blauerfalke: (wandern)
[personal profile] blauerfalke
Wegenummer: 22
Länge laut Eifelverein: 16,1 km
davon gegangen: 12 km
vom Eifelverein veranschlagte Dauer: 4 Stunden (volle Strecke)
gebrauchte Dauer: 3 Stunden (meine Strecke)

Der Weg ist weit besser ausgeschildert, als ich erwartet hatte. Genaugenommen ist er nur im Stockheimer Wald auf der ersten Strecke an zwei Kreuzungen schlecht beschildert, an einer weiteren Abzweigung weiter hinten, und an zwei Ecken in Drove musste ich nach dem Zeichen ein bisschen suchen. Bei Thum gab es einmal ein Zeichen, das mich verwirrt hat, so dass ich die Wanderkarte zur Hilfe genommen haben, um sicher zu stellen, dass ich es richtig verstanden habe. Wenn man generell vorher mal kurz auf die Karte guckt, sollte es also kein Problem darstellen.


Ich habe mir die Schleife durch das Wohngebiet und die Felder von Kreuzau erspart und bin meinen gewohnten Weg zum Wald gegangen. Der trifft in den Feldern die 22, und scharf links geht es dann hoch zum Wald und einmal quer durch Richtung Stockheim - das ist der Teil, wo es an keiner Kreuzung Hinweisschilder gibt. Aber wenn man mal kurz auf die Karte guckt, dann sieht man, dass man dem Weg einfach nur immer geradeaus folgen muss, bis man Stockheim erreicht. Es ist die direkte Verbindung durch den Wald zwischen Kreuzau und Stockheim, die kürzeste Strecke abseits der Straßen, und darum ist die nicht nur gut befestigt, sonder auch auch immer recht viel los. Radfahrer, Familien, Menschen mit Hund... Dank der Stürme des Winters und des Kahlschlags letzten Herbst ist dieser Teil der Strecke auch ein bisschen deprimierend im Moment. Darum ist es ganz gut, wenn man Stockheim erreicht.

Hier verlässt man den Wald kurz, biegt direkt rechts ab und folgt dem Betonplattenweg ein Stück, aber dann geht es gleich wieder rechts in den Wald hinein, und ab hier zeigt der Stockheimer Wald wieder seine ganze Schönheit. Er ist nämlich schön. Wirklich sehr schön. Sehr abwechslungsreich mit Buchen, Birken, Eichen, Fichten und der Nähe zur Heide, und sehr friedlich. Das beginnt direkt, wenn man wieder hineingeht, denn da steht die Marieneiche. Eine "tausendjährige" Eiche mit Madonnenbild, Votivgaben und Bänken drumrum, die zum Verweilen einladen. Ein wirklich schöner Baum, immer wieder einen Besuch wert, auch wenn er mit Stahlbändern unterstützt werden muss. Lohnt sich.

An der Marieneiche vorbei führt die 22 dann in Richtung Drover Heide durch den Stockheimer Wald, so dass man seine ganze Vielfalt sehen kann. Hier ist der Weg nicht befestigt, aber es ist ein breiter Waldpfad und gut zu gehen. Außerdem ist man einmal auf der Höhe und es bleibt flach.
Nach einer Weile geht es zurück auf einen der Hauptwege und zur Straße zwischen Kreuzau und Soller, die es zu überqueren gilt. Dort ist 100 km/h, also bitte Vorsicht. Das ist da wirklich nötig.

Auf der anderen Seite ist einer der Parkplätze für die Drover Heide. Das heißt, es gibt eine Wanderkarte und diverse Verhaltensregeln, denn das ist ein Naturschutzgebiet. Die 22 führt aber nicht in die Heide, sondern durch den Wald am Rand der Heide, jetzt sehr eben und gut befestigt, denn dieses Stück ist Teil des Rollstuhlrundwegs Drover Heide. Mehr schöne Bäume, hier sind es vor allem Eichen, und dann erreicht man schon die Ausläufer von Drove und ein gut gepflegtes Wegekreuz.

Hier hat der Weg mich damit überrascht, dass er nach links abbiegt und noch einen Schlenker durch den Wald macht. Mitten auf einer Kreuzung liegt ein Baum, aber so, dass ich dran vorbei gehen könnte - die 22 biegt hier rechts ab und führt den Hang hinunter nach Drove. Wieder werde ich überrascht, diesmal davon, dass ich meinen Weg von letzter Woche treffe, und zwar eine Kreuzung bevor ich dachte, dass ich ihn treffen würde. Naja, macht auch nichts. Hab ich letztes Mal das erste Schild halt nicht gesehen... Es geht also wieder an der Wiese mit den schönen Weiden vorbei und ein Stückchen durchs Dorf, danach am Waldrand lang und in die Felder. Letzte Woche bin ich da rechts abgebogen, um mir einen Rückweg zu suchen, heute gehe ich geradeaus weiter.

Ich bin in etwa zur gleichen Uhrzeit unterwegs wie die Woche davor. Da zwischenzeitlich auf Sommerzeit umgestellt wurde, ist es deutlich kühler und fühlt sich auch früher an. Ich treffe noch weniger Menschen als letzte Woche, und die Vögel singen auch nicht so laut. Interessante Unterschiede.

Der Weg führt jetzt durch die leichte Talsohle, in der Drove liegt, durch die Felder. Sehr schön, und weil da ein kleiner Hügel zwischen ist, auch sehr leise, denn man hört die Straße nach Nideggen nicht. Das ist gut, denn da ist samstagsmorgens immer was los. Aber so bekomme ich nicht viel davon mit, kann die schöne weite Aussicht genießen und mich am ersten blühenden Raps freuen. Schönes Gelb. Links Wald, rechts offene Kulturlandschaft, dann geht es wieder durch ein Wäldchen und dann daran entlang. Auch hier ist der Weg die ganze Zeit über gut befestigt und fast eben. Sehr leicht zu gehen. Ich kann darüber nachdenken, dass es schon sehr majestätisch aussieht, wie sich die Windräder vor mir drehen. Von meiner Position her sind sie vollkommen lautlos, das hat was. (Kann man Windräder eigentlich je nach Windrichtung drehen oder sind die Köpfe starr montiert?)

Ich erreiche eine Straße, bestimme korrekt, dass der Ort links von mir Thum ist, und überquere die Straße. Ein paar Meter weiter ist die Stelle, wo ich nicht sicher bin, ob das Schild wirklich will, dass ich rechts abbiege. Also frage ich die Karte (daher weiß ich, dass ich den Ort korrekt bestimmt habe) - ja, will es. Ich biege also rechts ab, und bei Erreichen des nächsten Wäldchens scharf links - hier geht es steil bergab, es handelt sich um einen Waldwirtschaftsweg und der ist sehr uneben und steinig. Für dieses Stück und für den Weg die gegenüberliegende Wiese wieder hoch ist festes Schuhwerk wirklich nötig, und es ist gut, dass es trocken ist. Aber das sind wirklich die einzigen so etwas wie schwierigen Passagen des Weges.

Als ich oben auf der Wiese ankomme, muss ich kurz nach dem nächsten Wegweiser suchen, aber er ist in Sichtweite an einem einzelnen Pfahl montiert. Außerdem kann ich den Obsthof Boich sehen, weiß damit, wo Boich ist, und in welche Richtung ich mich halten muss. Ein paar Meter weiter stelle ich fest, dass ich den Weg auch schon kenne, denn ich bin ihn auf dem Weg nach Nideggen schon mal gegangen. Kein Wunder, dass ich glaube, dass diese 22 so lang ist, wenn sie ständig irgendwo wieder auftaucht.

Es geht an einer Weihnachtsbaum-Plantage vorbei, es gibt schöne Aussicht in Richtung Düren - heute ist es weniger diesig, der Blick geht bis zur Sophienhöhe - und dann geht es nochmal steil den Berg hinunter nach Boich. Der Weg kreuzt den Boicher Obstpfad, aber es geht nicht in den Ort hinein, sondern vor dem Ortsausgang wieder in die Felder. Das ist jetzt wieder der Bereich, in dem ich regelmäßig unterwegs bin, also ist nur noch die Frage, wo genau die 22 lang führt... Und hier ist ohnehin alles gut befestigt und einfach zu gehen. Und es singen auch wieder Lerchen.

Sehr schöner Weg. Man kriegt tollen Wald und Felder und die Senke hinter Drove ist wirklich sehr schön. Insgesamt ist er leicht zu gehen und es gibt eine Menge schöne Ecken, wo man auch mal Pause machen oder picknicken könnte. Sogar mit Bänken.

Und ich habe gelernt, dass ich in persönlichem normalen Wandertempo ziemlich genau 4 km/h gehe. Vorausgesetzt, mein Schrittzähler hat das richtig gezählt.

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