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Sie sind wieder da. Mit Corona-Regeln, nur 3500 Zuschauern in der Halle, eigenem Testzentrum, und alle Beteiligten dürfen nicht raus, nur Hotel, Bus, Halle. Dazu medizinische Überwachung, vielleicht lernen wir also auch noch was über spreading dabei.

Ich habe den Großteil beider Halbfinales gesehen, 16 Bewerber waren im ersten, 17 waren im zweiten, je 10 ins Finale, plus Big Five und Gastgeberland, macht 26 fürs Finale. Das habe ich nicht gesehen, weil ich erst zum Intervall Act zuhause war. Aber gut, dafür gibt's ja websites mit stream.
Das erste Halbfinale war interessanter als das Zweite, aber das Final-Lineup war trotzdem abwechslungsreich. Viele Sängerinnen, wenige Sänger, und der Großteil war laut oder schnell oder beides. Balladen waren dieses Jahr eher Mangelware.

Der schrägste Beitrag kam aus Deutschland - der Song gewinnt massiv, wenn man den Sänger und seine "Fünf ist Trümpf"-Hand-Tänzerin dabei nicht sehen muss. Australien hat es zum ersten Mal nicht ins Finale geschafft, war aber wegen Corona auch gar nicht erst angereist (finde ich gut), darum konnten sie nur eine Aufzeichnung zeigen. Dass das nicht unfair sein muss, zeigt das Beispiel Island, die vor dem Halbfinale positiv getestet wurden, und darum nicht live antreten konnten. Aber jeder Teilnehmer musste vorab ein Video des Auftritts auf der Bühne einreichen, das haben sie gezeigt und damit sind sie ins Finale gekommen.

Der Green Room ist dieses Jahr übrigens vor der Bühne, sozusagen auf den besten Plätzen. Das zwingt jeden Teilnehmer dazu, alle Konkurrenten zu bejubeln, und trägt damit auf jedem Fall zum ESC-Gedanken bei.
An dieser Stelle möchte ich gerne anmerken, dass ich es blöd finde, wenn Teilnehmer die ganze Zeit so tun, als würde sie alles total langweilen.



Motto des Abends: Open Up

Sieger: Italien (Und eine Hard Rock Band bricht in Tränen aus - es sei ihnen gegönnt)

Persönliche Favoriten: Frankreich - bildschöne Frau, sehr schöner Chanson, starke Stimme, sehr simpel und klassisch (Platz 2); Malta - Powersong von Powerfrau mit toller Stimme (Platz 7)

Modetrend des Jahres: Silberne Ultrakurzfransenkleider - Zypern, Albanien, Moldau - und schwarze Unterwäsche - Israel, Serbien, Aserbaidschan

Buntester Auftritt: Island und Deutschland. Auch wenn es dieses Jahr erstaunlich viel Farbe gab. Schwarz und weiß ist noch immer in, aber es war nicht mehr ganz so eintönig.

Showtrend des Jahres: Vier Tänzer*innen. Hatte gefühlt jeder zweite Teilnehmer dabei. Ich mag Tänzer.

Sympathischster Auftritt im Green Room: Norwegen. Ich mochte seinen Song nicht besonders, aber er findet jeden anderen Song super, jubelt über alles und hat offensichtlich eine Menge Spaß.

Unsympatischster Auftritt im Green Room: Portugal. Ich weiß, sie inszenieren das, aber immer, wenn die Kamera sie ansteuert, tun sie so, als würden sie telefonieren oder starren geistesabwesend in die Gegend.

Bestes Kostümgimmick: Norwegen. Er trägt Engelsflügel, seine vier Tänzer tragen Dämonenkostüme samt Flügeln, und zerren ihn an Ketten herum.
Bestes Kostümgimmick ausgeschieden im Halbfinale: Polen. Seine vier Tänzer hatten leuchtende Handinnenflächen.

Zusatzpreis Kostüm Selbsterkenntnis: Deutschland. Er trägt eine Kette mit der Aufschrift "Annoying".

Blödestes Kostümgimmick: San Marino. Ihre Tänzer tragen LED-Faceschields, auf denen Wörter laufen, die man aber nur sehr schlecht lesen kann. Nach mehrmaligem Ansehen komme ich zu dem Schluss, dass es sich um den Namen der Sängerin und den Songtitel handelt.

Hässlichstes Kostüm: Island. Sie tragen Pullover mit Pixelbildern der eigenen Gesichter.

Hässlichstes Kostüm Hintergrund: Deutschland. Seine Tänzerin steckt in einer riesigen Hand. Ich weiß aus dem Video, dass das einen Stinkefinger darstellen soll, aber es sieht doch aus wie eine schlechte und farblose Kopie von dieser Postleitzahlen-Hand damals.

Beste Choreographie: Dieses Jahr wars echt schwer. Viele Tänzer, viele gute Choreographien... Am Ende würde ich sagen, Litauen. Das wirkt im Schnelldurchlauf echt anstrengend, aber im Ganzen ist es sinnvoll, schmissig, spaßig und echt gut gemacht.

Beste Projektionen: Estland (im Halbfinale ausgeschieden). Er hatte sein eigenes Gewitter mitgebracht. Dann Bulgarien und Albanien.

Seltsamstes Gimmick: Die Riesentrompeten des UK.

Bestes Gimmick: Die gebogenen Keyboards von Island. Sie konnten sie zu einem kreisförmigen Keyboard zusammensetzen.

Aktuellster Bezug: Litauen. Der Song geht darum, alleine zuhause zu tanzen. Das ist coronakonform und optmistisch.

Look Alike Contest: Ukraine mit Trinity aus "Matrix"
Ehrenvoller Zweiter Platz: Die Kleider von Zypern, Albanien und Moldau. Vielleicht wars auch nur eins, dann ist es sehr beeindruckend, dass Zypern es so schnell aus- und Albanien es so schnell anziehen konnte. Die waren direkt nacheinander dran.

Stereotypster Auftritt ESC: Schweiz - ein Jüngling singt eine Schmachtballade. Gefühlt macht die Schweiz das jedes Jahr. Und UK, das klang, wie ein UK-Song irgendwie immer klingt.

Stereotypster Auftritt landestypisch: Frankreich. Der Song heißt "Voilá", das Wort kommt ständig vor, und es ist ein klassischer Chanson über das eigene Innenleben. Französischer kann Frankreich nicht klingen

Least Dressed Award: Auch schwierig, da gab es viel dieses Jahr. Aber sagen wir mal Israel. Oder doch San Mario für den Mega-Ausschnitt?

Anstrengendster Auftritt: Ukraine. Synthese aus Folklore und Elektrobeats. Nicht wirklich schön, aber mutig und ein echt starker Auftritt.

Beste Textzeile: Die offizielle Homepage hat keine Texte mit Übersetzung mehr. Finde ich nicht gut. Also dann halt Belgien mit dem von Peter Urban angegebenen "du darfst mein Johnny Cash-T-Shirt nicht tragen" (oder so ähnlich).

Bestes Gesamtkonzept: Ukraine. Wald, zwei Tänzer mit leuchtenden Ringen... Okay, nicht wirklich vergleichbar mit anderen Jahren, aber sie waren die einzigen mit überhaupt einem entsprechenden Konzept.

Verwirrendste Botschaft: Griechenland. Der Song heißt "Let's Dance", aber sie tanzt nicht. Zum Glück hat sie Tänzer dabei.

Enttäuschendster Fakt: Viel zu wenig Geigen. Dabei hätte die Teilnehmerin aus Albanien Geige spielen können, wenn sie gewollt hätte, das haben sie in ihrem Einspieler gezeigt.

Persönlichster Auftritt: Bulgarien. Es hat irgendwas mit ihrem schwerkranken Vater zu tun, dessen Foto sie dabei hat.

Tollste Frisur: Israel. Das ist wahre Kunst. Ob sie sie Haare nachher abschneiden muss?

Honorable Mention: UK. Keine Punkte von irgendwem. Jury nicht, Publikum nicht. Aber er nimmt es sportlich.

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