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Libretto des gleichnamigen Musicals von Cole Porter

Ich habe "Kiss me, Kate", tatsächlich gesehen. Zweimal, um genau zu sein, einmal in der Oper Düsseldorf und einmal im Theater Aachen. Umso erstaunlicher, dass ich mich nur an wenige Szenen der Aufführungen erinnere, und schon gar nicht mehr an die Handlung. Ich meine, dass ich natürlich schon grob weiß, um was es in "Kiss me, Kate" geht, denn immerhin ist das ein Klassiker, aber ich kann mich nicht mehr an die Handlung erinnern, die auf einer der beiden Bühnen stattgefunden hat.

Grob gesagt geht es um eine Theatertruppe, die Shakespeares "Taming of the Shrew" aufführt, und um die Verwicklungen hinter der Bühne. Das ist nicht ganz so haarsträubend wie bei "Der nackte Wahnsinn", aber in etwa genauso abstrus. Ob es ein Happy End hat, ist im Libretto auch nicht so ganz deutlich, aber ich meine, das würde bei Aufführungen sozusagen vorausgesetzt. Schließlich ist "Kiss me, Kate" von 1948, da hatten Shows noch ein Happy End.
Die bekanntesten Musiknummern sind "Another Op'nin, Another Show", "Wunderbar", "Too darn hot" und "Brush up your Shakespeare".

Auch dieses Buch ist eine Reclam-Ausgabe, also war für mich vor allem das ausführliche Nachwort interessant, das die Entstehung von "Kiss me, Kate" und der Gattung des modernden Musicals an sich erläutert (das erste moderne Musical war "Show Boat", das so bahnbrechend anders war, dass sich die Geburtsstunde des Musicals auf den 27.Dezember 1927 datieren lässt, die Uraufführung dieses Stückes), die verschiedenen Ebenen des Musicals näher beleuchtet (Bühnenhandlung, in der sie tatsächlich Original-Shakespeare sprechen, wenn auch gekürzt und durcheinandergewirbelt, Hinter-der-Bühne-Handlung, die Beziehung zwischen beidem und die Metaebene über das korrekte Verhalten von Frauen gegenüber ihren Ehemännern) und selbstverständlich auch klar gemacht, dass Musical eine minderwertige Theatergattung ist, wenn man es mit der großen Kunst der Oper vergleicht. Einzig Werke wie "West Side Story" sind so etwas wie im Rahmen ihrer Möglichkeiten gelungen. Da hat mich schon wirklich überrascht, dass auch "Das Phantom der Oper" in der ALW-Version noch eine Art lobende Erwähnung bekam.
(An dieser Stelle möchte ich gerne daran erinnern, dass Reclam mal einen Musical-Führer auf dem Markt hatte, in dem der Handlungsübersicht von "Starlight Express" deutlich anzumerken war, dass sie das Musical nie gesehen oder auch nur das Libretto gelesen hatten.)

War nett zu lesen. "Kiss me, Kate" ist albern, aber unterhaltsam, und das Nachwort war auch eine Mischung aus interessant und spaßig. Brauche ich aber nicht noch mal zu lesen.

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