Starlight Express Bochum
Aug. 8th, 2010 11:42 pmEinmal im Jahr muß mans nochmal ansehen. ;) Die letzten beide Jahre hatte ich Glück, da hat Ernest Marchain Greasball gespielt, diesmal stand Andreas Wolfram als Diesellok auf der Bühne. Der ist zwar eigentlich Electra, aber nunja, geben wir ihm eine Chance.
Seit sie die Show vor zwei Jahren so verschlimmbessert haben, hat sich nicht mehr viel geändert. Ich tendiere dazu zu sagen, "Zum Glück.", denn das, was sie geändert haben, ging mal wieder in die falsche Richtung. Wenn ich mich richtig erinnere, geht es in Starlight Express um ein Eisenbahnrennen - dank einer (mal wieder) neuen Rennchoreographie sieht es jetzt mehr nach Freestyle-Catching aus. Sie kommen zwar rechtzeitig zum Musikende ins Ziel, aber Tempo aufgenommen hat da keiner. Wozu auch? Lohnt nicht, in drei Metern wird sich ja eh wieder gekloppt.
Ansonsten gibts auch mal wieder einen neuen Control - ich habe keine Ahung, warum sie das ständig neu aufnehmen müssen, aber wenigstens ist jetzt das nervige "Wahnsinn!" und "Fantastisch!" weg, mit dem die Trax vom letzten Control immer bedacht wurden. Diesmal haben sie zur Abwechslung wieder einen Jungen gefunden, ders spricht, die Stimme an sich ist angenehm, und bei der Vorstellung der Engines zeigt er Enthusiasmus. Eine klare Verbesserung. Daß er noch immer sinnlos in die Rennen reinquatscht... man kann halt nicht alles haben. Neben "Hashamoto mogelt mal wieder." (was aber auch jodelt oder rodelt oder was ganz anderes völlig Sinnfreies hätte heißen können... abgesehen davon mogelt jeder) ist mein Favorit weiterhin der Live-Kommentar dazu, daß Pearl verletzt ist, Greaseball sie abhängt und Rusty sie rettet. Ja, danke, wir sehen es, sie zeigen das mitten auf der Hauptbühne. Und überhaupt, rettet. Wovor? Früher lief sie mal Gefahr, da ins Parkett zu fallen, aber heute ist da eine Rennbahn, über die sie auch schon zigmal gefahren ist. Warum also kann sies jetzt nicht mehr?
Rusty (Kevin Köhler) hat sich wieder gelohnt. Er paßt für mich vom Typ her gut in die Rolle, und sein Enthusiasmus ist auch in seinem dritten Jahr in Bochum noch überzeugend und frisch. Es macht Spaß, ihm zuzusehen, er läuft gut Rollschuh und singen kann er auch. Außerdem spricht er toll. "Ja, das stimmt." und "Dustin, eben sah ich Starlight." waren absolut fehlerfrei. *g*
Seine Pearl (Camilla Hardy) wirkte dagegen deutlich überfordert, vor allem konditionsmäßig. Hin und wieder blieb die Stimme weg, am Ende von "Hilf mir verstehen" klang es, als würde sie gleich ersticken, so sehr hat sie nach Luft geschnappt.
Ganz große Klasse allerdings ihr Sprechteil in "Nur mit ihm" - von beiden. Richtig toll gemacht. Einfach süß.
Andreas Wolfram sollte fünf bis zehn Kilo abnehmen, damit er als Greaseball wirklich eine gute Figur macht. Außerdem sollte er keine Bewegung machen, die nicht ausdrücklich zur Choreogaphie gehört, und den Mund halten sollte er besser auch. Also, wenn er rumsteht und nichts tut, oder nur Dinge tut, die bis ins Detail vorgeschrieben sind, ist er gut. Sonst das nächste Mal bitte wieder Electra auch im Electra-Kostüm, ja?
Dinah (Samantha Foker) war süß und niedlich und naiv, sprach deutlich, lief gut Rollschuh und sang ansprechend. Hat mir sehr gut gefallen.
Electra (Joe Ryan) war hyperaktiv und wirkte ab und an ziemlich planlos, hatte aber seine richtig guten Momente, z.B. in "Dinah's Trennung". Die absolute Diva, vielleicht etwas hektisch, aber sonst eine gute Besetzung, die sichtbar Spaß an der Sache hatte.
Caboose (Austin Garrett) kann tanzen. Kann sehr gut tanzen. Alles andere zu sagen verkneife ich mir.
Andreas Wolfram paßte das Kostum nicht, in "Rolling Stock" rutschten ständig die Ellbogenschoner runter, Joe Ryans Mikro blieb mitten in "AC/DC" an irgendwas hängen und er war ständig damit beschäftigt, es wieder zurückzureißen, Caboose muß jetzt in keinem Rennen mehr irgendwas tun, außer im dritten einmal Rusty zu schmeißen, Emma Jenkinson (Ashley) und Emma Katie Adcock (Buffy) haben ein sehr beeindruckendes "Girl's Rolling Stock" gezeigt, David Moore (Papa) war einfach großartig in jeder Hinsicht, und neuerdings qualmen ihre Dampfloks auch aus den Tendern, was ich besonders gelungen finde, wenn sie so ihren Darsteller komplett einnebeln. Joules Haare leuchten im Schwarzlicht und anstatt der auf dem Forum lange diskutierten neuen Perücke für Wrench (sie hat jetzt Haare!) trug Cate Gunner den altbekannten Kran. Zwei Trax sind tatsächlich doppelt so nervig wie ein Trax und irgendwann werde ich mal lernen, in Gebärdensprache "Dann pfeifft er mir zu." zu sagen, nur für den Spaß, um zu wissen, wie das aussieht, wenn man richtig parallel gebärdet zu dem Song.
Verständlichkeit ist übrigens eine Tugend, und auch überraschend, wenn nach dem Beginn vom Rap, wenn man von den Hip Hoppern kein Wort verstanden hat, der Rest der Cast plötzlich so deutlich spricht, daß man tatsächlich was mitkriegt - ein Vorteil ist es nicht. "Wer mich rennen sieht, der kriegt den Superschock, ich bin die Superlok"... ähh... ja. Auch "Das Rennen steigt." finde ich nicht wirklich gelungen, Control, danke.
Im Rahmen der Möglichkeiten war also eine gute Show. Man darf es einfach nicht mehr ernst nehmen, dann kann man auch noch Spaß damit haben.
Seit sie die Show vor zwei Jahren so verschlimmbessert haben, hat sich nicht mehr viel geändert. Ich tendiere dazu zu sagen, "Zum Glück.", denn das, was sie geändert haben, ging mal wieder in die falsche Richtung. Wenn ich mich richtig erinnere, geht es in Starlight Express um ein Eisenbahnrennen - dank einer (mal wieder) neuen Rennchoreographie sieht es jetzt mehr nach Freestyle-Catching aus. Sie kommen zwar rechtzeitig zum Musikende ins Ziel, aber Tempo aufgenommen hat da keiner. Wozu auch? Lohnt nicht, in drei Metern wird sich ja eh wieder gekloppt.
Ansonsten gibts auch mal wieder einen neuen Control - ich habe keine Ahung, warum sie das ständig neu aufnehmen müssen, aber wenigstens ist jetzt das nervige "Wahnsinn!" und "Fantastisch!" weg, mit dem die Trax vom letzten Control immer bedacht wurden. Diesmal haben sie zur Abwechslung wieder einen Jungen gefunden, ders spricht, die Stimme an sich ist angenehm, und bei der Vorstellung der Engines zeigt er Enthusiasmus. Eine klare Verbesserung. Daß er noch immer sinnlos in die Rennen reinquatscht... man kann halt nicht alles haben. Neben "Hashamoto mogelt mal wieder." (was aber auch jodelt oder rodelt oder was ganz anderes völlig Sinnfreies hätte heißen können... abgesehen davon mogelt jeder) ist mein Favorit weiterhin der Live-Kommentar dazu, daß Pearl verletzt ist, Greaseball sie abhängt und Rusty sie rettet. Ja, danke, wir sehen es, sie zeigen das mitten auf der Hauptbühne. Und überhaupt, rettet. Wovor? Früher lief sie mal Gefahr, da ins Parkett zu fallen, aber heute ist da eine Rennbahn, über die sie auch schon zigmal gefahren ist. Warum also kann sies jetzt nicht mehr?
Rusty (Kevin Köhler) hat sich wieder gelohnt. Er paßt für mich vom Typ her gut in die Rolle, und sein Enthusiasmus ist auch in seinem dritten Jahr in Bochum noch überzeugend und frisch. Es macht Spaß, ihm zuzusehen, er läuft gut Rollschuh und singen kann er auch. Außerdem spricht er toll. "Ja, das stimmt." und "Dustin, eben sah ich Starlight." waren absolut fehlerfrei. *g*
Seine Pearl (Camilla Hardy) wirkte dagegen deutlich überfordert, vor allem konditionsmäßig. Hin und wieder blieb die Stimme weg, am Ende von "Hilf mir verstehen" klang es, als würde sie gleich ersticken, so sehr hat sie nach Luft geschnappt.
Ganz große Klasse allerdings ihr Sprechteil in "Nur mit ihm" - von beiden. Richtig toll gemacht. Einfach süß.
Andreas Wolfram sollte fünf bis zehn Kilo abnehmen, damit er als Greaseball wirklich eine gute Figur macht. Außerdem sollte er keine Bewegung machen, die nicht ausdrücklich zur Choreogaphie gehört, und den Mund halten sollte er besser auch. Also, wenn er rumsteht und nichts tut, oder nur Dinge tut, die bis ins Detail vorgeschrieben sind, ist er gut. Sonst das nächste Mal bitte wieder Electra auch im Electra-Kostüm, ja?
Dinah (Samantha Foker) war süß und niedlich und naiv, sprach deutlich, lief gut Rollschuh und sang ansprechend. Hat mir sehr gut gefallen.
Electra (Joe Ryan) war hyperaktiv und wirkte ab und an ziemlich planlos, hatte aber seine richtig guten Momente, z.B. in "Dinah's Trennung". Die absolute Diva, vielleicht etwas hektisch, aber sonst eine gute Besetzung, die sichtbar Spaß an der Sache hatte.
Caboose (Austin Garrett) kann tanzen. Kann sehr gut tanzen. Alles andere zu sagen verkneife ich mir.
Andreas Wolfram paßte das Kostum nicht, in "Rolling Stock" rutschten ständig die Ellbogenschoner runter, Joe Ryans Mikro blieb mitten in "AC/DC" an irgendwas hängen und er war ständig damit beschäftigt, es wieder zurückzureißen, Caboose muß jetzt in keinem Rennen mehr irgendwas tun, außer im dritten einmal Rusty zu schmeißen, Emma Jenkinson (Ashley) und Emma Katie Adcock (Buffy) haben ein sehr beeindruckendes "Girl's Rolling Stock" gezeigt, David Moore (Papa) war einfach großartig in jeder Hinsicht, und neuerdings qualmen ihre Dampfloks auch aus den Tendern, was ich besonders gelungen finde, wenn sie so ihren Darsteller komplett einnebeln. Joules Haare leuchten im Schwarzlicht und anstatt der auf dem Forum lange diskutierten neuen Perücke für Wrench (sie hat jetzt Haare!) trug Cate Gunner den altbekannten Kran. Zwei Trax sind tatsächlich doppelt so nervig wie ein Trax und irgendwann werde ich mal lernen, in Gebärdensprache "Dann pfeifft er mir zu." zu sagen, nur für den Spaß, um zu wissen, wie das aussieht, wenn man richtig parallel gebärdet zu dem Song.
Verständlichkeit ist übrigens eine Tugend, und auch überraschend, wenn nach dem Beginn vom Rap, wenn man von den Hip Hoppern kein Wort verstanden hat, der Rest der Cast plötzlich so deutlich spricht, daß man tatsächlich was mitkriegt - ein Vorteil ist es nicht. "Wer mich rennen sieht, der kriegt den Superschock, ich bin die Superlok"... ähh... ja. Auch "Das Rennen steigt." finde ich nicht wirklich gelungen, Control, danke.
Im Rahmen der Möglichkeiten war also eine gute Show. Man darf es einfach nicht mehr ernst nehmen, dann kann man auch noch Spaß damit haben.