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1. Besançon war mal die Hauptstadt der Franche Comté. Das heißt, als die Franche Comté noch eine eigene Région war. Jetzt ist die Région Bourgogne-Franche-Comté, und Dijon ist die Hauptstadt. Aber Besançon ist noch immer die Präfektur des Département Doubs und der Sitz des Erzbistums Besançon.

2. Das zugehörige Adjektiv ist bisontin/e.

3. Früher war es üblich, dass jede Region in Frankreich sich auf irgendetwas spezialisierte. Abgesehen von Salz war das in der Franche Comté Uhrmacherei. Besançon war also die Hauptstadt der Uhrmacherei - auch heute gibt es noch eine Manufaktur, die in der Stadt produziert, und das mit einem Flagship-Store und einer riesigen Uhr am Bahnhof Besançon Franche Comté TGV betont.

4. Besagte Firma heißt Utinam. Anscheinend ist das ein sogenannter Wunschpartikel und bedeutet "wenn doch", "ich wünsche" oder, glatter, "hoffentlich".

5. Direkt gegenüber des Flagshipstores liegt das Musée du Temps, das seine Existenz wahrscheinlich auch der Tradition der Uhrmacherei in der Stadt verdankt. Sie haben Uhren aus allen Jahrhunderten, ein Foucaultsches Pendel und die berühmteste Uhr, die die Stadt jemals geschaffen hat, die Leroy 01, eine im Jahr 1901 gebaute Taschenuhr aus über 900 Einzelteilen, die zu ihrer Zeit die komplizierteste Uhr der Welt mit den meisten eingebauten Funktionen war.

6. Eine weitere Berühmtheit der Stadt ist der dort geborene Victor Hugo, von dem es mehrere Statuen im Stadtbild gibt und eine weitere im Musée des Beaux-Arts, die sogar nackt it.

7. Das Musée des Beaux-Arts ist gleichzeitig das Archäologische Museum der Stadt. Die Funde beginnen in der Steinzeit und hören bei den Römern auf. Das Mittelalter scheint also in Besançon nur in der Kunst stattgefunden zu haben.

8. Nach dem Mittelalter kam Vauban, also fand da wieder was statt: das Bauen von vielen Festungsanlagen rund um und über der Stadt. Dabei ist bemerkenswert, dass die mächtigste Befestigung Besançons, die Zitadelle, auf einem Felssporn liegt, der 70 m niedriger ist als die Hügel rechts und links von ihm. Aber er wird halt auch von drei Seiten vom Doubs umschlossen...

9. Fort Griffon ist nicht von Vauban. Es ist von Jean Griffoni, der Italiener war. Aber Vauban hat es umgebaut.

10. Der Zoo in der Zitadelle, der genaugenommen ein Teil des Naturhistorischen Museums ist, hat in seinem Noctarium sehr viele sehr niedliche Mäuse.

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