Zonenkinder
Jan. 29th, 2025 08:30 pmvon Jana Hensel
"Zonenkinder" ist das Antwortbuch auf "Generation Golf". Auch Frau Hensel ist Gen X, aber in Leipzig geboren. Sie war dreizehn, als die Mauer fiel. Die gleiche Zeit, später auch das gleiche Land, nur aus einem anderen Blickwinkel.
Das Buch ist deutlich persönlicher. Es ist weniger plakativ, weniger vollgestopft und weniger oberflächlich. Denn es beschreibt zwar auch die Welt, in der Frau Hensel aufwächst, vor allem aber beschreibt es den Umbruch. Das Dazwischenstehen und die Neuorientierung, die nötig ist, wenn alles, was bis jetzt als selbstverständlich galt, nicht mehr existiert. Neue Regeln, eine neue Weltanschauung... Wobei Frau Hensel auch deutlich sagt, dass es ihrer Generation leichter gefallen ist, eben weil sie noch so jung waren, als der ihrer Eltern. Was wiederum zu sehr unterschiedlichen Erfahrungen in den Familien geführt hat und zu Verstänissproblemen zwischen den Generationen. Alleine das deutliche Einbeziehen der Elterngeneration auf diese persönliche Art macht es zu einem Buch, dem es wichtiger ist, etwas zu sagen, als einfach Erinnerungen aufleben zu lassen oder nur zu unterhalten. Die Momente gibt es natürlich auch, aber auch sie zeigen, wie einzigartig die Situation der Zonenkinder war. Wie schwierig es ist, sie im normalen Alltag zu vermitteln. Nicht nur in Deutschland selbst, sondern auch im Ausland.
Es ist ein sachliches Buch und ein ruhiges Buch, ohne Selbstmitleid. Es erzählt, ohne zu mahnen oder Schuld zuzuweisen. Es bietet die Möglichkeit eines Einblicks in der Erleben einer Generation, die meine ist, aber doch sehr deutlich anders, und das darum zum Nachdenken anregt.
Auch darüber, was ich vielleicht im Umgang mit Freundinnen, die in der gleichen Situation waren wie Frau Hensel, falsch gemacht habe, aus reiner Unachtsamkeit. Weil mir zwar immer klar war, wie sehr sich unsere Erlebnisse unterscheiden und weil wir auch immer versucht haben, das mit Humor zu nehmen, aber weil das trotzdem nicht davor schützt, Fehler zu machen und arrogant zu sein, auch wenn es mich immer interessiert hat. Darum bin ich jetzt auch sehr bewusst dankbar, dass diese Freundinnen noch meine Freundinnen sind.
Lesenswert.
"Zonenkinder" ist das Antwortbuch auf "Generation Golf". Auch Frau Hensel ist Gen X, aber in Leipzig geboren. Sie war dreizehn, als die Mauer fiel. Die gleiche Zeit, später auch das gleiche Land, nur aus einem anderen Blickwinkel.
Das Buch ist deutlich persönlicher. Es ist weniger plakativ, weniger vollgestopft und weniger oberflächlich. Denn es beschreibt zwar auch die Welt, in der Frau Hensel aufwächst, vor allem aber beschreibt es den Umbruch. Das Dazwischenstehen und die Neuorientierung, die nötig ist, wenn alles, was bis jetzt als selbstverständlich galt, nicht mehr existiert. Neue Regeln, eine neue Weltanschauung... Wobei Frau Hensel auch deutlich sagt, dass es ihrer Generation leichter gefallen ist, eben weil sie noch so jung waren, als der ihrer Eltern. Was wiederum zu sehr unterschiedlichen Erfahrungen in den Familien geführt hat und zu Verstänissproblemen zwischen den Generationen. Alleine das deutliche Einbeziehen der Elterngeneration auf diese persönliche Art macht es zu einem Buch, dem es wichtiger ist, etwas zu sagen, als einfach Erinnerungen aufleben zu lassen oder nur zu unterhalten. Die Momente gibt es natürlich auch, aber auch sie zeigen, wie einzigartig die Situation der Zonenkinder war. Wie schwierig es ist, sie im normalen Alltag zu vermitteln. Nicht nur in Deutschland selbst, sondern auch im Ausland.
Es ist ein sachliches Buch und ein ruhiges Buch, ohne Selbstmitleid. Es erzählt, ohne zu mahnen oder Schuld zuzuweisen. Es bietet die Möglichkeit eines Einblicks in der Erleben einer Generation, die meine ist, aber doch sehr deutlich anders, und das darum zum Nachdenken anregt.
Auch darüber, was ich vielleicht im Umgang mit Freundinnen, die in der gleichen Situation waren wie Frau Hensel, falsch gemacht habe, aus reiner Unachtsamkeit. Weil mir zwar immer klar war, wie sehr sich unsere Erlebnisse unterscheiden und weil wir auch immer versucht haben, das mit Humor zu nehmen, aber weil das trotzdem nicht davor schützt, Fehler zu machen und arrogant zu sein, auch wenn es mich immer interessiert hat. Darum bin ich jetzt auch sehr bewusst dankbar, dass diese Freundinnen noch meine Freundinnen sind.
Lesenswert.