blauerfalke: (geschichten)
[personal profile] blauerfalke
von Diana Wynne Jones / Studio Ghibli


Das Buch ist von Diana Wynne Jones, und Ghibli hat einen Kurzfilm daraus gemacht. Zu mehr hat es nicht gereicht, denn das Buch ist ein Kinderbuch, und es ist nie ratsam, aus einem Kinderbuch einen abendfüllenden Film zu machen, wenn man nicht sehr viele gute zusätzliche Ideen hat. Die hatten sie nicht oder wollen sie nicht haben, und ich finde das sehr angenehm.

War "Howl's Moving Castle" eher ein Film nach Motiven des Buches von Frau Jones, so ist "Earwig and the Witch" beinahe eine 1:1-Verfilmung. Einige Dinge, die im Buch nur als passiert erwähnt werden, zeigen sie als Szene, vor allem am Anfang. Dazu haben sie eine Hintergrundstory für die Hexe, den Mandrake und Earwigs Mutter erfunden, die mit einer Band und eine Freundschaft zu tun hat, und am Ende taucht die Mutter wieder auf. Ein Film braucht ein solches Happy End, im Buch kann man ohne auskommen. Auch ohne die Band - ich schätze, im Film muss man mehr emotionalen Unterbau anbieten, um dem, was passiert, irgendwie Erklärungen zu verschaffen. In Büchern kommt man mit mehr durch - auch damit, dass immer jeder das tut, was Earwig will. Warum auch immer. Isso. Weil das der Zielgruppe Spaß macht.

Ansonsten sind sie aber so nah am Buch dran, dass man es streckenweise mitlesen könnte, bis hin zu wörtlichen Dialogen. Es passiert exakt das, was im Buch passiert, vielleicht mit ein bisschen mehr Details hier und da, aber nicht verändert. Der Grundtenor ist ein bisschen heller, war sicher auch damit zusammenhängt, dass die Dämonen eigentlich ganz süß sind und nicht so furchterregend aussehen wie die im Buch, die Earwig - die vor nichts Angst hast - nicht einmal anzusehen wagt.

Dass es ein buntes und schräges Buch ist, kommt Ghibli natürlich entgegen. Sie können eine vollgestopfte Hexenküche animieren und viele schöne Lichteffekte. Und mit schwarzen Katzen haben sie ja auch schon Erfahrung.

Es ist ihr erster computeranimierter Film, und auch wenn ich das sehr schade finde, ist der Bruch sehr viel weniger massiv als man das bei anderen Studios gewöhnt ist. Es sieht weiterhin nach Ghibli aus und es hat das gleiche Flair wie ihre gezeichneten Filme. Das ist also schon sehr gut gemacht.

Ein schöner Kinderfilm, auf allen Ebenen. Handlung, Länge... Dass es für einen Film in der Klasse von "Chihoro" reichen würde, war nichtvzu erwarten. Wie gesagt, es ist ein Kinderbuch, das man mal eben in einer Stunde lesen kann. Und dem sind sie treu geblieben.

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