Das Buch zum Buch
May. 8th, 2023 07:28 pmvon Rainer Moritz
Der Klappentext klingt nach Sachbuch: "Die Welt der Bücher und Büchermacher - für viele Leser ein Buch mit sieben Siegeln. Jetzt nicht mehr, denn Verlagsleiter Reiner Moritz plaudert aus dem Nähkästchen und lässt hinter die Kulissen des Literaturbetriebes blicken."
Wahrscheinlich soll das "Nähkästchen" der erste Hinweis sein, denn es handelt sich um eine Zusammenstellung von Kolumnen, die Herr Moritz für den Berliner "Tagesspiegel" geschrieben hat. Das heisst, es ist keine Erklärung darüber, wie man in der Welt der Verlage so arbeitet oder gar, wie ein Buch entsteht, sondern eine Sammlung launiger Anekdoten, die zwar alle irgendwie mit Literatur, Büchern, Büchenmessen, Autoren, Lektoren, Büchereien und natürlich auch Lesern zu tun haben, aber wirklich informativ ist daran so gut wie gar nichts. Es ist unterhaltsam, hat diesen leicht snobistischen Germanisten-Humor, den man erwartet, und bedient das gute alte deutsche Vorurteil, dass es "wertvolle" und "wertlose" Litertur gibt, und dass die Bildung stetig den Bach runtergeht.
Da ich fast keines der erwähnten Werke weder der einen noch der anderen Seite gelesen habe, konnte ich mich nicht persönlich angegriffen fühlen, was bei so einem Werk auch immer zum Lesegenuss beiträgt. Wer hört sich schon gerne auf hundert Seiten wiederholt an, dass er nur Schund liest? Zumal wie immer unklar bleibt, warum das eine wertvoll und das andere wertlos ist (was in der Natur der Sache liegt und was ich auch nicht erwarten würde, dass das jemand nachvollziehbar erklären kann).
Ich persönlich kann an dieser Art Texten Spaß haben, auch wenn das Buch merklich in seiner Zeit - 2002 - verankert ist, mit Verweisen auf Persönlichkeiten des öffentlichen (nicht nur literarischen) Lebens. Wahrscheinlich dem Alter geschuldet ist es auch frauenfeindlicher, als man es heute schreiben würde. Muss man im Kontext der Zeit lesen, und solche Stellen sind zum Glück nur sehr selten.
Ich fand es also unterhaltsam, auf seine elitäre, verschrobene und so typisch deutsch-kulturelle Art. Und wahrscheinlich war es unterhaltsamer als das Sachbuch, was ich erwartet hatte. Das wäre sicher sehr trocken geworden.
Wer gerne solche Zeitungs-Kolumnen liest - klare Empfehlung. Wer nicht - Finger weg.
Der Klappentext klingt nach Sachbuch: "Die Welt der Bücher und Büchermacher - für viele Leser ein Buch mit sieben Siegeln. Jetzt nicht mehr, denn Verlagsleiter Reiner Moritz plaudert aus dem Nähkästchen und lässt hinter die Kulissen des Literaturbetriebes blicken."
Wahrscheinlich soll das "Nähkästchen" der erste Hinweis sein, denn es handelt sich um eine Zusammenstellung von Kolumnen, die Herr Moritz für den Berliner "Tagesspiegel" geschrieben hat. Das heisst, es ist keine Erklärung darüber, wie man in der Welt der Verlage so arbeitet oder gar, wie ein Buch entsteht, sondern eine Sammlung launiger Anekdoten, die zwar alle irgendwie mit Literatur, Büchern, Büchenmessen, Autoren, Lektoren, Büchereien und natürlich auch Lesern zu tun haben, aber wirklich informativ ist daran so gut wie gar nichts. Es ist unterhaltsam, hat diesen leicht snobistischen Germanisten-Humor, den man erwartet, und bedient das gute alte deutsche Vorurteil, dass es "wertvolle" und "wertlose" Litertur gibt, und dass die Bildung stetig den Bach runtergeht.
Da ich fast keines der erwähnten Werke weder der einen noch der anderen Seite gelesen habe, konnte ich mich nicht persönlich angegriffen fühlen, was bei so einem Werk auch immer zum Lesegenuss beiträgt. Wer hört sich schon gerne auf hundert Seiten wiederholt an, dass er nur Schund liest? Zumal wie immer unklar bleibt, warum das eine wertvoll und das andere wertlos ist (was in der Natur der Sache liegt und was ich auch nicht erwarten würde, dass das jemand nachvollziehbar erklären kann).
Ich persönlich kann an dieser Art Texten Spaß haben, auch wenn das Buch merklich in seiner Zeit - 2002 - verankert ist, mit Verweisen auf Persönlichkeiten des öffentlichen (nicht nur literarischen) Lebens. Wahrscheinlich dem Alter geschuldet ist es auch frauenfeindlicher, als man es heute schreiben würde. Muss man im Kontext der Zeit lesen, und solche Stellen sind zum Glück nur sehr selten.
Ich fand es also unterhaltsam, auf seine elitäre, verschrobene und so typisch deutsch-kulturelle Art. Und wahrscheinlich war es unterhaltsamer als das Sachbuch, was ich erwartet hatte. Das wäre sicher sehr trocken geworden.
Wer gerne solche Zeitungs-Kolumnen liest - klare Empfehlung. Wer nicht - Finger weg.