Artus, Avalon und der Gral
Jun. 19th, 2025 01:23 pmvon Peter & Johannes Fiebag
Aus der Reihe "Rätselhafte Phänomene" des tosa-Verlages
Beide Autoren sind Vertreter der PaläoSETI-Hypothese, die besagt, dass Außerirdische Intelligenzen die Erde besucht und beinflusst haben. Zu dem Thema haben sie diverse Bücher geschrieben, auch mindestens ein weiteres über den Gral. Diese Grundeinstellung ließ mich vermuten, dass dieses Buch eher nichts mit der Sangreal-Theorie von Henry Lincoln, Michael Baigent und Richard Leigh zu tun hat, auf der "Der da Vinci-Code" basiert. Und so war es dann auch.
Stilistisch ist es ein angenehm unaufgeregtes Buch. Es präsentiert seine Fakten, vermerkt, was andere Autoren (unter anderem eben Lincoln, Baigent und Leigh) falsch verstanden, unterschlagen oder außer Acht gelassen haben, und verliert sich nie in ausuferndem Selbstlob, weil den Herren Fiebag eben die richtige Entschlüsselung des Rätsels gelungen ist. Im Gegenteil, es gibt sich große Mühe, auch die Lücken in den Beweis- und Gedankenketten zu zeigen, und wo Hinweise als gegeben angenommen werden mussten, um weiterzukommen.
Es beginnt mit einer kurzen Darstellung dessen, wer Artus und seine Tafelrunde waren und was für eine Rolle der Gral darin spielt. Wie immer frage ich mich bei einigen Aussagen, wo sie herkommen, aber man muss auch immer zugute halte, dass das arthurische Textwerk so gigantisch ist, dass man nie alles kennen kann. Danach folgt ein Exkurs in die Alchemie und eine genauere Untersuchung der Gralshistorien von de Troyes, von Eschenbach, Boron. Die Grundlagen sehr genau darstellen, denn danach folgt die eigentliche Theorie.
Und die besagt, dass der Gral eine außerirdische Maschine ist, und zwar die, die die Iraeliten auf ihrer Wanderung in der Wüste mit Manna gespeist hat. Es handelt sich um eine nukleargetriebene Konstruktion, die mit Hilfe von Algen und Luftfeuchtigkeit etwas herstellt, was als Nahrung verwendet werden kann - wie auch der Gral ja Nahrung gibt. Mit anderen Worten, der Gral ist die Manna-Maschine, ist die Bundeslade. Und kam dann in den Besitz der Templer, die sie erst nach Schottland gerettet haben, als der Orden vernichtet wurde, und dann weiter ins endgültige Versteck - nach Oak Island. (Wer Oak Island nicht kennt, googled es, das füllt ganze Bücher und hat eine ongoing reality soap.)
Natürlich ist die Argumentation in sich stimmig. Natürlich lassen sich damit alle Eigenschaften des Grals in allen Geschichten erklären. Natürlich finden sich Gründe dafür, wo die Geschichten mit Absicht oder einfach aus Unverständnis verfälscht wurden. Natürlich gibt es trotzdem Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob sie das wirklich ernst meinen.
Aber trotzdem ist es ein gut gemachtes Buch, auf seine Art informtiv und sogar spaßig. Ich denke, ich werde es behalten, schon alleine, um die Argumente griffbereit zu haben, sollte ich sie für irgendetwas mal brauchen. Nicht zu vergessen hat es drei Seiten Quelltextverzeichnis, das ist auch immer gut.
PS: Eine Sache hat mir gefehlt - nehmen wir an, sie haben Recht. Nehmen wir an, unter Oak Island liegt diese nuklearbetriebene Maschine, die quasi aus nichts unbegrenzt Nahrung machen kann, und es waren wirklich die Templer, die diese unglaublichen Sicherheitsvorkehrungen gebaut haben, um zu verhindern, dass jemand das Ding jemals wieder da rausholen kann: Nicht einmal in dem ganzen Buch taucht die Frage auf, ob das nicht vielleicht daran liegen kann, dass es gefährlich sein könnte. Auf welche Weise auch immer, aber gefährlich. Dass es also einen sehr guten Grund gab, um alles zu versuchen, es da für immer zu verstecken.
Zumindest kurz als Nebensatz hätte ichs erwartet.
Aus der Reihe "Rätselhafte Phänomene" des tosa-Verlages
Beide Autoren sind Vertreter der PaläoSETI-Hypothese, die besagt, dass Außerirdische Intelligenzen die Erde besucht und beinflusst haben. Zu dem Thema haben sie diverse Bücher geschrieben, auch mindestens ein weiteres über den Gral. Diese Grundeinstellung ließ mich vermuten, dass dieses Buch eher nichts mit der Sangreal-Theorie von Henry Lincoln, Michael Baigent und Richard Leigh zu tun hat, auf der "Der da Vinci-Code" basiert. Und so war es dann auch.
Stilistisch ist es ein angenehm unaufgeregtes Buch. Es präsentiert seine Fakten, vermerkt, was andere Autoren (unter anderem eben Lincoln, Baigent und Leigh) falsch verstanden, unterschlagen oder außer Acht gelassen haben, und verliert sich nie in ausuferndem Selbstlob, weil den Herren Fiebag eben die richtige Entschlüsselung des Rätsels gelungen ist. Im Gegenteil, es gibt sich große Mühe, auch die Lücken in den Beweis- und Gedankenketten zu zeigen, und wo Hinweise als gegeben angenommen werden mussten, um weiterzukommen.
Es beginnt mit einer kurzen Darstellung dessen, wer Artus und seine Tafelrunde waren und was für eine Rolle der Gral darin spielt. Wie immer frage ich mich bei einigen Aussagen, wo sie herkommen, aber man muss auch immer zugute halte, dass das arthurische Textwerk so gigantisch ist, dass man nie alles kennen kann. Danach folgt ein Exkurs in die Alchemie und eine genauere Untersuchung der Gralshistorien von de Troyes, von Eschenbach, Boron. Die Grundlagen sehr genau darstellen, denn danach folgt die eigentliche Theorie.
Und die besagt, dass der Gral eine außerirdische Maschine ist, und zwar die, die die Iraeliten auf ihrer Wanderung in der Wüste mit Manna gespeist hat. Es handelt sich um eine nukleargetriebene Konstruktion, die mit Hilfe von Algen und Luftfeuchtigkeit etwas herstellt, was als Nahrung verwendet werden kann - wie auch der Gral ja Nahrung gibt. Mit anderen Worten, der Gral ist die Manna-Maschine, ist die Bundeslade. Und kam dann in den Besitz der Templer, die sie erst nach Schottland gerettet haben, als der Orden vernichtet wurde, und dann weiter ins endgültige Versteck - nach Oak Island. (Wer Oak Island nicht kennt, googled es, das füllt ganze Bücher und hat eine ongoing reality soap.)
Natürlich ist die Argumentation in sich stimmig. Natürlich lassen sich damit alle Eigenschaften des Grals in allen Geschichten erklären. Natürlich finden sich Gründe dafür, wo die Geschichten mit Absicht oder einfach aus Unverständnis verfälscht wurden. Natürlich gibt es trotzdem Momente, in denen ich mich gefragt habe, ob sie das wirklich ernst meinen.
Aber trotzdem ist es ein gut gemachtes Buch, auf seine Art informtiv und sogar spaßig. Ich denke, ich werde es behalten, schon alleine, um die Argumente griffbereit zu haben, sollte ich sie für irgendetwas mal brauchen. Nicht zu vergessen hat es drei Seiten Quelltextverzeichnis, das ist auch immer gut.
PS: Eine Sache hat mir gefehlt - nehmen wir an, sie haben Recht. Nehmen wir an, unter Oak Island liegt diese nuklearbetriebene Maschine, die quasi aus nichts unbegrenzt Nahrung machen kann, und es waren wirklich die Templer, die diese unglaublichen Sicherheitsvorkehrungen gebaut haben, um zu verhindern, dass jemand das Ding jemals wieder da rausholen kann: Nicht einmal in dem ganzen Buch taucht die Frage auf, ob das nicht vielleicht daran liegen kann, dass es gefährlich sein könnte. Auf welche Weise auch immer, aber gefährlich. Dass es also einen sehr guten Grund gab, um alles zu versuchen, es da für immer zu verstecken.
Zumindest kurz als Nebensatz hätte ichs erwartet.