blauerfalke: (Falke)
[personal profile] blauerfalke
von Vaughn Entwistle


Arthur Conan Doyle hat gerade Sherlock Holmes umgebracht. Sein Vater ist im Irrenhaus an Alkoholismus gestorben und seine Frau Louise stirbt gerade an Tuberkulose. Da bittet ihn eine geheimnisvolle junge Frau um seine Hilfe - sie ist ein Medium und hat ihre eigene Ermordung vorausgesehen. Trotz allen Interesses für Spiritismus lehnt Doyle ab. Aber dann bekommt er eine Einladung einer wissenschaftlichen Gesellschaft, die sich mit der Erforschung von Spiritismus beschäftigt, zu einem Treffen zwischen Wissenschaftlern und verschiedenen übernatürlich begabten Menschen. Und das eingeladene Medium ist... ja, genau.

Im Ganzen gesehen hat es Flair. Es hat den Charme der Zeit, es ist angemessen dunkel und morbide, und es gibt mehr als ausreichend übernatürliche Kräfte und Begebenheiten, die als echt angesehen werden und auch auf eine Art präsentiert werden, die keinen Zweifel daran lässt, dass sie im Rahmen des Romans echt sind. Egal, ob es sich dabei um Geister handelt, um Levitation oder um Flüche. Die Premisse des Buches ist, dass es all das gibt, und da es eine Reihe zu sein scheint, wird das wohl auch in den anderen Bänden so sein.
Dass Doyle Sherlock Holmes sieht und mit ihm spricht, möchte ich allerdings eher als erweiterte Selbstgespräche sehen und nicht als Vertreten der Theorie, dass jede Person existiert, wenn man nur fest genug daran glaubt. Auch wenn Doyle im wachen Zustand praktisch jeden Scharfsinn vermissen lässt.

Mit Doyle als verhindertem Holmes, der auf den Spuren von Übernatürlichem ist, braucht es auch einen treuen Dr. Watson, der ihm beisteht. In diesem Fall wird die Stelle von Oscar Wilde eingenommen, und das kehrt die Verhältnisse nahezu zwangsweise um, denn Wilde ist der bei weitem auffälligere Charakter. Auch der bei weitem besser geschriebene Charakter, denn Doyle ist doch sehr eng in seinen Sichtweisen und sehr repetitiv. Am Schluss stellt sich dann noch heraus, dass Wilde nicht nur der Kreativere, sondern auch der bessere Kombinierer ist, und das führt dazu, das Doyle, die Hauptperson, zum Sidekick wird, der irgendwie zu viel Platz einnimmt. Das lässt das Ganze etwas unausgewogen wirken.
Dass ich mir die Lösung des Mordkomplotts schon recht früh gedacht hatte, steht auf einem anderen Blatt.

Lässt sich gut zwischendurch mal lesen, ist aber nichts, was ich weiter verfolgen werde. Nebenbei-Lektüre halt.

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