The Vampire Lestat
Feb. 5th, 2023 12:16 pmVon Anne Rice
Band 2 der Vampire Chronicles. Wie schon gesagt, erst Buch 1, dann Serie, dann Buch 2 und dann ist gut. Ist auch so. An Band 3 erinnere ich mich nicht gut genug, also kann ich ihn nicht so furchtbar gefunden haben, aber lesen muss ich den jetzt nicht mehr.
Okay. Nachdem uns Louis in "Interview with the Vampire" seine Lebensgeschichte erzählt hat, macht jetzt Lestat in "The Vampire Lestat" dasselbe. Allerdings ohne Reporter, er schreibt die Autobiographie gleich selbst. Und Mrs. Rice bedient sich dabei des Formats der klassischen gothic novels wie "Frankenstein": Es gibt eine Rahmenhandlung, innderhalb der jemand seine Lebensgeschichte erzählt, innerhalb derer noch jemand seine Lebensgeschichte erzählt. Wir bekommen also nicht nur Lestats Geschichte, sondern auch gleich noch grob die von Armand und die von Marius (die beide aber weiter hinten in der Reihe auch noch eigene Bücher haben).
Wir schreiben das Jahr 1984. Lestat ist 1929 in New Orleans unter die Erde gegangen und wacht jetzt wieder auf. Dann beschließt er, Rockstar zu werden, und im Rahmen dieser Kampagne schreibt er eben dieses Buch. Das wiederum beginnt im 18ten Jahrhundert, wo der etwa 20jährige Lestat, jüngerer Sohn einer verarmten Adelsfamilie in der Auvergne, mitten im tiegfsten Winter ein Pack Wölfe tötet, das die Gegend terrorisiert. Es erzählt von dem eher schlechten Verhältnis zu seiner Familie - mit Ausnahme seiner Mutter, da ist das Verhältnis nur schwierig - seiner Flucht nach Paris zusammen mit seiner großen Liebe Nicholas, um dort Schauspieler zu werden, und wie kurz darauf Magus ihn zum Vampir macht und sich selbst verbrennt.
Lestat ist also damit auf sich allein gestellt, herauszufinden, was sein neues Nicht-Leben bedeutet. Er bricht allen persönlichen Kontakt zu denen, die ihm nahe stehen ab, schickt aber jede Menge Geld und Geschenke, da Magus ihm ein schier unerschöpfliches Vermögen hinterlassen hat. Je nach Temperament nehmen diese Leute das gut auf oder auch nicht.
Lestats Mutter kommt nach Paris, da sie im Begriff ist, an einer Lungenkrankheit zu sterben, und weil Lestat das nicht ertragen kann, macht er sie zu einem Vampir. Nicholas presst ihm das Gleiche wenig später ab, hasst ihn dann aber dafür. Sie stoßen auf den Vampir-Orden in den Katakomben unter dem Friedhof Les Innocents, unter der Leitung von Armand und sprengen ihn alleine dadurch, dass sie beweisen, dass alle die Glaubensregeln vom Dienst an Satan kein Hand und Fuß haben. Ein paar Mitgliedern schenkt Lestat ein Theater - das spätere Theatre des Vampires - damit sie dort ein neues Leben anfangen können. Nicholas bleibt in diesem Theater (und geht wenig später ins Feuer), während Lestat und seine Mutter aufbrechen, etwas von der Welt zu sehen. Armand, der sie begleiten will, weißt Lestat ab.
Wie Louis und Claudia in Band 1 ist Lestat auf der Suche nach dem "warum" für die Existenz von Vampiren, im Gegensatz zu ihnen bekommt er eine Antwort. Dann reist er nach New Orleans, wohin sein Vater sich nach der französischen Revolution geflüchtet hat. Der Teil wird nur sehr knapp abgehandelt, denn Louis hat ihn in Auführlichkeit erzählt, auch wenn Lestat natürlich anführt, dass vieles davon falsch ist. Einige ergänzende Details gibt es zu Paris und den Umständen von Claudias Tod.
Danach kehren wir zur Rahmenhandlung zurück, zum großen Konzert, das total aus dem Ruder läuft, und es endet am Morgen nach diesem Konzert, wenn alle vampirischen Beteiligten gezwungen sind, zu schlafen.
Es war sehr viel einfacher zu lesen als "Interview with the Vampire", so rein stilistisch. Das hat mich überrascht. Ich hatte keinerlei Probleme beim Lesen. Es ist die typische Lestat-Stimme, an die ich mich erinnere, emotional und ausschweifend, egozentrisch und impulsiv. Eben genau das, was den Charakter ausmacht - lebendig. Oft genug auch over the top - kein Maß, kein Sinn für Konsequenzen. Und jede Regel muss sofort gebrochen werden. Oder, falls nicht das, wenigstens laut und deutlich in Frage gestellt. Lestat ist anstrengend. Aber auch das macht den Charakter aus.
Ich hatte erstaunlich wenig von dem vergessen, was im Buch vorkommt. Ich hatte nicht immer alle Details parat oder richtig in Erinnerung, aber es ist nichts darin, was mir vollkommen unbekannt vorkam. Auch damit hatte ich nicht gerechnet, nachdem ich bei "Interview" ja ganze Kapitel vergessen hatte.
Es hinterlässt den Eindruck, dass genau betrachtet nicht besonders viel passiert. Es wird viel geredet, viel philosophiert und gehadert, Imformationen werden enthüllt und zwischendurch bricht Lestat irgendeine Regel, regt sich über irgendwas furchtbar auf oder hat sonst einen emotionalen Ausbruch. Der straffste Handlungsstrang ist tatsächlich die Rahmenhandlung, in der Lestat das Konzert plant.
Die Wiederbegegnung zwischen ihm und Louis ist dafür sehr viel länger und hat mehr Tiefe, als ich sie in Erinnerung hatte. Positive Überraschung.
Es lässt sich gut lesen, es hat Flair und Atmosphäre. Es ist das lebendigere von beiden Büchern. Wenn man nur eins von beiden lesen will, würde ich "Interview" empfehlen, schon alleine, weil das das bekanntere ist und man dann besser mitreden kann. Aber eigentlich funktionieren die beiden Bücher erst wirklich in Kombination - vorausgesetzt, man interessiert sich für die Charaktere. Für Handlung braucht man Band 2 nicht zu lesen, da hat Band 1 mehr Action zu bieten.
Band 2 der Vampire Chronicles. Wie schon gesagt, erst Buch 1, dann Serie, dann Buch 2 und dann ist gut. Ist auch so. An Band 3 erinnere ich mich nicht gut genug, also kann ich ihn nicht so furchtbar gefunden haben, aber lesen muss ich den jetzt nicht mehr.
Okay. Nachdem uns Louis in "Interview with the Vampire" seine Lebensgeschichte erzählt hat, macht jetzt Lestat in "The Vampire Lestat" dasselbe. Allerdings ohne Reporter, er schreibt die Autobiographie gleich selbst. Und Mrs. Rice bedient sich dabei des Formats der klassischen gothic novels wie "Frankenstein": Es gibt eine Rahmenhandlung, innderhalb der jemand seine Lebensgeschichte erzählt, innerhalb derer noch jemand seine Lebensgeschichte erzählt. Wir bekommen also nicht nur Lestats Geschichte, sondern auch gleich noch grob die von Armand und die von Marius (die beide aber weiter hinten in der Reihe auch noch eigene Bücher haben).
Wir schreiben das Jahr 1984. Lestat ist 1929 in New Orleans unter die Erde gegangen und wacht jetzt wieder auf. Dann beschließt er, Rockstar zu werden, und im Rahmen dieser Kampagne schreibt er eben dieses Buch. Das wiederum beginnt im 18ten Jahrhundert, wo der etwa 20jährige Lestat, jüngerer Sohn einer verarmten Adelsfamilie in der Auvergne, mitten im tiegfsten Winter ein Pack Wölfe tötet, das die Gegend terrorisiert. Es erzählt von dem eher schlechten Verhältnis zu seiner Familie - mit Ausnahme seiner Mutter, da ist das Verhältnis nur schwierig - seiner Flucht nach Paris zusammen mit seiner großen Liebe Nicholas, um dort Schauspieler zu werden, und wie kurz darauf Magus ihn zum Vampir macht und sich selbst verbrennt.
Lestat ist also damit auf sich allein gestellt, herauszufinden, was sein neues Nicht-Leben bedeutet. Er bricht allen persönlichen Kontakt zu denen, die ihm nahe stehen ab, schickt aber jede Menge Geld und Geschenke, da Magus ihm ein schier unerschöpfliches Vermögen hinterlassen hat. Je nach Temperament nehmen diese Leute das gut auf oder auch nicht.
Lestats Mutter kommt nach Paris, da sie im Begriff ist, an einer Lungenkrankheit zu sterben, und weil Lestat das nicht ertragen kann, macht er sie zu einem Vampir. Nicholas presst ihm das Gleiche wenig später ab, hasst ihn dann aber dafür. Sie stoßen auf den Vampir-Orden in den Katakomben unter dem Friedhof Les Innocents, unter der Leitung von Armand und sprengen ihn alleine dadurch, dass sie beweisen, dass alle die Glaubensregeln vom Dienst an Satan kein Hand und Fuß haben. Ein paar Mitgliedern schenkt Lestat ein Theater - das spätere Theatre des Vampires - damit sie dort ein neues Leben anfangen können. Nicholas bleibt in diesem Theater (und geht wenig später ins Feuer), während Lestat und seine Mutter aufbrechen, etwas von der Welt zu sehen. Armand, der sie begleiten will, weißt Lestat ab.
Wie Louis und Claudia in Band 1 ist Lestat auf der Suche nach dem "warum" für die Existenz von Vampiren, im Gegensatz zu ihnen bekommt er eine Antwort. Dann reist er nach New Orleans, wohin sein Vater sich nach der französischen Revolution geflüchtet hat. Der Teil wird nur sehr knapp abgehandelt, denn Louis hat ihn in Auführlichkeit erzählt, auch wenn Lestat natürlich anführt, dass vieles davon falsch ist. Einige ergänzende Details gibt es zu Paris und den Umständen von Claudias Tod.
Danach kehren wir zur Rahmenhandlung zurück, zum großen Konzert, das total aus dem Ruder läuft, und es endet am Morgen nach diesem Konzert, wenn alle vampirischen Beteiligten gezwungen sind, zu schlafen.
Es war sehr viel einfacher zu lesen als "Interview with the Vampire", so rein stilistisch. Das hat mich überrascht. Ich hatte keinerlei Probleme beim Lesen. Es ist die typische Lestat-Stimme, an die ich mich erinnere, emotional und ausschweifend, egozentrisch und impulsiv. Eben genau das, was den Charakter ausmacht - lebendig. Oft genug auch over the top - kein Maß, kein Sinn für Konsequenzen. Und jede Regel muss sofort gebrochen werden. Oder, falls nicht das, wenigstens laut und deutlich in Frage gestellt. Lestat ist anstrengend. Aber auch das macht den Charakter aus.
Ich hatte erstaunlich wenig von dem vergessen, was im Buch vorkommt. Ich hatte nicht immer alle Details parat oder richtig in Erinnerung, aber es ist nichts darin, was mir vollkommen unbekannt vorkam. Auch damit hatte ich nicht gerechnet, nachdem ich bei "Interview" ja ganze Kapitel vergessen hatte.
Es hinterlässt den Eindruck, dass genau betrachtet nicht besonders viel passiert. Es wird viel geredet, viel philosophiert und gehadert, Imformationen werden enthüllt und zwischendurch bricht Lestat irgendeine Regel, regt sich über irgendwas furchtbar auf oder hat sonst einen emotionalen Ausbruch. Der straffste Handlungsstrang ist tatsächlich die Rahmenhandlung, in der Lestat das Konzert plant.
Die Wiederbegegnung zwischen ihm und Louis ist dafür sehr viel länger und hat mehr Tiefe, als ich sie in Erinnerung hatte. Positive Überraschung.
Es lässt sich gut lesen, es hat Flair und Atmosphäre. Es ist das lebendigere von beiden Büchern. Wenn man nur eins von beiden lesen will, würde ich "Interview" empfehlen, schon alleine, weil das das bekanntere ist und man dann besser mitreden kann. Aber eigentlich funktionieren die beiden Bücher erst wirklich in Kombination - vorausgesetzt, man interessiert sich für die Charaktere. Für Handlung braucht man Band 2 nicht zu lesen, da hat Band 1 mehr Action zu bieten.