Edelsteintrilogie
May. 8th, 2023 07:42 pmvon Kerstin Gier
Die Reihe besteht aus "Rubinrot", "Saphirblau" und "Smaragdgrün".
Gwendolyn lebt mit ihrer Großmutter, ihrer Großtante, Tante, ihrer Cousine Charlotte, ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern in einem großen, alterwürdigen Haus, das sogar einen Butler hat (das Ganze spielt in England, zum größte Teil in London). Charlotte ist etwas ganz Besonderes, denn sie hat das Zeitreise-Gen geerbt, und wird schon seit Jahren dazu ausgebildet, sich in den vergangenen Jahrhunderten zurechtzufinden und dort nicht aufzufallen, denn jeder, der dieses Gen hat, muss sich in den Dienst der Gesellschaft des Grafen von St. Germain stellen, die an der Ausrottung aller Krankheiten und Übel der Menschheit arbeitet.
Nur stellt sich dann heraus, dass es nicht Charlotte ist, die das Gen geerbt hat, sondern Gwendolyn. Und die ist auf gar nichts vorbereitet und die Zeit drängt, so dass auch niemand mehr Zeit und Lust dazu hat, ihr wichtige Dinge zu erklären und beizubringen. Da sie nicht von Kindesbeinen an von der Gesellschaft indoktriniert wurde, gilt sie nicht als vertrauenswürdig - da hilft es auch nichts, dass sie mit der ganzen Sache eigentlich gar nichts zu tun haben will. Was übrigens nicht das Schlechteste ist, wie sich herausstellt. Denn eigentlich ist gar nichts so, wie es den Anschein hat.
Die Reihe war vor ein paar Jahren ein großer Hype und hat es zu einer Verfilmung in mehreren Teilen gebracht. Die Trailer sahen nicht besonders spannend aus, aber ich dachte mir, reinlesen kann man ja mal. So als "irgendwann mal" - ich bin nicht die Zielgruppe, denn der Untertitel ist "Liebe geht durch alle Zeiten", und das klingt ja eher nach fluffiger Jugend-Liebesgeschichte mit ganz vielen lustigen Missverständnissen vor einer mehr oder weniger spannend-mysteriösen Hintergrundstory. Was für zwischendurch, wenn ich mal locker was lesen will.
All diese Versprechungen hat es auch gehalten - abgesehen von den lustigen Missverständnissen, die waren nicht dabei - aber es war sehr viel besser zu lesen als erwartet. Es ist einfach gut geschrieben, stilistisch sehr flüssig und stimmig, gut lesbar, kaum Längen, humorvoll und unterhaltsam. Es wird nie sinnlos an der Spannungsschraube gedreht, nie im Namen von Schockeffekt oder Suspense die Handlung hingehalten. Es gibt eine Menge gut gemachter Charaktere, viele davon sehr schräg, aber nie so übertrieben, dass sie nicht mehr glaubhaft sind. Die Protagonisten sind alle zwischen sechzehn und zwanzig, das hilft auch bei einer Liebesgeschichte (sorry, 12 finde ich zu früh für sowas), und die emotionalen Achterbahnen erscheinen auch mir außerhalb der Zielgruppe nicht übertrieben. Teenager glaubhaft und lesbar dargestellt, ohne dass irgendwelche Krisen ausufern oder verantwortungsloses Verhalten übertrapaziert wird.
Eben wirklich gut geschrieben, stimmig, unterhaltsam, mit vielen netten Ideen. So, dass ich auch mühelos dreimal 800 Seiten drangeblieben bin, obwohl kein Charakter dabei war, der in mein Schema passt. Es waren genug dabei, die ich genug mochte, um dran zu bleiben.
Die ganze Hintergrundsache mit dem Zeitreise-Gen und dem Stein der Weisen etc. bleibt wie erwartet etwas vage und ausgegoren, und wer warum wann wie lange jetzt unsterblich ist, ist mir auch nicht ganz klar geworden, aber das spielt im Grunde auch keine Rolle. Wir haben sowas wie ein Happy End und auch wenn wir das nicht hätten, wäre die ganze Gesellschaft jetzt eh überflüssig. Es werden ja auch keine Zeitreisenden mehr nachkommen, wenn ich das richtig verstanden habe. Gwendolyn war die Letzte.
Pluspunkte dafür, dass die Protagonistin die Sache mit dem Zeitparadoxon - es sollte vollkommen egal sein, aus welchem Zeitpunkt man in einen Zeitpunkt der Vergangenheit springt - sofort verstanden hat, und mehrfach darauf hinweist. Minuspunkt dafür, dass so wenig auf Großtante Maddies verworrene Visionen gehört wird, auch wenn sie alle wissen, dass sie immer Recht hat. (Panther - schwarzer Leopard... das hätte doch mal jemand merken können, oder?)
Und wo genau in der Linie Mr. Bernhard steht, habe ich mir ergoogled. Den Verweis hatte ich immerhin verstanden und die restlichen Infos standen nicht im Buch.
Sehr gut lesbar. Sehr positve Überraschung.
Die Reihe besteht aus "Rubinrot", "Saphirblau" und "Smaragdgrün".
Gwendolyn lebt mit ihrer Großmutter, ihrer Großtante, Tante, ihrer Cousine Charlotte, ihrer Mutter und ihren beiden Geschwistern in einem großen, alterwürdigen Haus, das sogar einen Butler hat (das Ganze spielt in England, zum größte Teil in London). Charlotte ist etwas ganz Besonderes, denn sie hat das Zeitreise-Gen geerbt, und wird schon seit Jahren dazu ausgebildet, sich in den vergangenen Jahrhunderten zurechtzufinden und dort nicht aufzufallen, denn jeder, der dieses Gen hat, muss sich in den Dienst der Gesellschaft des Grafen von St. Germain stellen, die an der Ausrottung aller Krankheiten und Übel der Menschheit arbeitet.
Nur stellt sich dann heraus, dass es nicht Charlotte ist, die das Gen geerbt hat, sondern Gwendolyn. Und die ist auf gar nichts vorbereitet und die Zeit drängt, so dass auch niemand mehr Zeit und Lust dazu hat, ihr wichtige Dinge zu erklären und beizubringen. Da sie nicht von Kindesbeinen an von der Gesellschaft indoktriniert wurde, gilt sie nicht als vertrauenswürdig - da hilft es auch nichts, dass sie mit der ganzen Sache eigentlich gar nichts zu tun haben will. Was übrigens nicht das Schlechteste ist, wie sich herausstellt. Denn eigentlich ist gar nichts so, wie es den Anschein hat.
Die Reihe war vor ein paar Jahren ein großer Hype und hat es zu einer Verfilmung in mehreren Teilen gebracht. Die Trailer sahen nicht besonders spannend aus, aber ich dachte mir, reinlesen kann man ja mal. So als "irgendwann mal" - ich bin nicht die Zielgruppe, denn der Untertitel ist "Liebe geht durch alle Zeiten", und das klingt ja eher nach fluffiger Jugend-Liebesgeschichte mit ganz vielen lustigen Missverständnissen vor einer mehr oder weniger spannend-mysteriösen Hintergrundstory. Was für zwischendurch, wenn ich mal locker was lesen will.
All diese Versprechungen hat es auch gehalten - abgesehen von den lustigen Missverständnissen, die waren nicht dabei - aber es war sehr viel besser zu lesen als erwartet. Es ist einfach gut geschrieben, stilistisch sehr flüssig und stimmig, gut lesbar, kaum Längen, humorvoll und unterhaltsam. Es wird nie sinnlos an der Spannungsschraube gedreht, nie im Namen von Schockeffekt oder Suspense die Handlung hingehalten. Es gibt eine Menge gut gemachter Charaktere, viele davon sehr schräg, aber nie so übertrieben, dass sie nicht mehr glaubhaft sind. Die Protagonisten sind alle zwischen sechzehn und zwanzig, das hilft auch bei einer Liebesgeschichte (sorry, 12 finde ich zu früh für sowas), und die emotionalen Achterbahnen erscheinen auch mir außerhalb der Zielgruppe nicht übertrieben. Teenager glaubhaft und lesbar dargestellt, ohne dass irgendwelche Krisen ausufern oder verantwortungsloses Verhalten übertrapaziert wird.
Eben wirklich gut geschrieben, stimmig, unterhaltsam, mit vielen netten Ideen. So, dass ich auch mühelos dreimal 800 Seiten drangeblieben bin, obwohl kein Charakter dabei war, der in mein Schema passt. Es waren genug dabei, die ich genug mochte, um dran zu bleiben.
Die ganze Hintergrundsache mit dem Zeitreise-Gen und dem Stein der Weisen etc. bleibt wie erwartet etwas vage und ausgegoren, und wer warum wann wie lange jetzt unsterblich ist, ist mir auch nicht ganz klar geworden, aber das spielt im Grunde auch keine Rolle. Wir haben sowas wie ein Happy End und auch wenn wir das nicht hätten, wäre die ganze Gesellschaft jetzt eh überflüssig. Es werden ja auch keine Zeitreisenden mehr nachkommen, wenn ich das richtig verstanden habe. Gwendolyn war die Letzte.
Pluspunkte dafür, dass die Protagonistin die Sache mit dem Zeitparadoxon - es sollte vollkommen egal sein, aus welchem Zeitpunkt man in einen Zeitpunkt der Vergangenheit springt - sofort verstanden hat, und mehrfach darauf hinweist. Minuspunkt dafür, dass so wenig auf Großtante Maddies verworrene Visionen gehört wird, auch wenn sie alle wissen, dass sie immer Recht hat. (Panther - schwarzer Leopard... das hätte doch mal jemand merken können, oder?)
Und wo genau in der Linie Mr. Bernhard steht, habe ich mir ergoogled. Den Verweis hatte ich immerhin verstanden und die restlichen Infos standen nicht im Buch.
Sehr gut lesbar. Sehr positve Überraschung.