Gentlemen können es selbst
Apr. 2nd, 2017 01:05 pmvon Alexander Spoerl
Ich habe das Buch aus einem Bücherschrank. Es sah nett aus, altmodisch, Leinen-Einband... Ich hatte sowas wie ein frühes Do it yourself-Buch erwartet. Eine Anleitung für den Gentleman von damals, wie man wichtige Tätigkeiten im Haushalt ausführt. Dass die Kapitel Überschriften haben wie "Einen Knopf annähen" oder "Radio hören", sprach für meine Vermutung.
Leider war sie falsch. Es ist ein Buch, dass sich mit Haushaltstätigkeiten beschäftigt, aber eher auf einer, sagen wir, philosphischen Ebene. Ich denke, es soll unterhaltsam sein, leicht ironisch im besten Fall, spöttisch und sexistisch im schlimmsten Fall. Der Knopf ist am Ende des Kapitels noch immer ab, falls sich nicht zwischenzeitlich die Ehefrau, die Sekretärin oder die Hauswirtin erbarmt hat, und sonst kauft man halt ein neues Hemd. Das kann auch für den Gentleman von 1966 keine echte Lösung gewesen sein, also ist Dinge selbst tun können ganz sicher nicht der Sinn dieses Buches.
Man muss es als Sammlung von Glossen lesen, und natürlich im Kontext der Zeit. Sonst ist es vollkommen unerträglich.
Ich habe das Buch aus einem Bücherschrank. Es sah nett aus, altmodisch, Leinen-Einband... Ich hatte sowas wie ein frühes Do it yourself-Buch erwartet. Eine Anleitung für den Gentleman von damals, wie man wichtige Tätigkeiten im Haushalt ausführt. Dass die Kapitel Überschriften haben wie "Einen Knopf annähen" oder "Radio hören", sprach für meine Vermutung.
Leider war sie falsch. Es ist ein Buch, dass sich mit Haushaltstätigkeiten beschäftigt, aber eher auf einer, sagen wir, philosphischen Ebene. Ich denke, es soll unterhaltsam sein, leicht ironisch im besten Fall, spöttisch und sexistisch im schlimmsten Fall. Der Knopf ist am Ende des Kapitels noch immer ab, falls sich nicht zwischenzeitlich die Ehefrau, die Sekretärin oder die Hauswirtin erbarmt hat, und sonst kauft man halt ein neues Hemd. Das kann auch für den Gentleman von 1966 keine echte Lösung gewesen sein, also ist Dinge selbst tun können ganz sicher nicht der Sinn dieses Buches.
Man muss es als Sammlung von Glossen lesen, und natürlich im Kontext der Zeit. Sonst ist es vollkommen unerträglich.