Der Richter und sein Henker / Der Verdacht
Oct. 3rd, 2021 05:51 pmvon Friedrich Dürrenmatt
"Der Richter und sein Henker" habe ich mal in der Schule gelesen, aber quasi null Erinnerung daran. Nur, dass ich es für eine Schüllektüre überraschend gut fand, also muss das in der Mittelstufe gewesen sein. In der Oberstufe habe ich mir über sowas keine Gedanken mehr gemacht.
Beides sind eigenständige Werke, waren aber in einem Doppelband zusammengefaßt. Wahrscheinlich, weil sie beide denselben Protagonisten haben, den totkranken Kommissär (ja, Komissär, nicht Kommissar, denn das Ganze spielt in der Schweiz) Bärlach. In "Der Richter und sein Henker" klärt den Mord an einem Polizisten auf, in "Der Verdacht" jagt er einen Nazi-Kriegsverbrecher.
Es lässt sich auch jetzt noch gut lesen. Gerade "Der Richter und sein Henker" ist atmosphärisch dicht, spannend und clever gemacht. Auch ist es knapp und trotz diverse Exkurse handlungsgetrieben, so dass man es tatsächlich einfach als Krimi lesen und gut finden kann. Da wir es in der Schule gelesen haben, ist es sicher auch auf andere Art und Weise wichtig und bedeutend, aber da habe ich mir jetzt nicht die Mühe gemacht, das nochmal nachzuschlagen. Wie gesagt, ich habe keine Erinnerung von damals an das Buch, und schon gar nicht an das, was wir dazu gelernt haben.
"Der Verdacht" ist vom Tempo her deutlich langsamer, setzt sehr viel mehr auf Philosophie und Dialog und erörtert ausführlich Konzepte wie Glauben, Schuld und Freiheit. Oft wird es sehr grausam oder gar gruselig, aber passieren tut hier im Gegensatz zum anderen Buch nicht viel. Am Ende wird für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr die Angstschraube gedreht, aber auch "Der Verdacht" ist ein durchaus spannendes Buch, das man auch zur Unterhaltung als Krimi gut lesen kann. Krimi mit physologischen Exkursen in die Abgründe der menschlichen Seele.
Zweifacher Beweis: Große Literatur muss nicht langweilig sein.
"Der Richter und sein Henker" habe ich mal in der Schule gelesen, aber quasi null Erinnerung daran. Nur, dass ich es für eine Schüllektüre überraschend gut fand, also muss das in der Mittelstufe gewesen sein. In der Oberstufe habe ich mir über sowas keine Gedanken mehr gemacht.
Beides sind eigenständige Werke, waren aber in einem Doppelband zusammengefaßt. Wahrscheinlich, weil sie beide denselben Protagonisten haben, den totkranken Kommissär (ja, Komissär, nicht Kommissar, denn das Ganze spielt in der Schweiz) Bärlach. In "Der Richter und sein Henker" klärt den Mord an einem Polizisten auf, in "Der Verdacht" jagt er einen Nazi-Kriegsverbrecher.
Es lässt sich auch jetzt noch gut lesen. Gerade "Der Richter und sein Henker" ist atmosphärisch dicht, spannend und clever gemacht. Auch ist es knapp und trotz diverse Exkurse handlungsgetrieben, so dass man es tatsächlich einfach als Krimi lesen und gut finden kann. Da wir es in der Schule gelesen haben, ist es sicher auch auf andere Art und Weise wichtig und bedeutend, aber da habe ich mir jetzt nicht die Mühe gemacht, das nochmal nachzuschlagen. Wie gesagt, ich habe keine Erinnerung von damals an das Buch, und schon gar nicht an das, was wir dazu gelernt haben.
"Der Verdacht" ist vom Tempo her deutlich langsamer, setzt sehr viel mehr auf Philosophie und Dialog und erörtert ausführlich Konzepte wie Glauben, Schuld und Freiheit. Oft wird es sehr grausam oder gar gruselig, aber passieren tut hier im Gegensatz zum anderen Buch nicht viel. Am Ende wird für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr die Angstschraube gedreht, aber auch "Der Verdacht" ist ein durchaus spannendes Buch, das man auch zur Unterhaltung als Krimi gut lesen kann. Krimi mit physologischen Exkursen in die Abgründe der menschlichen Seele.
Zweifacher Beweis: Große Literatur muss nicht langweilig sein.