Wonderful Wales
May. 8th, 2022 09:04 pmmit Michael Ball (ich glaube, Channel 5...)
Michael Ball ist ein sehr bekannter Musicaldarsteller, Sänger, TV-Host und Entertainer. Er hat eine Menge großer Musicalrollen gespielt, Konzerte gegeben, Platten aufgenommen und er hat eine sehr große Fangemeinde. Ich habe ihn meines Wissens nur einmal Live gesehen, in "Les Misérables in Concert", als Javert, für den ich ihn nicht unbedingt für die Idealbesetzung halte, aber Mr. Ball ist ein großartiger Sänger, also hat es mir trotz allem schon gefallen.
Darüber hinaus ist er charmant und kann sich glaubwürdig für alles mögliche begeistern. Das ist für britische Dokumentationen, die von einem Prominenten präsentiert werden, ja auch immer essentiell.
Wie der Name schon erwarten lässt, geht es um Wales. Mr. Ball besucht diverse Orte und Touristenattraktionen. Dabei dürfen natürlich Klassiker wie Castell Harlech, Portmeirion, St. David's Cathedral oder Tenby nicht fehlen, aber es gibt auch ebenso viel schöne Landschaft und Orte, die man als Tourist weniger auf dem Schirm hat. Zwischendurch fährt Mr. Ball in einem Auto scenic single track roads entlang, erzählt uns, wie wunderbar er das alles findet und wie großartig Wales ist. Oder er isst in einem Sternerestaurant (mir war neu, dass Wales welche hat), oder einfach am Hafen Fish and Chips. Und jede Folge ruft er seine Mutter an und erzählt ihr, wo er war. Denn, das wusste ich auch nicht, seine Mutter ist Waliserin.
Darum hat das Ganze auch tatsächlich sowas wie eine persönliche Komponente. Die erste Station in der ersten Folge ist die Straße, in der Mr. Balls Großmutter gelebt hat. Sie können nur bis vor das Haus, denn da wohnt jetzt natürlich jemand anders drin, der wahrscheinlich kein Fernsehteam in seinem Wohnzimmer haben wollte, aber es gibt Fotos, und dann besucht Mr. Ball die Schwester seiner Mutter, um mit ihr über die Großmutter zu sprechen. Immerhin verdankt er es dieser Großmutter, dass er Sänger geworden ist. Wales ist das Land der Lieder.
Um weitere persönliche Verbindungen aufzubauen, besucht Mr. Ball als nächstes eine ehemalige Kohlemine, in der sein Onkel noch gearbeitet hat, und die heute ein Museum ist. Wie sich herausstellt hat der Mann, der ihn durch dieses Museum führt, mit seinem Onkel zusammen gearbeitet. Kurz, nach der Hälfte der ersten Folge sind wir überzeugt, dass Mr. Ball tatsächlich eine persönliche Verbindung zu Wales hat und sehr dankbar ist, dass das Fernsehn ihm diese Reise bezahlt, damit er das endlich mal ausleben und all das ansehen kann, was er schon immer mal ansehen wollte.
Verstärkt wird das dann noch davon, dass wir lernen, dass sein ersten Engagement "Godspell" in Aberystwyth war, dass er bei der Eröffnung von Millenium Stadium und Millenium Center gesungen hat, und dass er im Millenium Center einen Stuhl gesponsort hat, der jetzt den Namen seiner Großmutter trägt. Bester Platz natürlich, auch wenn sie ihn nie dort hat auftreten sehen können.
In den vier Folgen geht es nach Südwales, in die Valleys und nach Cardiff, also die Gegend, aus der Mr. Balls Familie stammt; nach Westwales, Pembrokeshire, wo er noch nie zuvor gewesen ist, aber wer kann sich nicht für den Coast Path begeistern?; an die Westküste mit Aberystwyth und Harlech; und dann in den Norden, nach Snowdonia und Ynys Môn. Mr. Ball sammelt Cockles und angelt einen Hai, isst zum ersten Mal in seinem Leben Laverbread, wird bei mehreren Coastal-Adventure-Bootstouren klatschnass und quetscht sich durch die Gänge der Kupferminen von Orme's Head. Er besucht eine Farm, spricht mit dem Vorsitzen von Cadw, steigt auf Dinas Bran und fährt ein Boot über das Pontcysyllte Aquädukt. Und wie wir alle lernen, wenn es gigantisch und viktorianisch ist, dann ist es von Thomas Telford. Eben dieses Aquädukt, oder die Menai Suspension Bridge.
Jede Einstellung der Folgen ist absolut großartig, egal ob Sonnenuntergang in den Carneddau, die Künste von Pembrokeshire, Cardiff Bay, Llangollen oder die Llyfgell Genedlaethol Cymru. Die Sendung hat mich davon überzeugt, dass ich mir Tenby doch mal ansehen sollte, denn das scheint sehr viel mehr zu bieten zu haben als nur bunte Häuser am Hafen. Auch Llandudno präsentiert sich in seinem gesamtem viktorianischen Glanz, und St. David's Cathedral wird von ihrer Bischöfin (die erste weibliche in Wales) so gekonnt-bescheiden beworben, dass ich da ganz sicher auch nochmal hinwill. Sogar die Slate Mines in Blaenau Ffestiniog sehen so spektakulär aus, dass ich mir das auch mal überlegen könnte, auch wenn ich für sowas sonst nicht viel übrig habe. Und Dinge wie Pentre Ifan kann man gar nicht so filmen, dass sie nicht toll und beeindruckend aussehen.
Natürlich wird auch gesungen, am Ende jeder Folge ein Lied, immer gemeinsam mit einem lokalen Chor. Zwei sind traditionelle Männerchöre, einer ist ein Frauenchor und einer ein gemischter. Jedesmal an einer weiteren spektakuären Lokalität, wenn auch nicht immer bekanntes walisisches Liedgut. Dafür wird ein weiteres Mal bewiesen, dass man "Calon Lan" auf jede erdenkliche Melodie singen kann, und ein Lied ist sogar aus einem Musical, "Anthem", aus Chess. Ja, es geht dabei um Russland, aber der Name des Landes fällt nicht, also...
Tolles Programm. Charmant, unterhaltsam, und ich habe auch ein bisschen was Neues gelernt und gesehen. Mr. Ball spricht nur sehr wenige Wörter Walisisch, aber die sind korrekt, und er kann auch alle Ortsnamen korrekt aussprechen. Er macht sich sogar die Mühe und sagt "Castell Harlech" und nicht "Harlech Castle".
Wer Inspiration braucht, um ein Ziel zu finden, was er in Wales besichtigen kann, das ist die ideale Reihe dafür. Für jeden Geschmack was dabei, und alles ist gleichermaßen atemberaubend und großartig.
Michael Ball ist ein sehr bekannter Musicaldarsteller, Sänger, TV-Host und Entertainer. Er hat eine Menge großer Musicalrollen gespielt, Konzerte gegeben, Platten aufgenommen und er hat eine sehr große Fangemeinde. Ich habe ihn meines Wissens nur einmal Live gesehen, in "Les Misérables in Concert", als Javert, für den ich ihn nicht unbedingt für die Idealbesetzung halte, aber Mr. Ball ist ein großartiger Sänger, also hat es mir trotz allem schon gefallen.
Darüber hinaus ist er charmant und kann sich glaubwürdig für alles mögliche begeistern. Das ist für britische Dokumentationen, die von einem Prominenten präsentiert werden, ja auch immer essentiell.
Wie der Name schon erwarten lässt, geht es um Wales. Mr. Ball besucht diverse Orte und Touristenattraktionen. Dabei dürfen natürlich Klassiker wie Castell Harlech, Portmeirion, St. David's Cathedral oder Tenby nicht fehlen, aber es gibt auch ebenso viel schöne Landschaft und Orte, die man als Tourist weniger auf dem Schirm hat. Zwischendurch fährt Mr. Ball in einem Auto scenic single track roads entlang, erzählt uns, wie wunderbar er das alles findet und wie großartig Wales ist. Oder er isst in einem Sternerestaurant (mir war neu, dass Wales welche hat), oder einfach am Hafen Fish and Chips. Und jede Folge ruft er seine Mutter an und erzählt ihr, wo er war. Denn, das wusste ich auch nicht, seine Mutter ist Waliserin.
Darum hat das Ganze auch tatsächlich sowas wie eine persönliche Komponente. Die erste Station in der ersten Folge ist die Straße, in der Mr. Balls Großmutter gelebt hat. Sie können nur bis vor das Haus, denn da wohnt jetzt natürlich jemand anders drin, der wahrscheinlich kein Fernsehteam in seinem Wohnzimmer haben wollte, aber es gibt Fotos, und dann besucht Mr. Ball die Schwester seiner Mutter, um mit ihr über die Großmutter zu sprechen. Immerhin verdankt er es dieser Großmutter, dass er Sänger geworden ist. Wales ist das Land der Lieder.
Um weitere persönliche Verbindungen aufzubauen, besucht Mr. Ball als nächstes eine ehemalige Kohlemine, in der sein Onkel noch gearbeitet hat, und die heute ein Museum ist. Wie sich herausstellt hat der Mann, der ihn durch dieses Museum führt, mit seinem Onkel zusammen gearbeitet. Kurz, nach der Hälfte der ersten Folge sind wir überzeugt, dass Mr. Ball tatsächlich eine persönliche Verbindung zu Wales hat und sehr dankbar ist, dass das Fernsehn ihm diese Reise bezahlt, damit er das endlich mal ausleben und all das ansehen kann, was er schon immer mal ansehen wollte.
Verstärkt wird das dann noch davon, dass wir lernen, dass sein ersten Engagement "Godspell" in Aberystwyth war, dass er bei der Eröffnung von Millenium Stadium und Millenium Center gesungen hat, und dass er im Millenium Center einen Stuhl gesponsort hat, der jetzt den Namen seiner Großmutter trägt. Bester Platz natürlich, auch wenn sie ihn nie dort hat auftreten sehen können.
In den vier Folgen geht es nach Südwales, in die Valleys und nach Cardiff, also die Gegend, aus der Mr. Balls Familie stammt; nach Westwales, Pembrokeshire, wo er noch nie zuvor gewesen ist, aber wer kann sich nicht für den Coast Path begeistern?; an die Westküste mit Aberystwyth und Harlech; und dann in den Norden, nach Snowdonia und Ynys Môn. Mr. Ball sammelt Cockles und angelt einen Hai, isst zum ersten Mal in seinem Leben Laverbread, wird bei mehreren Coastal-Adventure-Bootstouren klatschnass und quetscht sich durch die Gänge der Kupferminen von Orme's Head. Er besucht eine Farm, spricht mit dem Vorsitzen von Cadw, steigt auf Dinas Bran und fährt ein Boot über das Pontcysyllte Aquädukt. Und wie wir alle lernen, wenn es gigantisch und viktorianisch ist, dann ist es von Thomas Telford. Eben dieses Aquädukt, oder die Menai Suspension Bridge.
Jede Einstellung der Folgen ist absolut großartig, egal ob Sonnenuntergang in den Carneddau, die Künste von Pembrokeshire, Cardiff Bay, Llangollen oder die Llyfgell Genedlaethol Cymru. Die Sendung hat mich davon überzeugt, dass ich mir Tenby doch mal ansehen sollte, denn das scheint sehr viel mehr zu bieten zu haben als nur bunte Häuser am Hafen. Auch Llandudno präsentiert sich in seinem gesamtem viktorianischen Glanz, und St. David's Cathedral wird von ihrer Bischöfin (die erste weibliche in Wales) so gekonnt-bescheiden beworben, dass ich da ganz sicher auch nochmal hinwill. Sogar die Slate Mines in Blaenau Ffestiniog sehen so spektakulär aus, dass ich mir das auch mal überlegen könnte, auch wenn ich für sowas sonst nicht viel übrig habe. Und Dinge wie Pentre Ifan kann man gar nicht so filmen, dass sie nicht toll und beeindruckend aussehen.
Natürlich wird auch gesungen, am Ende jeder Folge ein Lied, immer gemeinsam mit einem lokalen Chor. Zwei sind traditionelle Männerchöre, einer ist ein Frauenchor und einer ein gemischter. Jedesmal an einer weiteren spektakuären Lokalität, wenn auch nicht immer bekanntes walisisches Liedgut. Dafür wird ein weiteres Mal bewiesen, dass man "Calon Lan" auf jede erdenkliche Melodie singen kann, und ein Lied ist sogar aus einem Musical, "Anthem", aus Chess. Ja, es geht dabei um Russland, aber der Name des Landes fällt nicht, also...
Tolles Programm. Charmant, unterhaltsam, und ich habe auch ein bisschen was Neues gelernt und gesehen. Mr. Ball spricht nur sehr wenige Wörter Walisisch, aber die sind korrekt, und er kann auch alle Ortsnamen korrekt aussprechen. Er macht sich sogar die Mühe und sagt "Castell Harlech" und nicht "Harlech Castle".
Wer Inspiration braucht, um ein Ziel zu finden, was er in Wales besichtigen kann, das ist die ideale Reihe dafür. Für jeden Geschmack was dabei, und alles ist gleichermaßen atemberaubend und großartig.