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Im Phantasialand war ich bestimmt schon 15 Jahre nicht mehr, wenn nicht noch länger. Darum war der Besuch jetzt eine Mischung aus "Wie sieht es denn hier aus?" und "Das war früher schon so.". Im Ganzen ist es sehr viel dichter bebaut als früher, viel deutlicher in Themenbereiche unterteilt und sehr viel lauter. Sie beschallen nämlich jetzt jeden Themenbereich mit einer eigenen Themenbereichsmusik, und wenn sich das in Alt Berlin noch recht gut einfügt und im Hintergrund bleibt, ist es in Afrika so laut, daß man Probleme hat, sich zu unterhalten. Darüber hinaus sind die Attraktionen selbst auch noch sehr laut. Nicht nur das Rattern der Bahn wie beim Colorado Adventure, sondern einfach die Musik selbst wie im Feng Ju Palace. Man wird dauerbedröhnt, den ganzen Tag.


Ingesamt gesehen ist es hübsch geworden, finde ich. Künstlich, wie man das von einem Freizeitpark erwartet, aber hübsch. Sie haben alle ihre Phantasialand-Tierchen nicht mehr, dafür verschiedene Drachen, und die "Gesamt-Phantasialand-Musik" ist auch weg. Ambiente-Leute haben sie noch immer, und die rennen auch einem noch immer nach und sind nervig. Oder lustig. Das ist Ansichtssache. (Wobei es in jedem Fall ein Gewinn ist, daß die ihren entsprechenden Themenbereich nicht verlassen dürfen, so können sie einen nicht mehr durch den ganzen Park verfolgen.)

Sie haben das Dampfkarussell noch. Und ich glaube, sie haben es überarbeitet oder doch zumindest restauriert. Es sieht nämlich absolut neu und großartig aus. Und es macht noch immer Spaß, damit zu fahren.
Außerdem haben sie jetzt ein Kettenkarussell. Damit es nicht langweilig klingt, heißt es "Wellenflug" und hat Wasserfontänen drunter. Man wird aber nicht naß, bekommt allenfalls ein bißchen Sprühwasser ab. Sonst wäre ich damit bestimmt nicht zweimal gefahren. Ich mag Kettenkarussels. Auf englisch heißt das übrigens chairoplane. Das Wort mag ich auch.

Die tolle neue Attraktion des Phantasialand ist "Mouse au Chocolat" in Alt Berlin, so toll, daß sie einzigartig in Europa ist, und so neu, daß sie noch im Testbetrieb läuft. Das heißt, wenn man Glück hat, fährts, wenn man Pech hat, nicht. Wir hatten Glück, wir waren in der halben Stunde drin, in der sie lief. Danach ging wohl was kaputt, denn dann lief sie den ganzen Tag nicht mehr. War also wirklich Glück.
Mouse au Chocolat ist eine Art 3D Ego-Shooter. Man hat eine Spritztüte in der Hand und schießt damit virtuelle Cremebällchen auf virtuelle Mäuse, die sich in einer Berliner Bäckerei breitgemacht haben. Die Idee ist nett und es sieht hübsch aus, aber das Konzept gibt mir nicht wirklich was und ich bin schlecht im Zielen. Ich kann mir aber vorstellen, daß das die Computerspielgeneration richtig begeistert. Insofern ist es ein großer Wurf - für die Leute, die Spaß dran haben, und für mich, weil die dann alle da anstehen, und andere Attraktionen leerer werden. *g*

Was sie auch noch haben, ist das Galaxy, heute "Race to Atlantis". Nach wie vor ist das ein Flugsimulator - aber er ist bei weitem nicht mehr so gut wie früher. Der Flug im Galaxy hatte richtige Flugsequenzen, die einem Tempo und Rasanz vorspielten, Atlantis hat nur noch Geruckel und Zusammenstöße. Sehr schade drum. Galaxy bin ich immer gerne gefahren, aber das brauchte ich kein zweites Mal - auch wenns kein Problem gewesen wäre, da war es nämlich total leer. Verdient, wie gesagt, wenn ich Zusammenstöße will, fahre ich lieber Autoscooter.

Auch das Space Center existiert noch und heißt in der aktuellen Inkarantion - ich glaube, es ist die dritte - "Temple of the Night Hawk". Das bedeutet, es ist jetzt stockfinster da drin und man sieht gar nichts mehr. Auch spaßig, und die Fahrt lohnt sich immer noch. Wir sind gleich dreimal am Stück gefahren, denn da war auch kein Mensch und wir durften sitzenbleiben. Es war unsere zweite Achterbahn am Tag nach der Colorado, und da merkt man schon den Unterschied. Eine ganz andere Generation von Bahn... schonender, ;)

Die Colorado ist viel schneller als das Space Center (ich glaub, das wird für mich immer das Space Center bleiben, egal, wie sies grade nennen), viel brutaler und mit viel mehr Stößen und Schlägen. Auch da war nicht viel los, morgens mußten wir für die zweite Fahrt noch wieder aussteigen, nachmittags durften wir sitzenbleiben. Aber viermal Colorado am Tag reicht dann auch, zumal wir den Eindruck hatten, daß sie nachmittags schneller fährt als vormittags.

Diesmal bin ich auch "Mystery Castle" gefahren, das ist ihr großer Free Fall Tower. Indoor, es ist abgesehen von ein paar Lichteffekten stockfinster, und es war meine erste Erfahrung mit einem Free Fall Tower. Das ist schon beeindruckend und ziemlich heftig, wenn sie einen da hochschießen - runter weiß ich nicht so genau, denn ich habe ziemlich schnell die Orientierung verloren und wußte nicht mehr, ob es grade nach oben oder nach unten geht. Sehr seltsames Gefühl.
Vielleicht wären wirs nochmal gefahren, aber dann haben wir "Tikal" entdeckt. Das ist auch eine ihrer neueren Attraktionen, und sie steht eingequetscht beinahe unter der Colorado. Es handelt sich um eine Art Mini-Free Fall, der dafür aber auch stückweise runterfällt, hüpft und sich dreht - auch da war nichts los und wir durften sitzenbleiben. Haben wir weidlich ausgenutzt, denn das Ding ist richtig klasse. Definitiv das Beste, was sie neu angeschafft haben in den letzten 15 Jahren. Macht riesig Spaß, ist harmlos... Kann ich jedem nur zu raten.

Der Feng Ju Palace ist eine sensorische Täuschung, die einem Überschläge vorgaukelt, die gar nicht stattfinden, indem sie die Sitze zwar schaukeln, aber nur die Wände 360 Grad drehen. Auch große Klasse, aber der Spaß wird dadurch getrübt, daß es sehr laut da drin ist, und daß man sich jedesmal vorher ein Hologrammspiel ansehen muß, selbst wenn nichts los ist. Das nervt schon ein bißchen.

Nebenbei sind wir dann noch ein paar kleinere Dingen gefahren wie den "Würmling Express" - eine langsame Monorail-Hochbahn, bei der wir mit "Sie trauen sich das?" begrüßt wurden, wohl, weil wir ohne kleine Kinder so gar nicht zur Zielgruppe gehören - und die Klassiker wie Hollywood Tour und Silbermine. An beiden arbeiten sie tatsächlich noch, auch wenn nicht alle Verbesserungen an der Hollywood Tour wirklich Verbesserungen sind... ich hätte nicht erwartet, daß sie da an einer von beiden was umbauen...

Und ein Besuch im Phantasialand wäre nicht komplett ohne einen Besuch in der Wintergarten-Show. Da haben sie immer einen Zauberer und meinstens noch was dabei, Varieté oder so... diesmal hatten sie Sportgymnastinnen, die nebenbei auch noch als Assistentinnen für den Zauberer fungierten und in Boxen kletterten. Die Kulisse ist gigantisch, die Show selbst geht so, aber der diesjährige Zauberer hat es immerhin geschafft, mich zweimal echt zu überraschen, und das ist für eine halbe Stunde Show gar keine schlechte Quote. Sie sollten nur das Gerede lassen, dann wärs besser.

Das Wetter war super, es waren wenige Besucher im Park, und da, wo es ein paar Minuten Wartenzeit gab, wollten wir nicht hin. Wildwasserbahn, Raftingbahn, Black Mamba... können sie alles behalten. Auch den "Talokal", das ist eine von diesen Kopfsteh-und-Dreh-Attraktionen, wo einem vom Zusehen schon schlecht wird. Damit das auch jedem werden kann, haben sie eine Beobachtungsterasse, wo man sich ansehen kann, wie andere Leute sich da rumwirbeln lassen. Wir sind dann wieder Tikal fahren gegangen. Oh, und Geisterrikscha. Die hatte ich noch gar nicht lobend erwähnt. Auch an der ist gearbeitet worden, sie sieht weiterhin gut aus und ist die Fahrt wert.

Date: 2011-06-18 11:32 am (UTC)
From: [identity profile] rabensturm.livejournal.com
Bilder? ;)

Date: 2011-06-18 09:46 pm (UTC)
From: [identity profile] blauerfalke.livejournal.com
Leider keine eigenen, ich nehme nicht gerne Kameras mit in Freizeitparks. Aber die offizielle Homepage hat sicher welche. ;)

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