von Martin Buchholz
Ich war schon immer schlecht in Physik. Wahrscheinlich, weil ich in der Mittelstufe den wichtigen Unterbau für Mathe nicht verstanden habe, und darum auch nicht darauf aufbauen konnte. Oder weil ich mir all diese Berechnungen einfach nicht vorstellen kann. Chemie war nie ein Problem, Bio auch nur wenig, aber Physik... nein.
Was Thermodynamik angeht, so war mir bestenfalls klar, dass es mehrere Sätze der Thermodynamik gibt, und dass irgeneiner davon aussagt, dass Energie nie weniger werden kann. Das wiederum ist der Bezug auf den Buchtitel. Die Summe der Energie bleibt immer gleich.
Herrn Buchholz geht das anders, er arbeitet am Institut für Thermodynamik der TU Braunschweig. Daher gehört es zu seinen Aufgaben, Studenten gewisse Dinge zu vermitteln - dazu hat er viele Videos gemacht, deren Links auch im Buch sind, und eben als Zusammenfassung dieses Buch.
Was ist Energie eigentlich? Wie bekommt man Energie von A nach B? Wie kann man sie speichern und warum kommt dabei immer weniger raus als man reingesteckt hat? Warum braucht ein Kraftwerk einen Kühlturm - außer, dass er so hübsch aussieht, viel schöner als Windräder, warum wir grade wieder darüber diskutieren, doch keinen Kohleausstieg zu machen und die eneuerbaren Energien nicht weiter zu fördern? Wie kann man überhaupt die Nutzung von erneuerbaren Energien hinkriegen und verbessern? Und was haben rote und blaue Kügelchen damit zu tun?
Ja, es kommen auch Formeln vor. Nur eine Handvoll, und ich kann auch nicht sagen, dass ich die alle nachvollziehen konnte, aber die meisten schon. In der Rechnung an sich, und auch in der Aussage der Ergebnisse. Alleine das finde ich schon erstaunlich. Darüber hinaus habe ich vom Fließtext und den Diagrammen gut 95 % verstanden und nachvollziehen können und kann mir überraschend viel davon merken - wenn vielleicht auch nicht alle Details, dann wenigstend die Grundlagen und könnte mit "da war was" und ein bisschen Recherche wieder mehr in mein Gedächtnis zurückholen. Denn wenn man einmal eine Grundidee von etwas hat, ist es immer leichter, darauf aufzubauen, auch wenn die Erklärung dann vielleicht etwas unverständlicher ist als dieses zugängliche, verständliche, mit anschaulichen Beispielen versehene Buch.
Der Stil ist unterhaltsam, humorvoll und an Laien wie mich gerichtet, die bei Null anfangen müssen. Ich hatte Spaß beim Lesen, ich habe mich für die Materie wirklich zu interessieren begonnen und ich war sogar gespannt, was als nächstes kommt und was all den Problemen zu Grunde liegt, von denen man immer schonmal gehört hat, aber nie verstanden, wo die eigentlich herkommen.
Eines der besten Sachbücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Jeder, der sich für die Grundlagen der Energie interessiert, aber wie ich davor zurückschreckt, sich mit dem schwierigen und komplizierten Zeug zu beschäftigen, sollte es lesen. Physik kann Spaß machen - wenn man dabei einen Dozenten wie Herrn Buchholz hat.
Videos sind nicht mein Medium, darum werde ich nach denen wohl nicht weiter suchen. Aber vielleicht, ob Herr Buchholz noch mehr Bücher geschrieben hat. Vielleicht gibt es noch mehr spannende Zusammenhänge zu entdecken.
PS: Das Buch ist von 2016, da aus meiner örtlichen Bücherei. Das ändert natürlich nichts an der enthaltenen Physik und ihren Regeln, aber an den gesellschaftlichen und politischen Hindergründen, vor denen es entstanden ist. Und auch das ist interessant auf seine eigene Weise. Aber das nur nebenbei, denn darum geht es ja nicht.
Und es gibt eine überarbeitete Neuauflage von 2019.
Ich war schon immer schlecht in Physik. Wahrscheinlich, weil ich in der Mittelstufe den wichtigen Unterbau für Mathe nicht verstanden habe, und darum auch nicht darauf aufbauen konnte. Oder weil ich mir all diese Berechnungen einfach nicht vorstellen kann. Chemie war nie ein Problem, Bio auch nur wenig, aber Physik... nein.
Was Thermodynamik angeht, so war mir bestenfalls klar, dass es mehrere Sätze der Thermodynamik gibt, und dass irgeneiner davon aussagt, dass Energie nie weniger werden kann. Das wiederum ist der Bezug auf den Buchtitel. Die Summe der Energie bleibt immer gleich.
Herrn Buchholz geht das anders, er arbeitet am Institut für Thermodynamik der TU Braunschweig. Daher gehört es zu seinen Aufgaben, Studenten gewisse Dinge zu vermitteln - dazu hat er viele Videos gemacht, deren Links auch im Buch sind, und eben als Zusammenfassung dieses Buch.
Was ist Energie eigentlich? Wie bekommt man Energie von A nach B? Wie kann man sie speichern und warum kommt dabei immer weniger raus als man reingesteckt hat? Warum braucht ein Kraftwerk einen Kühlturm - außer, dass er so hübsch aussieht, viel schöner als Windräder, warum wir grade wieder darüber diskutieren, doch keinen Kohleausstieg zu machen und die eneuerbaren Energien nicht weiter zu fördern? Wie kann man überhaupt die Nutzung von erneuerbaren Energien hinkriegen und verbessern? Und was haben rote und blaue Kügelchen damit zu tun?
Ja, es kommen auch Formeln vor. Nur eine Handvoll, und ich kann auch nicht sagen, dass ich die alle nachvollziehen konnte, aber die meisten schon. In der Rechnung an sich, und auch in der Aussage der Ergebnisse. Alleine das finde ich schon erstaunlich. Darüber hinaus habe ich vom Fließtext und den Diagrammen gut 95 % verstanden und nachvollziehen können und kann mir überraschend viel davon merken - wenn vielleicht auch nicht alle Details, dann wenigstend die Grundlagen und könnte mit "da war was" und ein bisschen Recherche wieder mehr in mein Gedächtnis zurückholen. Denn wenn man einmal eine Grundidee von etwas hat, ist es immer leichter, darauf aufzubauen, auch wenn die Erklärung dann vielleicht etwas unverständlicher ist als dieses zugängliche, verständliche, mit anschaulichen Beispielen versehene Buch.
Der Stil ist unterhaltsam, humorvoll und an Laien wie mich gerichtet, die bei Null anfangen müssen. Ich hatte Spaß beim Lesen, ich habe mich für die Materie wirklich zu interessieren begonnen und ich war sogar gespannt, was als nächstes kommt und was all den Problemen zu Grunde liegt, von denen man immer schonmal gehört hat, aber nie verstanden, wo die eigentlich herkommen.
Eines der besten Sachbücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Jeder, der sich für die Grundlagen der Energie interessiert, aber wie ich davor zurückschreckt, sich mit dem schwierigen und komplizierten Zeug zu beschäftigen, sollte es lesen. Physik kann Spaß machen - wenn man dabei einen Dozenten wie Herrn Buchholz hat.
Videos sind nicht mein Medium, darum werde ich nach denen wohl nicht weiter suchen. Aber vielleicht, ob Herr Buchholz noch mehr Bücher geschrieben hat. Vielleicht gibt es noch mehr spannende Zusammenhänge zu entdecken.
PS: Das Buch ist von 2016, da aus meiner örtlichen Bücherei. Das ändert natürlich nichts an der enthaltenen Physik und ihren Regeln, aber an den gesellschaftlichen und politischen Hindergründen, vor denen es entstanden ist. Und auch das ist interessant auf seine eigene Weise. Aber das nur nebenbei, denn darum geht es ja nicht.
Und es gibt eine überarbeitete Neuauflage von 2019.