Burg Wilhelmstein ist die Ruine einer Burg über der Wurm in Würselen-Bardenberg. Sie stammt aus dem 13.Jahrhundert und hat ihren Namen nach Wilhelm IV. Graf zu Jülich. (Nein, dass ist nicht der Bruder von Anna von Kleve, dafür war das zu früh.) Sie hat noch ein Torhaus, Teile von Befestigungsmauern und einen großen Turm, zu dessen Füßen sich ein Zuschauerraum im Amphitheater-Form befindet. Er hat ein Zeltdach, das den Großteil überdeckt, mit ungeschützten Flanken, Stehplätzen und einer ebenfalls unbedachten Metall-Tribühne dahinter. Die Reihen steigen steil an, so dass gute Sicht gegeben ist, der Boden ist gepflastert und es gibt enorm viel Beinfreiheit in den Reihen. Vielleicht ist das der Tatsache geschuldet, dass so viele Konzerte hier stattfinden, da gewünscht ist, dass die Leute aufstehen, und dass es gut ist, wenn sie dafür Platz haben?
Der beste Block ist Block B, denn das ist der in der Mitte, also am besten überdacht.
Darüber hinaus hat die Frelichtbühne gerade genug Platz, um hinter den Zuschauerreihen ein paar Buden aufzustellen, wo man Merchandising kaufen kann. Und natürlich Getränke und etwas zu essen, denn es ist verboten, Speisen und Getränke von außen ins Theater mitzubringen. Sie machen Taschenkontrolle, um das zu gewährleisten.
Mit dem Gedanken daran fand ich es ein bisschen spät, die Tore ca 45 Minuten vor Auftritt der Vorgruppe aufzumachen, auch wenn die Buden Pommes, Würstchen und dergleichen in einer beeindruckenden Geschwindigkeit servieren können. Aber vielleicht macht das auch nichts, denn wer kommt schon wegen der Vorgruppe, und bei einem Konzert kann man ja den ganzen Abend durch die Gegend laufen und sich noch was zu trinken kaufen.
Ich gehe einfach zu selten auf Konzerte, um mich da auszukennen. Im Theater geht sowas ja eher nicht.
Insgesamt sehr schöne Location. Hübsch, gut windgeschützt... Sitzkissen mitbringen kann aber nicht schaden. Freilichtbühne halt.
Besagte Vorgruppe war aus Erkelenz. Das hat man immer sehr gut verstanden, den Bandnamen dafür nicht, weil der immer so schnell gesagt wurde, und ich konnte aus Reihe 11 den Aufdruck auf der Großen Trommel leider nicht entziffern. Aber zum Glück hatten auch sie einen Merchandising-Stand, also konnte ich beim Rausgehen herausfinden, dass sie Hot Rod Devils heißen. Sie spielen Rockabilly in der klassischen Besetzung aus Gitarre, Drums und Kontrabass (dessen Abnahme war per Funk, so dass Bassist Andreas damit durch den Zuschauerraum klettern konnte), und das machen sie mit viel Begeisterung und Tempo. Und ohne dass sich jemand in stundenlage Soli verzettelt oder es in alberne Späße abrdriftet. Eine Mischung aus Klassikern, eigenem Material und bekannten Songs im Rock'n'Roll-Style, das kam gut an, passte thematisch perfekt und hat Spaß gemacht. Etwa eine Stunde haben sie gespielt und danach war die Stimmung super. Was sich aber locker nochmal steigern ließ, als der Hauptact die Bühne betrat.
Dick Brave ist ein kanadischer Rock'n'Roll-Musiker und Sänger aus Vancouver, der seinen Militärdienst damals in Soest geleistet hat. Dabei hat er Popsänger Sasha kennengelernt, der ihm zu einer Tour durch Deutschland verholfen hat. Jetzt, 12 Jahre später, hat Sasha ihn zurück nach Deutschland geholt, passend zur neuen Platte "Back for good". Hallenkonzerte waren innerhalb eine Tages ausverkauft, auch die Open Air-Tour war schnell weg, und Würselen hat sogar noch ein zweites Konzert eingeschoben, weil die Nachfrage so hoch war. So war dann auch dieser Abend bis auf ein paar Stehplätze ausverkauft - und das verdient. Es war ein tolles Konzert, super Musik, tolle Stimmung. Eine Riesenparty.
Ich persönlich fand die aktuelle Platte schwächer als die letzte, aber das spielte einerseits keine Rolle, weil das Programm Stücke von allen drei Platten enthielt, und auf der anderen Seite ist Live nochmal eine ganze andere Hausnummer, als nur eine Platte anzuhören. Natürlich wegen der Atmosphäre, aber Dick Brave ist nicht nur ein guter Sänger, sondern auch ein großartiger Entertainer, und das lässt noch mehr Energie und Enthusiasmus rüberkommen. Gesessen wurde das ganze Konzert über von kaum jemanden, dafür wurde getanzt, geklatscht und mitgesungen. Wie direkt am Anfang gesagt, das ist ein Mitmachkonzert. (Auch wenn ich nicht finde, dass "Take good care of my Baby" sich zum Schunkeln eignet, sorry - lustig wars trotzdem.)
Auch hier gab es Rock'n'Roll-Klassiker und andere Songs im Rock'n'Roll-Gewand, von "Let me be your Teddybear" bis "Take on Me", fast alles war schnell und hatte Drive, ich glaube, es gab den ganzen Abend nur zwei Balladen, und sie haben fast zwei Stunden lang gespielt. Auch hier energiegeladen, rein davon wars schon beeindruckend. Das muss man auch körperlich erstmal leisten.
Dick Brave war natürlich auch nicht alleine da. Er hatte einen Gitarristen dabei, einen Bassisten - der mir fast schon ein bisschen leid getan hat, weil sein Bass ein Kabel hatte, das er immer hinter sich herziehen musste - einen Schlagzeuger, und (zu meiner großen persönlichen Freude) einen richtig guten Pianisten. Der auch richtig gut zu hören war, immer wieder ins Rampenlicht gerückt wurde, und als erster der Musiker die Bühne minutenlang alleine bespielen durfte. Das fand ich auch eine schöne Idee, dass jeder der Musiker mal die Bühne für sich bekam, um zeigen zu können, was er so draufhat. Mehr als nur Staffage für den Star, das war auch noch sympatisch.
Oh, und zur Zugabe hat Dick Brave auch noch eine Mundharmonika ausgepackt. Das war überraschend. Positiv überraschend.
Toller Abend. Hat sich sehr gelohnt. Angeblich wird die Tour nächstes Jahr fortgesetzt, sollte ich mal im Auge behalten...
Der beste Block ist Block B, denn das ist der in der Mitte, also am besten überdacht.
Darüber hinaus hat die Frelichtbühne gerade genug Platz, um hinter den Zuschauerreihen ein paar Buden aufzustellen, wo man Merchandising kaufen kann. Und natürlich Getränke und etwas zu essen, denn es ist verboten, Speisen und Getränke von außen ins Theater mitzubringen. Sie machen Taschenkontrolle, um das zu gewährleisten.
Mit dem Gedanken daran fand ich es ein bisschen spät, die Tore ca 45 Minuten vor Auftritt der Vorgruppe aufzumachen, auch wenn die Buden Pommes, Würstchen und dergleichen in einer beeindruckenden Geschwindigkeit servieren können. Aber vielleicht macht das auch nichts, denn wer kommt schon wegen der Vorgruppe, und bei einem Konzert kann man ja den ganzen Abend durch die Gegend laufen und sich noch was zu trinken kaufen.
Ich gehe einfach zu selten auf Konzerte, um mich da auszukennen. Im Theater geht sowas ja eher nicht.
Insgesamt sehr schöne Location. Hübsch, gut windgeschützt... Sitzkissen mitbringen kann aber nicht schaden. Freilichtbühne halt.
Besagte Vorgruppe war aus Erkelenz. Das hat man immer sehr gut verstanden, den Bandnamen dafür nicht, weil der immer so schnell gesagt wurde, und ich konnte aus Reihe 11 den Aufdruck auf der Großen Trommel leider nicht entziffern. Aber zum Glück hatten auch sie einen Merchandising-Stand, also konnte ich beim Rausgehen herausfinden, dass sie Hot Rod Devils heißen. Sie spielen Rockabilly in der klassischen Besetzung aus Gitarre, Drums und Kontrabass (dessen Abnahme war per Funk, so dass Bassist Andreas damit durch den Zuschauerraum klettern konnte), und das machen sie mit viel Begeisterung und Tempo. Und ohne dass sich jemand in stundenlage Soli verzettelt oder es in alberne Späße abrdriftet. Eine Mischung aus Klassikern, eigenem Material und bekannten Songs im Rock'n'Roll-Style, das kam gut an, passte thematisch perfekt und hat Spaß gemacht. Etwa eine Stunde haben sie gespielt und danach war die Stimmung super. Was sich aber locker nochmal steigern ließ, als der Hauptact die Bühne betrat.
Dick Brave ist ein kanadischer Rock'n'Roll-Musiker und Sänger aus Vancouver, der seinen Militärdienst damals in Soest geleistet hat. Dabei hat er Popsänger Sasha kennengelernt, der ihm zu einer Tour durch Deutschland verholfen hat. Jetzt, 12 Jahre später, hat Sasha ihn zurück nach Deutschland geholt, passend zur neuen Platte "Back for good". Hallenkonzerte waren innerhalb eine Tages ausverkauft, auch die Open Air-Tour war schnell weg, und Würselen hat sogar noch ein zweites Konzert eingeschoben, weil die Nachfrage so hoch war. So war dann auch dieser Abend bis auf ein paar Stehplätze ausverkauft - und das verdient. Es war ein tolles Konzert, super Musik, tolle Stimmung. Eine Riesenparty.
Ich persönlich fand die aktuelle Platte schwächer als die letzte, aber das spielte einerseits keine Rolle, weil das Programm Stücke von allen drei Platten enthielt, und auf der anderen Seite ist Live nochmal eine ganze andere Hausnummer, als nur eine Platte anzuhören. Natürlich wegen der Atmosphäre, aber Dick Brave ist nicht nur ein guter Sänger, sondern auch ein großartiger Entertainer, und das lässt noch mehr Energie und Enthusiasmus rüberkommen. Gesessen wurde das ganze Konzert über von kaum jemanden, dafür wurde getanzt, geklatscht und mitgesungen. Wie direkt am Anfang gesagt, das ist ein Mitmachkonzert. (Auch wenn ich nicht finde, dass "Take good care of my Baby" sich zum Schunkeln eignet, sorry - lustig wars trotzdem.)
Auch hier gab es Rock'n'Roll-Klassiker und andere Songs im Rock'n'Roll-Gewand, von "Let me be your Teddybear" bis "Take on Me", fast alles war schnell und hatte Drive, ich glaube, es gab den ganzen Abend nur zwei Balladen, und sie haben fast zwei Stunden lang gespielt. Auch hier energiegeladen, rein davon wars schon beeindruckend. Das muss man auch körperlich erstmal leisten.
Dick Brave war natürlich auch nicht alleine da. Er hatte einen Gitarristen dabei, einen Bassisten - der mir fast schon ein bisschen leid getan hat, weil sein Bass ein Kabel hatte, das er immer hinter sich herziehen musste - einen Schlagzeuger, und (zu meiner großen persönlichen Freude) einen richtig guten Pianisten. Der auch richtig gut zu hören war, immer wieder ins Rampenlicht gerückt wurde, und als erster der Musiker die Bühne minutenlang alleine bespielen durfte. Das fand ich auch eine schöne Idee, dass jeder der Musiker mal die Bühne für sich bekam, um zeigen zu können, was er so draufhat. Mehr als nur Staffage für den Star, das war auch noch sympatisch.
Oh, und zur Zugabe hat Dick Brave auch noch eine Mundharmonika ausgepackt. Das war überraschend. Positiv überraschend.
Toller Abend. Hat sich sehr gelohnt. Angeblich wird die Tour nächstes Jahr fortgesetzt, sollte ich mal im Auge behalten...