Eine Stadt und ein Museum: Merseburg
Jun. 2nd, 2019 12:26 pmMerseburg ist eine Stadt im Saalekreis, dessen Verwaltungssitz sie auch ist (Autokennzeichen SK). Sie hat in etwa 35 000 Einwohner, eine Hochschule und ein Dom-Schloss-Ensemble mit einer riesigen Orgel von Ladegast im Dom. Auch wenn das Langschiff des Doms mittlerweile gotisch ist, ist der Dom eine Station der Straße der Romanik. Merseburg liegt direkt an der Saale, und Dom und Schloss liegen in etwa auf der einzigen höheren Erhebung des Umkreises.
Bekannt ist Merseburg vor allem dafür, in direkter Nachbarschaft der Chemiewerke von Leuna und Buna zu liegen. Das sind Namen, die beinahe jeder schon einmal gehört hat, mit dem Namen Merseburg hingegen kann kaum jemand etwas anfangen. Germanisten fallen unter Umständen die Merseburger Zaubersprüche ein, die meisten anderen Leute verwechseln Merseburg gerne mit Meersburg. Von dem ich übrigens bis zu ersten dieser Verwechslungen noch nie etwas gehört hatte. Meersburg scheint am Bodensee zu sein. Merseburg ist in Sachsen-Anhalt. Knapp vor der Grenze zu Sachsen übrigens, südlich von Halle. Mit dem Zug ist es eine halbe Stunde bis Halle, ein Bus fährt in knapp einer Stunde nach Leipzig. Außerdem liegt Merseburg direkt am Saaleufer-Radweg. Gut zu erreichen ist es also auch.
Merseburgs Ersterwähnung stammt aus dem 9.Jahrhundert, es ist also sogar eine alte Stadt. Es war auch einmal eine wirklich wichtige Stadt und eine wichtige Königspfalz. Das Bistum stammt (mit Unterbrechungen) aus der Zeit von Otto dem Großen, der vor der Schlacht auf dem Lechfeld gelobte, dem Tagesheiligen ein Bistum in Merseburg zu stiften, sollte er gegen die Ungarn siegreich sein. Er war siegreich, der Tagesheilige war der Heilige Laurentius, und weil die Vorgängerkirche des Doms Johannes dem Täufer geweiht war, heißt der Dom heute St. Johannes und Laurentius. Der Kopf von Johannes dem Täufer ist auch auf dem Stadtwappen zu sehen, also gehe ich davon aus, dass er der Stadtpatron ist.
Und ich habe eine persönliche Beziehung zum Dom von Merseburg, weil mein Namenspatron, Bischof Ulrich von Augsburg, schließlich auch am Sieg auf dem Lechfeld beteiligt war. Geschichte ist doch was Wunderbares.
Leider ist von Merseburgs Glanzzeiten nicht wirklich viel übrig geblieben. Das sehr gut restaurierte Dom-Schloss-Ensemble ist umgeben von einer ebenfalls sehr gut restaurierten, aber sehr kleinen Altstadt. Auch im Rest der Stadt sind einige verstreute alte Gebäude übriggeblieben, von Kirchenruinen bis zu Wachtürmen und Wehrwällen, aber im Grunde wurde der Großteil der Innenstadt platt gemacht und überbaut. Das hat dazu geführt, dass Merseburg eine kleine, aber moderne Fußgängerzone mit Mini-Mall hat, und noch mindestens zwei kleine Malls außerhalb. Und es hat zu einem Bahnhof samt Vorplatz geführt, der auch dank des großen Mosaiks an einem Nachbarhaus irgendwie noch DDR-Flair verströmt.
Dazu kommen diverse Parks, wie der Schlossgarten, der Skulpturengarten und der Gotthartspark, dem sich ein sehr großer Teich direkt neben der Innenstadt anschließt.
Kurz, Merseburgs Innenstadt ist überschaubar und nicht übermäßig pittoresk. Aber auch nicht übermäßig hässlich. Eine angenehm unaufgeregte Mischung eben.
Im Schloss ist das Kulturhistorische Museum der Stadt Merseburg untergebracht. Es zeigt einen Überblick über die Siedlungsgeschichte des Ortes, von der Urzeit bis ins 20.Jahrhundert, und jedes Mal, wenn ich es nach ein paar Jahren wieder besuche, haben sie Teile verändert, ergänzt oder umgebaut. Sie sind auch gerade wieder am Umbauen, also haben sie nicht vor, sich da auf schon erreichtem auszuruhen.
Sie haben unter anderem die üblichen Ausgrabungsexponate aus der Ur- und Frühgeschichte, inklusive einem Hockgrab der (ich glaube) Schnurkeramiker, Reste und Artefakte der mittelalterlichen Pfalz, eine alte Ortskneipe inklusive Werbetafeln und funktionierendem Musikautomat, die Einrichtung einer alten Küche, Uniformen und Alltagsgegenstände aus allen Epochen und Informationen über berühmte Bürger der Stadt. Was sie im Moment nicht mehr ausstellen ist ihre Feuerzeug-Sammlung, dafür haben sie eine interessante Galerie mit Ansichten Merseburgs in der Kunst.
Das Faksimile der Zaubersprüche ist Teil des Domschatz, aber es gibt eine Kombikarte, die man unbedingt erwerben sollte. Schließlich ist der Dom direkt neben dem Schloss, und er hat einen wunderschönen Kreuzgang.
Bekannt ist Merseburg vor allem dafür, in direkter Nachbarschaft der Chemiewerke von Leuna und Buna zu liegen. Das sind Namen, die beinahe jeder schon einmal gehört hat, mit dem Namen Merseburg hingegen kann kaum jemand etwas anfangen. Germanisten fallen unter Umständen die Merseburger Zaubersprüche ein, die meisten anderen Leute verwechseln Merseburg gerne mit Meersburg. Von dem ich übrigens bis zu ersten dieser Verwechslungen noch nie etwas gehört hatte. Meersburg scheint am Bodensee zu sein. Merseburg ist in Sachsen-Anhalt. Knapp vor der Grenze zu Sachsen übrigens, südlich von Halle. Mit dem Zug ist es eine halbe Stunde bis Halle, ein Bus fährt in knapp einer Stunde nach Leipzig. Außerdem liegt Merseburg direkt am Saaleufer-Radweg. Gut zu erreichen ist es also auch.
Merseburgs Ersterwähnung stammt aus dem 9.Jahrhundert, es ist also sogar eine alte Stadt. Es war auch einmal eine wirklich wichtige Stadt und eine wichtige Königspfalz. Das Bistum stammt (mit Unterbrechungen) aus der Zeit von Otto dem Großen, der vor der Schlacht auf dem Lechfeld gelobte, dem Tagesheiligen ein Bistum in Merseburg zu stiften, sollte er gegen die Ungarn siegreich sein. Er war siegreich, der Tagesheilige war der Heilige Laurentius, und weil die Vorgängerkirche des Doms Johannes dem Täufer geweiht war, heißt der Dom heute St. Johannes und Laurentius. Der Kopf von Johannes dem Täufer ist auch auf dem Stadtwappen zu sehen, also gehe ich davon aus, dass er der Stadtpatron ist.
Und ich habe eine persönliche Beziehung zum Dom von Merseburg, weil mein Namenspatron, Bischof Ulrich von Augsburg, schließlich auch am Sieg auf dem Lechfeld beteiligt war. Geschichte ist doch was Wunderbares.
Leider ist von Merseburgs Glanzzeiten nicht wirklich viel übrig geblieben. Das sehr gut restaurierte Dom-Schloss-Ensemble ist umgeben von einer ebenfalls sehr gut restaurierten, aber sehr kleinen Altstadt. Auch im Rest der Stadt sind einige verstreute alte Gebäude übriggeblieben, von Kirchenruinen bis zu Wachtürmen und Wehrwällen, aber im Grunde wurde der Großteil der Innenstadt platt gemacht und überbaut. Das hat dazu geführt, dass Merseburg eine kleine, aber moderne Fußgängerzone mit Mini-Mall hat, und noch mindestens zwei kleine Malls außerhalb. Und es hat zu einem Bahnhof samt Vorplatz geführt, der auch dank des großen Mosaiks an einem Nachbarhaus irgendwie noch DDR-Flair verströmt.
Dazu kommen diverse Parks, wie der Schlossgarten, der Skulpturengarten und der Gotthartspark, dem sich ein sehr großer Teich direkt neben der Innenstadt anschließt.
Kurz, Merseburgs Innenstadt ist überschaubar und nicht übermäßig pittoresk. Aber auch nicht übermäßig hässlich. Eine angenehm unaufgeregte Mischung eben.
Im Schloss ist das Kulturhistorische Museum der Stadt Merseburg untergebracht. Es zeigt einen Überblick über die Siedlungsgeschichte des Ortes, von der Urzeit bis ins 20.Jahrhundert, und jedes Mal, wenn ich es nach ein paar Jahren wieder besuche, haben sie Teile verändert, ergänzt oder umgebaut. Sie sind auch gerade wieder am Umbauen, also haben sie nicht vor, sich da auf schon erreichtem auszuruhen.
Sie haben unter anderem die üblichen Ausgrabungsexponate aus der Ur- und Frühgeschichte, inklusive einem Hockgrab der (ich glaube) Schnurkeramiker, Reste und Artefakte der mittelalterlichen Pfalz, eine alte Ortskneipe inklusive Werbetafeln und funktionierendem Musikautomat, die Einrichtung einer alten Küche, Uniformen und Alltagsgegenstände aus allen Epochen und Informationen über berühmte Bürger der Stadt. Was sie im Moment nicht mehr ausstellen ist ihre Feuerzeug-Sammlung, dafür haben sie eine interessante Galerie mit Ansichten Merseburgs in der Kunst.
Das Faksimile der Zaubersprüche ist Teil des Domschatz, aber es gibt eine Kombikarte, die man unbedingt erwerben sollte. Schließlich ist der Dom direkt neben dem Schloss, und er hat einen wunderschönen Kreuzgang.