Die zwei Leben der Veronika
Dec. 27th, 2021 05:47 pmFilm von Krzysztof Kieślowski
Der Film hat zwei Hauptcharaktere, Veronika und Veronique. Die eine ist Polin, die andere ist Französin. Beide werden von derselben Schauspielerin gespielt und sehen darum genau gleich aus. Außerdem glauben beide "nicht alleine auf der Welt zu sein". Gemeinsam haben sie außerdem, dass ihre Mütter sehr früh gestorben sind, beide den gleichen Flummi besitzen und beide einen Herzfehler haben. Außerdem sind beide begnadete Sängerinnen (auch wenn das nur bei Veronika gesagt wird). Veronika stirbt bei ihrem ersten Konzert an einem Herzinfarkt. Zur gleichen Zeit hat Veronique mit einem Typen, den sie seit dem Abi nicht mehr gesehen hat und der auch den ganzen Film nicht wieder auftaucht, Sex. Schlagartig ist sie sehr traurig, ohne zu wissen, warum. Das ist sie auch am Ende des Films wieder, als ihr neuer Freund auf einem Foto, das Veronique in Warschau gemacht hat, eine Frau entdeckt, die genauso aussieht wie sie. Daraufhin hat der neue Freund mit ihr Sex (in einer Szene, die die englische Wikipedia mit "he comforts her" beschreibt - sie weint und schluchzt, er beginnt, Sex mit ihr zu haben...).
In der Schlußszene fährt Veronique wieder einmal zu ihrem Vater, hält aber den Wagen am Tor an und beginnt, aus dem Autofenster heraus die Rinde eines Baumes zu befühlen. Ihr Vater hat den Wagen wahrscheinlich gehört, denn er unterbricht seine Arbeit und lauscht. Film zu Ende.
Ich kann nicht sagen, dass ich das Gefühl habe, irgendetwas an diesem Film verstanden zu haben. Zu Beginn war ich mir nicht einmal sicher, ob Veronika die ersten zehn Minuten der Handlung nicht vielleicht geträumt hat, oder ob der plötzliche Schnitt mit dem Aufwachen anzeigen soll, dass wir jetzt Veronique sehen.
Ich habe keine Ahnung, warum der neue Freund so ein Spiel mit symbolischen Gegenständen aus seinen Kinderbuchgeschichten und einem Tonband spielen muss, um Veronique anzulocken, aber das war immerhin noch irgendwie unterhaltsam. Auch wenn ich nicht verstanden habe, dass das Abmessen des Cardiogramms mit dem Schnürsenkel zeigen soll, dass Veronique herzkrank ist.
Schon gar nicht habe ich verstanden, was diese kurz angerissene Nebenhandlung, in der Veronique sich bereit erklärt, vor Gericht falsch auszusagen, dass sie eine Affäre mit einem bestimmten Mann hat, sollte, zumal diese Nebenhandlung direkt wieder im Sande verläuft und ihre Beziehung zu der Frau, für die sie die Aussage machen will, ebenso unklar ist. Ich meine, sowas macht man doch allenfalls für eine langjährige beste Freundin, oder?
Warum müssen alle Flure immer grün ausgeleuchtet werden? Warum hat dieser Film drei Sexszenen, von denen zwei vollkommen überflüssig und die dritte auch nur bedingt relevant ist? Soll die Tatsache, dass der neue Freund Puppenspieler ist und Puppen von Veronique anfertigt, symbolisch sein? Wenigstens scheint er sowas wie eine Handlung mit zwei verbundenen Mädchen für sein nächstes Buch erfinden zu wollen... die Verbindung zwischen Veronika und Veronique erschöpft sich darin, dass sie eben gleich aussehen und sich fühlen, als wären sie nicht alleine auf der Welt. Was sich nicht einmal deutlich für Veronique ändert, als Veronika stirbt - aber sie weiß, dass sie das Singen unbedingt sofort aufgeben muss (ich nicht, ich musste das bei Wiki nachlesen). Sie hat zwar einem Lehrer gesagt, dass sie mit etwas aufhört, aber dass das Chorgesang war, hatte ich nicht mitbekommen.
Am Interessantesten fand ich, dass der Komponist, dessen Stück quasi den gesamten Soundtrack des Films bildet und das sich als einzige deutliche Verbindungslinie hindurchzieht, ohne dabei Tiefe zu erzeugen, fiktiv ist, und dass laut der englischen Wikipedia dieser Komponist noch in anderen Filmen des Regisseurs eine Rolle spielt. Nicht, dass ich einen dieser anderen Filme gesehen habe (und ob ich die sehen will...), aber das ist ein nettes Stück Trivia.
Die deutsche Wikipedia spricht auch noch davon, dass das Schicksal der beiden Protagonistinnen symbolisch für Polen und Frankreich steht. Ich persönlich habe nicht einmal eine Ahnung, was für ein Aufstand oder Protest das ist, von dem die Leute in Krakau da wegrennen.
Ich habe wahrscheinlich einfach keine Ahnung von anspruchsvollen Filmen. Ich fand die Dialoge sinnlos und oberflächlich, die Beziehungen zwischen den Personen unklar und die Charaktere bestenfalls eindimensional. Am ehesten hatte ich noch das Gefühl, dass Veroniques Vater ein Leben hat, beim Rest...
Ja, er hat poetische Moment. Und auch das sich durch den Film ziehende Musikstück ist sehr schön. Aber er hätte durchaus gereicht, den französischen Teil zu drehen und die ersten 20 Minuten in Polen einfach wegzulassen. Das würde dem Film nur die Information über Veronikas Tod nehmen, und die haben die Protagonisten im Film ja auch nicht. Es sei denn, Veroniques Tränenausbruch ist das Resultat einer Vision beim Anblick des Fotos, die ihr sofort die gesamten Hintergründe offenbart. In dem Falle habe ich auch das nicht verstanden.
Fazit: Es hilft sehr, vorher den Klappentext der Verpackung zu lesen und nachher noch mindestens zwei Wikipedia-Artikel. Soweit man hier von "helfen" sprechen kann.
Ein Film für Menschen, die gerne Filme gucken, ohne dass da zwingend irgendwas passieren oder Charakterentwicklung stattfinden muss.
Der Film hat zwei Hauptcharaktere, Veronika und Veronique. Die eine ist Polin, die andere ist Französin. Beide werden von derselben Schauspielerin gespielt und sehen darum genau gleich aus. Außerdem glauben beide "nicht alleine auf der Welt zu sein". Gemeinsam haben sie außerdem, dass ihre Mütter sehr früh gestorben sind, beide den gleichen Flummi besitzen und beide einen Herzfehler haben. Außerdem sind beide begnadete Sängerinnen (auch wenn das nur bei Veronika gesagt wird). Veronika stirbt bei ihrem ersten Konzert an einem Herzinfarkt. Zur gleichen Zeit hat Veronique mit einem Typen, den sie seit dem Abi nicht mehr gesehen hat und der auch den ganzen Film nicht wieder auftaucht, Sex. Schlagartig ist sie sehr traurig, ohne zu wissen, warum. Das ist sie auch am Ende des Films wieder, als ihr neuer Freund auf einem Foto, das Veronique in Warschau gemacht hat, eine Frau entdeckt, die genauso aussieht wie sie. Daraufhin hat der neue Freund mit ihr Sex (in einer Szene, die die englische Wikipedia mit "he comforts her" beschreibt - sie weint und schluchzt, er beginnt, Sex mit ihr zu haben...).
In der Schlußszene fährt Veronique wieder einmal zu ihrem Vater, hält aber den Wagen am Tor an und beginnt, aus dem Autofenster heraus die Rinde eines Baumes zu befühlen. Ihr Vater hat den Wagen wahrscheinlich gehört, denn er unterbricht seine Arbeit und lauscht. Film zu Ende.
Ich kann nicht sagen, dass ich das Gefühl habe, irgendetwas an diesem Film verstanden zu haben. Zu Beginn war ich mir nicht einmal sicher, ob Veronika die ersten zehn Minuten der Handlung nicht vielleicht geträumt hat, oder ob der plötzliche Schnitt mit dem Aufwachen anzeigen soll, dass wir jetzt Veronique sehen.
Ich habe keine Ahnung, warum der neue Freund so ein Spiel mit symbolischen Gegenständen aus seinen Kinderbuchgeschichten und einem Tonband spielen muss, um Veronique anzulocken, aber das war immerhin noch irgendwie unterhaltsam. Auch wenn ich nicht verstanden habe, dass das Abmessen des Cardiogramms mit dem Schnürsenkel zeigen soll, dass Veronique herzkrank ist.
Schon gar nicht habe ich verstanden, was diese kurz angerissene Nebenhandlung, in der Veronique sich bereit erklärt, vor Gericht falsch auszusagen, dass sie eine Affäre mit einem bestimmten Mann hat, sollte, zumal diese Nebenhandlung direkt wieder im Sande verläuft und ihre Beziehung zu der Frau, für die sie die Aussage machen will, ebenso unklar ist. Ich meine, sowas macht man doch allenfalls für eine langjährige beste Freundin, oder?
Warum müssen alle Flure immer grün ausgeleuchtet werden? Warum hat dieser Film drei Sexszenen, von denen zwei vollkommen überflüssig und die dritte auch nur bedingt relevant ist? Soll die Tatsache, dass der neue Freund Puppenspieler ist und Puppen von Veronique anfertigt, symbolisch sein? Wenigstens scheint er sowas wie eine Handlung mit zwei verbundenen Mädchen für sein nächstes Buch erfinden zu wollen... die Verbindung zwischen Veronika und Veronique erschöpft sich darin, dass sie eben gleich aussehen und sich fühlen, als wären sie nicht alleine auf der Welt. Was sich nicht einmal deutlich für Veronique ändert, als Veronika stirbt - aber sie weiß, dass sie das Singen unbedingt sofort aufgeben muss (ich nicht, ich musste das bei Wiki nachlesen). Sie hat zwar einem Lehrer gesagt, dass sie mit etwas aufhört, aber dass das Chorgesang war, hatte ich nicht mitbekommen.
Am Interessantesten fand ich, dass der Komponist, dessen Stück quasi den gesamten Soundtrack des Films bildet und das sich als einzige deutliche Verbindungslinie hindurchzieht, ohne dabei Tiefe zu erzeugen, fiktiv ist, und dass laut der englischen Wikipedia dieser Komponist noch in anderen Filmen des Regisseurs eine Rolle spielt. Nicht, dass ich einen dieser anderen Filme gesehen habe (und ob ich die sehen will...), aber das ist ein nettes Stück Trivia.
Die deutsche Wikipedia spricht auch noch davon, dass das Schicksal der beiden Protagonistinnen symbolisch für Polen und Frankreich steht. Ich persönlich habe nicht einmal eine Ahnung, was für ein Aufstand oder Protest das ist, von dem die Leute in Krakau da wegrennen.
Ich habe wahrscheinlich einfach keine Ahnung von anspruchsvollen Filmen. Ich fand die Dialoge sinnlos und oberflächlich, die Beziehungen zwischen den Personen unklar und die Charaktere bestenfalls eindimensional. Am ehesten hatte ich noch das Gefühl, dass Veroniques Vater ein Leben hat, beim Rest...
Ja, er hat poetische Moment. Und auch das sich durch den Film ziehende Musikstück ist sehr schön. Aber er hätte durchaus gereicht, den französischen Teil zu drehen und die ersten 20 Minuten in Polen einfach wegzulassen. Das würde dem Film nur die Information über Veronikas Tod nehmen, und die haben die Protagonisten im Film ja auch nicht. Es sei denn, Veroniques Tränenausbruch ist das Resultat einer Vision beim Anblick des Fotos, die ihr sofort die gesamten Hintergründe offenbart. In dem Falle habe ich auch das nicht verstanden.
Fazit: Es hilft sehr, vorher den Klappentext der Verpackung zu lesen und nachher noch mindestens zwei Wikipedia-Artikel. Soweit man hier von "helfen" sprechen kann.
Ein Film für Menschen, die gerne Filme gucken, ohne dass da zwingend irgendwas passieren oder Charakterentwicklung stattfinden muss.