Walküre in Detmold
Jan. 26th, 2020 12:14 pmvon Ralph Bollmann
Herr Bollmann hat Geschichte, Politik und Öffentliches Recht studiert. Heute ist er Journalist. Außerdem geht er gerne in die Oper. Nun hat Deutschland in etwa die Hälfte aller Opernhäuser weltweit, und daher hatte Herr Bollmann die Idee, einfach mal in jedem dieser festen Opernhäuser mit einem festen Ensemble eine Aufführung zu besuchen. Dann hat er darüber ein Buch geschrieben.
Es ist ein Buch über Deutschland, über Kommunalpolitik und über die Eindrücke, die Städte hinterlassen, in die man eigentlich nie reisen würde. Oder Städte, die große Touristenmagneten sind, und wo jeder mal hinreisen will. Über Metropolen und Kleinstädte, über Hochkultur und Provinztheater und darüber, dass hochwertige Aufführungen nicht zwangsweise in den hoch subventionierten Theatern stattfinden. All das ist locker und unterhaltsam erzählt, eine Ansammlung von Schlaglichtern über Deutschland und auch ein bisschen über das Verhältnis von Deutschland zum Theater. Immerhin ist unser System von Theatern, die von Ländern und Städten mitfinanziert werden, nicht gerade der weltweite Standard. Eher genau das Gegenteil. Wir leisten uns einen Theaterbetrieb, von dem andere Länder nicht einmal zu träumen wagen würden, denn dort muss sich Theater vor allem finanzieren, damit es überhaupt stattfindet.
Eben das, was bei uns zu der ebenso einzigartigen Unterscheidung zwischen Kunst und Unterhaltungskultur geführt hat. Das, was das Geld nicht einspielen muss, ist wertvoll. Wer Gewinn macht, macht offensichtlich keine Kunst.
Angenehmerweise erspart uns Herr Bollmann jeden Hinweis auf diese Unterscheidung. Auch er hat natürlich einen persönlichen Geschmack, was Theater angeht, und er hält damit nicht hinter dem Berg, aber Vorwürfe gibt es keine. Auch das trägt zum sympatischen Tonfall des Buches bei.
Ich habe keine Ahnung von Opern. Gefühlt die Hälfte der erwähnten Titel kenne ich nicht mal. Aber ich weiß jetzt, dass ich im zwei-Stunden-Radius von 13 festen Musiktheatern wohne. Koblenz, Bonn, Köln, Aachen, Düsseldorf, Wuppertal, Hagen, Essen, Gelsenkirchen, Dortmund, und den Kooperationen Düsseldorf/Duisburg und Krefeld/Mönchengladbach. In Aachen, Bonn, Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld und Wuppertal war ich bereits im Musiktheater, in Dortmund nur im Schauspielhaus, auch wenn sie damals ein Musical spielten. Das heißt, ich könnte es mal in Angriff nehmen, die restlichen Theater zu besuchen. Oder ich fange einfach wieder von vorne an und sehe mir überall mal was an. Abgesehen davon, dass es unterhaltsam und informativ ist, ist das nämlich auch eine Stärke des Buches: Es macht Lust darauf, selbst ins Theater zu gehen. Vielleicht sogar mal in eine Oper.
Man geht ja eh viel zu selten ins Theater.
Herr Bollmann hat Geschichte, Politik und Öffentliches Recht studiert. Heute ist er Journalist. Außerdem geht er gerne in die Oper. Nun hat Deutschland in etwa die Hälfte aller Opernhäuser weltweit, und daher hatte Herr Bollmann die Idee, einfach mal in jedem dieser festen Opernhäuser mit einem festen Ensemble eine Aufführung zu besuchen. Dann hat er darüber ein Buch geschrieben.
Es ist ein Buch über Deutschland, über Kommunalpolitik und über die Eindrücke, die Städte hinterlassen, in die man eigentlich nie reisen würde. Oder Städte, die große Touristenmagneten sind, und wo jeder mal hinreisen will. Über Metropolen und Kleinstädte, über Hochkultur und Provinztheater und darüber, dass hochwertige Aufführungen nicht zwangsweise in den hoch subventionierten Theatern stattfinden. All das ist locker und unterhaltsam erzählt, eine Ansammlung von Schlaglichtern über Deutschland und auch ein bisschen über das Verhältnis von Deutschland zum Theater. Immerhin ist unser System von Theatern, die von Ländern und Städten mitfinanziert werden, nicht gerade der weltweite Standard. Eher genau das Gegenteil. Wir leisten uns einen Theaterbetrieb, von dem andere Länder nicht einmal zu träumen wagen würden, denn dort muss sich Theater vor allem finanzieren, damit es überhaupt stattfindet.
Eben das, was bei uns zu der ebenso einzigartigen Unterscheidung zwischen Kunst und Unterhaltungskultur geführt hat. Das, was das Geld nicht einspielen muss, ist wertvoll. Wer Gewinn macht, macht offensichtlich keine Kunst.
Angenehmerweise erspart uns Herr Bollmann jeden Hinweis auf diese Unterscheidung. Auch er hat natürlich einen persönlichen Geschmack, was Theater angeht, und er hält damit nicht hinter dem Berg, aber Vorwürfe gibt es keine. Auch das trägt zum sympatischen Tonfall des Buches bei.
Ich habe keine Ahnung von Opern. Gefühlt die Hälfte der erwähnten Titel kenne ich nicht mal. Aber ich weiß jetzt, dass ich im zwei-Stunden-Radius von 13 festen Musiktheatern wohne. Koblenz, Bonn, Köln, Aachen, Düsseldorf, Wuppertal, Hagen, Essen, Gelsenkirchen, Dortmund, und den Kooperationen Düsseldorf/Duisburg und Krefeld/Mönchengladbach. In Aachen, Bonn, Düsseldorf, Mönchengladbach, Krefeld und Wuppertal war ich bereits im Musiktheater, in Dortmund nur im Schauspielhaus, auch wenn sie damals ein Musical spielten. Das heißt, ich könnte es mal in Angriff nehmen, die restlichen Theater zu besuchen. Oder ich fange einfach wieder von vorne an und sehe mir überall mal was an. Abgesehen davon, dass es unterhaltsam und informativ ist, ist das nämlich auch eine Stärke des Buches: Es macht Lust darauf, selbst ins Theater zu gehen. Vielleicht sogar mal in eine Oper.
Man geht ja eh viel zu selten ins Theater.