Grand Prix Eurovision de la Chanson
May. 15th, 2011 12:08 pmMan kann noch organisierter werden. Dieses Jahr hatten die Listen, die unser Gastgeber vorbereitet hatte, nicht nur Namen der Interpreten mit Land und Liedtitel in der richtigen Reihenfolge, sondern auch ein Bild des Interpreten und Felder für eine Punktewertung. Hab ich aber nicht genutzt, den ganzen Abend rechnen ist mir zu blöd. Außerdem war ich vorbereitet und hatte vor dem Finale alles zumindest schonmal teilweise gehört. Hat sich dann als überflüssig herausgestellt, denn es war sehr viel leiser auf der Party als letztes Mal und man konnte was hören, aber besser so als andersrum.
Die Show selbst war gut, das deutsche Fernsehn hat erstaunlich wenige seltsame Schnitte gezeigt und ab und an gabs auch was von den Chroeographien zu sehen. Die Bühne war beeindruchend, die LED-Wand funktionierte und hatte teilweise echt großartige Projektionen, und am Ende konnten sie sie aufmachen. Das fand ich am Unglaublichsten. Hut ab. Die Moderatoren sprachen sowohl englisch als auch französisch frei, wirkten locker und als hätten sie Spaß, und bestritten auch die Eröffnungsnummer. Die war richtig gut, schöner Auftakt. Ingesamt hatte alles eine fröhliche, begeisterte Athmosphäre, es war abwechslungsreich, hat mir gefallen.
Das peinlichste war der Showblock - hatten wir nichts Besseres als diesen Typen? Ich meine, im Zweiten Halbfinale hatten sie diese großartige Breakdancegruppe, und im Finale... sowas? Einen nichtssagenden, bedeutungslosen Popsänger? Ganz Europa guckt zu und es ihnen nichts Besseres eingefallen als den da zwei belanglose Lieder singen zu lassen, von denen ich zum Glück nichtmal verstanden habe, ob er englisch oder deutsch singt. Will ich auch gar nicht wissen, denn mit dem albern herumhüpfenden Damenchor im Vordergrund war der Text wahrscheinlich eh sexistisch. Peinliche Vorstellung, grade wenn man bedenkt, was andere Länder in ihren Showblocks da so machen. Das sah nach verunglücktem deutschen Grand Prix-Beitrag aus, so daß man schon fast "Bitte nicht anrufen, das ist nicht Teil des Wettbewerbes!" hätte drunter schreiben müssen.
Aber okay, kommen wir zu denen, dies waren.
Least Dressed Award: Muß entfallen. Das Kleid von Slowenien war das Kürzeste und sah aus wie aus Stahlwolle gestrickt, aber für einen echten Least Dressed Award hat auch das nicht gereicht.
Bestes Kostüm: Moldavien. Sie hatten große konische Hüte auf, weil das gute kosmische Energien anzieht. Also sogar ein Kostüm mit Sinn. Es sah ein bißchen aus wie sehr schräge Gartenzwerge... und eine weiße, geflügelte Gartenzwergfee auf einem Einrad.
Bestes Kostümgimmik: Russland. Die Sohlen seiner Schuhe haben geleuchtet. Gefolgt von Ungarn, ihr rieisiger Ring hat nicht geleuchtet.
Schlechtestes Kostum: Georgien. War das Kleid aus Plastik?
Mutigster Auftritt: Österreich. Sie sang die ganze erste Strophe ihres Liedes ohne Musik.
Look-Alike-Versuch: Dänemark. Ihr Sänger hatte die gleiche Frisur wie die Iren, nur weniger hoch.
Großartigste Hintergrund-Projektion: Frankreich, mit einem gigantischen Sonnenuntergang, gefolgt von Finnland mit einer aufgehenden Erde.
Bestes Gesamtkunstwerk: Serbien. Da stimmte alles. Kleidung, Frisuren, Choreographie, Projektionen, Song, alles war wie frisch aus den 60ern.
Größte Überraschung: Aserbaijan. Sie haben gewonnen. Sie waren als einzige im ganzen Grand Prix nicht wirklich grade, es war eine bedeutungslose Pop-Ballade und sie haben gewonnen. Nur knapp, aber trotzdem. Jetzt wissen wir alle, wo Aserbaijan liegt, also war es wenigstens edukativ.
Bester Hintergrund: Ukraine. Sie hatten diese großartige Sandmalerin dabei, die den Song zu Hintergrundmusik für ihre Kunst degradierte. Immerhin ist das Konzept aufgegangen, sie waren weit vorne dabei, auch wenn vermutlich kein Mensch mehr über den Song weiß, als daß es eben tolle Sandbilder gab und die Sängerin abgebrochene Flügel als Schulterteile trug.
Beste Choreographie: Russland und Schweden. Je drei Tänzer und ein Sänger, die cool waren und richtig gut tanzen konnten. Danach Griechenland, deren Breakdancer waren zwar eher expressionistisch, aber auch echt gut.
Bestes Requisit: Estland. Sie wedelt ein gelbes Tuch und hat im nächsten Moment einen Spazierstock in der Hand. Danach Bosnien und Herzegovina. Sie hatten eine Triangel!
Belanglosester Auftritt: Ungarn. In etwa genauso belanglos wie Aserbaijan und Dänemark, und sie lagen nicht so weit vorne.
Beste Stimme: Frankreich. Konkurrenzlos. Danach Österreich.
Beste Textzeite: Estland. "1,2, celebrate, down the Rockefeller Street".
Persönlicher Favorit: Das war dieses Jahr echt schwer. Ich mochte die Ehemalige Jugoslawische Republick Mazendonien. Deren Song hatte alles, was man beim Grand Prix so braucht: einen Hintergrund in weißen Kostümen, die irgendwo zwischen Volkstanz und Stadttheaterballett lagen und die gut, aber sehr symbolisch tanzten, einen Sänger mit Gitarre, der offenbar sehr viel Spaß hatte und in seiner Muttersprache sang, so daß die einzigen Worte, die man verstand, "Musica!" und "Wodka" waren, und gegen Ende des Songs packte er plötzlich ein Megaphon aus und sang da durch. Großartig, aber leider sind sie im zweiten Halbfinale ausgeschieden.
Ich mochte Rumänien und ich mochte Island, beides unaufgeregte, swingartige Songs, und ich mochte Bosnien & Herzegovina. Irland war spaßig, wenn auch total durchgeknallt, Russland und Schweden tanzten super. Selbst Estland hatte einen gewissen Barbiepuppencharme. Frankreich hatte eine wirklich beeindruckende Stimme, Oper aber trotzdem dramatisch gesungen, also eine echte Leistung... Ich sag jetzt mal Rumänien. Da wußte auf der Party nie einer, wer das nochmal war, wenns für die Punkte gab. ;)
Die Show selbst war gut, das deutsche Fernsehn hat erstaunlich wenige seltsame Schnitte gezeigt und ab und an gabs auch was von den Chroeographien zu sehen. Die Bühne war beeindruchend, die LED-Wand funktionierte und hatte teilweise echt großartige Projektionen, und am Ende konnten sie sie aufmachen. Das fand ich am Unglaublichsten. Hut ab. Die Moderatoren sprachen sowohl englisch als auch französisch frei, wirkten locker und als hätten sie Spaß, und bestritten auch die Eröffnungsnummer. Die war richtig gut, schöner Auftakt. Ingesamt hatte alles eine fröhliche, begeisterte Athmosphäre, es war abwechslungsreich, hat mir gefallen.
Das peinlichste war der Showblock - hatten wir nichts Besseres als diesen Typen? Ich meine, im Zweiten Halbfinale hatten sie diese großartige Breakdancegruppe, und im Finale... sowas? Einen nichtssagenden, bedeutungslosen Popsänger? Ganz Europa guckt zu und es ihnen nichts Besseres eingefallen als den da zwei belanglose Lieder singen zu lassen, von denen ich zum Glück nichtmal verstanden habe, ob er englisch oder deutsch singt. Will ich auch gar nicht wissen, denn mit dem albern herumhüpfenden Damenchor im Vordergrund war der Text wahrscheinlich eh sexistisch. Peinliche Vorstellung, grade wenn man bedenkt, was andere Länder in ihren Showblocks da so machen. Das sah nach verunglücktem deutschen Grand Prix-Beitrag aus, so daß man schon fast "Bitte nicht anrufen, das ist nicht Teil des Wettbewerbes!" hätte drunter schreiben müssen.
Aber okay, kommen wir zu denen, dies waren.
Least Dressed Award: Muß entfallen. Das Kleid von Slowenien war das Kürzeste und sah aus wie aus Stahlwolle gestrickt, aber für einen echten Least Dressed Award hat auch das nicht gereicht.
Bestes Kostüm: Moldavien. Sie hatten große konische Hüte auf, weil das gute kosmische Energien anzieht. Also sogar ein Kostüm mit Sinn. Es sah ein bißchen aus wie sehr schräge Gartenzwerge... und eine weiße, geflügelte Gartenzwergfee auf einem Einrad.
Bestes Kostümgimmik: Russland. Die Sohlen seiner Schuhe haben geleuchtet. Gefolgt von Ungarn, ihr rieisiger Ring hat nicht geleuchtet.
Schlechtestes Kostum: Georgien. War das Kleid aus Plastik?
Mutigster Auftritt: Österreich. Sie sang die ganze erste Strophe ihres Liedes ohne Musik.
Look-Alike-Versuch: Dänemark. Ihr Sänger hatte die gleiche Frisur wie die Iren, nur weniger hoch.
Großartigste Hintergrund-Projektion: Frankreich, mit einem gigantischen Sonnenuntergang, gefolgt von Finnland mit einer aufgehenden Erde.
Bestes Gesamtkunstwerk: Serbien. Da stimmte alles. Kleidung, Frisuren, Choreographie, Projektionen, Song, alles war wie frisch aus den 60ern.
Größte Überraschung: Aserbaijan. Sie haben gewonnen. Sie waren als einzige im ganzen Grand Prix nicht wirklich grade, es war eine bedeutungslose Pop-Ballade und sie haben gewonnen. Nur knapp, aber trotzdem. Jetzt wissen wir alle, wo Aserbaijan liegt, also war es wenigstens edukativ.
Bester Hintergrund: Ukraine. Sie hatten diese großartige Sandmalerin dabei, die den Song zu Hintergrundmusik für ihre Kunst degradierte. Immerhin ist das Konzept aufgegangen, sie waren weit vorne dabei, auch wenn vermutlich kein Mensch mehr über den Song weiß, als daß es eben tolle Sandbilder gab und die Sängerin abgebrochene Flügel als Schulterteile trug.
Beste Choreographie: Russland und Schweden. Je drei Tänzer und ein Sänger, die cool waren und richtig gut tanzen konnten. Danach Griechenland, deren Breakdancer waren zwar eher expressionistisch, aber auch echt gut.
Bestes Requisit: Estland. Sie wedelt ein gelbes Tuch und hat im nächsten Moment einen Spazierstock in der Hand. Danach Bosnien und Herzegovina. Sie hatten eine Triangel!
Belanglosester Auftritt: Ungarn. In etwa genauso belanglos wie Aserbaijan und Dänemark, und sie lagen nicht so weit vorne.
Beste Stimme: Frankreich. Konkurrenzlos. Danach Österreich.
Beste Textzeite: Estland. "1,2, celebrate, down the Rockefeller Street".
Persönlicher Favorit: Das war dieses Jahr echt schwer. Ich mochte die Ehemalige Jugoslawische Republick Mazendonien. Deren Song hatte alles, was man beim Grand Prix so braucht: einen Hintergrund in weißen Kostümen, die irgendwo zwischen Volkstanz und Stadttheaterballett lagen und die gut, aber sehr symbolisch tanzten, einen Sänger mit Gitarre, der offenbar sehr viel Spaß hatte und in seiner Muttersprache sang, so daß die einzigen Worte, die man verstand, "Musica!" und "Wodka" waren, und gegen Ende des Songs packte er plötzlich ein Megaphon aus und sang da durch. Großartig, aber leider sind sie im zweiten Halbfinale ausgeschieden.
Ich mochte Rumänien und ich mochte Island, beides unaufgeregte, swingartige Songs, und ich mochte Bosnien & Herzegovina. Irland war spaßig, wenn auch total durchgeknallt, Russland und Schweden tanzten super. Selbst Estland hatte einen gewissen Barbiepuppencharme. Frankreich hatte eine wirklich beeindruckende Stimme, Oper aber trotzdem dramatisch gesungen, also eine echte Leistung... Ich sag jetzt mal Rumänien. Da wußte auf der Party nie einer, wer das nochmal war, wenns für die Punkte gab. ;)
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Date: 2011-05-15 01:50 pm (UTC)Bedauerlich auch die Plazierung. Das hatten das Mädel und der Song echt nicht verdient.
no subject
Date: 2011-05-15 02:12 pm (UTC)no subject
Date: 2011-05-15 02:18 pm (UTC)no subject
Date: 2011-05-15 02:20 pm (UTC)