der Heilige Gral
Jun. 19th, 2025 08:38 pmvon Sangeet Duchane
(nein, ich weiß nicht, warum das "der" klein geschrieben ist)
Das Buch ist klein und quadratisch, es hat etwa 150 Seiten und auf jeder Doppelseite ist eine Seite Text und eine Seite eine Abbildung, entweder von Kunstwerken aus allen Epochen, oder von Schalen, Kelchen, etc (mögliche Gräle?). Es ist also naturgemäß recht wenig Text. Was da ist, klärt erst einmal wichtige Fragen wie "Was ist der Gral?" - nein, da herrscht keine Einigkeit - "Wer trägt den Gral?" - da schon eher. Dann folgt die historische Eindordnung, übersichlich und praktisch beginnend bei den Kreuzzügen, der Bruderschaft vom Berg Zion und natürlich den Templern, weiter mit den Katharern und weniger vorhersehbar mit der Hohen Minne und den Troubadouren. Und als Abrundung der Parizval von de Troyes und von Eschenbach und "le Morte d'Arthur" von Malory als Beispiele von Gralsgeschichten.
Pluspunkt für die Verweise darauf, dass Parzival deutliche Gemeinsamkeiten mit der Peredur-Geschichte aus dem Mabinogion hat, also von älteren, nicht christlichen Gesschichten insporiert ist/sein könnte. Denn auch der Gral ist nicht an sich zwangsweise eine christliche Geschichte, er ist nur dazu geworden.
Abzug dafür, dass ich es didaktisch besser gefunden hätte, erst die Geschichte zu erzählen und sie dann zu interpretieren, anstatt andersrum, wie es das Buch macht.
Und dann kommt der letzte Bereich, und es wird klar, warum sie die keltischen Bezüge und die Katharer bringen mussten - das Buch unterstützt die Sangreal-Theorie. Der Gral ist eine Frau, Maria Magdalena, und damit die Blutslinie Jesu. Dazu wird die bekannte Argumentation bemüht, über die Bruderschaft vom Berg Zion und da Vinci bis zu den Freimaurern, aber positiverweise ergänzt um genauere Erklärungen zur Person von Maria Magdalena, sowohl in den kanonischen Büchern der Bibel als auch in apokryphen Texten, und dass ihre Gleichsetzung mit der namenlosen gefallenen Frau willkürlich ist. Oder auch nicht, falls es darum geht, den Namen einer wichtigen frühen Glaubenslehrerin in den Dreck zu ziehen, weil man Frauen nicht unter seinen Glaubenslehrern haben will.
Kompakt, informativ, schnell in ein bis zwei Stunden zu lesen. Manchmal ein bisschen verworren, aber dafür hat es halt auch Kunst zum Ansehen. Gut als Übersicht zum Thema und für zeitliche Einordnung des Gralsthemas.
(nein, ich weiß nicht, warum das "der" klein geschrieben ist)
Das Buch ist klein und quadratisch, es hat etwa 150 Seiten und auf jeder Doppelseite ist eine Seite Text und eine Seite eine Abbildung, entweder von Kunstwerken aus allen Epochen, oder von Schalen, Kelchen, etc (mögliche Gräle?). Es ist also naturgemäß recht wenig Text. Was da ist, klärt erst einmal wichtige Fragen wie "Was ist der Gral?" - nein, da herrscht keine Einigkeit - "Wer trägt den Gral?" - da schon eher. Dann folgt die historische Eindordnung, übersichlich und praktisch beginnend bei den Kreuzzügen, der Bruderschaft vom Berg Zion und natürlich den Templern, weiter mit den Katharern und weniger vorhersehbar mit der Hohen Minne und den Troubadouren. Und als Abrundung der Parizval von de Troyes und von Eschenbach und "le Morte d'Arthur" von Malory als Beispiele von Gralsgeschichten.
Pluspunkt für die Verweise darauf, dass Parzival deutliche Gemeinsamkeiten mit der Peredur-Geschichte aus dem Mabinogion hat, also von älteren, nicht christlichen Gesschichten insporiert ist/sein könnte. Denn auch der Gral ist nicht an sich zwangsweise eine christliche Geschichte, er ist nur dazu geworden.
Abzug dafür, dass ich es didaktisch besser gefunden hätte, erst die Geschichte zu erzählen und sie dann zu interpretieren, anstatt andersrum, wie es das Buch macht.
Und dann kommt der letzte Bereich, und es wird klar, warum sie die keltischen Bezüge und die Katharer bringen mussten - das Buch unterstützt die Sangreal-Theorie. Der Gral ist eine Frau, Maria Magdalena, und damit die Blutslinie Jesu. Dazu wird die bekannte Argumentation bemüht, über die Bruderschaft vom Berg Zion und da Vinci bis zu den Freimaurern, aber positiverweise ergänzt um genauere Erklärungen zur Person von Maria Magdalena, sowohl in den kanonischen Büchern der Bibel als auch in apokryphen Texten, und dass ihre Gleichsetzung mit der namenlosen gefallenen Frau willkürlich ist. Oder auch nicht, falls es darum geht, den Namen einer wichtigen frühen Glaubenslehrerin in den Dreck zu ziehen, weil man Frauen nicht unter seinen Glaubenslehrern haben will.
Kompakt, informativ, schnell in ein bis zwei Stunden zu lesen. Manchmal ein bisschen verworren, aber dafür hat es halt auch Kunst zum Ansehen. Gut als Übersicht zum Thema und für zeitliche Einordnung des Gralsthemas.