blauerfalke: (reisen)
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Paris ist die Hauptstadt Frankreichs und liegt bekanntermaßen an der Seine. Es hat mehr als 2 Millionen Einwohner auf einer erstaunlich kleinen Fläche, und es hat bekannte Sehenswürdigkeiten wie den Eiffelturm, Notre Dame, Sacré-Cœur und Versailles. Es hat viele Bahnhöfe aus der Zeit, als Bahnhöfe noch Paläste waren, weshalb die meisten davon sehr schön sind. Auch sind sie Kopfbahnhöfe, was bedeutet, dass man in Paris immer in die Metro steigen muss, wenn man an einem anderen Ende wieder rausfahren will als man reingefahren ist. Diese besteht aus 16 Linien und ist die Viertälteste der Welt. Bahnen fahren in der Innenstadt im beeindruckenden Takt von 2 bis 3 Minuten, und bei einigen Linien sogar autonom. Und zum 1.November dieses Jahres hat Paris es auch endlich geschafft, eine aufladbare Plastikkarte einzuführen, so dass das ständige Kaufen von Papierfahrkarten entfällt. Ich fand, dass Metrofahren dieses Mal deutlich einfacher und stressfreier war die letzten Male.


Erstaunlicherweise hat Paris nur eine einzige Partnerstadt, nämlich Rom (Italien). Darüber hinaus hat es diverse Freundschafts- und Kooperationsabkommen, aber das ist ja nicht ganz das Gleiche.
Außerdem hat die Stadt einen Wahlspruch: "Fluctuat nec mergitur" (Sie verändert sich, aber sie geht nicht unter.) Er ist schon seit 1581 nachgewiesen, und seit 1853 offizieller Leitspruch der Stadt.
Das Stadtwappen zeigt ein Segelschiff und königliche Lilien, mal mit, mal ohne Mauerkrone, und auch mal mit Eichenkranz drumherum. An diesem wiederum hängen die drei der Stadt verliehnen Orden (Ordre de la Libération, Croix de Guerre, Ehrenlegion). Ich wusste nicht, dass eine Stadt Orden verliehen bekommen kann.

Wir sind nie nach Paris gefahren, um da Urlaub zu machen. Immer nur als Zwischenstation, um eben auf einer anderen Seite wieder rauszufahren, und manchmal auch mit einer Übernachtung dazwischen, um ein bisschen was anzusehen. Beim ersten Mal wollten wir auf den Friedhof Père Lachaise, aber es waren über 30 Grad und gefühlte 80 % Luftfeuchtigkeit, also haben wir nur Sacré-Cœur angesehen. Beim zweiten Mal wollten wir auf den Friedhof Père Lachaise, aber es hat die ganze Zeit wie aus Eimern geschüttet, also waren wir in Notre Dame und sind mit einem Seine-Boot herumgefahren, wobei es schwierig war, etwas zu sehen, weil die Scheiben so beschlagen waren. Aber so haben wir immerhin den Eiffelturm und die Freiheitsstatue erahnt.

Dieses Mal wollten wir in den Louvre, aber weil das Wetter am Tag davor schön war, sind wir zum Friedhof Père Lachaise gefahren. Hat sich gelohnt, wirklich sehr schön, gerade jetzt mit all dem bunten Herbstlaub, sehr stimmungsvoll.
Abends haben wir dann noch versucht, in den Innenstadt etwas zu essen - ist uns auch gelungen - aber der Eindruck war vor allem, wie unglaublich voll es da Samstagsabends ist. Massen von Menschen überall.

Generell waren unsere Erlebnisse mit Paris immer eher schwierig, egal ob Metrolinien ausfielen, man uns keine Fahrkarten verkaufen wollte, ein offizielles (!) Taxi uns mit dem Fahrpreis übers Ohr gehauen hat oder ich mir den Koffer habe klauen lassen. Vom Wetter mal ganz zu schweigen, und auch von der Freundlichkeit von Menschen in Geschäften etc., die doch deutlich im Gegensatz zu den Erfahrungen stand, die wir sonst in Frankreich gemacht haben. Frankreich ist schön, Paris ist seltsam.

Dieses Mal hat sich Paris echt Mühe gemacht. Das Wetter war zum Großteil schön, die Menschen waren nett, das mit dem Nahverkehr klappte gut, wir hatten ein ruhiges Quartier in einer Neubaugegend direkt an der Müllverbrennungsanlage... aller guten Dinge sind drei?

Das Musée de Louvre, kurz Louvre, ist Paris' bekanntestes Museum und wird jährlich von fast 9 Millionen Menschen besucht. Sein Grundstock besteht aus der alten Sammung der französischen Könige, die von Franz I. begonnen wurde. Seinen Namen hat das Museum von dem Gebäude, in dem es sich befindet, dem Louvre-Palast, der alten Resisenz der französischen Könige - woher der Name "Louvre" kommt, scheint unklar.

Der Louvre hat eine Ausstellungsfläche von über 60 000 m², was ihn zum drittgrößten Museum der Welt macht. In drei Flügeln - Denon, Sully und Richelieu - kann man sich verlaufen werden ca 35 000 Exponate gezeigt, etwa ein Zehntel dessen, was das Museum besitzt. Die Werke reichen von prähistorischen Funden über Ägyptische, Griechisch-Römische und Vorderasiatische Kunst über Mittelalterliche und Renaissance-Malerie bis hin zu Werken des 19.Jhdts. Also eher nichts für Liebhaber der zeitgenössischen Kunst.

Sehr bekannt ist auch der Eingangsbereich des Louvre, eine große Glaspyramide mitten auf dem Platz zwischen den Flügeln des Schlosses. Dort bilden sich die Schlangen für den Einlass, der im Halbstundentakt vorgenommen wird und die nur noch von den Schlangen für Notre Dame übertroffen werden. Man wird durch einen Metalldetektor geschleust, der vom Personal noch weniger ernst genommen wird als die damals in Florenz, dann fährt man mit einer Rolltreppe nach unten in den zentralen Eingangsbereich, wo man sich einen Faltplan mitnehmen kann, und dann mit einer anderen Rolltreppe wieder ein Stück nach oben zur Kartenkontrolle des Flügels seiner Wahl. Für 90 % aller Besucher ist das der Denon-Flügel, denn dort hängt die Mona Lisa, und da geht auch jeder erstmal hin. Darum ist sie perfekt ausgeschildert und nach gut 5 Minuten durch Gänge, Treppen und Ausstellungsräume steht man dann mit vielen anderen Menschen davor.
Uns hat sie eigentlich nicht besonders interessiert, aber man kann nicht in den Louvre gehen, ohne die Mona Lisa anzusehen, also haben wir das auch zuerst gemacht, damit es abgehakt war. Es war weit weniger drängelig als erwartet, was sicher auch daran liegt, dass man rechts und links an der Mona Lisa vorbei in einer Art Einbahnstraße wieder aus dem Raum geleitet wird, es also keinen Gegenverkehr im Pulk gibt. Dann steht man in einem ganz anderen Gang, hat keine Ahnung, wie man da wieder wegkommt, und kann damit anfangen, den Rest des Louvres zu erkunden. Ob mit Plan oder ohne macht dabei keinen besonders großen Unterschied. Man weiß eh nie ganz genau, wo man ist, und schon gar nicht, wie man von da irgendwo hinkommt, wo man hinwill.

Neben der Mona Lisa hat der Louvre natürlich auch noch andere weltbekannte Kunstwerke, wie die Nike vom Samothrake, die Venus von Milo, "Das Floß der Medusa", den Codex Hammurapi oder das Porträt von Anna von Kleve von Hohlbein dem Jüngeren. Sie haben auch die "Krönung von Josephine durch Napoleon", der gegenüber im Sinne des Künstlers ein riesiger Spiegel hängt, damit man sie dadurch betrachten, so die Distanz verdoppeln und die Szene darum lebensechter erleben kann. Und "Die Freiheit führt das Volk", das die klassische Museums-Chance bietet, sich davorzustellen und zu sagen: "Oh, ich dachte, es wäre größer."

Das Gemälde, dem sie am übelsten mitgespielt haben, ist "Die Hochzeit von Kana". Das hängt im selben Raum wie die Mona Lisa, und zwar ihr genau gegenüber zwischen den beiden Eingangstüren. Sprich, um es zu sehen, müsste man der Mona Lisa den Rücken zuwenden, und weil die Besucherströme wie gesagt an ihr vorbei und hinter ihr wieder aus dem Raum geleitet werden, ist das eher unwahrscheinlich, dass das viele Leute tun. Da frage ich mich schon ein bisschen, warum man an diese Wand ausgerechnet eines der bekanntesten Gemälde hängt... Wollen sie nicht, dass es irgendwer sieht? Oder ist das eine Art Schatzssuche?

Genrell kann man sagen, dass die meisten Besucher in den unteren Etagen bleiben. In den obersten Stockwerken ist deutlich weniger los, auch wenn sie da 24 Monumentalgemälde von Rubens, mehrere Rembrandts, oben erwähnten bekannten Hohlbein, Vermeers und Dürers haben. Aber dann muss man halt noch mehr Treppen und Gänge laufen und wie gesagt, der Louvre ist riesig. Alleine das Gebäude ist eine Attraktion für sich. Und über die Kunst verliert man ohnehin die Übersicht bei den Massen.

Ja, es lohnt sich in jedem Fall. Ja, es ist sehr schlecht organisiert, von den laschen Sicherheitskontrollen, über die Frage, bis wo man raus darf, damit man auch wieder reinkommt, bis hin zum endgültigen Ausgang, der in eine Art unterirdische Shopping Mall führt, aus der man dann auch erstmal wieder rausfinden muss. Und der Souvenirshop war auch eher enttäuschend und erstaunlich klein.

Ich denke, am meisten hat man wirklich davon, wenn man sich einfach durch die Räume treiben lässt und nicht versucht, irgendwas bestimmtes "abzuarbeiten". Sehr viel stressfreier.

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