blauerfalke: (wandern)
[personal profile] blauerfalke
Wegenummer: 68, 58, 38, 30, nach Gefühl
Länge geschätzt: ca. 7 km
gebrauchte Dauer: 1 Stunde 40 Minuten

Ich habe mir gedacht, ich mache mal was Gemütliches ohne Steigungen und nehme den Rur-Ufer-Weg. Der geht, wie der Name schon sagt, an der Rur lang, ich kann ihm folgen, so lange ich Lust dazu habe, und wenn ich keine mehr habe, steige ich in die Rurtalbahn und fahre nach Hause. Guter Plan.


Leider wird das nichts. Am Bahnhof Heimbach ist der Weg angeschlagen, ich gehe also über die Brücke, auf die er weist. Danach ist er nicht mehr angeschlagen. Da es aber nunmal der Rur-Ufer-Weg ist, entscheide ich, trotzdem direkt rechts abzubiegen, denn der Weg geht direkt an der Rur entlang. Er hat eine Wanderkennzeichnung Nummer 68 und die des Wildnistrails, wird also schon keine Sackgasse sein.
Er führt am Freibad vorbei, dann an den Sportanlagen. Dahinter biegt der Wildnistrail links ab in den Wald, ich gehe weiter geradeaus. Der Weg ist komplett eben und er ist asphaltiert. Die Rur rechts neben mir ist immer mal wieder zu sehen, manchmal sind Wiesen oder Bäume dazwischen. Und einmal eine Kläranlage.

Dann stehe ich vor dem Eingang eines Campingplatzes. Links Weg, rechts Rur mit einer Brücke. Ich ziehe meine Karte zu Rate und bestimme, dass ich mich tatsächlich auf dem Rur-Ufer-Weg befinden sollte, auch wenn ich noch immer kein einziges Schild dafür gesehen habe. Der Weg sollte jetzt über die Brücke führen, über die Straße auf der anderen Seite und dann wahrscheinlich auf dem Radweg dieser Straße entlang. Ich entscheide spontan, dass ich jetzt keine Lust habe, an der Straße entlang zu gehen, selbst wenn es auf einem abgetrennten Radweg ist.

Ich wende mich also nach links, wo Nummer 68 und Nummer 58 den Hang hochführen. Außerdem steht dort ein wahrscheinlich vom Besitzer des Campingplatzes aufgestelltes Schild "Wanderweg nach Hausen und Hasenfeld". Ich nehme an, damit verhindert wird, dass Menschen verwirrt durch den Campingplatz irren, das ist für alle Beteiligten nicht schön.

Ich folge also den Schildern, der Weg ist noch immer asphaltiert und die Steigung ist so steil, dass ich sie gerade noch in aufrechter Haltung hochgehen kann. Das hat schon was von Treppensteigen. Heftig. Aber sie ist nicht all zu lang.
Am oberen Ende ist das obere Ende vom Campingplatz und wieder ein Schild "Wanderweg nach Hausen und Hasenfeld", diesmal nach links. Und eine Kennung Nummer 58, der ich ab jetzt folge.

Der Weg wird zu einem Waldweg, nicht mehr asphaltiert, er steigt auch noch immer gut an, wenn auch weit weniger steil. Sturm und Dürren haben hier heftig gewütet, der Hang sieht aus wie ein Schlachtfeld, aber sie scheinen dran zu arbeiten, denn das Holz ist an einigen Stellen zu Haufen geschichtet und der Weg trägt die Spuren von schwerem Gerät.
Nach ein paar hundert Metern zweigt der Weg nach Hasenfeld links ab. Das war zu erwarten, denn das liegt in der Richtung, aus der ich gerade komme, daher ist es auch normal, dass mein Weg nach rechts schwenkt, am Hang entlang.
Sehr schöner Wald, Buchen und Eichen in der Sonne, und nach einer Weile wird der Weg beinahe eben. Sehr gut zu gehen. Würde nicht irgendwer unten auf dem Campingplatz was renovieren, es gäbe nichts zu hören außer dem sehr lauten Konzert der Vögel.

Der Weg geht langsam wieder bergab, auch das hatte ich erwartet, denn laut Karte führt er nach Hausen und das liegt unten an der Rur. Bevor ich aber unten ankomme, treffe ich eine Abzweigung an der die Nummer 38 steht. Die kenne ich, die bin ich schonmal gewandert, das ist der Blenser Panoramaweg. Und die Abzweigung ist die in den Wald, wo der Weg zu dem schmalen Pfad wird, also die schönste Waldstrecke des Weges. Ich biege also links ab. Der Weg war lohnend, den gehe ich gerne nochmal.

Er geht über den Berg, darum ist der Weg auch mal deutlich ansteigend, aber er kürzt auch die Schleife über Hausen ab, so dass ich jetzt direkt Blens ansteuere. Ich schätze, das spart etwa 3 Kilometer, denn in Blens stand ein Schild "Heimbach 7 km", und ich war zu diesem Zeitpunkt gerade eine Stunde unterwegs. Also eher 4 km, das ist realistischer.

Da ich die Nummer 38 ja schon kenne, kann ich ihr unbesorgt rechts nach Blens hinein folgen und dann direkt nach dem Friedhof wieder links in die Felder. Hier steht ein Schild "Abenden 3 km", das wäre die nächste Station mit Bahnhof. Sollte zu machen sein. Eigentlich hatte ich nicht erwartet, dass ich es überhaupt bis Blens schaffe, aber ich habe ja die Schleifen der Rur entsprechend abgekürzt. War ja ein anderer Weg.

Die 38 ist asphaltiert, führt über die Felder zum Waldrand und schwenkt dann im Bogen rechts zurück nach Blens. An dieser Stelle gehe ich weiter geradeaus, dort steht ein Holzschild "Abenden". Die einzige Wanderkennzechnung ist die Schmidter Naturparkrunde, Nummer 30, aber ich habe keine Ahnung, wo und wie die verläuft. Was soll's, Richtung stimmt ja. Die Rur kommt von rechts wieder heran, und genau an der Stelle macht der Weg eine scharfe Kurve nach links, den Berg hoch.

Ich sehe also wieder auf die Karte. Ich habe eine grobe Vorstellung davon, wo Schmidt liegt, und das ist nicht da, wo ich hin will. Aber die Karte zeigt, dass ich über den Weg tatsächlich auch nach Abenden kommen kann, alles kein Problem also.

Wieder wird es steil. Der Weg ist schmal und unbefestigt und direkt am Hang eines scharfen Einschnitts. Nur einmal hat er ein Geländer und verwitterte Stufen, hier muss man also aufpassen, wo man hintritt. Dafür ist es traumhaft schön, mit dem Wald auf beiden Seiten, und der kleine Bach am Boden des Einschnitts führt sogar noch Wasser. Toll.
Es ist aber auch gut, dass er nur wenig Wasser führt, denn ich muss da rüber, und es gibt weder Brücke noch Trittsteine. Wenns also mal wirklich nass wird, könnte das ein Problem geben.

So kann ich der 30 gemütlich weiter durch den schönen Wald folgen, bis sie nach links den Berg hoch abzweigt. Ich gehe meinen jetzt nummernlosen Weg weiter geradeaus, denn weit kann es bist Abenden nicht mehr sein. Richtig wendet er sich dann auch wieder abwärts, unten am Waldrand sind die Schienen der Rurtalbahn zu sehen und dann kommen auch schon die Ausläufer des Ortes. Noch ein paar hundert Meter direkt neben den Schienen entlang gehen, dann stehe ich am Bahnhof.

In zehn Minuten kommt ein Zug. Perfektes Timing- eigentlich würde ich schon noch weiter gehen wollen, aber die einzigen Möglichkeiten, von Abenden nach Brück zu laufen, sind der Rur-Ufer-Weg (das Teilstück kenne ich schon, das ist schön, aber nur Asphalt und hat Umwege), oder hoch bis zur Ebene von Nideggen und dann wieder runter. Auf die Kletterei habe ich keine Lust.

Ich nehme also den Zug und fahre nach Hause. Darum nur etwa 7 km.

Fazit: Sehr schöner Weg. Die Rur ist immer eine gute Orientierungshilfe, darum ist man sehr frei in der Wahl des Weges und es kann nichts schiefgehen. Es waren ein paar anstrengende Steigungen drin, aber dafür auch ein paar sehr schöne Aussichten. Ein paar Teilstücke sind nichts für Leute, die nicht trittsicher sind, und festes Schuhwerk muss auf jeden Fall sein.
Auch ist der Großteil der Strecke ab vom Schuss und nicht Teil eines viel begangenen Weges, man begegnet also nur wenigen Leuten.

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