet.
Dann gibt's da noch Mr. Morton, der Literatur unterrichtet und alles versucht, Elaine mit Lance zu verkuppeln, damit Jennifer Will nicht verlässt. Mr. Morton ist nämlich Mitglied des Orden des Bären, der dafür da ist, Artus-Inkarnationen zu finden und zu beschützen, damit Artus die Welt erneut ins Licht führen kann. Die Gegenseite sind die vage benannten Mächte der Dunkelheit mit ihrem Agens Mordred, der in dieser Inkarnation Marco heißt und Wills Stiefbruder ist.
Es gibt ein paar nette Seitenhiebe - Will nennt sein Segelboot Pride Winn, was alle für einen selten blöden Namen für ein Boot halten, aber es klingt immerhin schon irgendwie nach Prydwyn (Artus' Boot). Ebenso wie Cavalier, der Name seiner Hündin, der an Cavall erinnert. Nicht zu vergessen hört Will gerne mittelalterliche Musik und interessiert sich seit neuestem für Politik.
Interessant war vor allem, dass laut der zugrunde liegenden Artus-Theorie Artus und Mordred Halbbrüder waren und dass Uther und Igraine eine Affäre hatten und Uther Gorlois hat umbringen lassen, damit er Artus als seinen Erben legitimieren konnte. Was auch quasi schon alles an Informationen ist, was vorkommt. Außer, dass die Herrin vom See Artus ein Schwert gegeben hat, denn das ist wichtig für die Handlung.
Es ist nett geschrieben. Ich mag Will, das war zu erwarten, und auch Lance und Jennifer sind sympathisch. Elaine ebenfalls in ihrer klaren no-nonsense-Attitüde, und ich halte ihr sehr zugute, dass sie nicht das halbe Buch in Liebeskummer seufzend verbringt, sondern sich praktisch "okay, ich liebe ihn, aber er ist vergeben, sind wir halt nur Freunde" sagt und auch genau so verhält. Die Idee, dass sie Elaine von Astolat sein könnte, findet sie genauso entsetzlich wie ich das auch finden würde, und auch sonst ist sie ein guter, bodenständiger Charakter.
Für meinen Geschmack ist das Buch im Ganzen zu plakativ und zu repetitiv. Will sieht gut aus, Lance hat ein gutes Herz, ist aber nicht grade der Hellste, Jennifer ist schön, aber nicht kalt, und Elaine ist brünett, groß und unscheinbar. Ich hatte es schon beim ersten Mal verstanden, danke. Aber ich bin halt nicht die Zielgruppe, darum denke ich, es ist es schon okay.
Es ist übrigens kein Fehler, dass Will Will heißt, wenn alle anderen ihre eigenen Namen haben - Will ist sein Zweitname. Er heißt eigentlich Arthur, genau wie sein Vater, darum benutzt er den Namen nicht. Und Elaine... wir wollen doch mal nicht zu offensichtlich sein, oder? Sie ist nicht die Lady von Shalott. Warum sollte sie auch? Die hat im Untergang der Tafelrunde noch nie eine Rolle gespielt, das hätte also keinerlei Sinn.
Artus-Reinkarnantions-Jungendbuch. Die Zielgruppe ist sehr offensichtlich weiblich.
Unsere Heldin heiß Elaine und ist benannt nach Elaine von Astolat, besser bekannt als die Lady von Shalott. Ihre Eltern sind beide Professoren und "Die Lady von Shalott" ist das Lieblingsgedicht ihrer Mutter. Daher schreibt besagte Mutter auch gerade ein Buch darüber. Warum sie das erst tut, wenn ihre Tochter fünfzehn ist, bleibt unklar. Egal.
Die Familie ist gerade umgezogen, in ein Haus mit Pool, auf dem Elaine gerne auf einem Aufblas-Floß herumtreibt. So wie die Lady von Shalott in ihrer Barke nach Camelot getrieben ist.
Außerdem geht mit dem Umzug eine neue Schule einher, die titelgebende Avalon High. Fun Fact: der Schlachtruf der Schule bei Sport etc. ist "Excalibur".
Elaine lernt umgehend Will kennen, den beliebtesten Jungen von Avalon High. Er ist der Star-Quarterback des Footballteams, schreibt nur Einser, hat einen herausragenden Sinn für Gerechtigkeit, ist zu allen nett, setzt sich für die Schwachen ein, ist humorvoll, charmant und unglaublich gutaussehend. Natürlich hat er auch einen besten Freund, der heißt Lance. Wills Freundin ist der Star der Cheerleader und heißt Jennifer. Sie und Lance fangen hinter Wills Rücken etwas miteinander an.
Für jeden, der es jetzt noch immer nicht verstanden hat, rekapituliert Elaine auf Seite 110 die Parallelen aller Beteiligten zur Artussage. Natürlich betont sie dabei, dass sie nicht die Lady von Shalott ist - wer ist auch heute noch so blöd, wegen verschmähter Liebe einfach so zu sterben? Abgesehen davon hat sie sich in Will verknallt und nicht in Lance, und ein gutes Drittel des Buches handelt davon, wie toll, süß und gutaussehend sie ihn findet.
Dann gibt's da noch Mr. Morton, der Literatur unterrichtet und alles versucht, Elaine mit Lance zu verkuppeln, damit Jennifer Will nicht verlässt. Mr. Morton ist nämlich Mitglied des Orden des Bären, der dafür da ist, Artus-Inkarnationen zu finden und zu beschützen, damit Artus die Welt erneut ins Licht führen kann. Die Gegenseite sind die vage benannten Mächte der Dunkelheit mit ihrem Agens Mordred, der in dieser Inkarnation Marco heißt und Wills Stiefbruder ist.
Es gibt ein paar nette Seitenhiebe - Will nennt sein Segelboot Pride Winn, was alle für einen selten blöden Namen für ein Boot halten, aber es klingt immerhin schon irgendwie nach Prydwyn (Artus' Boot). Ebenso wie Cavalier, der Name seiner Hündin, der an Cavall erinnert. Nicht zu vergessen hört Will gerne mittelalterliche Musik und interessiert sich seit neuestem für Politik.
Interessant war vor allem, dass laut der zugrunde liegenden Artus-Theorie Artus und Mordred Halbbrüder waren und dass Uther und Igraine eine Affäre hatten und Uther Gorlois hat umbringen lassen, damit er Artus als seinen Erben legitimieren konnte. Was auch quasi schon alles an Informationen ist, was vorkommt. Außer, dass die Herrin vom See Artus ein Schwert gegeben hat, denn das ist wichtig für die Handlung.
Es ist nett geschrieben. Ich mag Will, das war zu erwarten, und auch Lance und Jennifer sind sympathisch. Elaine ebenfalls in ihrer klaren no-nonsense-Attitüde, und ich halte ihr sehr zugute, dass sie nicht das halbe Buch in Liebeskummer seufzend verbringt, sondern sich praktisch "okay, ich liebe ihn, aber er ist vergeben, sind wir halt nur Freunde" sagt und auch genau so verhält. Die Idee, dass sie Elaine von Astolat sein könnte, findet sie genauso entsetzlich wie ich das auch finden würde, und auch sonst ist sie ein guter, bodenständiger Charakter.
Für meinen Geschmack ist das Buch im Ganzen zu plakativ und zu repetitiv. Will sieht gut aus, Lance hat ein gutes Herz, ist aber nicht grade der Hellste, Jennifer ist schön, aber nicht kalt, und Elaine ist brünett, groß und unscheinbar. Ich hatte es schon beim ersten Mal verstanden, danke. Aber ich bin halt nicht die Zielgruppe, darum denke ich, es ist es schon okay.
Es ist übrigens kein Fehler, dass Will Will heißt, wenn alle anderen ihre eigenen Namen haben - Will ist sein Zweitname. Er heißt eigentlich Arthur, genau wie sein Vater, darum benutzt er den Namen nicht. Und Elaine... wir wollen doch mal nicht zu offensichtlich sein, oder? Sie ist nicht die Lady von Shalott. Warum sollte sie auch? Die hat im Untergang der Tafelrunde noch nie eine Rolle gespielt, das hätte also keinerlei Sinn.