Jan. 26th, 2026
Die Herrinen der Loire-Schlösser
Jan. 26th, 2026 08:12 pmKöniginnen und Maitressen um den Lilienthron
von Sylvia Jurewitz-Feinschmidt
Es geht um die Französischen Könige zwischen dem 14. und dem 16.Jahrhundert. Begonnen mit Charles VII. (das ist der, der von Johanna von Orleans erkannt wurde) bis hin zu Henri III., dem letzten König aus dem Hause Valois. Es gibt einen Anhang mit Beschreibungen ausgewählter Schlösser, die im Text eine Rolle gespielt haben, und einen weiteren mit diversen Stammbäumen, falls jemand nochmal nachvollziehen möchte, wer da wen geheiratet hat und darum Herzog von was auch immer war. Gerade das kann sehr hilfreich sein - ich gebe zu, ich war zu faul, in den Stammbäumen zu blättern, darum hatte ich auch nicht immer die Übersicht, wer jetzt grade der Bourbone war, mit dem der König da rumstritt. Nicht zu vergessen heißen die meisten Leute ja auch Charles, Louis, Henri oder François.
Das Buch ist großartig geschrieben, sehr lebendig, sehr spannend, sehr unterhaltsam und mit sehr viel Humor. Leicht zu lesen, es macht neugierig und man bleibt gerne dran und liest weiter. Zudem ist es in kleine Abschnitte unterteilt, die es erleichtern, in besagten Anhängen nachzuschlagen, sollte man das wollen, ohne dabei seinen Platz in der Erzählung zu verlieren. Auch sehr gut gelöst. Es räumt politischem Geschehen und Hofklatsch den gleichen Raum ein und gibt sich immer Mühe, die Zeiträume klar darzustellen. Es gibt eine Menge obskure Fakten und Anekdoten, und auch Altbekanntes wird immer mal wieder aus anderen Blickwinkeln betrachtet, als man es gewöhnt ist. Handwerklich absolut toll gemacht.
Das Einzige, was es eher nicht bietet, ist das, was der Titel verspricht - ja, es kommen Frauen vor, Königinnen wie Mätressen, aber erst mit Catherina von Medici und Diane de Poitier rücken diese so etwas wie in den Vordergrund. Zeitlich davor sticht einzig Anne de Bretagne noch ein bisschen heraus, doch insgesamt gesehen wird der Großteil des Buches von den Königen (nicht nur Frankreichs) und diversen Herzögen und ihren Kriegen eingenommen. Eben das, was man von einem Sachbuch über einen Großteil der Valois-Dynastie so erwartet. Wie gesagt, exzellent geschrieben, aber eben kein Buch in erster Linie über die Frauen um den Thron. Deutlich mehr als in anderen Büchern, das schon...
Über die Schlösser selbst gibt es auch eher weniger (abgesehen von besagtem Anhang), aber das gehörte ja auch nicht zur Prämisse.
Sehr empfehlenswert. Und noch ein Pluspunkt dafür, dass nicht alle Herrschernamen eingedeutscht werden, das hilft enorm bei der Zuordnung.
von Sylvia Jurewitz-Feinschmidt
Es geht um die Französischen Könige zwischen dem 14. und dem 16.Jahrhundert. Begonnen mit Charles VII. (das ist der, der von Johanna von Orleans erkannt wurde) bis hin zu Henri III., dem letzten König aus dem Hause Valois. Es gibt einen Anhang mit Beschreibungen ausgewählter Schlösser, die im Text eine Rolle gespielt haben, und einen weiteren mit diversen Stammbäumen, falls jemand nochmal nachvollziehen möchte, wer da wen geheiratet hat und darum Herzog von was auch immer war. Gerade das kann sehr hilfreich sein - ich gebe zu, ich war zu faul, in den Stammbäumen zu blättern, darum hatte ich auch nicht immer die Übersicht, wer jetzt grade der Bourbone war, mit dem der König da rumstritt. Nicht zu vergessen heißen die meisten Leute ja auch Charles, Louis, Henri oder François.
Das Buch ist großartig geschrieben, sehr lebendig, sehr spannend, sehr unterhaltsam und mit sehr viel Humor. Leicht zu lesen, es macht neugierig und man bleibt gerne dran und liest weiter. Zudem ist es in kleine Abschnitte unterteilt, die es erleichtern, in besagten Anhängen nachzuschlagen, sollte man das wollen, ohne dabei seinen Platz in der Erzählung zu verlieren. Auch sehr gut gelöst. Es räumt politischem Geschehen und Hofklatsch den gleichen Raum ein und gibt sich immer Mühe, die Zeiträume klar darzustellen. Es gibt eine Menge obskure Fakten und Anekdoten, und auch Altbekanntes wird immer mal wieder aus anderen Blickwinkeln betrachtet, als man es gewöhnt ist. Handwerklich absolut toll gemacht.
Das Einzige, was es eher nicht bietet, ist das, was der Titel verspricht - ja, es kommen Frauen vor, Königinnen wie Mätressen, aber erst mit Catherina von Medici und Diane de Poitier rücken diese so etwas wie in den Vordergrund. Zeitlich davor sticht einzig Anne de Bretagne noch ein bisschen heraus, doch insgesamt gesehen wird der Großteil des Buches von den Königen (nicht nur Frankreichs) und diversen Herzögen und ihren Kriegen eingenommen. Eben das, was man von einem Sachbuch über einen Großteil der Valois-Dynastie so erwartet. Wie gesagt, exzellent geschrieben, aber eben kein Buch in erster Linie über die Frauen um den Thron. Deutlich mehr als in anderen Büchern, das schon...
Über die Schlösser selbst gibt es auch eher weniger (abgesehen von besagtem Anhang), aber das gehörte ja auch nicht zur Prämisse.
Sehr empfehlenswert. Und noch ein Pluspunkt dafür, dass nicht alle Herrschernamen eingedeutscht werden, das hilft enorm bei der Zuordnung.
Bitte nach Ihnen, Madame
Jan. 26th, 2026 08:28 pmEine kurze Geschichte des guten Benehmens
von Ari Turunen
Warum ich das gelesen habe: Ich lese immer gerne Bücher über Verhalten. Und über Regeln, die sich die Menschheit dazu gemacht hat und warum.
Was ich erwartet hatte: Ein Buch über gutes Benehmen und vielleicht ein paar Erklärungen, warum man etwas gerade so macht und nicht anders. Außerdem ist der Autor Finne, also hatte ich gehofft, dass es ein paar Finnland-Spezifische Ansichten und Informationen gibt.
Was ich bekommen habe: Ein unterhalsames Buch, unterteilt nach Lebensbereichen wie "Grußrituale", "Natürliche Bedürfnisse" und natürlich "Tischsitten", das beschreibt, was zu verschiedenen Zeitaltern als gutes Benehmen gegolten hat. Selten gibt es auch Gründe dafür - Handreichen als Zeichen, dass man keine Waffe darin verbirgt, also friedliche Absichten hat - aber vor allem ist es eine Sammlung von Ansichten und Beschreibungen. Das ist spaßig, oft auch erstaunlich und wird nie langweilig. Tatsächlich wird immer mal wieder ein finnisches Benimmbuch zitiert (es gibt auch ein Kapitel über Benimmbücher, das war auch sehr interessant), im Ganzen ist es, wie die meisten dieser Bücher, stark westlich-europäisch konzentiert.
Random Gedanke aus dem Inhalt: Gutes Benehmen ist Ansichtssache. Manchmal im wörtlichen Sinne, weil es wichtiger ist, wie jemand aussieht und sich hält, als wie er sich verhält.
Fazit: Nett zum lesen für zwischendurch. Man behält ja immer viel weniger als man sich wünschen würde... aber es war doch einiges an neuen Gedanken dabei.
von Ari Turunen
Warum ich das gelesen habe: Ich lese immer gerne Bücher über Verhalten. Und über Regeln, die sich die Menschheit dazu gemacht hat und warum.
Was ich erwartet hatte: Ein Buch über gutes Benehmen und vielleicht ein paar Erklärungen, warum man etwas gerade so macht und nicht anders. Außerdem ist der Autor Finne, also hatte ich gehofft, dass es ein paar Finnland-Spezifische Ansichten und Informationen gibt.
Was ich bekommen habe: Ein unterhalsames Buch, unterteilt nach Lebensbereichen wie "Grußrituale", "Natürliche Bedürfnisse" und natürlich "Tischsitten", das beschreibt, was zu verschiedenen Zeitaltern als gutes Benehmen gegolten hat. Selten gibt es auch Gründe dafür - Handreichen als Zeichen, dass man keine Waffe darin verbirgt, also friedliche Absichten hat - aber vor allem ist es eine Sammlung von Ansichten und Beschreibungen. Das ist spaßig, oft auch erstaunlich und wird nie langweilig. Tatsächlich wird immer mal wieder ein finnisches Benimmbuch zitiert (es gibt auch ein Kapitel über Benimmbücher, das war auch sehr interessant), im Ganzen ist es, wie die meisten dieser Bücher, stark westlich-europäisch konzentiert.
Random Gedanke aus dem Inhalt: Gutes Benehmen ist Ansichtssache. Manchmal im wörtlichen Sinne, weil es wichtiger ist, wie jemand aussieht und sich hält, als wie er sich verhält.
Fazit: Nett zum lesen für zwischendurch. Man behält ja immer viel weniger als man sich wünschen würde... aber es war doch einiges an neuen Gedanken dabei.