Can't spell Treason without Tea
Sep. 2nd, 2024 02:58 pmvon Rebecca Thorne
Eins der neuen Genres, die, ich glaube, von BookTok definiert wurden, ist "cozy mystery". Das bahnbrechnende Leitwerk des Genres heißt "Legends and Lattes", und wird von Ms Thorne in den Danksagungen als Inspiration angegeben. Da ich es nicht gelesen habe, weiß ich nicht, was genau ein cozy mystery so haben muss, um als solches zu gelten, aber ich nehme mal an, dass die Protagonisten ein glückliches heimisches Zusammenleben haben sollten, und dass es ein Rätsel/ein Verbrechen zu klären gilt. (Ob der Verkauf von Heißgetränken auch zwingend ist... wer weiß.)
Beides erfüllt das Buch problemlos. Rayna und Kianthe, die eine Leibwächterin einer grausamen Königin und die andere die mächtigste Magierin ihrer Zeit, entschließen sich, miteinander durchzubrennen, und einen Buchladen aufzumachen, der auch Tee serviert. Denn die Leidenschaft der einen sind Bücher, die der anderen Tee. Dazu suchen sie sich einen Mini-Ort irgendwo im Grenzgebiet diverser Reiche, von dem nichtmal die Einwohner einig sind, zu welchem sie eigentlich gehören, und der regelmäßig von Drachen angegriffen wird. Wie sich herausstellt, haben die einen Grund dazu, und Kianthe muss sich verpflichten, herauszufinden, was mit den gestohlenen Dracheneiern passiert ist, während es nur eine Frage der Zeit ist, bis Reynas Ex-Arbeitgeberin ihre Armee vorbei schickt, um sie wegen Hochverrats festzunehmen.
Da hätten wir also das Rätsel, und die beiden Protagonistinnen leben glücklich zusammen und schhaffen sich ein gemütliches Heim. Wie glaubwürdig das Ganze ist - dass eine Leibwächterin auch noch meisterhaft backen kann zum Beispiel - sei mal dahingestellt, aber darum es geht wahrscheinlich nicht. Es geht auch nicht darum, innovative Fantasy zu schreiben. Es geht um Charaktere, denn die nehmen deutlich den größten Raum ein, ihre Beschreibungen, ihre Motivationen, ihre Beziehungen untereinander, und wie diese sich entwickeln. Es kommt mir also sehr entgegen und im Grunde habe ich es gerne gelesen. Nur musste ich dann am Ende leider feststellen, dass es ein Band 1 ist, wir also die Eier noch immer nicht haben, und in den letzten Jahren habe ich mit Reihen doch ziemlich die Geduld verloren. Wie wäre es mit einem Rästel pro Buch, wie in den klassischen Krimis? Dann kann man seine Charaktere noch immer durchgehend weiterentwickeln.
Es ist also schon charmant, es ist gut geschrieben, es hat Humor und es hat schöne Charakterdynamiken. Es ist ein schöner Gegenentwurf zum modernen Krimi, wo jeder Ermittler mindestens ein Trauma und eine gescheiterte Ehe haben muss. Dass keine der Protagonistinnen in mein Schema fällt, dafür kann die Autorin nichts. Wäre das der Fall, würde ich weiterlesen, aber so... eher nicht.
Trotzdem Empfehlung für Leute, die in ihrer Fantasy mal ein bisschen heile Welt haben wollen, und für die auch nicht immer gleich die Welt gerettet werden muss.
Eins der neuen Genres, die, ich glaube, von BookTok definiert wurden, ist "cozy mystery". Das bahnbrechnende Leitwerk des Genres heißt "Legends and Lattes", und wird von Ms Thorne in den Danksagungen als Inspiration angegeben. Da ich es nicht gelesen habe, weiß ich nicht, was genau ein cozy mystery so haben muss, um als solches zu gelten, aber ich nehme mal an, dass die Protagonisten ein glückliches heimisches Zusammenleben haben sollten, und dass es ein Rätsel/ein Verbrechen zu klären gilt. (Ob der Verkauf von Heißgetränken auch zwingend ist... wer weiß.)
Beides erfüllt das Buch problemlos. Rayna und Kianthe, die eine Leibwächterin einer grausamen Königin und die andere die mächtigste Magierin ihrer Zeit, entschließen sich, miteinander durchzubrennen, und einen Buchladen aufzumachen, der auch Tee serviert. Denn die Leidenschaft der einen sind Bücher, die der anderen Tee. Dazu suchen sie sich einen Mini-Ort irgendwo im Grenzgebiet diverser Reiche, von dem nichtmal die Einwohner einig sind, zu welchem sie eigentlich gehören, und der regelmäßig von Drachen angegriffen wird. Wie sich herausstellt, haben die einen Grund dazu, und Kianthe muss sich verpflichten, herauszufinden, was mit den gestohlenen Dracheneiern passiert ist, während es nur eine Frage der Zeit ist, bis Reynas Ex-Arbeitgeberin ihre Armee vorbei schickt, um sie wegen Hochverrats festzunehmen.
Da hätten wir also das Rätsel, und die beiden Protagonistinnen leben glücklich zusammen und schhaffen sich ein gemütliches Heim. Wie glaubwürdig das Ganze ist - dass eine Leibwächterin auch noch meisterhaft backen kann zum Beispiel - sei mal dahingestellt, aber darum es geht wahrscheinlich nicht. Es geht auch nicht darum, innovative Fantasy zu schreiben. Es geht um Charaktere, denn die nehmen deutlich den größten Raum ein, ihre Beschreibungen, ihre Motivationen, ihre Beziehungen untereinander, und wie diese sich entwickeln. Es kommt mir also sehr entgegen und im Grunde habe ich es gerne gelesen. Nur musste ich dann am Ende leider feststellen, dass es ein Band 1 ist, wir also die Eier noch immer nicht haben, und in den letzten Jahren habe ich mit Reihen doch ziemlich die Geduld verloren. Wie wäre es mit einem Rästel pro Buch, wie in den klassischen Krimis? Dann kann man seine Charaktere noch immer durchgehend weiterentwickeln.
Es ist also schon charmant, es ist gut geschrieben, es hat Humor und es hat schöne Charakterdynamiken. Es ist ein schöner Gegenentwurf zum modernen Krimi, wo jeder Ermittler mindestens ein Trauma und eine gescheiterte Ehe haben muss. Dass keine der Protagonistinnen in mein Schema fällt, dafür kann die Autorin nichts. Wäre das der Fall, würde ich weiterlesen, aber so... eher nicht.
Trotzdem Empfehlung für Leute, die in ihrer Fantasy mal ein bisschen heile Welt haben wollen, und für die auch nicht immer gleich die Welt gerettet werden muss.
no subject
Date: 2024-09-02 07:17 pm (UTC)