blauerfalke: (reisen)
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1. Die bekannte Kuppel des Doms Santa Maria del Fiore ist von Filippo Brunelleschi, und das Wichtigste daran ist, dass sie nach Notre Dame de la Paix (Yamoussoukro, Elfenbeinküste), Petersdom (Rom, Italien), Mailänder Dom (Mailand, Italien) und St. Paul's Cathedral (London, Vereinigtes Königreich) die größte Kuppel der Welt ist. Das Zweitwichtigste daran ist, dass die Kuppel des Petersdoms von Michelangelo ist, und der nach dem Vorbild des Florentiner Doms baute.
Dass die Kuppel darüber hinaus mit dem weltweit größten Fresko zu einem einem religiösen Thema ausgemalt ist, ist nicht weiter von Bedeutung und wird auch quasi nie irgendwo erwähnt. Das Fresko ist übrigens von Giorgio Vasari, vollendet von Frederico Zuccari, da Vasari vor der Fertigstellung starb.

2. Santa Croce hat keinen Turm, auf den man steigen könnte.

3. Brunelleschi ist mehrfach in Ausschreibungen gegen Lorenzo Ghiberti angetreten. Mal gewann der eine, mal der andere. Trotzdem erwähnt kein Reiseführer die Meinungen des Verlierers über das Design des Gewinners. Stattdessen erwähnen sie, dass Brunelleschi anscheinend mit der Kunst von Donatello ein Problem hatte. Sowohl mit den Stuckreliefs in San Lorenzo, die Brunelleschis Alter Sakristei das Raumkonzept kaputtmachten, als auch mit einem Kruzifix in Santa Croce, auf dem Jesus aussieht wie ein Bauer, so dass Brunelleschi sich genötigt sah, ein besseres Kruzifix für Santa Maria della Novella zu machen.

4. Brunelleschi war offenbar ein Freund des großen leeren Raums. Den zelebriert er im Dom und in San Lorenzo in einem Farbkonzept in grau und weiß. Natürlich hilft bei bei dem Eindruck, dass beide Kirchen gigantisch sind. (Wie übrigens Santa Croce auch, aber mit deren Innenraum hatte Brunelleschi nichts zu tun.)

5. Wenn eine männliche Statue besonders böse und genervt guckt, ist es Dante.

6. Brunelleschi ist unter dem Dom begraben, direkt neben dem Souvenirshop. Donatello liegt unter San Lorenzo. Michelangelo, Rossini, Galileo Galilei und Machiavelli liegen in Santa Croce. Dante hat da nur ein Kenotaph. Vielleicht guckt er darum immer so böse.

7. Donatello wird von allen Reiseführern für seine Meisterschaft der Perspektive in seinen Reliefs bewundert. Ich bewundere vor allem, wie realisitisch seine Statuen aussehen.

8. Die Boboli-Gärten liegen im Hang. In jeder Richtung. Man kann immer nur bergab oder bergauf gehen. Warum das auf keinem Foto zu erkennen ist, ist mir schleierhaft.

9. Florenz liegt zwischen zwei Forts. Fortezza da Basso im Norden und Forte di Belvedere im Süden. Beide sind auf die Stadt ausgerichtet, also dazu da, eben dieser Stadt zu drohen und sie in Schach zu halten. Bei beiden handelt es sich um Befestigungen der Medici, was deren Beziehung zur Stadt deutlich klarstellt.

10. Es gibt die Darstellungsform "resting Apollo". Wie zu erwarten handelt es sich dabei um eine Statue des Gottes Apollo (übrigens scheint man bei jeder Statue eines langhaarigen Jünglings erst einmal anzunehmen, dass sie Apollo darstellt, bis man Zeit hat, darüber nachzudenken, ob es vielleicht doch jemand anders sein könnte und wenn ja, wer). Bemerkenswert daran ist, dass ein "resting Apollo" immer mindestens einen Arm in die Höhe hält, was nicht gerade bequem aussieht.
Aber vielleicht stützt er sich ja eigentlich auf einen Stab, und der ist weggebrochen...

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